Donnerstag, 30. Mai 2019

Marienkäferparade


Hab ihr schon einen punktlosen Marienkäfer gesehen? Oder einen Zweipunkt? Bitte sehr, die Marienkäferparade, die meine Sauerkirsche besuchte und sich an den schwarzen Blattläusen labte, bietet euch die Gelegenheit. Ein einheimischer Siebenpunkt war leider nicht dabei, dafür die eingewanderten Vielpunkter, die Asiatischen Marienkäfer, von denen einige sich gar nicht trennen mochten.











Bei dem Nahrungsangebot geht es ihnen gut, einen Tag später sitzen sie immer noch friedlich beieinander.


Na dann, fröhlichen Herrentag,
wie wir hier im nördlichen Osten sagen.

Mittwoch, 29. Mai 2019

Im Herzen eins...


Treat Braden und Max Armstrong helfen bei den Vorbereitungen für eine Doppelhochzeit auf den Bahamas, ohne sich dabei persönlich kennenzulernen. Als sie sich dann endlich bei den Feierlichkeiten treffen und einen großartigen und romantischen Abend miteinander verleben, entsteht zwischen beiden eine sofort eine intensive Verbindung, und vor allem Treat, keinesfalls auf der Suche nach Liebe, wünscht sich plötzlich mehr als eine zwanglose Beziehung. Ein Missverständnis allerdings verhindert, dass er Max näher kommt. Monate später besucht Treat seine Familie in der Heimat in Colorado und stellt bei dem Besuch eines Festivals überrascht fest, dass Max hier lebt und arbeitet und nichts von ihrer Anziehungskraft auf ihn verloren hat.

Deshalb will Treat seine zweite Chance nutzen und um Max kämpfen. Diese, zwar von Anfang an heftig verknallt in Treat, hadert mit einem Ereignis in ihrer Vergangenheit und muss einen Weg finden, damit abzuschließen...



Im Herzen eins, neu erzählt“ ist ein typischer Melissa-Foster-Roman, in dem die Liebe die Hauptrolle spielt. Jedoch unterscheidet sich dieser erste Band der Reihe „Die Bradens in Weston“ von den anderen Geschichten der Autorin. Wie der Titel offenbart, schildert die Autorin die Erlebnisse ihrer Protagonisten Treat und Max noch einmal neu und gibt ihnen eine aus ihrer Sicht reifere Fassung, beeinflusst von dem Gefühl, dass darin mehr steckt als ursprünglich gedacht.

Es ist keine Frage: Melissa Fosters Schreibstil ist gefällig und mühelos zu lesen. Die Handlung beginnt in der Gegenwart, deutet indes nur dürftig auch die gemeinsame Vergangenheit von Max und Treat an, ohne einen konkreten Bezug herzustellen. Dieser erschließt sich erst im Verlauf der Ereignisse. Nachdem die leichte Verwirrung diesbezüglich überwunden ist, lässt sich die Handlung gut mitverfolgen. Insgesamt bietet das Geschehen einen sehr ruhigen Verlauf, was an sich angenehm ist und in das Konzept aller Foster-Bücher passt. Trotzdem hätten die Begebenheiten ein wenig mehr Schwung und Dramatik und insofern insgesamt mehr Energie vertragen.

Zudem verzögert die fehlende intensive Beschreibung des relativ früh thematisierten geheimen Problems von Max das Verständnis und das Nachvollziehen, mit welchen schmerzhaften Dämonen in der Vergangenheit sich die junge Frau immer noch auseinandersetzt. Die Irritation, die dadurch aufgebaut wird, hätte vermieden werden können. Denn im Grunde gelingt es Melissa Foster, durch die Konzentration auf die Entwicklung der Beziehung ihres Paares in einer ansprechenden Art und Weise die Gefühle ihrer Protagonisten zu transportieren, sowohl die freudigen als auch die traurigen Momente zu präzisieren.

Melissa Fosters Helden sind immer – bewusst oder unbewusst – auf der Suche nach der großen Liebe. Sie zeigen sich als intelligente, starke, treue, mit wenigen Fehlern behaftete Persönlichkeiten, die mit beiden Beinen im Leben stehen. Da bilden auch Treat und Max keine Ausnahme.

Treat, mit siebenunddreißig der älteste und ebenso attraktive der Braden-Kinder, hat es mit Fleiß und Loyalität zu einem ansehnlichen Vermögen gebracht und besitzt überall auf der Welt Hotelanlagen. Aber es ist nicht seine Art, seinen Reichtum zur Schau zu stellen. Vielmehr überzeugt er mit Klugheit, Tiefgründigkeit, Sensibilität und einer bemerkenswerten Höflichkeit und Kultiviertheit.

Auch Max ist eine Macherin und erfolgreich in dem, was sie tut. Sie verfügt über eine sanfte und überwältigende Schönheit und verbirgt ihre Sinnlichkeit hinter einer Fassade aus Effizienz und Kontrolle. Denn die Achtundzwanzigjährige ist was Beziehungen betrifft verunsichert. Wegen der verstörenden Erfahrungen mit einem Ex-Freund, sorgt sie sich vor einer Wiederholung. Sie vermeidet es, sich auf einen Mann einzulassen, um nicht wieder zum unerfahrenen zittrigen Mädchen zu werden und so der Lächerlichkeit preisgegeben zu sein...

Neben der Darstellung ihrer Hauptfiguren punktet Melissa Foster mit der Einbindung der Bradensfamilie, die beim Lesen der Romane in der richtigen Reihenfolge, hier ihren ersten erfrischenden Auftritt hat. Es ist ein Verbund, der trotz aller Unterschiede in Charakter und Ansichten zusammenhält und die Mitglieder in gegenseitiger Zuneigung vereint.

So garantiert „Im Herzen eins, neu erzählt“ zwar nicht durchgängig Lesegenuss, präsentiert jedoch eine aufrichtige Geschichte über die Kraft der Liebe.

3,5 Sterne
 

Montag, 27. Mai 2019

Kleines Fotorätsel am Montag


Sieht doch urig aus, oder was meint ihr?!


Zu welchem Gewächs gehören die Wuschelpuschel?


Sonntag, 26. Mai 2019

Auch bei Regen...

... sind Blumen wunderschön.









Freitag, 24. Mai 2019

Das Licht im Dunkeln


Es war immer der gleiche Traum. Er verfolgte sie schon seit vielen Jahren, und sie rannte darin immer, floh vor einer namenlosen Bedrohung, die ihr das Blut in den Adern gefrieren ließ. Aber es war kein Monster, das sie verfolgte. Es war nicht mal eine konkrete Gestalt. Nur ein dunkler, gesichtsloser Schatten. Er würde ihr wehtun, wenn sie stehen blieb, auch wenn er stets flüsternd das Gegenteil behauptete. Er log, das wusste sie instinktiv, deshalb lief sie um ihr Leben...“ (Seite 10)

Als Lexie Cavendish wegen dieses Albtraums wieder einmal schlafwandelt, steht sie nach dem Erwachen mitten auf der Straße und wird fast von einem Auto überfahren. Zwei Jahre hatte sie Ruhe vor diesen Angst einflößenden Bildern. Es ging ihr bis dahin gut, sie übt ihren Traumjob als Innenausstatterin bei Howard Enterprises aus und will nach einer frühen Kurzehe nach vorne blicken. Bis sie vor das Auto von Grayson Fitzgerald gerät.

Der junge Mann entpuppt sich allerdings nicht nur ein Kontrahent ihres Chefs, in dessen Auftrag sie ins nordirische Cerigh reist, um Pläne für die Umgestaltung der Innenräume Burg Dunmor Castle zu entwerfen, sondern auch unehelicher Sohn des derzeitigen Eigentümers Duncan O'Donnell, wobei Grayson nicht daran interessiert ist, dass Dunmor Castle an Howard Enterprise verkauft wird.

Von Anfang an spürt Lexie bei ihrer Ankunft in Cerigh eine merkwürdige Befangenheit. Nicht allein das Dorf, nein auch Dunmor Castle erscheint ihr seltsam vertraut. Und nicht nur das. Einige Bewohner sind irritiert von ihrem Auftauchen, lehnen sie ab, haben Angst, andere wiederum geben ihr Hinweise. Denn es überrascht nicht, dass sich bald die Vermutungen bestätigt, dass Lexies unterschwelligen Kenntnisse begründet sind. Als Kind war sie hier zu Hause, ihre Mutter Fiona hat einst auf Dunmor Castle gearbeitet, bis sie eines Tages verschwand und Lexie letzten Endes im Kinderheim landete. Ohne Zweifel ist dieses Verschwinden ursächlich für das Trauma von Lexie, mit dem sie das Geschehen in der Vergangenheit verdrängt. Aber kann sie Licht ins Dunkel bringen?


Kathryn Taylor hat mit „Dunmor Castle. Das Licht im Dunkeln“ eine wahrlich geheimnisumwitterte Geschichte ersonnen, die sie in der ihr eigenen angenehmen Leichtigkeit erzählt und die vor allem von der fesselnden Handlung profitiert. Von Anfang an schafft es die Autorin, eine durchgängig plausible, gleichwohl äußerst mysteriöse Atmosphäre zu beschreiben, in der die Träume, deren Bilder Lexie zum Schlafwandeln treiben, eine große Bedeutung darstellen. Die Autorin legt behutsam Spuren, von denen viele (noch) nicht zum Ziel führen. So entwickelt der Leser Hypothesen und Spekulationen, ohne jedoch tatsächlich zu Ergebnissen zu gelangen.

Kathryn Taylor spielt hervorragend mit den Mutmaßungen: Wie lässt sich die Ehrlichkeit jedes einzelnen einschätzen? Wer sagt die Wahrheit, wer lügt und warum?

So präsentieren sich ihre Figuren mit Licht- und Schattenseiten und bilden eine illustre Schar mit den unterschiedlichsten Eigenschaften, die beim Leser für Wohlwollen oder auch negative Empfindungen sowie ein Mitdenken und -fühlen sorgen. Viele haben etwas zu verbergen. Einige mögen es gar nicht, dass Lexie, nachdem klar ist, dass sie in Cerigh etwas über ihre im Dunkeln liegende Herkunft und Vergangenheit und ebenso das Schicksal ihrer Mutter erfahren kann, an alte Geheimnisse rührt. Auch diejenigen, die ihr wohlgesonnen sind, halten sich bedeckt. Andere sind offenbar sogar gefährlich.

Auf jeden Fall ist Lexie in etwas hineingeraten ist, dessen Ende sie nicht absehen kann.

Dabei hatte Lexie trotz trauriger Kindheit im Heim und einer frühen Ehe ihr Leben, das sie sich aufgebaut hat, auf die Reihe bekommen. Sie ist eine zurückhaltende junge Frau, geht einem Beruf nach, der ihr Freude bereitet und sie glücklich macht, und sie verfügt mit Betty über eine Freundin, die ihr den Rücken stärkt und auf ihrer Seite ist.

Kann sie da auch mit Grayson rechnen? Er macht durchaus einen sympathischen, freundlichen Eindruck, ist indes zugleich nicht wirklich durchschaubar, ja teilweise genauso rätselhaft wie die gesamten Ereignisse in Cerigh und auf Dunmor Castle.

Erfreulicherweise stellt Kathryn Taylor die sich zwischen Lexie und Grayson anbahnende Liebesgeschichte nicht komplett in den Vordergrund. Vielmehr schildert sie an Hand der vielen Begegnungen, wie sich das Verhältnis entwickelt, das von Ablehnung bis hin zur Anziehung zwischen den beiden reicht.

Dunmor Castle. Das Licht im Dunkeln“ hat alles, was bei einer unergründlichen Geschichte vermutet werden kann: interessante Schauplätze, Geheimnisse, Abenteuer, Gefahren, Liebe, facettenreiche und undurchsichtige Figuren. Sie hat nur einen - wenn auch zu vernachlässigenden - Nachteil, sie ist nicht zu Ende erzählt und schließt mit einem Cliff“Hänger“ der besonderen Art. Es tröstet, dass „Der Halt im Sturm“ Ende August zu erwarten ist.

Dienstag, 21. Mai 2019

Neues vom Pferdehof - Erwischt...


... du wolltest fahren, ohne mir meine Leckerli zu geben?!


In Ordnung, ich bin so gnädig und nehme sie aus der kleinen Tüte.


Aber das nächste Mal bitte wieder ordentlich aus dem Napf.


So ein kleiner Snack ist schon animierend, sich zu putzen.


Erst die rechte Vorderpfote...


... absetzen...


... dann die linke Vorderpfote.


Lieber richtig gründlich...


... und eine Katze, die etwas auf sich hält...


... nimmt sich noch einmal die rechte Pfote vor.


So sollte es passen.


Übrigens, nebenbei gesagt, du darfst dann fahren...

Sonntag, 19. Mai 2019

Von alten Birnensorten und dem Finden eines Weges in die Welt


Als Liss in ihrem Weinberg der 17jährigen Sally begegnet, braucht sie Hilfe. „Bist du stark?“, will sie von Sally wissen, und diese packt überrascht mit an. Liss stellt kaum Fragen, nimmt das Mädchen bei sich auf und gewährt ihr Unterschlupf. Im Gegenzug hilft Sally bei den täglichen Arbeiten auf dem Hof.



Liss erkennt sehr schnell, dass Sally ohne Halt, wütend und gegen jeden und jedes ist. Aus ihrer Sicht versteht sie niemand, nicht ihre Eltern, die Lehrer in der Schule. Sie lehnt sich gegen Normen und Regeln auf, denen sie bislang ausgesetzt war. Sie will nirgendwohin, sondern vielmehr von allem weg. Darum ist sie aus einer Klinik abgehauen, in die ihre Eltern sie wegen ihrer psychischen und angeblichen Ess-Probleme gebracht hatten.




Hier auf dem Bauernhof verläuft das Leben in einem anderen Tempo. Der Alltag ist ein anderer als der, den Sally aus der Stadt gewohnt ist. Liss, eine Mittvierzigerin, wirtschaftet allein, backt ihr eigenes Brot, hat Hühner, Bienen und einen Garten mit alten Birnenbäumen, aus den Früchten brennt sie selbst Schnaps. Die Gelassenheit, mit der sie Sally behandelt, irritiert diese zunächst. Doch Sally beginnt sich hineinzufinden und lernt eine unbekannte Seite des Daseins kennen, mit der sie bisher wenig in Berührung gekommen ist. Sie entdeckt die Erfüllung in der Arbeit auf dem Feld, im Weinberg, dem Obstgarten und mit den Hühnern und Birnen. Sie hat wieder Freude am Essen. Und deshalb verschwinden mehr und mehr ihr Misstrauen und ihre Protesthaltung.

Indes haben Sallys Eltern die Suche nach ihrer Tochter nicht aufgegeben. Und außerdem gibt es einen Grund dafür, dass Liss den anderen Dorfbewohnern fern bleibt und nicht gern gesehen ist. Sowohl Liss als auch Sally werden mit ihrer Vergangenheit konfrontiert...




„Alte Sorten“ ist ein leises Buch, wenn auch vor allem dessen junge Heldin Sally laut(stark) ihren Unwillen und ihren Frust zum Ausdruck bringt. Der Roman wirft einen Blick auf das Existenzielle, und Ewald Arenz lässt den Leser in einer stimmungsvoll wechselnden Wortgewandtheit und mit atmosphärisch dicht beschriebenen Naturbildern teilhaben an einem entschleunigten Leben auf dem Land, wo vieles noch so abläuft, wie es schon immer gewesen ist.


„Im sattgrünen Laub leuchteten die Äpfel wie Farbtupfer. Wie gut es sich manchmal anfühlte, einfach am Leben zu sein. Nichts sonst. Einfach nur am Leben zu sein.“ (Seite 63)

Er erzählt von den Mühen der Arbeit, der Schinderei, des Eingebundenseins in einem Rhythmus, der Teil der Natur ist und sich dieser anpasst, außerdem von der Glückseligkeit, mit dem von eigener Hand Geschaffenen zufrieden zu sein, weil es einen Grad der Unabhängigkeit ermöglicht. Von den Momenten der Stille. Den Blick auf das verschwindende Licht des Tages. Dem Hinsetzen. Miteinander reden. Schweigen. Zuhören. Verstehen. Auch die ungesagten Dinge.

„Das Schweigen um sie wurde tiefer, aber nicht schwerer. Es war gut, dass sie beide nichts sagen mussten.“ (Seite 47)



Es ist ein Geschichte, die Gerüche, Geräusche und Geschmäcker bis zum Leser transportiert. Es ist eine Geschichte, die vollgepackt mit aufwühlenden und reichhaltigen Emotionen ist und mehr als eine Seite im Inneren zum Klingen bringt.

Ewald Arenz erstes Bild seiner Protagonistinnen Liss und Sally kann nicht gegensätzlicher sein. Auf der einen Seite die wortkarge, verschlossene Bäuerin auf ihrem Hof auf dem Land, die geringen Kontakt zu den anderen Dorfbewohnern hat. Auf der anderen Seite das aufmüpfige Mädchen aus der Stadt, das schnell aus der Haut fährt und sich von seinen Eltern verfolgt fühlt.

Gleichwohl offenbaren sich im Laufe des Geschehens, das sich lediglich auf wenige Wochen beschränkt, viele Gemeinsamkeiten.



„Sie dachte an die Bienen. Manchmal fühlte es sich gut an, zusammenzuarbeiten. Weil der andere bewirkte, dass man einen eigenen Platz im Ganzen erkannte. Dass man auf einmal Bedeutung in einem Ganzen hatte und nicht einfach nur existierte.“ (Seiten 81 f.)

Beide sind einsam, empfindsam, glauben sich von ihrer Umwelt missverstanden. Besonders Sally reagiert oft grob und unflätig. Aber Liss nimmt bezüglich Sally Parallelen zu dem jungen Mädchen wahr, das sie einmal gewesen ist. Sie empfand sich einst ebenfalls als gefangen auf dem Hof ihres Vaters, weil sie nicht der gewünschten Norm entsprach, wurde enttäuscht von ihr nahe stehenden Bezugspersonen. Was folgten, waren Verletzungen und innere seelische Konflikte, die bis in die Gegenwart reichen.

Und während Liss Sally mit mildem Gleichmut und Respekt behandelt, vertieft sich das Band der Freundschaft zwischen ihnen, und darüber hinaus vermag es Sally, die Liss' einschnürenden Knoten zu lösen und den Weg aus dem Schweigen und für Verzeihen und Vergeben freizumachen. Liss und Sally werden aufeinander aufpassen...


Samstag, 18. Mai 2019

Der Raps blüht...


... und sie sind schon wieder fleißig.