Freitag, 18. Oktober 2019

Kleine Pause


Kommt gut ins Wochenende...


Donnerstag, 17. Oktober 2019

Rezensionswoche 4. Tag: Happy End für die Liebe


Riley Banks und Josh Braden wollen endlich heiraten. Da Josh als Modedesigner aber weltbekannt und Riley als seine Geschäftspartnerin und Co.Designerin fast ebenso berühmt ist, müssen sie einige Hürden überwinden, vor allem die Paparazzi hinter sich lassen, die in einer luxuriösen Hotelanlage auf den Bahamas auf das Ereignis des Jahres warten.
Tatsächlich findet die Hochzeit in den Bergen von Colorado in einem stillgelegten Gasthof statt. Alles hat das Paar bis ins Kleinste organisiert, und es scheint auf eine perfekte Hochzeit hinauszulaufen. So einfach wie gedacht, wird das Ganze dann doch nicht. Äußerst kreative Kinderhände „verschönern“ Rileys Brautkleid. Auch eine Verwechslung, Löcher in der Wand und weitere mehr und minder schwere katastrophale Ereignisse verursachen ein ordentliches Durcheinander und stellen die Planung völlig auf den Kopf. Kommen Riley und Josh noch „unter die Haube“?


Mit „Happy End für die Liebe“ beendet Melissa Foster ihre Reihe über "Die Bradens in Weston". Die Kurzgeschichte führt die Kinder von Hal Braden samt ihres inzwischen zahlreichen Nachwuchses zusammen. Im engsten Kreis mit Familienmitgliedern und Freunden wollen Riley und Josh die Krönung ihrer Liebe feiern. Allerdings lassen unvorhergesehene Umstände das Happy End zu einem Wackelkandidaten werden.

Mit gewohnt leichter Hand inszeniert Melissa Foster ein Geschehen, in dem charmante Katastrophen zu Verzögerungen führen. Die Ereignisse sind kurzweilig und mit gelungenem Sprachwitz erzählt. Es macht Freude, den Familienverbund, in dem alle fest zusammenhalten, samt fröhlicher Kinderschar zu erleben. Romantik und Emotionen werden groß geschrieben, und das ist hier nicht anders. Daneben gilt es erneut ein besonderes Problem zu lösen. Die Beziehungen der Beteiligten stehen im Vordergrund, und die Autorin zeigt, dass sie diese auch auf wenigen Seiten beleuchten kann. Vereinzelt erscheint dies zu kompakt und umfassend, wenn wiederholt auf die Vergangenheit Bezug genommen wird, aber das ist ein verzeihbarer Mangel, der nicht für weniger Lesevergnügen sorgt.

Melissa Foster bleibt ihrem Ansinnen treu, ihren Helden auch dieses Mal ein Wohlfühlglück zu bescheren. Vielleicht treffen wir die Bradens in ein paar Jahren wieder. Ich würde mich freuen...


Mittwoch, 16. Oktober 2019

Rezensionswoche 3. Tag: Lillian, das Leben und die Männer


Lillian ist 57, ledig und kinderlos. Eine reife Frau. Eine, die ihr Leben gelebt und für die es noch immer nicht an Reiz verloren hat. Keinesfalls ein trauriges Dasein, sondern vielmehr ein sehr bemerkenswertes. Wir treffen sie in New York, in den Armen ihres verheirateten Liebhabers. Gerade blickt sie zurück auf ihre kühne Vergangenheit voller Abenteuer. Es wird eine Bestandsaufnahme ihres bisherigen Lebens mit all seinen faszinierenden und exotischen Momenten. Vor all denen in den aufregenden Nachkriegsjahren in München, Paris und London...

Als sie Anfang der Dreißiger Jahre geboren wird, scheint es nur eine vorgezeichnete Richtung zu geben. Es ist eindeutig, was Eltern und Gesellschaft von ihr erwarten, und auch Lillian stellt sich zunächst vor, dass sie heiraten und Kinder bekommen wird. Sie vergöttert ihren Vater, hat allerdings eine gespanntere Beziehung zu ihrer Mutter, die immer versucht, ihre Tochter zu verändern, damit sie besser „ins Bild“ passt. Doch die junge Frau hat früh das Gefühl, dass sie alle enttäuschen wird, weil sie sich selbst treu bleiben will. Sie ist nämlich intelligent und unabhängig, heißblütig und sexuell ohne Hemmungen. Im Grunde ihrer Zeit weit voraus.

Der junge Lillian verlässt bald Columbia, ihre kleine Geburtsstadt in Missouri. Die Chance, für einen Schriftsteller zu arbeiten, treibt sie nach Deutschland. Weitere Jobs führen sie durch ganz Europa - und nebenbei in die Arme von unterschiedlichen und interessanten Männern. Einige von Lillians Beziehungen sind nur von kurzer Dauer; andere dauern Jahre an. Michael, Dave, Laszlo, John, Alec, Nigel, Alfred, Willis, Pyam und andere tauchen in der Geschichte auf, und jeder stiehlt ihr Herz für eine Weile. Ganz besonders Ted hält es sehr lange und sehr fest in seinen Händen.


Der Debütroman von Alison Jean Lester „Lillian, das Leben und die Männer“ ist vor allem eines: überraschend originell. Denn die Autorin erzählt hier keine stringente Handlung. Vielmehr setzt sich Lillians Geschichte aus einer Reihe kurzer Essays über bestimmte Themen, ihre unbeirrbaren Beobachtungen und prägnanten Erfahrungen mit Menschen zusammen, die in Verbindung mit ihrem Leben stehen. Es sind ernstzunehmende und ergreifende Reflexionen. Hierbei wird deutlich, dass die Protagonistin Lillian keinesfalls beeindrucken will, sondern eher extrem ehrlich zu sich selbst, vielleicht in Einzelfällen etwas zu großzügig gegenüber anderen ist. Das eine oder andere Mal geht sie den Weg des geringsten Widerstands und vermeidet Konflikte. Möglicherweise hätte sie anderes gehandelt, hätte sie gewusst, wie sich einige Dinge entwickeln. Weshalb es auch Momente gibt, die Lillian traurig stimmen, aber sie hält nicht daran fest und verfällt in Bedauern.

Obwohl Lillian zu Beginn weniger greifbar ist, entwickelt sich im Verlauf der Begegnungen ein Bild von ihr, das zwar nicht frei von Widersprüchen ist, aber eine liebenswerte und beeindruckende Persönlichkeit mit Klarsicht und Einfühlsamkeit offenbart. Ein freier Geist, der sich von Natur aus großzügig zeigt und nicht um moralische Konventionen kümmert. Eine Freundin, auf die Verlass ist.

Die Erzählung evoziert neben den Beschreibungen der Ereignisse eine Emotionstiefe und ein Gefühl der Schärfe. Als sie sich an die Männer erinnert, die mehr oder minder Bedeutung für sie hatten, und wie sie von ihnen behandelt wurde, erkennt Lillian, dass es manchmal einfacher gewesen ist, ihre Bevormundung zu akzeptieren und dann weiterzugehen:

Etwas zu haben ist besser als nicht zu haben. Manchmal reicht es trotzdem nicht. Meistens sogar. Die Menschen verweigern sich, sie schlafen zu lange. Oder das Leben selbst verweigert sich, das Schicksal. In dem Punkt bin ich mit den Griechen einer Meinung: Die Schicksalsgöttinnen spinnen den Lebensfaden, schlagen nur zum Spaß Knoten hinein und kappen ihn, sobald er ihnen lang genug erscheint. Wann immer jemand sagt, er wollte sein Schicksal selbst in die Hand nehmen, muss ich lachen. Über das Schicksal lässt sich höchstens sagen, dass es einem zustößt. Wer sein Schicksal 'in die eigenen Hände' nimmt, dem war vorherbestimmt, es in die eigenen Hände zu nehmen. Das eine schließt das andere aus.“ (Seite 201)


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Erschienen ist der Roman in der  Verlagsgruppe Droemer Knaur, dem ich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares danke.

Dienstag, 15. Oktober 2019

Rezensionswoche 2. Tag: Attacke, Schimmelbacke!


Lenni und Luis sind Zwillinge und sich einig, wenn es darum geht, verwegene Pläne zu schmieden, Streiche auszuhecken, Quatsch zu machen und Chaos zu verbreiten. Ihre große Schwester Paula mögen sie, auch wenn sie in letzter Zeit anstrengend ist. Von wegen Pubertät und so. Aber den Jungen ist klar: Als Max, den Paula verliebt anschmachtet, die Kanzlei ihres Vaters, der hauptsächlich als Strafverteidiger arbeitet, verlässt, muss er ein Schwerverbrecher sein. Und vor dem gilt es Paula zu schützen. Lenni und Luis geben Vollgas...


Autorin Wiebke Rhodius und Illustratorin Sabine Sauter haben mit „Lenni & Luis“ in „Attacke, Schimmelbacke!“ ein Zwillingspaar erschaffen, das nur so vor verrückter Ideen sprüht. Allerdings schießen sie oft über das Ziel hinaus, und dann misslingt das, was sie vorhatten, gründlich. Irgendwie bekommen sie jedoch immer die Kurve.


Das Buch eignet sich wunderbar für die jungen Leser ab acht, denn der Aufbau und die Erzählweise sind altersgerecht und ansprechend gestaltet. Der Schreibstil zeigt sich frisch und pfiffig, kurzweilig und humorvoll, wodurch keine Langeweile entsteht. Geschildert wird die Geschichte von Luis, der im Gegensatz zu seinem eineiigen Bruder Lenni keine Brille trägt. So erlebt der Leser aus erster Hand, was die blitzgescheiten Helden mit ihrer blühenden Fantasie planen und unternehmen, um ihrer Schwester zu helfen. Und obwohl die beiden selbsternannten Retter trotz ihres detektivischen Gespürs auf ihrer Mission so manches Mal scheitern, geben sie nicht auf und halten fest zusammen.


Bis auf den farbigen Einband mit einem Blick durchs Schlüsselloch sind die Illustrationen in schwarz-weiß gehalten und in das Textgeschehen eingebunden. Das unterstreichen dessen Wirkung, ohne im Vordergrund zu stehen. Als Schmankerl gibt es noch ein Glühbirnen-Daumenkino in der unteren Buchecke.


Es macht Spaß, Lenni und Luis auf ihrem Abenteuer zu begleiten, weil sie für ein unterhaltsames Amüsement für Jung und Alt sorgen. Das Gute daran: Der nächste Coup startet bereits im nächsten Jahr auf Klassenfahrt...



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Erschienen ist der Roman bei Planet! im Thienemann-Esslinger Verlag, dem ich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares  danke.

Montag, 14. Oktober 2019

Rezensionswoche 1. Tag: Schmetterlinge unerwünscht. Liebe kann warten


Gina und Hannah sind beste Freundinnen, nachdem sie sich einst als junge Frauen kennengelernt und eine Wohngemeinschaft gegründet hatten.

Inzwischen sind beide um die Vierzig und verheiratet. Ginas Tochter Sophie ist mitten in der Pubertät, Hannahs Kinderwunsch hat sich bislang nicht erfüllt.

Gina arbeitet als Geschäftsführerin einer hoch im Kurs stehenden Münchner Werbeagentur und hat ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihrem Chef Wolf. Er ist ihr Mentor, der sie trotz abgebrochenem Studium und Kind eingestellt hat und dem sie ihre Karriere als eine der einflussreichsten Frauen der deutschen Werbeszene verdankt.

Sie und ihr Mann Axel, ebenso erfolgreich, präsentieren das Bild eines perfekten Paares. Doch Zweisamkeit zwischen ihnen ist selten geworden. Volle Terminkalender, ein Leben das an ihnen vorbeirast. Zu allem Übel erwischt Gina Axel mit ihrer besten Kundin in ihrer Wohnung. Gina wäre allerdings nicht sie selbst, wenn sie nicht den Mantel des Schweigens über diese Affäre deckt. Denn sie ist der Meinung, dass sie und Axel zusammengehörten, weil sie sich trotz ihrer Unterschiede ein unschlagbares Team und vor allem eine Familie sind.

Zwischen den Freundinnen stimmt es ebenfalls nicht mehr: Nicht allein, dass Hannah sich scheinbar nicht für Ginas Situation interessiert, sondern Gina hat im Gegenzug nicht den blassesten Schimmer, wie es Hannah geht.

Dabei steht auch Hannah seit Kurzem neben sich. Während es beruflich gut läuft - Gina hat sie überzeugt, einen Job in der Werbeagentur anzunehmen - ist der Wunsch nach einem Kind übermächtig geworden. Deshalb schockt Hannah die Aussage ihres Mannes Ferdi, sich an keinen Versuchen, schwanger zu werden, mehr zu beteiligen.

Nachdem das alles schon für reichlich Gefühlschaos sorgt, offeriert Ginas Mutter ihr einen dreißig Jahre jüngeren Freund, als Gina, einer Einladung ihres Schuldfreundes Lars folgend und um sich abzulenken, ihrer alten Heimat Hamburg einen Besuch abstattet. Wider Erwarten trifft sie dort auf Mads, den Bruder von Lars, für den sie schon als junges Mädchen geschwärmt hat. Und plötzlich spürt sie sie, die Schmetterlinge im Bauch. Nur sind die total unerwünscht...


Maja Overbeck hat mit „Schmetterlinge unerwünscht. Liebe kann warten“ eine erstaunlich leichtfüßige, gleichwohl hinsichtlich der Probleme tiefgründig durchdachte Geschichte zu Papier gebracht. Der Schreibstil der Autorin ist einnehmend und stimmig und auf ihre Protagonistinnen Gina und Hannah zugeschnitten, von deren durcheinander gewirbelten Leben wir wechselseitig erfahren.

Ihre Heldinnen sind wirklichkeitsnahe Frauen wie du und ich, die ihren Weg gehen, jedoch einigen Stolpersteinen nicht ausweichen können, weil sie eben nicht zu den unfehlbaren Menschen gehören. Das macht sie durchweg glaubhaft und sympathisch.

Wenn Maja Overbeck mit einigen Klischees spielt, beispielsweise den Agenturchef Wolf als einen typischen Frauenheld kreiert, sei ihr dies verziehen. Denn einerseits tut sie dies auf eine angenehme Art und Weise, andererseits ist so ein Mann ja nicht fernab der Realität.

Ansonsten lässt uns die Autorin gekonnt an den Emotionen teilhaben. Es gelingt ihr hervorragend, uns von den Gefühlen von Gina und Hannah zu überzeugen. So leiden wir und freuen uns mit den Freundinnen, schütteln den Kopf über ihre Handlungen und Reaktionen, heißen nicht alles gut, können sie aber verstehen und hoffen, dass sie sich richtig entscheiden.

Gina ist eine Frau mit Prinzipien und nur sicher, wenn sie die Kontrolle behält. Immer. Über sich, über ihre Gefühle. Über alles und alle. Damit bügelt sie die eventuellen Unebenheiten in der äußeren Fassade weg. Aus diesem Grund möchte sie auch an ihrer Ehe festhalten. Obwohl sie die starken Empfindungen für Mads wahrnimmt, kann sie sich noch nicht wirklich von der Vergangenheit lösen und verbietet sich, ihn in ihr Herz zu lassen. Zumindest probiert sie es.

Hannah zeichnet sich durch Liebenswürdigkeit aus. Sie mag vielleicht weniger selbstbewusst als ihre Freundin Gina sein und oft an sich und ihrem Aussehen zweifeln, aber sie glänzt durch ihre weiche Seite, die gerade für Gina immer sehr wichtig ist, wenn sie Trost sucht. Indes gerät auch sie in eine emotionale und moralische Schieflage, als ihr Mann, der solide, zuverlässige, treue, sie seit fünfzehn Jahren auf Händen tragende Ferdi, keine weiteren Versuche, ein Kind zu bekommen, unterstützen will.

Maja Overbeck zeigt in ihrem mit Frische und Esprit erzählten Liebesroman, dass möglicherweise Schmetterlinge (im Bauch) unerwünscht sind. Die Liebe hingegen kann nicht warten.


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Ich danke der Autorin und der Netzwerk Agentur Bookmark für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Haiku am Mittwoch


Blätter im Herbstwald -
Nun heißt es Abschied nehmen
bis zum nächsten Jahr.

(Svanvithe)

Montag, 30. September 2019

Herbstgrün

Auch im Herbst ist auf den Feldern einiges los.


Das Wintergetreide wurde in den Boden gebracht.


Und wie ihr seht, gibt es schon das erste Grün.


Die kleinen Pflänzchen bilden Nebensprossen aus...


... und können so überwintern.


Montag, 23. September 2019

Admiral unter Beobachtung

Wir pirschen uns mal langsam heran:


 


Da genießt aber einer die angenehme Septembersonne...


Sonntag, 22. September 2019

Die Wächter - Licht und Dunkelheit


Sergej Lukianenko ist ein populärer russischer Science Fiction- und Fantasy-Autor, der sich unter anderem mit seiner Wächter-Saga einen Namen gemacht hat. Für die neuen Abenteuer in „Die Wächter - Licht und Dunkelheit“ wählt er einen anderen Schauplatz, nämlich eine Schule für „Andere“, die es Lichten und Dunklen, also unter anderem Gestaltwandlern, Magiern, Hexen und Vampiren ermöglicht, unter Wahrung von gegenseitigem Respekt, Achtung und Toleranz, miteinander zu lernen, um irgendwann unter Menschen zu bestehen. Ähnlichkeiten zu einer anderen berühmten literarischen Schule liegen durchaus auf der Hand und finden mehr als einmal hintergründige Erwähnung.

Als einer der Lehrer ist der Lichte Dimitri Drejer, Magier siebten Grades, eher durchschnittlich begabt. Doch das ist auch nicht wesentlich, weil er zu jenen Guten gehört, die manchmal mit Naivität und einer gewissen Leichtgläubigkeit durchs Leben gehen. Was Dimitri auszeichnet ist das Fehlen von Vorurteilen, ihm ist das Wesen seiner Zöglinge einerlei. Er respektiert und fördert sie, interessiert sich für ihre Bedürfnisse, Sorgen und Ängste, tritt für sie ein, solidarisiert sich mit ihnen und besitzt ihr Vertrauen. Zunächst stellt Dimitri sich gegen die Inquisition, wird dann aber selbst zum Inquisitor.

Sein Dasein gerät aus den Fugen, als ihm auf dem Schulhof merkwürdige Vorgänge auffallen. Mutet dies anfangs noch wie ein belangloser Streich an, wird ihm bald klar, dass er und seine Schüler in eine mächtige Verschwörung geraten, die das fragile Gleichgewicht zwischen den Mächten des Lichts und der Dunkelheit zerstören kann, und das überall auf der Welt…


Manchmal stellt es sich als Vorteil heraus, wenn einem ein Autor und sein bisheriges Werk unbekannt ist. So erging es mir mit Sergej Lukianenko und "Die Wächter - Licht und Dunkelheit“. Ich konnte mich völlig ungezwungen auf das Geschehen und den Erzählstil einlassen, ohne mit dem bereits veröffentlichten Epos über die Tag- und Nachtwache zu vergleichen. Denn der vorliegende erste Band der neuen Reihe hat wenig mit dem Vorgänger zu tun und existiert daher selbstständig. Zudem hatte Lukianenko einen Co-Autor: Arkadi Schuschpanow.  

Das „Grundgerüst“ aus Nachtwache (Lichte), Tagwache (Dunkle) und Inquisition ist gleich, den sogenannten Anderen, die unbemerkt von der menschlichen Welt existieren. Womöglich sind dadurch einige Unterschiede zu vorherigen Werken vorhanden, die ich allerdings nicht festzustellen vermag.

Was die Geschichte generell ausmacht, in der sich kritische Töne und philosophische Anmerkungen lesen lassen, ist die ausgefallene Atmosphäre, die durch die bizarre Mischung aus Magie und der modernen Welt, nicht immer im gelungenen Rahmen bevölkert mit realen Personen wie Bruce Lee und Chuck Norris.

Hauptort ist anfangs die Schule für Andere, in der Lichte und Dunkle europäischer und asiatischer Herkunft aufeinander treffen und gemeinsam lernen. Auch wenn im Verlauf der Ereignisse, die bei einer Exkursion nach St. Petersburg stattfinden, etwas mehr Dynamik entwickelt, zieht sich die Handlung insgesamt, wodurch irgendwie das Gefühl erwächst, dass hier mit angezogener Handbremse gearbeitet wurde. Es geschieht nicht viel. Leider wird die ruhige Art und Weise der Schilderung nicht optimal für eine tiefgründige und ausgereifte Charakterisierung der Protagonisten genutzt. Sie bleiben einem (noch) sehr fremd, nicht nur weil sie nicht menschlich sind. Es fehlt an Konsistenz und Emotionalität, um mit ihnen mitzufühlen. Daneben erschließt sich mancher Werdegang nicht. Wenn zum Beispiel Dimitri Drejer überraschend diverse Zaubergrade meistert und sich gegenüber Magiern höherer Grade behaupten kann, stellt sich schon die Frage des Wie.

Lukianenkos junge Helden sind zwar älter als normale Schüler und verfügen über außergewöhnliche Begabungen. Trotzdem bewegen sie sich wie gewöhnliche zeitgemäße Teenager des 21. Jahrhunderts. Wie alle anderen konkurrieren sie miteinander, verstoßen bewusst oder unbewusst gegen Regeln wie die, während der Schulzeit nicht zu zaubern. Konflikte bleiben nicht aus, durchaus vorherrschende Vorurteile und diskriminierendes Verhalten treten zutage. Es bilden sich Gemeinschaften, unter anderem die „toten Dichter“, eine Ansammlung von niederen Dunklen, Tiermenschen, den Werwölfen und Vampiren. Eine von ihnen ist Anya, eine Dschinn und damit eine Lichte, frühreif, schlau, verschlossen und in der Lage, Wünsche zu erfüllen. Genau Anna gerät in den Mitteilpunkt eines Kampfes, in den auch Dimitri hineingezogen wird. Gerade wegen ihrer Fähigkeit wäre es Anna möglich, ein magisches Buch – das Fuaran – wieder herzustellen. Und darin befindet sich eine Formel, bei deren Anwendung aus Menschen Andere werden.

"Die Wächter - Licht und Dunkelheit" ist unterhaltsame Fantasy, die in den Folgebänden durchaus an Tempo und Intensität in der Spannung und Figurenzeichnung zunehmen darf.

3,5 Sterne


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Erschienen ist der Roman im Heyne Verlag, dem ich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares danke.


Sonntag, 15. September 2019

Neues vom Pferdehof - Wo die Welt in Ordnung ist...




... kommen deine Freunde und...




... begrüßen dich.


Und beim Abschied mögen sie nicht wirklich trennen.










Manchmal braucht es dann noch einen zärtlichen Nasenstupser.