Montag, 14. November 2011

Nebel

Nebel fällt vom Laub in Kaskaden.
Wie gewichtig ein einzelner Tropfen wird!
Durchs Wiesental treiben Frühnebelschwaden.
Und in den Erlen und Espen schwirrt
Von Blatt zu Blatt die Tropfenerregung.
Die wehen Blätter lösen sich los
Und fallen ohne Windesbewegung
Grade zur Erde. Die Stille ist groß.

So könnte man stehen und könnte sehen,
Wie die Zeit entsteht und wie Leben vergeht
Und wie die Wandlungen mählich geschehen,
Vor denen uns jäh der Atem vergeht...

Die plötzliche Trauer, schnittscharf und schmerzlich:
Und das soll alles gewesen sein?
So wenig Sommer, so wenig herzlich:
Möglichkeiten groß und Wirklichkeit klein...

Und nun schon Nebel, grauend und gründlich,
Schleichender Farbtod, mürber Geruch.
Jetzt kommt die Zeit, da erwartet man stündlich
Ein Wunder fürs Leben oder - Besuch.

Eva Strittmatter

Kommentare:

  1. liebe Anke, wir haben zZ auch viel Nebel, eine Stunde kam heute die Sonne durch, danke für deine lieben Worte !!! Euer an uns denken hilft !!!
    Das foto und der Text sind sehr sehr schön. Liebe Grüße von Kathrin & Hopkins

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  2. Oje bei uns auch auch auch...schrecklich
    Wenn es doch nur nicht soooo klat waere...brrrrr...


    Ganz lieb Conny

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  3. Hier nicht, wir hatten strahlend blauen Himmel, am Mittag ein bisschen warm, ansonsten aber bitterkalt, brrrr

    LG Marita

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  4. Liebe Anke,
    hier herrschte heute auch den ganzen Tag eine graue Nebelwand vor...wie fern dann der Frühling erscheint,ich werde wahrscheinlich die Tage zählen ;o)!Einen gemütlichen Abend und viele, liebe Grüße,Petra

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  5. hallo liebe anke,
    wieder so schön-melancholisch. und alles wahr!
    heute waberte bei uns im tal auch der nebel, doch fuhren wir 10 min den "hausberg" hinauf, erwartete uns strahlender sonnenschein :))
    aber heute morgen bin ich eine halbe stunde durch den nebel spaziert und fand's auch herrlich. draußen ist es einfach immer schön, gell?

    ich wünsch dir noch einen geruhsamen feierabend, sei lieb gegrüßt von
    dana

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  6. Nebel macht melancholisch.
    Auch hier wechselt sich der Nebel mit wenigen, kraftlosen Sonnenstrahlen ab. Da bleibt nur die Zeit für schöne Dinge im Haus nutzen und auf den nächsten Frühling warten.
    LG Anette

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  7. Wenn man ein wenig Poesie oder etwas zum Nachdenken braucht, dann sollte man bei dir hineinschauen :-) Das Gedicht ist wunderschön melancholisch mit einem schönen, überraschenden Schluss!
    Danke für deinen Kommentar zu meinem Bild, irgendwie mag ich die so ganz und gar verschwommene Kerze, aber da ich sie nicht mehr habe (und sie somit nicht mehr neu fotografieren kann), werde ich vielleicht auch einmal eine Bilderreihe ganz ohne Kerze machen, mal sehen...

    Liebe Grüße

    Bea

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  8. Ja, wir hatten lange Nebeltage,
    aber nun scheint schon einige Tage die Sonne, wenn auch fahl.
    Dennoch, das Gedicht ist schön und auch Dein Foto.
    Ich wünsche Dir eine schöne Woche
    und lasse liebe Grüße da...Luna

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  9. schau mal bei mir vorbei
    GEWONNEN !!!!!
    ;o)

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