Montag, 17. Juni 2019

Duftexplosion


Zu beiden Seiten unserer Terrasse habe ich bei unserem Einzug ins Haus Duftjasmin gepflanzt. Dieses Jahr habe ich den Einruck, dass sie besonders üppig blühen. Und dieser berauschende Duft. Ihr glaubt nicht, wie oft die Blüten bereits als Fotoobjekt herhalten mussten. Meist schien die Sonne. Am Sonnabend Vormittag jedoch zog ein Gewitter auf. Ich finde, die Bilder können sich trotzdem sehen lassen. Oder was meint ihr?












P. S. Habt ihr die kleinen und klitzekleinen Besucher entdeckt?

Sonntag, 16. Juni 2019

Sonntagsspezial: Beziehungen - 16. Juni 2006


Nach dreizehn Jahren Ehe haben Herr Schwanenweiß und ich heute die Maiglöckchenhochzeit gefeiert.


Das Maiglöckchen ist das Symbol für Liebe und Glück, das Heil der Welt und Ende allen Kummers. Es steht für Seelenreinheit, Sittsamkeit und einen glücklichen Neuanfang und Herzensstärke.


Leider habe ich keine Maiglöckchen für euch. Aber ich denke, diese bunten Zauberglöckchen sind eine passende und hübsche Alternative.



Sonntagsspezial: Beziehungen - Hufspur in den Dünen


Rechtsanwältin Julie Sommer hat hoch im Norden gerade erfolgreich die Übernahme eines Familienunternehmens vermittelt. Noch am Abend befindet sie sich auf der Heimreise nach München. Doch die Straße ist für den mondänen McLaren ihres Chefs, mit dem sie unterwegs ist, nicht gemacht. Ein Schlagloch, und die Achse ist gebrochen. Sie hat insoweit Glück. Der alte Björn „sammelt“ sie auf und bringt sie zum Schröder-Hof. Schnell merkt Julie, dass es sich bei dem Hof genau um jenes Objekt handelt, für das in ihrer Kanzlei im Namen einer Hotelkette Kaufverhandlungen führt, die bislang erfolglos geblieben sind. Bietet sich hier eine Chance für Julie? Wenn sie es schafft, den Eigentümer, David Schröder, zu überzeugen, einem Verkauf zuzustimmen, rückt möglicherweise die lang ersehnte Teilhaberschaft in der Kanzlei, die einst ihr Vater mitgründete, in greifbare Nähe.

Während Julie auf die Reparatur des Wagens warten muss, beginnt sie, an Hintergrundwissen zu gelangen. Das ist noch das Einfachste. Denn mit einer unwahrscheinlichen Leichtigkeit schleichen sich nicht nur die menschlichen, sondern auch die tierischen Bewohner des Hofes in ihr Herz, allen voran David. Und plötzlich ist sich Julie hinsichtlich ihrer Lebensplanung nicht mehr sicher, entfernt sich von den so nah geglaubten Zielen. Will sie wirklich alles aufgeben für einen Mann und einen Hof, der wirtschaftlich vor dem Aus steht und keine Zukunft zu haben scheint?


Julia K. Rodeit hat eine einnehmende und erfrischende Art zu schreiben, und ihr gelingt es in "Hufspur in den Dünen" mühelos, mit ihrem ansprechenden Gesamtkonzept, das auch anschauliche Bilder einschließt, einen wunderbaren Rahmen für ihre romantische Liebesromanze zu erstellen. Sie kombiniert die scheinbare Idylle eines Reiterhofes mit handfesten Problemen, ohne jedoch strapazierend dramatisch zu sein. So wird eine durchaus mögliche Realität mit etwas schriftstellerischer Fiktion verknüpft, wobei es einerlei ist, ob sich einiges im Fortgang der Handlung erahnen lässt. Die Autorin ist trotzdem in der Lage, ihre Leser in das lebhafte Geschehen einzubinden, sie mitempfinden und hoffen zu lassen.

Zu Gute kommt ihr hierbei auch der Charme der gewählten Kulisse: ein Hof in der Nähe der Ostsee, also weites Land, Meer, Strand und Dünen. Julia K. Rodeit fängt das Flair im Norden wunderbar ein. Dazu Pferde und andere Tiere. Das geht an vielen nicht spurlos vorbei, und nicht nur Pferdefreunde dürften sich wohlfühlen.

Besonders stimmig wird die Handlung durch die Mischung an auftretenden authentischen und liebenswerten Cahrakteren, sowohl bei den Menschen als auch bei den Tieren. Nicht nur kauzige Typen wie Björn oder sein Bruder Ole, sondern auch Davids Mutter Helga, seine Schwester Patricia, Pony Peppi, Stute, Nelly, Hund Kebab und Katze Lucky, machen die Geschichte rund. Vor allem die sechsjährige Emily, Davids Nichte und der Wildfang des Hofes, begeistert mit ihrer natürlichen Art, mit Pferden umzugehen. Sie ist bereits jetzt eine kleine Pferdeflüsterin und stiehlt ihrem Onkel das eine oder andere Mal die Show.

David gehört zu den bodenständigen Menschen, die vor Schmutz und Arbeit nicht zurückschrecken. Der Hof mit allem Drum und Dran bedeutet ihm viel, und er bemüht sich darum, ihn für sich und seine Familie zu erhalten. Als er Julie näher kennenlernt, stellt er fest, dass sie eine Frau ist, die mehr in sich trägt, als der erste Blick offenbart.

Julie ist gut in dem, was sie tut. Sie beweist, dass – entgegen in einigen Köpfen vorherrschenden Meinung – Rechtsanwälte auch Menschen sind und nicht nur mit rücksichtslosen Mitteln, sondern ebenso mit großem Einfühlungsvermögen agieren. Julie hat sich ihren bisherigen Erfolg mühsam und hart erkämpft, zwar ihre Karriere im Blick, indes mehr aus dem Grund, ihren Vater stolz zu machen: Sie möchte wieder Partnerin in der vom Vater gegründete Kanzlei werden und dafür sorgen, dass der Name „Sommer“ zurückkehrt.

Allerdings hinterlässt die Zeit auf dem Schröder-Hof bei Julie ihre Spuren. Da sind die neuen ungewohnten Gefühle. Solche von Unabhängigkeit und Freiheit. Und auch natürlich die aufkommenden für David. Aber wird das reichen?

Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. Doch nicht nur.

Hufspur in den Dünen“ ist eine Geschichte, die das Herz wärmt und einem wahrlich Glücksmomente verschafft.

Samstag, 15. Juni 2019

Bleib du - Transgender, Transsexuelle, Transvestiten


Es ist gut, dass in den letzten Jahren die Thematik der Trans-Menschen wie Transgender, Transsexuelle und Transvestiten gesellschaftsfähig geworden ist. Trotzdem herrschen bei einigen Menschen immer noch Berührungsängste und Vorbehalte, die sich auf Unwissenheit und Unsicherheit hinsichtlich der Unterscheidung der Bezeichnungen begründen. Im Folgenden soll mit kurzen Beschreibungen ein Überblick gegeben werden.

Doch lasst euch zunächst eine Geschichte erzählen:

Mein Sohn hat während seiner Grundschuldzeit mit dem Handballspielen begonnen und war nicht nur im Unterricht, sondern auch in der Freizeit aktiv. In seiner Mannschaft spielte Lea*. Das Mädchen trug kurze Haare und fiel zwischen den Jungen überhaupt nicht auf. Oft begleitete ich die Kinder zu Turnieren und begegnete anderen Eltern. So auch Leas Mutter, die mir erzählte, dass Lea mit „Mädchensachen“ überhaupt nichts am Hut hatte. Das schloss auch Kleidung mit ein. Damals machte ich mir keine Gedanken darüber, schließlich kam es des Öfteren vor, dass Mädchen die Zwanglosigkeit des Jungendaseins gut fanden. Bei Lea war das anders und nicht nur eine Laune. Denn als ich "sie" Jahre später auf der Schulabschlussveranstaltung wieder gesehen habe, stand auf der Bühne kein sechzehnjähriges Mädchen, und für sämtliche Mitschüler war das kein Problem. Vielmehr schien jeder zu akzeptieren, dass statt einer Lea nun Leo* uns mit Gitarrenspiel und Gesang ein selbst geschriebenes Lied zum Besten gab.
Da wurde mir klar, dass Leo bereits als Kind gespürt hat, dass er tatsächlich kein Mädchen, sondern ein Junge ist...

* Der Name wurde zum Schutz des Persönlichkeitsrechts geändert.

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Transgender (lat. trans „jenseits von“‚ „darüber hinaus“ und engl. gender „soziales Geschlecht“) sind Menschen, die Geschlechtergrenzen überschreiten. Sie können sich nur im geringen Maße oder überhaupt nicht mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen, also biologisch „zugewiesen“ wurde, und fühlen, dass sie sich im falschen Körper befinden. Tatsächlich suchen sie sich das nicht aus, sondern werden so geboren. Für Transmänner und Transfrauen spielt dabei ihre sexuelle Orientierung keine Rolle, und nicht alle wollen ihr biologisches Geschlecht ändern. Die Bezeichnung Transgender schließt auch Menschen ein, die sich nicht oder nicht ausschließlich als Frau oder Mann sehen.

Auch Transsexuelle (lat. trans „jenseits von“‚ „darüber hinaus“ und sexus „Geschlecht(steil)“) fühlen sich unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung im falschen Körper gefangen. Sie haben den Wunsch, als Angehöriger des anderen Geschlechts zu leben und anerkannt zu werden. Deshalb sind für viele von ihnen Hormonbehandlungen und geschlechtsangleichende Operationen wichtig, um mit ihrer gewünschten Geschlechtsidentität ihr Dasein bestreiten zu können.

Transvestiten (lat. trans „jenseits von“‚ „darüber hinaus“ und vestire „kleiden“) wiederum verwenden aus unterschiedlichen Gründen die Kleidung des jeweils anderen Geschlechts. So wird aus einem Mann eine Frau, aus einer Frau ein Mann. Entscheidender Unterschied ist, dass die „Umwandlung“ nicht dauerhaft ist. Übereinstimmend ist jedoch auch hier, dass die sexuelle Ausrichtung keinerlei Bedeutung hat.

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Gern möchte ich euch noch an einer persönlichen Meinung teilhaben lassen, der ich uneingeschränkt zustimme. Deshalb kommt eine Gastbloggerin zu Wort, Patrizia von LESEN IM MONDREGEN schreibt:

Ich bin durch das Buch "Bus 57" von Dashka Slater zum ersten Mal mit dieser Thematik konfrontiert worden. Klar, wusste ich, was Transgender, -sexuell oder Transvestit bedeutet. Zumindest dachte ich das. Mir war nicht wirklich klar, welche Unterschiede es innerhalb noch gibt und wie wichtig das eigentlich ist. Irgendwie habe ich mir auch nie groß Gedanken dazu gemacht, weil es für mich persönlich egal ist, welches Geschlecht jemand besitzt, welchem er sich selbst zuordnet und ob überhaupt. Jedoch hat es mich nachdenklich gestimmt, denn unsere Gesellschaft ist leider noch immer nicht so weit fortgeschritten, dass diese Dinge einfach hingenommen werden. Ja, wir akzeptieren mittlerweile, dass Männer Männer lieben, Frauen Frauen, Geschlechtsangleichungen vorgenommen werden und und und, doch nicht alle und auch nur im Maße. Dieses Thema berührte mich, tut es noch immer, da es eine Schilderung eines schlimmen Falles war und ich kann bis heute nicht verstehen, wieso diese Menschen gemobbt, ausgeschlossen oder sogar körperlich verletzt werden. 

Die ganzen verschiedenen Bezeichnungen zeigen mir, wie vielfältig Menschen sind, wie sie sich fühlen. Egal ob sexuell oder aber das eigene Geschlecht betreffend. Und ich finde es gut. Jeder soll die Möglichkeit haben, selbst entscheiden zu können, es ausleben zu können und sich nicht vor der Gesellschaft oder bestimmten Menschen rechtfertigen und schlecht machen lassen zu müssen. Wer sind wir denn? Gott? Haben wir das Recht gepachtet, über Gut und Böse, Recht oder Unrecht - in diesem Fall - entscheiden zu können und jeden einzelnen anzumotzen oder weh zu tun, nur weil es nicht in unser Denken passt? Weil wir anderes vorgelebt bekommen haben und unseren Horizont nicht erweitern wollen? Wohl kaum. Bin ich mehr Mann, gut, bin ich mehr Frau, auch gut, bin ich weder noch, wieso nicht.

Wenn wir uns zu Karneval verkleiden, beispielsweise Männer als Frauen, ist das in Ordnung, doch fühlt sich jemand nicht als dessen Geschlecht, wessen er geboren wurde, zeigt das auch noch und man wird so aufmerksam auf ihn, muss dieser oftmals Anderes erfahren, und das im negativen Sinne. Jetzt haben es Schwule in unserer Welt schon nicht immer einfach - obwohl es ja zum Glück immer besser wird - Menschen, die eine andere Hautfarbe haben, aber wie müssen sich diese Leute fühlen? 

Sollte ich mit meiner Haarfarbe nicht glücklich sein, färbe ich sie einfach. Gefällt mir die Länge nicht, schneide ich sie. Das sind normale Dinge für uns, die nicht hinterfragt werden. Doch Trans-Menschen müssen sich mit Vorurteilen und Diskriminierung herumschlagen. Für mich ist das alles einfach furchtbar, engstirnig.

Noch immer wühlt mich so ein Thema total auf und ich könnte stundenlang darüber reden, weil es einfach so wichtig ist.

Ein Mensch bleibt ein Mensch, der Charakter bleibt der Charakter und jeder ist es wert, so akzeptiert und geliebt zu werden, wie man ist.

Eine Rezension zum von Patrizia genannten Buch findet ihr hier.

Alle Beiträge der Aktion "Bleib du", die von Katja, Netzwerk Agentur Bookmark, und Britt, Authors Assistant, initiiert wurde, sind hier gelistet.

Dienstag, 11. Juni 2019

Montag, 10. Juni 2019

"Schaukel"


Ende Mai trug die Gerste noch ihr grünes Kleid.


Eine Weile wird es dauern, bis sie erntereif ist.


Doch mit ihren langen Granen sieht sie jetzt schon wundervoll aus.


Die Granen scheinen auch besten geeignet...


... um einfach mal mit dem Wind zu schaukeln.

Sonntag, 9. Juni 2019

Im Doppelpack - The Fourth Monkey

Erster Akt


Böses zu sagen führt nur dazu, dass umso mehr Bosheit entsteht, und davon gibt es schon genug auf der Welt.“ (Seite 437)

Ein Unfall könnte der Stadt Chicago die lang ersehnte Erlösung bringen. Fünf Jahre lang hat ein Serienkiller hier sein Unwesen getrieben, sich jemanden gesucht, der seiner Meinung nach irgendetwas Böses tat, und einen nahe stehenden Menschen gekidnappt. Sieben Mal hat er seinen Opfern, allesamt junge Mädchen, zunächst ein Ohr abgeschnitten, dann die Augen ausgestochen, als Drittes die Zunge entfernt, bevor er sie letztlich tötete. Getreu dem Motto: „Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen“ und ergänzend „nichts Böses tun“. Makaber daran war, dass die Angehörigen die Körperteile in weißen Päckchen mit schwarzem Paketband verschnürt zugesandt erhielten.

Der Fourth-Monkey-Killer erlebte seine „Geburtsstunde.

Insgesamt 21 Päckchen haben ihr Ziel erreicht, und Detective Sam Porter ist derjenige gewesen, der, als er das allererste in der Hand hielt, schon damals ahnte, das weitere folgen würden. Dass er es nämlich mit einem gestörten Serienmörder zu tun hatte, gegen den er – obwohl er von Anfang an am Ball blieb – keinen Erfolg haben würde. In einem Spiel, in dem der Täter nicht die geringsten Spuren hinterlässt, konnte er nicht gewinnen.

Nun scheint der Fourth-Monkey-Killer auf dem Weg, ein neues Päckchen zu überbringen von einem Bus erfasst und getötet worden zu sein. Hat das Schreckliche, das Böse nun ein Ende gefunden?

Allerdings bedeutet eine neue Sendung, und diese enthält tatsächlich ein abgeschnittenes Ohr, wieder ein Opfer. Kann Sam Porter mit Hilfe des in der Jackentasche des Verunglückten entdeckten persönlichen Tagebuchs das letzte entführte Mädchen retten? Denn dieses Tagebuch offenbart zwar die Geschichte und die Gedanken des Killers, beinhaltet indes nur wenige Hinweise auf seine Identität.

Während Porter auch gegen die eigenen Rachedämonen nach dem gewaltsamen Tod seiner Frau Heather kämpft, verrinnt die Zeit, und der Fourth-Monkey-Killer lacht sich noch aus dem Grabe heraus ins Fäustchen...


J. D. Barker startet „The Fourth Monkey. Geboren, um zu töten“ mit einem originellen Kabinettstück: Der Tod des vermeintlichen Fourth-Monkey-Killers betrügt dich um die übliche Jagd durch die Polizei. Doch sei dir sicher, deinen mitreißenden Nervenkitzel wirst du trotzdem bekommen, da mit diesem Unfall das ernsthafte und mit Geschick veranlasste Psychospiel Serienmörder gegen Cop erst beginnt und die Präsenz des „Geistes“ dieses Killers dich beeindrucken wird.

Wirst du wie Sam Porter in den Bann des 4FM-Killers geraten, wenn du in dessen Vergangenheit und seine Gedanken eintauchst, in dem du das Tagebuch liest, und miterlebst, wie jemand seine Kindheit verbringt und auf welche Art die Ursachen gesetzt werden, die bei diesem die bösen Seiten zu Tage treten lassen, jene von äußerst packender, gnadenloser und furchterregender Natur? Vielleicht wirken die Abgründe, in die du gestoßen wirst, auf dich wie fernab jeder möglichen Realität, sind gerade aus diesem Grund besonders beklemmend. Möglicherweise siehst du Ratten – wenn du sie je mochtest und nicht schon immer eine Abneigung gegen sie hattest – nach der Lektüre mit anderen Augen.

J. D. Barker spart nicht mit einer dunklen Atmosphäre und abstrusen, blutigen Momenten. Er ruft Beunruhigung und Entsetzen hervor und spielt mit den Empfindungen, wenn er die verwirrende Inszenierung seines krankhaften, erfindungsreichen, zugleich auch klugen Mörderhirns präsentiert. Es ist ein Mann, der von seinem Vater gelernt hat, wie wichtig es ist, in jeder Situation den jeweiligen Umständen entsprechend die richtigen Gefühle zur Schau zu stellen, unabhängig vom inneren Empfinden.

Dagegen kann sein Gegenspieler, der zweiundfünfzigjährige Detective Sam Porter, seine Emotionen nicht verstecken. Porter ist ein pflichtbewusster Polizist und ein fantastischer Ermittler. Allerdings hat er Schwierigkeiten, mit der Wut und dem Hass, den er auf den jungen Mann verspürt, der seine geliebte Frau getötet hat, umzugehen. Das belastet ihn und legt Schmutz auf seine Seele. Halt gibt im die Stimme seiner Frau auf der Mailbox ihres Mobiltelefons.

Dem Autor gelingt es in beeindruckender Weise und nahezu mühelos, die Charaktere auszuloten. Während sich das Bild des Fourth-Monkey-Killers in den Tagebucheinträgen manifestiert, bieten neben der unzweifelhaft im Mittelpunkt stehenden Figur des Sam Porters auch seine Partner und Mitarbeiter Clair Norton, Brian Nash und Edwin „Kloz“ Klozowski erhebliches Potential. Sie sind eine gelungene Ergänzung des Ermittlerteams und erhöhen die Wirkung innerhalb des Geschehens, in dem J. D. Barker im Wettlauf gegen die Zeit einige überraschende Wendungen offeriert.

4,5 Sterne

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Zweiter Akt

Eines muss dir von Anfang an klar sein: „ The Fourth Monkey. Das Mädchen im Eis“ solltest du nicht lesen, wenn du „The Fourth Monkey. Geboren, um zu töten“ nicht kennst. Du könntest es natürlich trotzdem tun, aber dann entginge dir die besondere „Beziehung“ zwischen dem sogenannten 4FM-Killer Anson Bishop und seinem Jäger Sam Porter, und einzelne Zusammenhänge würden sich dir ebenfalls nicht erschließen. Allerdings sei auch bereits am Anfang gesagt: Dieses Buch folgt in der Gestaltung seines Endes seinem Vorgänger und lässt dich erneut bei einigen offenen Fragen unaufgeklärt zurück.
Bis dahin befindest du dich in einem Rausch der Geschwindigkeit, der sich langsam, wiederum stetig steigert, und du bewegst dich immer in Richtung des nächsten Ziels, das allein J. D. Barker vorgibt, in dem er alte Fäden aufgreift und auflöst, parallel dazu jedoch neue spinnt und die vorhandenen Bildgefüge ordentlich mit Knoten versetzt. So bist du bestrebt, den Roman ohne Absetzen zu lesen, um an Hinweise und zu Ergebnissen zu gelangen, glücklich über jedes Puzzleteil, das der Autor dir zuwirft.


Ist ein neuer oder bekannter Serienkiller in Chicago unterwegs? Es gibt ein totes Mädchen und eines, das verschwindet. Das eine ist Ella Reynolds, das Mädchen, das im Eis gefunden wird und die Kleidung des zweiten trägt. Sie bleibt nicht die einzige Leiche. Das andere Mädchen ist Lili Davies. Ihr begegnest du in einem Kellerkäfig wieder, und auch sie wird nicht die einzige sein. Und dann ist da noch der komische, lispelnde Typ mit der großen Narbe auf dem Kopf, die er unter einer Wollmütze versteckt
 
Die Meinungen widersprechen sich: Vor allem Detective Sam Porter, von den Ereignissen vor vier Monaten in Mitleidenschaft gezogen, glaubt nicht an eine Täterschaft des 4FM-Killers Anson Bishop, da er mehr als jeder andere tief in dessen Seele blicken konnte. Als er – unter anderem auch mit der Begründung, er habe den Serientäter laufen gelassen – vom Dienst suspendiert wird, übernimmt das FBI den Fall und seine Partner Clair Norton und Brian Nash müssen mit diesem zusammenarbeiten.

Während FBI-Agent Poole seinen eigenen Weg wählt, wirft Porter noch nicht hin und folgt trotz seiner Schlafstörungen und Albträume seinem Instinkt. In seiner Besessenheit weiß er, dass er Bishop nur über dessen Mutter aufspüren kann. Als er einem Hinweis auf einem Foto folgt und nach New Orleans reist, hat er nicht nur eine prägende Begegnung im dortigen Gefängnis und kommt seinem Ziel immer näher.

Damit ist das Katz-und-Maus-Spiel indes längst nicht beendet. Und auch die Mordserie reißt nicht ab...


Es ist vor allem die Fähigkeit von J. D. Barker, einen komplexen und reichhaltigen Raum mit Drehungen und Wendungen zu erschaffen, in die Tiefe gehenden Zusammenhänge zu konstruieren und darzustellen. Dabei ist es von besonderem Reiz, in die atemberaubende und verstörende Gedankenwelt eines Serienkillers einzutauchen. Denn auch in „Das Mädchen im Eis“ greift der Autor auf Tagebucheintragungen zurück, legt also Vergangenheit und Gegenwart nebeneinander. Daneben spielen die visuellen Beschreibungen zwar eine weniger tragende Rolle, sind aber in ihrer Ausdruckskraft gleichwohl filmreif schockierend, intensiv und mit Gefühlen aus Erschrecken, Abscheu und Hilflosigkeit versehen.

Herausragend zeigen sich die von Barker nuanciert ausgearbeiteten Figuren, nicht allein in ihrer meisterhaften Gestaltung, sondern auch ihrer phänomenalen Entwicklung.

Man kann nicht Gott spielen, ohne mit dem Teufel zu paktieren.“ (Seite 331)

Sam Porter ist ein nachdenklicher, außerordentlich empathischer Mann und noch immer vom Tod seiner Ehefrau Heather traumatisiert. Ihn tangiert das Verhalten von Anson Bishop dermaßen, dass es bereits einer emotionalen Verwicklung nahe kommt. Es wird damit augenfällig, was es bedeuten kann, Verbrecher zu jagen, dass die dafür aufgewandte Arbeit, Zeit und Energie, nicht spurlos an einem vorbeigehen.

Anson Bishop hat etwas von Hannibal Lecter, seine gefährliche Intelligenz und seine Tücke sind von einer gewissen abstoßenden Faszination, seine Taten beängstigend kalt und gleichzeitig voller Leidenschaft. Du möchtest einfach wissen, warum er tut, was er tut. Wird ein Mensch als Mörder geboren, oder wird er von Menschen zu einem gemacht? Es scheint jedenfalls so, dass Anson Bishops Mutter hier keine unwesentliche Rolle spielt...

5 Sterne


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Erschienen ist der Roman im Blanvalet Verlag, dem ich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares danke.

Samstag, 8. Juni 2019

Zum Pfingstfest


Pünktlich zu den Feiertagen haben...


... die Zauberglöckchen ihr buntes Kleid angelegt.


Frohe Pfingsten, ihr Lieben.


Freitag, 7. Juni 2019

Mission Schulstart


Mats ist aufgeregt, in drei Tagen startet ein neues Abenteuer, und zwar auf dem Planeten Schule. Das kann er gar nicht mehr erwarten und ist schon ungeduldig. Warum nur schleicht die Zeit so langsam dahin?

Da trifft ein silberner Brief ein: Käpt'n Kosmo hat ihm geschrieben und ihn auffordert, bis zum Schulstart fünf Aufgaben zu lösen. Als Belohnung winkt eine raketenstarke Schultüte. Mats ist Feuer und Flamme und beginnt sofort mit der Erfüllung seiner ersten Mission. Sich alleine anziehen ist überhaupt kein Problem, und in seinem Raumanzug und den Gummistiefeln fühlt sich Weltraumabenteurer Mats sehr wohl.

Die Erforschung des Schulweges meistert er mit unterstützender Hilfe von Freundin Luisa ebenfalls. Etwas anderes ist es, als Käpt'n Kosmo ihn bittet, Kontakt zu (Außerirdischen) fremden Kindern aufzunehmen. Bei Aufgabe vier zeigt sich, was für ein gewitzter Junge Mats ist: Ein Astronaut muss sich selbstständig versorgen können. Und auch die letzte Herausforderung, Adresse und Telefonnummer des Heimatplaneten zu beherrschen, bewältigt er spielend.

Und plötzlich ist von Langeweile keine Rede mehr, während Mats beweist, dass er sich auf jeden Fall zu helfen weiß und nach Lösungen sucht, die Erwachsenen so nicht einfallen, während er seine Missionen erfüllt. Und dann ist der große Schulstarttag endlich da...


Mission Schulstart“ ist eine von Katja Reider originell und mit viel Witz erzählte Geschichte, die dank ihres blitzgescheiten Helden Mats nicht nur Kindern vor dem Beginn des Abenteuers Schule viel Spaß machen dürfte. Sie bringt auf äußerst unterhaltsame und verspielte Weise, dabei jedoch auch einfühlsam und ohne erhobenen Zeigefinger nahe, auf welche wesentlichen Dinge es vor Anbruch dieses neuen Lebensabschnittes ankommt. Im Kleid eines gigantischen Weltraumabenteuers ist das Buch sowohl für Jungen und Mädchen geeignet, denn die liebevolle und heitere Umsetzung ermöglicht es, dass Kinder Freude daran haben können, wie Mats zu demonstrieren, dass sie für das Neue gerüstet sind.


Den galaktischen Glanz bekommt das Buch allerdings auch durch die großartigen Illustrationen von Nikolai Renger, die nicht nur einen zeitgemäßen Flow haben, sondern absolut passend zum Inhalt und mit vielen feinen und üppigen Details gezeichnet sind.


So wird „Mission Schulstart“ zum kurzweiligem und vergnüglichem Begleiter, mit dem sich die letzten Tage vor der Einschulung für die zukünftigen Schulhelden und ihre Eltern gut über die Runden bringen lassen.

Mittwoch, 5. Juni 2019

Blüten-Bilder-Flut


Es folgt die titelgebende Blüten-Bilder-Flut.


Aber ich möchte nicht auswählen und zeige euch alle Fotos.


Weißdorn in voller Blüte.








Und wie sollte es anders sein:


Sehr beliebt bei den Bienen.