Donnerstag, 14. Oktober 2010

Schlehe

Schon sehr früh hatte die Schlehe ihre Bedeutung für den Menschen. Schon in der neolithischen Pfahlbauzeit war sie bekannt. Araber, Griechen, Römer und die Menschen des Mittelalters nutzten die Blüten und Früchte als Heil- bzw. Nahrungsmittel.

Die Früchte sind sehr gerbstoff- und säurehaltig. Roh schmecken sie aromatisch stark zusammenziehend und hinterlassen einen pelzigen Geschmack. Er wird etwas abgemildert, wenn die Schlehen nach dem ersten Frost gesammelt werden.

"Und wer im Magen schwach ist...
koche sie im Wasser und esse sie oft,
und dies führt den Unrat und den Schleim vom Magen ab."

Hildegard von Bingen

Im letzten Jahr habe ich vier Schlehenbüsche als Teil einer Naturhecke gepflanzt, die dieses Jahr die ersten Früchte tragen. Die Ernte wird nicht groß, aber auch ein Schlehendorn fängt klein an.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Die letzte Perle

Bei der Rosenmaerchenfee Moni
habe ich diese zauberhafte Perlenkette gewonnen.


Deshalb erzähle ich euch heute gern ein Märchen:

Das war ein reiches Haus, ein glückliches Haus. Alles darin, Herrschaften wie Dienende und gleichzeitig auch ihre Freunde waren glückselig und fröhlich; heute war ein Erbe geboren, ein Sohn, und Mutter und Kind befanden sich wohl.

Die Lampe in dem behaglichen Schlafzimmer war halb überdeckt; schwere seidene Gardinen von kostbaren Stoffen hingen fest zugezogen vor den Fenstern. Der Teppich war dick und weich wie Moos; alles war wie geschaffen zum Schlummer, zum Schlafe, zum köstlichen Ruhen, und dem gab sich auch die Pflegerin hin, sie schlief, und das konnte sie mit ruhigem Gewissen; denn alles war gut und in seiner Ordnung. Des Hauses Schutzgeist stand am Kopfende des Bettes; über das Kind an der Mutter Brust hin breitete es sich reich, gleichsam wie ein Netz funkelnder Sterne aus, jeder Stern war eine Perle des Glückes. Des Lebens gute Feen, alle hatten sie dem Neugeborenen ihre Gaben gebracht. Hier funkelten Gesundheit, Reichtum, Glück und Liebe, kurz alles, was Menschen sich auf dieser Erde nur wünschen können.

"Alles ist nun gebracht und geschenkt!" sagte der Schutzgeist.

"Nein" ertönte eine Stimme dicht daneben; das war des Kindes guter Engel. "Eine Fee hat ihre Gabe noch nicht gebracht, aber sie bringt sie, bringt sie einmal, ob auch Jahre darüber vergehen werden. Die letzte Perle fehlt."

"Fehlt? Hier darf nichts fehlen, und ist es wirklich so, so lass uns gehen und sie suchen, die mächtige Fee, lass uns zu ihr gehen."

"Sie kommt, sie kommt einmal. Ihre Perle muss dabei sein, um den Kranz zusammenzubinden."

"Wo wohnt sie? Wo ist ihre Heimat? Sage es mir ich gehe und hole die Perle."

"Du willst es" sagte des Kindes guter Engel. "Ich führe Dich zu ihr, wo sie auch zu treffen sein mag. Sie hat keine bleibende Stätte, sie kommt zu des Kaisers Schloss und zu dem ärmsten Bauer, an keinem Menschen geht sie spurlos vorüber, allen bringt sie ihre Gabe, sei sie eine Welt oder ein Spielzeug. Auch diesem Kinde wird sie begegnen. Du denkst, die Zeit ist gleich lang, aber nicht gleich nützlich. Nun wohl, lass uns gehen, die Perle zu holen, die letzte Perle zu diesem Reichtum."

Und Hand in Hand schwebten sie zu der Stätte, die zu dieser Stunde die Heimat der Fee war.

Es war ein großes Haus mit düsteren Gängen, leeren Zimmern und seltsam stille; eine Reihe von Fenstern stand offen, damit die raue Luft recht herein dringen könne; die langen weißen, niederhängenden Gardinen bewegten sich im Luftzuge.

Mitten auf dem Fußboden stand ein offener Sarg und in diesem ruhte die Leiche einer Frau in den besten Jahren. Die herrlichsten frischen Rosen lagen über sie hingebreitet, so dass nur die gefalteten feinen Hände sichtbar waren und das im Tode verklärte, edle Antlitz mit der Weihe hohen, edlen Ernstes vor Gott.

Am Sarge standen Mann und Kinder, eine ganze Schar war es; das kleinste saß auf dem Arme des Vaters, sie brachten ihr das letzte Lebewohl dar. Der Mann küsste ihre Hand, die Hand, die nun wie welkes Laub war, und die sie alle vorher mit Kraft und Liebe gehegt und gepflegt hatte. Schwere, bittere Tränen fielen in großen Tropfen zu Boden; aber nicht ein Wort wurde gesprochen. Das Schweigen hier barg eine Welt von Schmerz in sich. Und stille schluchzend gingen sie fort.

Ein Licht stand da, die Flamme bewegte sich im Windzuge, der ausgebrannte Docht ragte lang und rotglühend empor. Fremde Leute traten ein; sie legten den Deckel über die Tote, sie schlugen die Nägel fest und dumpf dröhnten die Hammerschläge durch des Hauses Stuben und Gänge, dröhnten durch die blutenden Herzen.

"Wohin führst Du mich?" fragte der Schutzgeist. "Hier wohnt keine Fee, deren Perle zu den besten Gaben des Lebens gehört!"

"An dieser Stätte wohnt sie, hier in dieser heiligen Stunde," sagte der Schutzengel und zeigte in eine Ecke, und dort, wo in den Tagen ihres Lebens die Mutter zwischen Blumen und Bildern gesessen hatte, wo sie als des Hauses gütige Fee liebevoll dem Manne, den Kindern und den Freunden zugenickt hatte, wo sie als des Hauses Sonnenstrahl Freude verbreitete und des Ganzen Herz und Stütze war, da saß nun eine fremde Frau in langen seidenen Kleidern. Die Trauer war es, Herrscherin nun und Mutter an der Toten statt. Eine brennende Träne rollte in ihren Schoß

nieder und verwandelte sich in eine Perle; sie funkelte in allen Farben des Regenbogens, und der Engel nahm sie, und die Perle leuchtete wie ein Stern in siebenfarbigem Glanze.

"Die Perle der Trauer, die letzte, die nicht fehlen darf. Durch sie erhöht sich der anderen Glanz und Macht. Siehst Du den Schein des Regenbogens hier, des Bogens Schein, der Himmel und Erde miteinander verbindet? Für jedes unserer Lieben, das uns stirbt, haben wir im Himmel einen Freund mehr, nach dem wir uns sehnen. In der Erdennacht blicken wir zu den Sternen empor, der Vollendung entgegen! Betrachte die Perle der Trauer, in ihr liegen die Schwingen der Seele, die uns von hinnen tragen.

(Hans Christian Andersen)

Dienstag, 12. Oktober 2010

Gomphocerinae...

... ist lateinisch für Grashüpfer.

Also hattet ihr natürlich vollkommen Recht. Im Gras versteckte sich ein Grashüpfer.

Allerdings war er da schon auf dem Rückzug. Zuvor hatte ich ihn auf dem Trampolin, das in unserem Garten steht, entdeckt.

Er begann dann, in die Höhe zu krabbeln. Selbst das Gehüpfte und damit das Geruckel hat ihn nicht gestört.

Erst ziemlich weit oben, drehte er sich und sprang mit einem Riesensatz ins Gras.

Hier seht ihr das Prachtexemplar in seiner ganzen Schönheit. Ich schätze mal, dass der Grashüpfer eine Größe von drei Zentimetern hatte, das fand ich doch recht beachtlich.

Montag, 11. Oktober 2010

Kleines Fotorätsel am Montag

Zum Einstieg in die neue Woche
habe ich nach einiger Zeit mal wieder
ein Fotorätsel für euch.

Ist heute auch gar nicht schwer!

Oder seht ihr nur Grünes?

Samstag, 9. Oktober 2010

Herbstabend

Gestern Abend ging die Sonne
über dem flachen Land
ein wenig versteckt hinter den Wolken unter.

Ich hoffe, dass wir alle
ein herbstsonniges Wochenende haben.

Freitag, 8. Oktober 2010

Solch eine heitere Blume


So gay a Flower
Bereaves the Mind
As if it were a Woe -
Is Beauty an Affliction - then?
Tradition ough to know -

Solch eine heitere Blume
Trifft das Gemüt
Als wäre sie ein Schmerz -
Ist Schönheit eine Trübsal - denn?
Erfahrung lehrt das Herz -

(Emily Dickinson)

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Kuschelkissen

Kennst ihr das auch? Ab einem bestimmten jugendlichen Alter ist es schwierig, besonders Jungen mit "Handarbeiten" zu beglücken.

Zu meiner großen Freude "durfte" ich Lucas ein Kissen häkeln, nachdem er das für seine Tante (hier) für gut und kuschelig befunden hat.

Selbstverständlich kam nur seine Lieblingsfarbe GRÜN in Frage. Vier verschiedene Grüntöne hat er sich ausgesucht, und jeweils zwei habe ich miteinander kombiniert.

Das Ergebnis findet er toll,
das Kissen eignet sich hervorragend zum Einschlafen.

Dienstag, 5. Oktober 2010

Warum nicht einfach mal das Weite suchen

um das Glück zu finden

Es gibt Momente, da wünschen wir sie uns alle - die kleinen Fluchten.

Manchmal möchten wir einfach nur raus aus allem. Dann wieder packt uns die Sehnsucht nach der Ferne, und wir würden am liebsten ganz weit weg sein.

Oder wir wären gern in einem sicheren Versteck, wo uns keiner finden kann.

Die meisten von uns haben leider nicht die Möglichkeit, einfach mal ein ein ganzes Jahr auszusteigen, eine Reise um die Welt zu machen, in südlichen Gefilden zu überwintern oder den Jakobspilgerweg zu gehen, um einen großen Abstand zwischen sich und den Alltag zu legen, neue Einsichten zu gewinnen und den Kopf frei zu bekommen.

Dennoch sind es nicht immer die finanziellen Mittel oder die Umstände, die uns daran hindern, eine Pause einzulegen, neue Wege einzuschlagen oder sich den schönen Dingen des Lebens zu widmen. Oft genug stehen wir uns selbst im Weg - nicht zuletzt, weil alles immer perfekt sein soll, weil mehr als genug zu tun ist, und weil es uns schwerfällt, uns das, was wir (mit leicht schlechtem Gewissen) als "Eskapaden" empfinden, zu "erlauben".

Doch kleine Fluchten sind nichts Überflüssiges. Sie sind wichtig, weil sie uns neue Kraft schenken. Sie sind unabdingbar für unser seelisches Gleichgewicht. Und sie sind für jeden möglich.

Um das Glück zu sehen und zu finden, braucht es nämlich immer wieder diesen Abstand, der sich nicht in Tagen oder Kilometern bemessen läßt, wohl aber in Zeiten und Freiräumen, in denen wir uns selbst bestimmen, alles von uns abschütteln und uns von einem anderen Standort aus neu definieren.

Jeder, der schon mal ein paar Kilometer zwischen sich und sein Zuhause gelegt hat - und sei es nur auf einem langen Waldspaziergang -, wird die Erfahrung gemacht haben, daß sich Probleme auf wundersame Weise verkleinern, wenn man sie aus der Entfernung betrachtet.Und daß man oft sogar in einer anderen Umgebung Lösungen findet oder auf Ideen kommt, die einem zu Hause nie eingefallen wären.

Manchmal ist die Flucht nach vorn das einzig Wahre. Manchmal hat die Flucht in die Vergangenheit durchaus ihre Vorzüge. Manchmal fliehen wir vor der Einsamkeit. Und manchmal vor dem bunten Leben.

So weit, daß man irgendwann das Leben führt, das man eigentlich führen möchte. Und so weit, daß man ein bedauerndes "Das geht doch nicht." immer öfter ersetzt durch ein "Warum eigentlich nicht?"

(Rosalie Tavernier)

Sonntag, 3. Oktober 2010

Ahrenshooper Sonntagsspaziergang

Heute Vormittag waren mein Mann und ich zu einen wunderbaren Spaziergang in Ahrenshoop. An diesem Fleckchen Erde hat man sowohl einen Blick auf die Ostsee als auch den Saaler Bodden. Zwar ließ sich die Sonne nicht sehen und ein kräftiger Ostwind wehte, aber wir haben diese Momente sehr genossen.

Ich lade euch deshalb gern ein, unseren Rundgang mitzuerleben. Auf der Karte habe ich ihn rot markiert.

Das ist die Ahrenshooper Schifferkirche am Friedhof. Sie sieht wie ein umgekipptes Boot aus...

... und im Inneren ist zu erkennen, warum sie ihren Namen trägt.

Hinter dem Friedhof beginnen die Boddenwiesen. Ganz weit am Horizont liegt der Saaler Bodden (ein Binnenmeer).

Das ist flaches Land pur. Der Blick in die Ferne will einfach nicht enden...

Allerdings finden sich zwischendurch schon ein paar urige Bäume und Sträucher, aber nur vereinzelt und das am Rande der Wiesen.

Diese riesige Hagebuttenstrauch weist den Weg zum Althäger Hafen. Althagen ist ein Ortsteil von Ahrenshoop und liegt direkt am Saaler Bodden.

Ups, das da in der Mitte ist kein Pfosten. Nein, mein Mann ist ins Bild geraten. Wie so oft, ist er schon ein paar Schritte vorausgeeilt.

Die folgenden Bilder lasse ich mal unkommentiert auf euch wirken. Nur so viel: Es war nicht abends, sondern am bewölkten Vormittag.

Beim Weitergehen noch mal schnell einen Rückblick.

"Durch diese hohle Gasse muss er kommen". Denn hier geht es lang zum Hohen Ufer, zur Ostsee...

... vorbei an Baumpilzen...

... und Sanddorn...

Nicht das ihr denkt, dass ihr hier den gleichen Sanddornbusch seht. Weit gefehlt. Hinter diesem liegt die Ostsee.

Ist das nicht ein Wahnsinnsblick...

... und hier noch einer...

... und aller guten Dinge sind drei.

Am Ende unseres Rundganges sind wir ganz nah am Wasser gestrandet.

Wenn ihr ganz genau hinschaut, seht ihr etwas am Horiziont. Für die, die es nicht erkennen können: ein Schiff, das mich von dieser Gegend so gar nicht weglocken kann.

Ahoi ihr Lieben!
Ich wünsche euch eine großartige Woche!

Samstag, 2. Oktober 2010

Herbstfrüchte

Lucas hat gestern aus dem Wald
Kastanien und Bucheckern mitgebracht.

Er hat gezählt:
175 Kastanien.
Ich habe auch gezählt:
6 Bucheckern.

Das war die Gelegenheit,
die Zierkürbisgruppe,
die seit einer Woche allein vor sich herträumt,
etwas aufzupeppen.

Gefällt mir jetzt eindeutig besser.


Bei uns lacht die Sonne,
allerdings weht ein kräftiger Ostwind.

Ich wünsche euch trotzdem
ein wunderbares Oktoberwochenende.