Montag, 5. Dezember 2011

Geduld I

Geduld, die einfache Tugend der Güte,
Erwirbt man nur schwer. Und nach wieviel Verzicht!
Nein, sie ist nicht die Tugend der Jugend.
Jugend fühlt nur ihr Eigengewicht
In Träumen und Hoffnung auf Ausnahmsweises:
Glück und sogleich. Und Wunder und mehr.
Geduld ist alternd. Entwicklung. Ein leises
Bedauern geht mit ihr einher
Über Verluste an Täuschung und Träumen.
Am schwersten verliert man das Traumbild von sich:
Wievieles mußte man sinnlos versäumen.
Und Einsicht ist manchmal recht bitterlich.
Und dennoch lächeln. Und lächelnd geben.
Hören und helfen. Und nicht aus Pflicht.
Der große Akkumulator, das Leben,
Speichert Geduld für späteres Licht.

Eva Strittmatter

Kommentare:

  1. Liebe Anke,
    ich lerne hier gerade "junge Geduld" kennen, es scheint unserer "Fußballgott" hat sie als Baby Löffelweise zu futtern bekommen und ich hoffe, ich kann mir da nch etwas abschauen ;o)!Einen schönen Abend und die liebsten Grüße,Petra

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  2. liebe Anke,

    Eva hat die Weisheit einfach gepachtet, sie hat immer recht, es ist ihre Lebenserfahrung, die ihr die Worte so aus dem Herzen sprudeln läßt.
    Herzliche Abendgrüße, cornelia

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  3. Cornelia hat recht!
    Schöne weise Zeilen.
    Geduld....bin nimmer jung,
    aber Geduld haben ist nicht meine Tugend.
    Leider.
    LG von Luna

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  4. Meinen Vorschreiberinnen bleibt mir mich anzufügen. Weise Zeilen. Sicher (bitter) durchlebt.

    Was sagst Du dazu, dass Evas Mann - Erwin - nun doch nicht zu seinem 100ten Geburtstag geehrt werden soll? Die Gründe find ich irgendwie herbeigezerrt - für meine Kentnisse und Beurteilung.

    Ganz liebe Grüße von Gisa

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