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Dienstag, 28. Juli 2026

Drei Tage im Havelland - Tag 1: Der Ort des Geschehens

Habt ihr schon einmal vom Havelland gehört oder gelesen? Vielleicht kann ich euch heute mit ein paar wissenswerten Informationen neugierig machen.


Von Devil m25, CC BY-SA 3.0
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7038652

Das südlich von Prignitz und Ruppiner Land in Brandenburg gelegene Havelland ist geografisch gesehen das U-förmig von der Havel umflossene Gebiet zwischen Oranienburg im Nordosten und Rhinow im Nordwesten. Den nördlichen Abschluss des Havellandes bilden der Fluss Rhin und der Rhinkanal.

Das Havelland gilt als historische Landschaft. Hierbei handelt es sich um einen Fachbegriff aus der Geschichtswissenschaft, der eine natürliche Region, deren menschliche Besiedlung untersucht wird, bezeichnet. Das Besondere daran ist, dass sich die Menschen in diesem Gebiet historisch eng miteinander verbunden fühlen. Dieses Gemeinschaftsgefühl bleibt auch dann bestehen, wenn sich politische Grenzen oder die Wirtschaft im Laufe der Zeit verändern.

Ein wunderbares Beispiel für dieses Identitätsgefühl ist die literarische Prägung der Region. Theodor Fontane setzte dem Havelland – wie auch vielen anderen brandenburgischen Gebieten – ein bleibendes Denkmal. Besonders seine berühmte Ballade HERR VON RIBBECK AUF RIBBECK IM HAVELLAND machte die Gegend weltbekannt. Zudem ließ er seine Romanfigur Effi Briest dort aufwachsen und widmete der Region einen eigenen Band seiner WANDERUNGEN DURCH DIE MARK BRANDENBURG.


Foto: Pixabay

Das Bild des Havellandes wird vor allem durch seine ausgedehnten Urstromtäler geprägt. Aus diesen tiefen Niederungen ragen inselartig riesige Hochflächen empor. Diese sogenannten Platten tragen meist Grundmoränen aus den eiszeitlichen Epochen, doch auch markante Endmoränen der Saale- und Weichseleiszeit formen die Region. Auf den sandigen, trockenen Platten erstrecken sich heute neben weiten Äckern auch dichte Wälder. Die größte von ihnen ist die Nauener Platte, nördlich gefolgt von kleineren Erhebungen, den “Ländchen”. Westlich des großen Havelbogens schließt sich zudem das Land Schollene an.

Foto: Pixabay
Abseits der Havel breiten sich in den Tälern spektakuläre Moorlandschaften aus. Nördlich der Nauener Platte liegen das Havelländische Luch und das Rhinluch – landschaftlich getrennt durch die Ländchen. Südlich davon erstreckt sich die Osthavelniederung. Sie ist durchzogen von kleineren Moränenhügeln und einer traumhaften Kette aus zahlreichen Havelseen. Dass diese Regionen heute so gut nutzbar sind, verdanken sie menschlicher Hand. Vom frühen 18. Jahrhundert bis in die 1950er-Jahre wurde vor allem der Norden des Havellandes durch ein riesiges Kanalnetz aufwändig entwässert.
Heute findet allerdings ein Umdenken statt. Das Land Brandenburg verabschiedete 2023 zur Stabilität des Wasserhaushaltes und der Bindung von Kohlendioxid ein Moorschutzprogramm, um trockengelegte Moore gezielt wieder zu bewässern. 
Der westliche Teil der Region zwischen Rhinow und Pritzerbe gehört zum Naturpark Westhavelland. Hier liegt mit der Unteren Havelniederung das größte zusammenhängende Feuchtgebiet im westeuropäischen Binnenland.
Das Havelland ist recht dünn besiedelt, wobei sich größere Städte wie Potsdam, Brandenburg an der Havel und Rathenow sowie das historische Spandau an den Havelübergängen entwickelten. Als wichtiges Zentrum im Berliner Umland verzeichnet zudem Falkensee ein starkes Wachstum.

Fotos: Britta Orlowski
Wirtschaftlich prägen weitläufiger Ackerbau und die Viehhaltung das Bild, während die Region um Werder für ihren intensiven Obst- und Gemüseanbau samt Weiterverarbeitung bekannt ist. Auch die traditionelle Fischerei auf den Havelseen sichert bis heute Arbeitsplätze.
Als Naherholungsgebiet für die Metropole Berlin gewinnt der Tourismus zunehmend an Bedeutung.
Eine zentrale Herausforderung bleibt jedoch die Verkehrserschließung. Die Havel ist zwar eine wichtige Wasserstraße, die weiten Seen und Feuchtgebiete erschweren allerdings den Ausbau von Straßen- und Eisenbahnnetzen.
Für Radbegeisterte ist das Havelland wegen seiner flachen Strecken und der gut ausgebauten Infrastruktur absolut empfehlenswert. Die Region lässt sich ideal auf dem Havelland-Radweg von Osten nach Westen oder auf dem naturnahen Havelradweg direkt am Wasser erkunden. Die Themenroute Fontane.Rad sei hingegen Kultur- und Geschichtsliebhaber empfohlen.
Wer sich für den naturnahen Havelradweg entscheidet, rollt direkt in eine kleine Oase der Ruhe, die nicht nur Ausflügler, sondern auch Literaten inspiriert: die Gemeinde Bützer. In dieser malerischen Kulisse und ihrer Umgebung sind auch die Romane der beliebten Havelland-Reihe von Britta Orlowski angesiedelt, die das Lebensgefühl der Region wunderbar einfangen.



Fotos: Britta Orlowski

Dieses alte slawische Fischer- und Bauerndorf blickt auf eine beeindruckende Geschichte zurück. Wahrscheinlich wurde der Ort, dessen Feldmark als “Krietz” bezeichnet wird, schon im Jahr 946 von Otto dem Großen unter dem Namen “Podesal” dem Bistum Havelberg übereignet. Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1368.

Heute schätzen sowohl die Einwohner als auch die bereits erwähnten Radtouristen die idyllische Lage direkt an der Havel. Entlang des Ufers laden gemütliche Bänke und Sonnenliegen dazu ein, das Fahrrad kurz beiseitezustellen, die Beine auszustrecken und den Blick über das glitzernde Wasser schweifen zu lassen.


Foto: Britta Orlowski

Auch Kulturliebhaber kommen bei diesem Zwischenstopp auf ihre Kosten. Die spätromanische Dorfkirche wurde bereits Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut. Im 19. Jahrhundert kamen der Vorraum und der markante dreigeschossige Turm hinzu, bevor das historische Bauwerk 1982 unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Neben der sakralen Architektur hat Bützer zudem das Antlitz großer Metropolen geprägt. Bis nach Berlin und Hamburg ist der Ort für seine roten Backsteinziegel bekannt. Anfang des 19. Jahrhunderts produzierten hier gleich vier Ziegeleien das begehrte Baumaterial, die letzte von ihnen stellte erst im Jahr 1966 ihren Betrieb ein.

Als stolzes Denkmal dieser industriellen Vergangenheit ragt noch heute ein weithin sichtbarer Schornstein in den Himmel und weist schon von Weitem den Weg.


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Wie schafft man sich ein Zuhause – und eine Familie?

Schon lange träumt Tina von einem Mehrgenerationenhof auf dem Land. Wie schön es wäre, den Lärm der Stadt hinter sich zu lassen und sich als Alleinerziehende von drei Kindern nicht ständig Sorgen machen zu müssen! Bei einem Ausflug nach Bützer, einem hübschen kleinen Ort an der Havel, entdeckt sie einen alten Bauernhof, der zum Verkauf angeboten wird. Doch allein kann sie den Preis nicht stemmen – Mitbewohner müssen her, die genauso viel Lust auf Landleben haben wie sie. Auch ihre Kinder sind noch lange nicht überzeugt. Und dann ist da noch der Vorbesitzer Jakob, der nicht wegziehen möchte und Tina mit seinem finsteren Blick und seiner Art wahnsinnig macht … Kann sie trotz aller Hindernisse ihr Glück finden? (Quelle: Verlag)

Erschienen ist der Roman bei dotbooks.


Mittwoch, 3. September 2025

Blogtour - Bocksbeutel-Verschwörung: Würzburg

 
Heute starten wir bei mir mit einer bunten Blogtour zum neuen Kriminalroman von Susanne Beck, und ich stelle euch mit Würzburg den Ort des Geschehens vor.

Die Frage, warum Susanne ihre dritte kriminelle Geschichte in der unterfränkischen Stadt angesiedelt hat, lässt sich gut mit einem Blick in ihre Biografie beantworten. Diese offenbart nämlich deutlich ihre Verbindung: Susanne hat an der Julius-Maximilians-Universität, der ältesten Universität Bayerns, studiert und gearbeitet.
 
Ich habe weitere Würzberger Informationen für euch zusammengetragen.
 
Die kreisfreie Stadt Würzburg ist mit über 100.000 Einwohnern nach Nürnberg die zweitgrößte Stadt in Franken.

Würzburg liegt umgeben von Spessart, Rhön und Steigerwald im sogenannten Maindreieck im mittleren Maintal. Der Main selbst fließt durch den westlichen Teil der Stadt.
 
Begünstigt durch die Hanglage und die klimatischen Verhältnisse zeigt sich das Gebiet um Würzburg bestens geeignet für den Weinanbau.
 
 

Eine typische Form der Abfüllung des Frankenweins ist seit mindestens 250 Jahren der Bocksbeutel, der das Cover von Susannes Buch gleich dreifach ziert. Deshalb spare ich mir ein weiteres Bild.
 
Auf einer Anhöhe, dem Marienberg, steht die Festung gleichen Namens, eines der berühmten Wahrzeichens der Stadt.
 
 
 
Als Befestigungsanlage „Virteburh“ findet die urkundliche Erwähnung dieses Fleckens Erde im Jahr 704 erstmals statt. Sie entwickelt sich bereits im Mittelalter zu einem bedeutenden wirtschaftlichen, geistlichen und hoheitlichen Zentrum. Vermutlich wegen der Lage an vielen Verkehrswegen wie eben dem Main, wird Würzburg 741 Bischofssitz, und Ludwig der Fromme verleiht den Würzburger Bischöfen um 820 ein Zollprivileg. Markt- und Münzrecht gibt es allerdings erst seit 1030.
 
Nicht vergessen werden soll, dass 1127 das erste Ritterturnier auf deutschem Boden in der Stadt ausgetragen wird. Um 1130 erfolgt der Bau der steinernen Mainbrücke, eine technische Meisterleistung seiner Zeit.

Am 17. Juni 1156 heiratet Friedrich I. Barbarossa in Würzburg in zweiter Ehe die noch sehr junge Beatrix von Burgund.
 
1402 wird die Hohe Schule zu Würzburg als Vorläuferin der späteren Julius-Maximilians-Universität gegründet. Daneben bieten heute aber auch die Technische Hochschule und die Hochschule für Musik verschiedene Studiengänge an, wodurch Würzburg zu den klassischen deutschen Universitätsstädten zählt.

Bedeutung für die Würzburger Geschichte erlangt der Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn. Positiv sind die Stiftung des Juliusspitals, die Neugründung Universität und der Ausbau der Festung auf dem Marienberg als Renaissanceschloss. Jedoch ist er ebenso weit über Würzburg hinaus bekannt und berüchtigt als Gegenreformator und Hexenverfolger.
 
 

In den Jahren 1631 bis 1634 hat Würzburg unter den Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges zu leiden, denn die Schweden besetzen die Stadt. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 wird unter anderem durch Errichtung neuer Festungs- und Stadttore, der barocke, sternförmige Ausbau der Befestigung Würzburgs geschaffen.

Von 1802 bis 1814 wechseln die Würzburger viermal ihre Staatszugehörigkeit, seit Juni 1814 sind sie endgültig bayerisch.
 
Noch bis zur Industriellen Revolution Anfang des 19. Jahrhunderts kann die Stadt auf eine hohe überregionale Bedeutung verweisen.


1823 wird der Pegel Würzburg in Betrieb genommen, er ist damit der älteste noch betriebene Pegel am Main. 1892 eröffnet die Straßenbahnlinie als Pferdebahn, bereits acht Jahre später fährt in Würzburg die erste elektrische Straßenbahn.

Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt 1895 im Physikalischen Institut der Universität Würzburg die nach ihm benannte Röntgenstrahlung  und erhält dafür 1901 den (ersten) Nobelpreis für Physik.

1934 wird Würzburg Großstadt. Die Nationalsozialisten verbieten nach ihrer Machtergreifung Aktivitäten der SPD, Würzburgs und Deutschlands älteste demokratische politische Partei. Auch hier werden in den Jahren 1941 bis 1943 jüdische Bürger deportiert.

Unter der Regierung der Nationalsozialisten spielt die Stadt eine wichtige und unrühmliche Rolle bei der sogenannten "Aktion T4", bei der in Deutschland mehr als 100.000 Psychiatrie-Patienten und behinderte Menschen durch SS-Ärzte und -Pflegekräfte systematisch ermordet werden.
 
Das eindrucksvolles Stadtbild von Würzburg wird bedauerlicherweise im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. Die ersten Bombenangriffe treffen 1942 vor allem der Südbahnhof. Am Ende liegen 80 Prozent des Stadtkerns in Trümmern.
 
Leider werden beim Wiederaufbau zwar bedeutende Einzeldenkmäler – beispielsweise die meisten Kirchen in der Altstadt – rekonstruiert, aber nur wenige, das einstige Stadtbild prägende Bürgerhäuser.


Hingegen wird die Würzburger Residenz mit Hofgarten und Residenzplatz umfangreich restauriert. Sie ist das Hauptwerk des süddeutschen Barock und außerdem eines der bedeutendsten Schlösser Europas.


Von der UNESCO wird sie deshalb bereits 1981 – als drittes Bauwerk in Deutschland – in die Liste der zum Welterbe gehörenden Objekte aufgenommen.
 
Ich hoffe, ich konnte euch zu einer Reise nach Würzburg einladen. 
 
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Rauschend feiert die Würzburger Prominenz den 60. Geburtstag von Professor Wulffen, bekannter Denker und selbsternannter Weinpapst, im Weinkeller der Residenz. Bis eine Katastrophe das Fest erschüttert: Einer der Anwesenden überlebt die Party nicht. Bei ihren Ermittlungen stößt die toughe Kommissarin Ines Frank schon bald auf Widerstände, sogar innerhalb der Polizei. Trotzdem macht sie sich mit Unterstützung von Dr. Assmuth, einem technikaffinen Philosophen, auf die Suche nach der Wahrheit. Ob sie im Wein zu finden ist? (Quelle: Verlag) 

Alle Fotos: Pixabay
  

Samstag, 3. Mai 2025

Blogtour - Schatten über der Sagrada Familia: Barcelonas Geschichte

Willkommen zum heutigen Blogtour-Halt zu Susanne Becks „Schatten über der Sagrada Familia“.


Ich erzähle euch etwas über die Geschichte Barcelonas, der Stadt in Katalonien, in welcher das von Susanne Beck erdachte Mutter-Tochter-Gespann Anneliese und Clara ermittelt.


Die reichhaltige Geschichte Barcelonas ist geprägt von verschiedenen politischen Bewegungen und dem Bestreben nach Unabhängigkeit sowie der Wahrung einer einzigartigen kulturellen Identität. Sie spiegelt sich in der Architektur, den Traditionen und dem lebendigen Stadtleben wieder, was die Stadt zu einem einzigartigen Beispiel für den Dialog zwischen Vergangenheit und modernem, urbanem Leben macht.

Zahlreiche Ausgrabungen belegen, dass bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. unter Kaiser Augustus die Colonia Iulia Augusta Paterna Faventia Barcino, das heutige Barcelona, entsteht, eine der größten bekannten römischen Siedlung außerhalb Roms.


Nach dem Zerfall des Römischen Reiches wird Barcelona Heimat der Westgoten und zur Hauptstadt. Doch auch dieses Reich zerbricht, und es beginnt im 8. Jahrhundert die Zeit der Eroberungen verschiedener Völker. Erst sind es die Mauren, auch wenn deren Einfluss in Katalonien nicht so groß ist wie im südlichen Spanien. Ihnen folgen die Franken, die Barcelona 801 besetzen. Kaiser Karl der Große macht Barcelona zur Hauptstadt der Spanischen Mark, wodurch sie zur Verteidigung des Frankenreichs gegen das von den Arabern besetzt restliche Spanien dient.

988 beginnt die Unabhängigkeit Kataloniens vom Frankenreich, als Borell II. die Grafschaft Barcelona für autonom erklärt. Nachdem der katalanische Graf Berenguer IV. von Barcelona die Thronerbin von Aragon, Petronilla, heiratet, entsteht die katalanisch-aragonesische Föderation, die ihren Machtbereich bis Neapel und Sardinien ausdehnen kann.

Unter Regentschaft von Jaume I. gelingt in der Zeit von 1213 bis 1276 nicht nur eine erfolgreiche wirtschaftliche Expansion, sondern es werden von den Mauren auch die Balearischen Inseln, Valencia, Menorca und Mallorca zurückerobert.

1347 beginnt der Bau der Kathedrale von Barcelona, wobei niemand ahnt, dass dieser über 400 Jahre dauern wird.


In den Jahre 1469 bis 1492 erfolgt die Vereinigung zweier christlicher Reiche, als Fernando II. von Aragón und Isabella von Kastilien heiraten. Grenada, die letzte maurische Bastion auf der iberischen Halbinsel fällt 1492. Aber der Einfluss Barcelonas schwindet.

Weitere Kämpfe und kriegerische Auseinandersetzungen schwächen Katalonien und Barcelona.

Da sind zum einen die Revolte der Bauern und Erntearbeiter, die sogenannte Schnitter-Revolte, die mit der Ermordung des Vizekönigs am Fronleichnams-Tag am 7. Juni 1640 ihren Anfang nimmt, über das Ende des Dreißigjährigen Krieges (1648) hinaus bis 1659 andauert und in deren Verlauf es zu einer Teilung Kataloniens kommt.

Ebenso beuteln die Spanischen Erbfolgekriege 1701 bis 1714 das Land und die Bevölkerung. An deren Ende kapitulieren die Katalanen, die die Habsburger unterstützt haben, und verlieren nicht nur die Selbstverwaltung, sondern auch viele Sonderrechte. Der 11. September 1714 ist heute Nationalfeiertag.

Auch Napoleons Truppen machen keinen Bogen um Barcelona. Im Spanischen Unabhängigkeitskrieg 1808 bis 1814 werden große Teile der Stadt zerstört.


Im 19. Jahrhundert wird durch die kulturelle und politische Bewegung, die Renaixença, das katalanische Nationalbewusstsein wiederbelebt, was zur Renaissance der katalanischen Sprache und Kultur führt. Außerdem entwickelt sich Barcelona in dieser Zeit zur bedeutendsten Industriestadt Spaniens.

In der Epoche des Modernisme, einer der bedeutendsten Perioden in der Kunst- und Architekturgeschichte in Katalonien, entstehen in den Jahren von von 1878 bis 1920 viele Sehenswürdigkeiten, die noch heute zu besichtigen sind. 1888 findet die erste Weltausstellung in Barcelona statt, 1929 die zweite.

Die 1914 ausgerufene Provinzregierung wird durch die Militärdiktatur 1925 wieder abgeschafft, und auch der 1932 Katalonien eingeräumte Autonomiestatus endet 1936 im bis 1939 andauernden Spanischen Bürgerkrieg. Unter Diktator Franco wird die katalanische Lebensweise und Sprache fortan bis zu dessen Tod 1975 brutal unterdrückt.

Spanien tritt 1986 der Europäischen Union bei. 1992 und damit im Jahr des 500. Jubiläums der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus begrüßt Barcelona während der XXV. Olympischen Sommerspiele die Sportler der Welt. Dies gibt der Stadtentwicklung positive und sichtbare Impulse.


2010 leben in Barcelona 1,6 Millionen Einwohnern, und die Stadt fördert vermehrt den Tourismus und die internationale Kultur. Neue Verkehrsberuhigungsmaßnahmen reduzieren den Autoverkehr in Wohnvierteln und geben Fußgängern und Radfahrern mehr Raum.

Außerdem werden die Corrida, der traditionelle spanische Stierkampf, in Katalonien verboten und die einzige Stierkampfarena in Barcelona geschlossen. Papst Benedikt XVI. weiht die Sagrada Familia zur Basilika.

Viele Menschen wünschen sich die katalanische Unabhängigkeit. 2012 demonstrieren dafür ca. 1,5 Millionen, und auch nach dem Referendum am 1. Oktober 2017 kommt es zu Massenprotesten und Großdemonstrationen in Barcelona, die eine schwere politischen Krise in Spanien verursachen.

Der Ausbruch der weltweiten COVID-19-Pandemie trifft auch Barcelona schwer, und die Stadt verhängt strenge Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Danach beginnt Barcelona mit der Verwirklichung eines nachhaltigen und umweltfreundlichen Tourismus und verstärkt die Bemühungen zur Förderung nachhaltiger Mobilität mittels Einrichtung von mehr Fahrradwegen und weiteren autofreien Zonen ...


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Nach einem Streit mit ihrem Lebensgefährten entschließt sich Clara, ihre Mutter Anneliese in Barcelona zu besuchen, die dort gerade bei ihrer Freundin Maria wohnt. Maria ist eine erfolgreiche Food-Bloggerin und gefeierte Instagram-Ikone der älteren Generation und bietet ihren Freundinnen die perfekte Ablenkung. Sogar auf die schillerndste Party der Gastronomie-Szene werden sie eingeladen!
Doch das Fest endet in einer Katastrophe: Eine junge Frau ist tot, und Maria gerät unter Verdacht. Von der Unschuld ihrer Freundin überzeugt, sind Clara und Anneliese schon zum zweiten Mal gezwungen, auf eigene Faust zu ermitteln ... (Quelle: Verlag)

Alle Fotos: Pixabay


Mittwoch, 29. November 2023

Blogtour - Schatten über der Alhambra: Andalusien


Im Rahmen unserer Blogtour stelle ich euch die Autonome Region Andalusien vor.

Sie liegt im Süden Spaniens und markiert mit der Stadt Tarifa zugleich den südlichsten Punkt des europäischen Festlandes. Von dort aus sind es nur vierzehn Kilometer über die Straße von Gibraltar nach Marokko.

Über 8 Millionen Einwohnern leben in der zweitgrößten Region in Spanien, was sie auch zur bevölkerungsreichsten des Landes macht.

Sevilla, die Hauptstadt von Andalusien bietet 700.000 Einwohnern eine Heimat und ist damit die größte Stadt der Autonomen Region, die in acht Provinzen unterteilt ist: Neben Sevilla sind dies Granada, Córdoba, Cádiz, Málaga, Huelva, Jaén und Almería mit den jeweils gleichnamigen Provinzhauptstädten.


Bekannte Städte sind außerdem Jerez de la Frontera, die sogenannte „Sherry-Hauptstadt“, und Ronda mit der berühmten Stierkampf-Schule und der imposanten Lage auf einem steil abfallenden Felsplateau, das durch eine Schlucht geteilt wird.


Andalusien - zwischen dem Atlantik und Mittelmeer gelegen - verfügt mit über 800 Kilometern über eine Küstenlinie von Portugal über Cadiz bis nach Gibraltar und Malaga und Almeria. Im Norden grenzen die beiden spanischen Regionen Extremadura und Kastilien La-Mancha an Andalusien, im Osten die kleine Region Murcia.

Die Region zeichnet sich durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft voller Kontraste aus. Während sich im Osten in der Provinz Almería die Desierto de Tabernas, die einzige Wüste auf dem europäischen Kontinent, erstreckt, bekommt man gleich in der Nachbarschaft ein Hochgebirge zu sehen, die Sierra Nevada mit dem höchsten Gipfel des spanischen Festlandes, dem Mulhacén mit 3.482 Metern.


Im Westen Andalusiens, nahe der bereits erwähnten Stadt Ronda, befindet sich mit der Sierra de Grazalema, das regenreichste Gebiet Spaniens.

Die Küsten Andalusiens sind größtenteils von kilometerlangen weiten Sandstränden geprägt. Die östliche Costa del Sol ist sehr warm, hat ein schon fast subtropisch zu nennendes Klima und verfügt über eine üppige Vegetation mit Palmen, Zypressen und Oleander. Hingegen zeigt sich die westliche Costa de la Luz durch den Einfluss des Atlantiks insgesamt wilder und windiger.


Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass Andalusien in Sachen Natur- und Umweltschutz in Spanien als Vorreiter gilt, denn es gibt etwa 80 Naturschutzgebiete, darunter die Nationalparks Sierra Nevada und Coto de Doñana.

Andalusien „lebt“ hauptsächlich von der Landwirtschaft - der Anbau von Oliven, Getreide, Wein, Sonnenblumen, Zuckerrüben, Baumwolle, Tabak, Mais und Reis sowie von zahlreichen Gemüse- und Obstsorten wird durch das milde Klima mit vielen Sonnenstunden besonders begünstigt. Jedoch ist die wichtigste Einnahmequelle natürlich der Tourismus.

So bietet die Region schon wegen der traditionsreichen Geschichte eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten.

Viele Altstädte präsentieren Baudenkmäler aus vergangenen Epochen und zeigen von der maurischen Architektur bis zu den zahlreichen Renaissance- und Barockbauten ein beeindruckendes Stadtbild. Besonders spektakuläre Gebäude stehen in den größeren Städten wie Sevilla, Granada und Cordoba.

Beispielsweise existiert in Sevilla die weltweit größte gotische Kirche. In Granada befindet sich mit der Alhambra eine der größten arabischen Burgen in Europa.



Cordoba bietet mit der Mezquita-Catedral die drittgrößte Moschee weltweit, ein imposantes Bauwerk maurischer Architekten.

Allerdings offenbaren auch kleinere Städten Kulturschätze. Hierzu gehören beispielsweise Ubeda und Baeza in der Provinz Jaen, beide Altstädte sind UNESCO-Weltkulturerbe. Allein in Ubeda gibt es über 70 Stadtpaläste aus der Renaissance.

Andalusien ist daher Spaniens Region für Kunst- und Kulturbegeisterte, deren verschiedene Bauten aus fast allen Epochen bequem zu Fuß erkundet werden können.



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Sonnenuntergänge und spanischer Rotwein statt Winterdepressionen und Schneematsch – darauf hoffen die digitale Nomadin Clara und ihre Mutter Anneliese, als sie sich für einige Monate in Granada einquartieren. Und sie haben Glück: Ihr charmanter Vermieter Manuel zeigt den beiden verborgene Ecken der Stadt und zwischen Anneliese und ihm bahnt sich eine Romanze an. Doch der sorglose Spanienaufenthalt nimmt mit einem Todesfall in ihrem Umfeld schon bald eine düstere Wendung, die Clara und Anneliese dazu treibt, auf eigene Faust zu ermitteln. Dass die Schatten über der Alhambra dunkle Geheimnisse verbergen, merken sie erst, als es fast zu spät ist … (Quelle: Verlag)

Alle Fotos: Pixabay

Donnerstag, 20. April 2023

Leipziger Buchmesse

Vor drei Jahren wollte ich endlich zu meiner ersten Buchmesse nach Leipzig. Dann bahnte sich die Pandiemie an, und die Messe wurde abgesagt.
 
Nach Leipzig bin ich trotzdem gefahren, schließlich war ich zuletzt als Schülerin dort, also noch zu DDR-Zeiten und auf der Durchreise, aber mit spontanen Besuch im Gewandhaus.
 
Deshalb habe ich die Gelegenheit genutzt, ein paar liebe Büchersüchtigte aus meinem Lieblingsforum BücherTreff kennenzulernen.Außerdem bot sich so die Möglichkeit, die Stadt Leipzig im Zentrum ein wenig zu erkunden und auch den Leipziger Zoo zu besuchen, wo wir auch einen Blick auf den damals zwei Monate alten Elefantennachwuchs Kieran werfen konnten.

Es folgen ein paar Eindrücke aus dem Jahr 2020 ...

 

 

In einer Woche nun öffnet die Leipziger Buchmesse wieder ihre Pforten. Von der Stadt werde ich dieses Mal wohl eher weniger sehen. Doch ich freue mich auf ereignisreiche Tage und ebenso auf die vielen Treffen mit Menschen, die nicht ohne Bücher, Lesen und allem, was damit zusammenhängt, leben können.
 

Donnerstag, 25. Januar 2018

Winter oder schon Frühling?


Nachdem die Temperaturen nun wieder (fast) frühlingshaft sind, wollte ich euch doch noch zeigen, dass wir zumindest in der Hauptstadt einen Hauch von Winter, sprich Schnee hatten. Und zwar in der letzten Woche, für ein paar Stunden...


Mittwoch, 5. April 2017

Nachlese - Teil 1

Im Herbst des letzten Jahres habe ich diese Stadt besucht.
Könnt ihr erraten, wo ich war?





















Es gab auch einen Grund, warum ich dorthin gereist bin.
Davon erzähle ich euch demnächst...