Freitag, 27. Dezember 2019

Neues vom Pferdehof - Toto hat Spaß!

 

Den Strick kenne ich ja noch gar nicht.


Darf ich damit spielen?


Oh, Mensch, das macht Spaß!


Den würde ich jetzt gern behalten.


Aber bewegen muss er sich schon.


Eh, wohin will er denn nun?


Na gut, bis zum nächsten Mal...

Mittwoch, 25. Dezember 2019

Frohe Weihnachten

 
Ihr Lieben,

ich wünsche euch
wundervolle, entspannte und harmonische Feiertage
mit vielen Momenten zum Innehalten.

Sonntag, 22. Dezember 2019

Die Schuld jenes Sommers


Ein Augusttag vor 24 Jahre ist der Wendepunkt in Fances' Leben gewesen. Er beendet abrupt die Freundschaft der achtjährigen Mädchen Frances und Wyn, als letztere spurlos verschwindet. Doch eine Nacht des Jahres 1942 ändert alles: Die Deutschen bombardieren Bath, und am Morgen danach vermisst Frances den kleinen Davy, auf den sie aufpassen sollte. Sie hatte ihn in die Obhut eines Ehepaares gegeben, weil sie am Geburtstag von Wyn einen Moment ihrer Freundin gedenken wollte.

Ist auch Davy im Bombenhagel umgekommen? Die Spuren sprechen dagegen, und die junge Frau ist sicher, dass Davy überlebt hat. Belastet von massiven Schuldgefühlen, die noch von Davys Mutter Carys verstärkt werden, begibt sie sich auf die Suche. Hierbei wird sie scheinbar von der Vergangenheit eingeholt. Denn außerdem werden in den Trümmern die sterblichen Überreste von Wyn gefunden. Immer mehr Hinweise offenbaren, dass die Wahrheit über deren Tod erschreckender ist als bisher gedacht. Und mit jeder tiefer gehenden Erinnerung verstärkt sich Frances' Überzeugung, dass für das damalige Verbrechen nicht die richtige Person zur Rechenschaft gezogen wurde und wie wichtig es ist, endlich zu wissen, was 1918 tatsächlich passiert ist?
 

Katherine Webb siedelt ihren Roman „Die Schuld jenes Sommers“ in zwei Zeitebenen an: Es sind zum einen die letzten Monate des ersten Weltkrieges von 1918 und zum anderen das Jahr 1942, und sie verknüpft beide auf nahtlose Art und Weise. Sie schildert in stimmigen und detaillierten Bildern den Alltag der Menschen im von Traditionen geprägten Bath mit jenen Ereignissen, die eine solche Gemeinschaft ausmachen, und packt das Schicksal ihrer Figuren in eine fesselnde und teilweise mysteriöse Handlung, die tiefe Einblicke in die Seele besonders ihrer Heldin Frances ermöglicht.

Dabei ist die Grundstimmung nicht nur in den Rückblenden des Jahres 1918 düster und oft sehr drückend. Während Frances in einer liebevollen Familie und ohne massive Entbehrungen aufwächst, sind Wyn und ihre Geschwister den Launen und Schlägen des Vaters ausgesetzt. Davon gibt es reichlich, die Mahlzeiten sind hingegen eher spärlich.

Die lichten Momente der Freundschaft der beiden Mädchen verschaffen dem Geschehen für Augenblicke Frohsinn, der Frances auch Jahre später noch mit Wyn verbindet. Allerdings ist Frances' Erinnerung lückenhaft, ja ihr Geist wehrt sich sogar, einzelne Begebenheiten abzurufen. Lediglich unklare Bilder, oft in Albträumen, zeigen sich. Erst nach und nach kristallisiert sich heraus, dass nicht jener geflohene Kriegsgefangene Wyn getötet  haben kann, mit dem sich die kleinen Schwestern“ anfreundeten und mit Nahrung versorgten.

Indes sind die Menschen nicht gewillt, dem Drängen von Frances nachzugeben, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Sie klammern sich an das Offensichtliche, Greifbare. Daher stößt Frances auf Unverständnis und Widerwillen und findet wenig Unterstützung in ihrem Bestreben, das Dunkel zu erhellen. Zudem muss sie sich mit ihren verschütteten und verdrängten Kindheitserinnerungen auseinandersetzen und diese in einen entsprechenden Kontext bringen.

Frances leidet unter dem Tod von Wyn, ebenso belasten sie Carys Vorwürfe. Das Fatale: Carys ist nicht nur Davys Mutter, sondern auch die ältere Schwester von Wyn. Seit Jahren trinkt sie und vernachlässigt ihre Kinder. Im Gegensatz zu Frances gibt es für sie keine ungeklärte Wahrheit über den Tod ihrer Schwester. Die Vergangenheit ist abgeschlossen, und die Fragen und Nachforschungen von Frances sind ihr mehr als unangenehm.

Katherine Webb meistert die emotionale Herausforderung ihrer Protagonistin mit hoher Ausdruckskraft und vermag es ausgezeichnet, die Verlustängste, die Verzweiflung, die Selbstbezichtigungen sowie den einhergehenden geistigen und körperlichen Schmerz spürbar werden zu lassen.


Auch dadurch wird „Die Schuld jenes Sommers“ zu einem komplexen historischen Roman, der mit einer durchdachten und tiefgreifenden Handlung aufwartet, die einen bewegt und mitempfinden lässt.

4,5 Sterne


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Erschienen ist der Roman im Diana Verlag, dem ich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares danke.

Dienstag, 17. Dezember 2019

Die Fütterung der Raubtiere...

... erfolgt hier, könnte man meinen, wenn man unseren Spatzentrupp beobachtet, nachdem das Vogelhäuschen aufgefüllt wurde. Tatsächlich aber ist die Gemeinschaft der Spatzen sehr sozial und wechselt sich ab mit dem "Futter fassen".






 

Sonntag, 15. Dezember 2019

Diebe in Berlin


Zwei Tage Schneefall haben Berlin eine weiße Decke beschert, so dass Elli, Idi und ihre Freunde Phlip und Henriette endlich einmal Schlitten fahren können und sich auf den Weg zur Kiesgrube im Grunewald begeben. Besonders Elli ist begeistert und findet sich mit fast 13 auf keinen Fall zu alt dafür.

Am Grunewaldsee entdeckt Lou, Henriettes Beagle, im Schilf einen Hundewelpen. Wo kommt der denn her, und wer bitte setzt überhaupt einen Welpen aus? Vor allem einen so wertvollen. „Ronny“ ist nämlich eine Rassehund, und zwar ein Rhodesian Ridgeback.


Verfolgt von miesen Typen, stellt sich ziemlich schnell heraus, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Offensichtlich treibt eine Diebesbande ihr Unwesen in der Stadt, an deren Spitze „Die Chefin“. Und mit der scheint nicht gut Kirschen zu essen, wie die Freunde bald begreifen müssen...



Mit „Diebe in Berlin“ lässt Sibylle Luig die jungen Leser zum dritten Mal an den Abenteuern der Hexen-Zwillinge Elli und Idi teilhaben. „Magie hoch zwei“ wird hier großgeschrieben.

Von Vorteil wäre es, die Reihe mit dem ersten Band zu beginnen, da sich mit den Vorkenntnissen aus vorherigen Geschehnissen manche Hintergründe schneller erfassen lassen. Aber auch ohne dieses Wissen ist die Lektüre unzweifelhaft möglich, weil die Autorin mit den im Verlauf der Handlung eingestreuten Informationen dazu beiträgt, entsprechende Lücken zu schließen.

Elli, eigentlich Elektra und Idi, Merida, kennen sich noch nicht so lange. Erst mit zehn Jahren begegnen sie sich und bemerken, dass sie Zwillinge sind. Im Grunde sind sie „Das doppelte Lottchen“ 2.0, nur unterscheiden sie sich von ihren literarischen Vorbildern durch ihre magischen Fähigkeiten. Und die haben es in sich. Zaubern können die beiden sehr gut, wenn sie zusammen sind. Genauso wie ihre Mutter Matea und deren Schwester Eva. Oder Oma Mathilda und Großtante Esther. Wobei die beiden eine Geschichte für sich sind (nachzulesen im zweiten Band).

Die Zwillinge versuchen, in ihrem Famlienverbund normal zu leben. Etwas ist jedoch augenscheinlich: Elli kann ganz allein Zauber wirken, was ihr Angst macht. Manchmal ist sie unsicher, und mit Anflügen von Eifersucht quält sie sich ebenfalls. Und zeigen sich bei ihr Anzeichen von Verliebtheit, wenn sie Mark sieht? 

Obwohl Elli, Idi und ihre Freunde inzwischen etwas älter sind, kann der Leseempfehlung für acht- bis zehnjährige gefolgt werden. „Diebe in Berlin" ist altersgerecht und wird Kinder auf jeden Fall begeistern und mitfiebern lassen, wenn die Mädchen und Jungen außergewöhnliche und aufregende Erlebnisse und auch Gefahren meistern müssen.


Sibylle Luig hat eine Abenteuergeschichte und einen Kinderkrimi in einem geschrieben. Darin setzt sie gekonnt Berlin mit prägnanten Bildern in Szene und spricht wichtige Themen wie den illegalen Tierhandel und verbotene Hunderennen an, ohne dass es zu einer Überforderung ihrer jungen Leser kommt. Bedeutsam sind ebenso die Werte, die die Autorin vermittelt: die Unterstützung und der Zusammenhalt in der Familie und unter Freunden.

Nicht nur ihre Sprache ist zeitgemäß und schnörkellos. Sibylle Luig hat den abwechslungsreichen Ereignisse neben der sich steigernden Dynamik viele amüsante und heitere Momente hinzugefügt. Besonders „Die fiesen Omas“ zeigen sich wieder von ihrer unglaublichen Seite. Nicht zu vergessen ist der Zauber, der dem Ganzen inne wohnt und zur Lesefreude beiträgt.

Das Cover und die ansprechenden Illustrationen, die im Buch dezent verteilt sind, stammen von Ulrike Barth-Musil. Diesbezüglich gibt es lediglich einen Kritikpunkt: Die Handlung spielt hauptsächlich im Winter. Dazu passt das fast eher frühlingshaft anmutende Cover nicht optimal.

Ansonsten können sich kleine und große Leser auf eine unterhaltsame Geschichte freuen, die mit lebhaften und auch nachhaltigen Höhepunkten gefüllt ist.

4,5 Sterne


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Erschienen ist das Buch im Verlag Monika Fuchs, dem ich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares danke.

Samstag, 14. Dezember 2019

Alle Jahre wieder...

... bereiten wir Frauen von der Adventskalender-Kooperation uns gegenseitig Freude mit unseren Beiträgen für einen Adventskalender. Nun sind es nur zehn bis zum Heiligen Abend.






Ich war auch fleißig und hatte Päckchen für meine vier Kooperationspartnerinnen vorbereitet, von denen nun fast alle geöffnet worden sein dürften...





Donnerstag, 12. Dezember 2019

Merry Christmas, Cowboy


Von einem Tag auf den anderen wird Hannah Montgomery ihren Traumjob bei einem Buchverlag in New York los. Die ausgemalten Zukunftsaussichten sind also alles andere als rosig, und das vor Weihnachten. Muss sie nun demütig wieder zurück auf die Farm ihrer Eltern in Shaftsbury, jenem Städtchen in Vermont, in dem sie sich einst total eingesperrt fühlte. Soll sie dort ihr Scheitern in der Großstadt eingestehen? Auf keinen Fall. Hannah entschließt sich, das Angebot anzunehmen, für einige Monate als Assistentin einer der Top-Autorinnen des Verlages zu arbeiten. Allerdings nicht in New York, sondern irgendwo auf einer Ranch in Texas. Hier trifft sie auf einen kleinen Jungen und seinen Vater.

Travis Fuller ist Cowboy und ein exzellenter Vormann auf der Ranch seiner Eltern. Er trägt schwer am Verlust seiner geliebten Frau, ja er gibt sich sogar die Schuld an ihrem Tod. Seit zwei Jahren kümmert er sich fürsorglich um seinen Sohn Jonah und ersetzt ihm die Mutter. Mehr oder weniger erfolgreich. Zudem übersieht er dabei völlig sein Herz und verliert sein eigenes Glück aus den Augen. Oder gibt es für ihn noch eine Chance?


Lita Harria ist eine junge Autorin, die mit Leidenschaft schreibt und für ihre Protagonisten brennt. Das ist ihrem neuen Werk „Merry Christmas, Cowboy“ anzumerken. Dabei ist es völlig unerheblich, dass die Mischung aus einem einsamen, traurigen Kind, dem genauso trauernden Vater und letztlich einigen Tieren sowieso per se ans Herz klopft.

Nein, es sind der aufrichtige Erzählton und die gelungene Figurenkomposition, die der Geschichte ihren besonderen Klang geben. Natürlich steht die Liebe im Mittelpunkt, und folglich sind romantische, emotionale, berührende Momente zu erwarten. Die werden auch geboten, aber immer wohltuend nahe der Realität. Denn die Menschen in „Merry Christmas, Cowboy“ leben, arbeiten, lieben, hoffen, träumen, bangen, kämpfen, streiten und versöhnen sich, haben und machen Fehler und bringen sie wieder in Ordnung. Sie bemühen sich zumindest.

Hannah hat anfänglich ein völlig verschobenes Bild von sich selbst, zweifelt oft und nimmt sich zurück, weil ihr ehemaliger Chef sie als unscheinbar und nicht durchsetzungsfähig bezeichnet. Vielleicht ist sie das zunächst wirklich. Letztlich ist ihre Natürlichkeit jedoch einer ihrer größten Vorteile. Außerdem ihre Intelligenz, ihr Ideenreichtum, ihre Begeisterungsfähigkeit. Auch wenn sie über alles gründlich nachdenkt und eigentlich keine Entscheidungen aus dem Bauch heraus trifft, geht sie kurz entschlossen nach Texas. Hannah kann sich den Menschen zuwenden und besitzt Einfühlungsvermögen, was sie gleich bei ihrer ersten Begegnung mit Jonah beweist. Obwohl sie die Situation völlig überrollt, versucht sie, das Beste daraus zu machen und sich in etwas Neues hineinzufinden. Dabei entwickelt sie außerordentliche Fähigkeiten und eine Energie, die andere mitreißt. Nicht nur den kleinen Jonah.

Travis kann sich dem ebenfalls nicht entziehen. Der Cowboy ist pflichtbewusst, selbstkontrolliert und glaubt, alles im Griff zu haben. Ihn drückt die vermeintliche Schuld, und oft übermannen ihn die Erinnerungen. So verfängt er sich in seiner Trauer, seinem Schmerz, und die wesentlichen Dinge geraten aus dem Blickwinkel, wozu auch die Empfindungen seines Sohnes Jonah gehören. Er bekommt keinen Zugang zu dem Jungen, der seine eigene Art hat, mit dem Tod der Mutter umzugehen. Jonah sucht Trost bei der Stute, die seine Mutter ihm geschenkt hat. Es ist indes das Tier, mit dem Kelly verunglückte, und aus diesem Grund will Travis es verkaufen, weil er glaubt, damit die Vergangenheit hinter sich lassen zu können, obwohl vor allem seine Eltern mit Unverständnis auf dieses Vorhaben reagieren und an sein Gewissen appellieren.


Lita Harris schafft eine Wohlfühlatmosphäre, die nicht im Kitsch versinkt, sondern trotz einer gewissen Ernsthaftigkeit mit ihrer Leichtigkeit, Witz und Charme in die gemütliche Weihnachtszeit passt. Und nebenbei gesagt auch nicht nur am knisternden Feuer Funken sprühen lässt. Es hätte gerne ein paar Seiten länger brennen können…

4,5 Sterne


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Ich danke der Autorin für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Dienstag, 10. Dezember 2019

Nussalarm


Ich gebe ja zu, die beiden Haselnusssträucher im schwanenweißen Garten haben ihr Laubkleid inzwischen abgelegt. Aber ich wollte euch zeigen, dass sie bereits aufs nächste Jahr vorbereitet sind und vor allem, wie spendabel die zwei waren.


Eine wahrlich reiche Ernte, oder...


Sehen die Nüsse nicht gut aus, perfekt für die Weihnachtsbäckerei!


Montag, 9. Dezember 2019

Solange wir lieben


Julia und Konstantin lieben sich, seit drei Jahren sind sie ein Paar und führen trotz getrennter Wohnungen eine harmonische Beziehung. Allerdings ist ihr Zusammensein von Konstantin abhängig, weil dieser ständig in der Welt unterwegs und nur für wenige Tage zu Hause ist.

Bislang hat Julia diese Konstellation nicht in Frage gestellt. Die Siebenunddreißigjährige besitzt seit fünf Jahren eine eigene Apotheke und schätzt den Umgang mit den Menschen. Erst als eines Tages ein Brief ihres Jugendfreundes Tom ankommt, wird Julia angeregt, ihr Dasein in Frage zu stellen. Denn Tom ist krank, er hat ALS - Amyotrophe Lateralsklerose, eine Krankheit, die die Nerven zerstört und fortschreitende Muskellähmung verursacht. Tom wird sterben, möchte zuvor aber die Menschen treffen, die ihn geprägt haben. Zu diesen gehört Julia.

Gemeinsam mit seiner Schwester Helke, seiner ehemaligen Freundin Elsa fahren Tom und Julia in einem alten VW-Bus nach Florenz, der Stadt, mit der Tom wunderbare Erinnerungen verknüpft. Die Reise wird bedeutsam und entscheidend für sie alle...


„Solange wir lieben“ lässt sich gut lesen. Liv Thomas verfügt über einen unbefangenen und angenehmen Erzählton, der es vermag, einige ernste Themen anzusprechen, ohne sie schwer erscheinen zu lassen. Das ist lobenswert, indes liegt hierin zugleich ein Problem. In ihrem Bemühen, ein Augenmerk auf unterschiedliche Erkrankungen zu legen, überfordert die Autorin mich mit dem Auftreten von ALS, Krebs, Huntington, Herzinfarkten und Alkoholismus, auch wenn sie nicht bei allem ins Detail geht.

Liv Thomas lässt sich Zeit, den Alltag zu schildern und gibt vor allem ihrer Heldin Julia viel Raum, aus ihrer Ich-Position heraus zu berichten. Dass eine Beziehung wie die von Julia und Konstantin Konfliktpotential beinhaltet, ist klar. Es wird gelungen herausgearbeitet, wie Julia dabei empfindet. Julia ist keine Autoritätsperson, sondern eine Frau, der viel an Harmonie liegt und die unfähig ist, Verantwortung abzugeben. Besonders in ihrer Apotheke. Am liebsten kümmert sie sich um alles selbst.

Leider fehlt es mir bei der jungen Frau im Laufe des Geschehens an Entschlussfreudigkeit. Schließlich habe ich sie von Anfang an als eine mit beiden Beinen im Leben stehende Persönlichkeit gesehen, die ein großes Pensum bewältigt und als Chefin einer Apotheke täglich immer noch neuen Herausforderungen ausgesetzt wird. Keine klassische Karrierefrau, vielmehr eine, die sich einen Partner wünscht, den sie liebt, aber auch einen, mit dem sie den Alltag teilen kann. Konstantin liebt sie – das ist für mich keine Frage. Doch ihren Alltag teilt er nicht mit ihr. Und auch sonst erfahre ich zunächst von Konstantin nicht viel.

Mit Lea und Sebastian setzt Liv Thomas ein weiteres Paar in Szene, und zwar in der Konstellation ältere Frau, jüngerer Mann. Unerwartet sympathisch und mit Potential für ausreichend Probleme, sogar für eine eigene Geschichte. Stattdessen entschließt sich die Autorin für die Thematisierung einer eventuellen Krebserkrankung, die ich, obwohl ich den Sinn dahinter verstehe, als eher störend wahrgenommen habe.

Als Tom in Begleitung seiner Schwester Helke ins Spiel kommt, was unerwartet spät geschieht, wird die Geschichte sehr gefühlvoll. Meiner Meinung nach gelingt es der Autorin, überwiegend eine ausgewogene Balance zwischen mitleidigen, bedrückend-melancholischen und frohen, außerdem sogar humorvollen Momenten zu finden.

Insgesamt hätte ich mir intensivere Eindrücke von der Reise gewünscht. Die Einbeziehung von Elsa, der Frau, die Tom nach acht Jahren Beziehung verlassen hat, kann ich insofern begrüßen, als hier einiges zum Abschluss gebracht wird.

„Solange wir Lieben“ hat einen beachtlichen Start, verliert sich im Verlauf der Handlung etwas, um dann im Schlussteil hinsichtlich der Emotionalität wieder an Kraft und Ausdruck zu gewinnen.

3,5 Sterne

Sonntag, 8. Dezember 2019

2. Advent

Auch in diesem Jahr ist unser Adventsgesteck eher schlicht und natürlich gehalten.


Tanne, Eibe, Stechpalme und Buchsbaum sind die Grundlage, eine rote Kerze und silberne Kugeln sowie Rosenhagebutten aus dem Garten finden sich hier zusammen.


Zugegeben, es ist kein großer Arbeitsaufwand. Aber besonders ich mag es reduzierter...


Ich wünsche euch weiterhin eine frohe Adventszeit!

Freitag, 29. November 2019

Sonnenstrahlen


Bei uns wehte heute ein stürmischer Wind, dadurch fühlten sich die fünf Grad noch kälter an. Ich bin trotzdem auf den Reiterhof gefahren.


Und auf dem Weg dorthin wurde ich dann mit diesen fantastischen Sonnenstrahlen entschädigt.


Dienstag, 26. November 2019

Erfrischend

Unsere Spatzentruppe, die seit letzten Winter (gefühlt) auf 100 Kameraden angewachsen ist, hat sich pünktlich zur Versorgung eingefunden und diskutiert täglich in der Schlehenhecke über das Futterangebot.


Zwischendurch wird natürlich die bereit stehende Wassertränke genutzt.


Die kühlen Temperaturen machen den Vögeln scheinbar nichts aus.


Darum hüpfen sie wohl gerne zum Baden ins Wasser.


Nicht nur die Spatzen sind abgehärtet.


Ein Rotkehlchen konnte ich auch bereits beobachten. Leider ohne Kamera...


Sonntag, 24. November 2019

Die lange Reise der Artemis


Ich liebe das Weltall. Schon immer konnte ich stundenlang in den Nachthimmel schauen, und die Sterne betrachten.“ schreibt Kristina Günak, und da hat sie sicher mit vielen von uns etwas gemein: Die Sehnsucht nach dem Unbekannten, die die Autorin in ihrer Geschichte „Die lange Reise der Artemis“ zumindest einen kleinen Teil verwirklicht.

Im Jahr 2123 verlässt die Ärztin Milla ihren Heimatplaneten Erde für immer und und verpflichtet sich auf dem Raumschiff Barrakuda aus einem einzigen Grund: Ihr jüngerer Bruder Jamie benötigt dringend Hilfe, er ist lebensbedrohlich verletzt, und sie allein kann ihn retten. Die Reise ist auch für Milla kein Spaziergang. Fernab der Erde erwarten die junge Frau fremde Welten und nicht abschätzbare Gefahren, und sie muss sich nicht nur ihrer Furcht vor dem Ungewissen und der damit verbundenen Herausforderung stellen.

Nachdem Milla unerlaubt von der Barrakuda flieht und mitleidlos gejagt wird, findet sie auf dem schnellen Langstreckenschiff „Artemis“ Schutz und begegnet RIX und Nukati. Die beiden unterschiedlichen Wesen erweisen sich als Retter in der Not und darüber hinaus als diejenigen, mit den sie das scheinbar Unmögliche wagen kann.


Kristina Günak hat in „Die lange Reise der Artemis“ ihre Fantasie ausgeschöpft und eine galaktische Welt mit Raumschiffen, entfernten Planeten, neuen Technologien, Algenantrieben, Autopiloten und künstlichen Intelligenzen – KI – geschaffen, aber auch die sich bereits heute abzeichnenden Veränderungen der Erde durch Umwelteinflüsse angesprochen. Hormone im Wasser und erhöhte Strahlung haben dafür gesorgt, dass die gesamte Zukunft der Spezies Mensch an den wenigen Frauen hängt, die noch empfangen und gebären können. Mit dem Vordringen ins Weltall und der Erforschungen unbekannter Galaxien hat sich eine neue Sprache entwickelt. Hingegen ist die Handschrift nahezu ausgestorben, sie spielt keine große Rolle mehr. Tatsächlich lernen viele Menschen weder schreiben noch lesen.

Dies schildert die Autorin verständlich, ohne ausufernden wissenschaftlichen Anspruch und mit einer herzlichen Frische, die vor allem dem Kerngedanken der Geschichte zugute kommt – der Freundschaft. Denn „Die lange Reise der Artemis“ ist genau das, eine Geschichte über Kameradschaft, so unterschiedlich ihre Helden auch sein mögen. Hierbei profitiert die Handlung insbesondere von dem ungewöhnlichen Dreiergespann, das nicht dem Standard entspricht und einem im Verlauf des Geschehens immer mehr ans Herz wächst.

Milla, eine Ärztin der Neuzeit, die die uralte Heilmethode des Handauflegens beherrscht und aus diesem Grund stringent darauf bedacht, das letzte, außer ihr lebende Familienmitglied zu retten, ist geprägt von außerordentlicher Emotionalität, an der wir stets teilhaben können, da die junge Frau selbst erzählt. Sie besitzt zudem einen gewissen trockenen Humor, der sich mitunter auch in sarkastischen Äußerungen manifestiert.

Hingegen lassen sich bei einem RIX Gefühle schwer herausfiltern. Die namenlosen genetisch optimierten Soldaten der Galaktischen Union verfügen teilweise über menschliche DNA und bestehen ansonsten aus technischen Implantaten, sind allerdings definitiv keine Menschen. Sie zeichnen eine enorme Kraft und Zielstrebigkeit aus. Das ist anscheinend notwendig, leider existiert nämlich ein friedlichen Zusammenleben in den Galaxien kaum bis gar nicht, Streitigkeiten werden militärisch ausgetragen. Die Modifikation der RIX – sie wurden zum Töten gezüchtet –, die das Potential der Feinde übersteigt, hat deshalb das Überleben der Menschheit gesichert. Doch der RIX ist wie Milla auf der Flucht und verbirgt eigene Geheimnissen.

Der Dritte im Bunde darf auf keinen Fall vergessen werden: Nukati, ein Draxonda, ein echsenähnliches Wesen, für das irdische Auge auf den ersten Blick extrem hässlich, aber von einer inneren Schönheit und Herzensgüte, die ihresgleichen sucht. Der Verlust seiner Familie macht ihm schwer zu schaffen, indes wie Milla ist er verlässlich und steht mutig für seine Freunde ein.

Die drei Helden wachsen zusammen, und was auch immer geschieht, sie sind nicht allein. Vielleicht treffen wir sie eines Tages wieder...

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Ich danke der Autorin und Authors Assistant für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Montag, 18. November 2019

Unermüdlch...


... blüht unsere Terrassensonnenblume.


 Und an trüben Novembertagen...


... bringt sie so noch kleine Lichtblicke