Dienstag, 13. Oktober 2026

Blogtour zur Woche der seelischen Gesundheit - Was ist Legasthenie?

Wer beim Lesen stockt oder beim Schreiben Buchstaben vertauscht, gilt im Schulalltag oft fälschlicherweise als unkonzentriert oder gar faul. Doch hinter diesen anhaltenden Mustern steckt häufig eine Legasthenie, eine angeborene Lese- und Rechtschreibstörung, die völlig unabhängig von der allgemeinen Intelligenz auftritt.
Bei einer Legasthenie handelt es sich um eine neurologisch bedingte Teilleistungsstörung. Das bedeutet, dass das Gehirn von Betroffenen Gehörtes und Gesehenes beim Lesen und Schreiben einfach anders verarbeitet.
Buchstaben "tanzen" visuell auf der Seite oder die Verknüpfung von einem geschriebenen Buchstaben zu seinem Laut fällt extrem schwer.
Wichtig zu wissen ist hierbei, dass Legasthenie keine Krankheit ist und rein gar nichts darüber aussagt, wie klug oder kreativ ein Mensch ist. Berühmte Persönlichkeiten wie Leonardo da Vinci, Albert Einstein oder Agatha Christie hatten ebenfalls eine solche Störung und haben dennoch Großes erreicht.
Die Anzeichen zeigen sich meistens in den ersten Grundschuljahren. Beim Lesen fällt dann ein sehr langsames, stockendes Vorlesen auf, ebenso wie das Auslassen von Wörtern oder das Verlieren der Zeile im Text. Beim Schreiben kommt es zu einer hohen Fehlerzahl bei Diktaten und Abschreibtexten, einer häufigen Verwechslung von ähnlichen Buchstaben wie "b" und "d" oder einer sehr unleserlichen Handschrift.
Da eine Legasthenie meist genetisch bedingt ist, verschwindet sie nicht einfach von selbst. Mit den richtigen Strategien lässt sie sich aber hervorragend bewältigen. Ein standardisierter Test bei spezialisierten Psychiatern bringt frühzeitig Klarheit und nimmt den Betroffenen oft eine enorme emotionale Last.
Klassische Nachhilfe hilft hier allerdings selten, weshalb eine professionelle, multisensorische Lerntherapie direkt an den individuellen Schwachstellen ansetzen sollte.
Zudem gibt es in der Schule gesetzliche Ansprüche auf einen Nachteilsausgleich, wie etwa mehr Zeit bei Klassenarbeiten, oder einen Notenschutz, bei dem die Rechtschreibung nicht in die Note einfließt.
Der Schlüssel liegt letztlich im Verständnis. Wenn wir aufhören, Legasthenie als Defizit zu sehen, und stattdessen die individuellen Stärken der Betroffenen fördern, ebnen wir ihnen den Weg für eine erfolgreiche Zukunft.

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Steven Elijah Neuhaus erzählt in seiner Autobiografie die Geschichte eines Jungen, der früh spürte, dass er anders ist – und eines jungen Mannes, der lernte, aus dieser Andersartigkeit Kraft zu schöpfen. 

"Anderssein ist eine Superkraft" ist ein Buch über das Ringen mit dem eigenen Selbstbild, über kreative Kraft inmitten gesellschaftlicher Enge – und über den Mut, sich nicht unterkriegen zu lassen. (Quelle: Verlag)

Montag, 12. Oktober 2026

Blogger für HOMER 2026 - Preisverleihung

 Seit 3. Oktober 2026 stehen die diesjährigen Preisträger fest:


GOLDENER HOMER

Beate Maly für
GOLD AUS DER WIENER WERKSTÄTTE


SILBENER HOMER

Ana Pawlik für
DER FALL DES EISERNEN KÖNIGS


BRONZENER HOMER

Maria Nikolai für
LITTLE GERMANY. DER DUFT DER NEUEN WELT


Publikumspreis

Oliver Pötzsch für
DER TOTENGRÄBER UND DIE PRATERMORDE


Meine herzliche Gratulation!

Montag, 21. September 2026

Blogger für HOMER 2026 - Der Fall des Eisernen Königs


Wir schreiben das Jahr 1275. Vor zwei Jahren ist Rudolf von Habsburg zum König gewählt worden. Mit ihrer Entscheidung haben die Kurfürsten den böhmischen König Ottokar II. Přemysl übergangen, um einen zu dominanten Herrscher zu verhindern. Der angeblich schwache und lenkbare “arme Graf” entpuppt sich indes als Mann mit außerordentlich diplomatischem Geschick und einem unbändigen Willen, seiner eigenen Familie den Weg zur dauerhaften Herrschaft zu ebnen. 

Er verlangt von Přemysl Ottokar die Freigabe des Herzogtums Österreich. Jedoch ist dieser nicht bereit, seine Pfründe ohne Widerstand aufzugeben.


Zwischen beiden entbrennt ein erbitterter Kampf um die Macht, der viele Menschen unterschiedlicher Herkunft in schwere und langwierige Auseinandersetzungen und damit zwischen die Fronten zieht. Hiervon sind auch die Menschen in Steyr und im Ennstal betroffen.


In den dortigen Wäldern sind Claus, einst Knecht auf dem Hof des brutalen Rudwin in Raming, und weitere Vogelfreie gerade dabei, sich mit dem Bau eines Gehöfts eine Lebensgrundlage zu schaffen.


Ännlin, die Geliebte von Claus, unterstützt das Vorhaben, hat aber mittlerweile auf der Burg Losenstein neben ihrem Auskommen auch ein Zuhause gefunden. Daraus ergeben sich Schwierigkeiten für die Liebe der beiden. Ännlin gerät nicht nur ins Blickfeld des Irenfried von Styra, in dessen Herrschaftsbereich Claus gelebt hat, sondern weckt darüber hinaus auch die Aufmerksamkeit von Dietmar von Losenstein. Das bringt sie und die Gemeinschaft im Wald in Gefahr.


Die Adligen stehen ebenfalls vor der großen Herausforderung, sich für eine Seite zu entscheiden. Dietmar von Losenstein und seine Freunde unterstützen Rudolf von Habsburg. Ihr Gegenspieler Irenfried von Styra ist - schon allein aus familiären Gründen - Přemysl Ottokar ergeben.



Die Shortlist des HOMER-Literaturpreises steht für hervorragende historische Romane. Mit “Der Fall des Eisernen Königs”, dem finalen dritten Band der Österreich-Saga, beweist Ana Pawlik eindrucksvoll, warum das Werk zu den Nominierten gehört.


Obwohl jedes einzelne Buch der Trilogie unabhängig voneinander gelesen werden kann, weil wesentliche Eckpunkte der Geschichte immer wieder aufgegriffen werden, empfehle ich interessierten Lesenden, die Reihe mit dem ersten Band zu starten, um sich das Vergnügen nicht zu versagen.


Schon auf den ersten Seiten entfaltet der Roman dank des Könnens der Autorin hinsichtlich Verarbeitung des historischen Stoffes ihrer Wahlheimat Österreich eine narrative Wucht, die uns unmittelbar in das späte 13. Jahrhundert hineinsaugt. 


Ana Pawlik verknüpft mehrere wechselnde Handlungsstränge, wobei zwei im Mittelpunkt stehen. Auf der einen Seite befinden sich mit Ännlin und Claus Menschen aus dem einfachen Volk, deren Wege das Schicksal auseinander geführt hat. Während Ännlin als Zofe von Euphemia von Losenstein auf der Burg lebt, hat sich Claus gezwungenermaßen für das Dasein als Vogelfreier entschieden.


Ihnen stellt die Autorin die Adligen und Mächtigen gegenüber, die sich in verschiedenen Lagern befinden. Irenfried, der mit einer Tochter von Přemysl Ottokar verheiratet ist, unterstützt selbstverständlich seinen Schwiegervater, auch in der Hoffnung, dass er bei einem Sieg des Herzogs von Österreich an dem verhassten Dietmar von Losenstein seine Rachegelüste befriedigen und dessen Burg übernehmen kann.


Ana Pawlik bringt uns nicht nur die mit Intensität recherchierten historischen Hintergründe näher, sondern schildert die Veränderungen der Gegebenheiten aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit erheblichem Spannungspotential und ohne jedwede Idealisierung. Sie stellt sich und uns die Frage, wie das Geschehen die Gesellschaftsschichten berührt, wie der Kampf in einer sich stetig ändernden Welt aussieht.


Diese einzelnen Sichtweisen ermöglichen einen weitreichenden und ausführlichen Einblick in eine unbekannte Epoche mit komplexen politischen Verhältnissen und Allianzen. Neben den historisch belegbaren Ereignissen, zu denen eine anspruchsvolle und realistische Beschreibung der Schlacht auf dem Marchfeld gehört, füllt sie die Handlung mit fiktiven Entwicklungen, so dass sich ein detailliertes Bild von hoher Aussagekraft ergibt.


Ihre sprachliche Gestaltung und Ausdrucksweise ist dabei anschaulich, mitreißend und von großer Empathie und Dynamik. Auch das Zeitkolorit punktet mit solcher Lebendigkeit und Energie, dass der Leser fast den herannahenden Sturm über dem Herzogtum Österreich zu spüren glaubt.


Zwar stolpert der historisch versierte Leser direkt zu Beginn über einen winzigen architektonischen Anachronismus – eine “Balustrade” ist als Begriff und Bauelement eigentlich erst der italienischen Renaissance vorbehalten. Doch genau solche winzigen Details schmälern die atmosphärische Dichte nicht im Geringsten. Das Erzähltempo und die visuelle Kraft des Stils sind so grandios, dass man gern darüber hinwegsieht. Hier zeigt sich die eigentliche Brillanz des Romans.


Hinzu kommt die meisterhafte und akribische Figurenzeichnung unterschiedlicher Klassen, Geschlechteridentitäten, Beziehungsformen und Gefühlswelten gerade im Kontext des 13. Jahrhunderts. Auch in “Der Fall des Eisernen Königs” sind überzeugende Charaktere in Aktion, die nicht fehlerfrei und schöngefärbt agieren. Vielmehr begeistern sie mit Authentizität sowie wahrhaftigen und nachvollziehbaren Reaktionen, einerlei, ob sie eher dem “guten” oder “bösen” Lager zugeordnet werden.


Ein umfassendes Nachwort dient dazu, geschichtliche Realität und kreative Freiheit voneinander abzugrenzen. Des Weiteren bietet das Personenregister eine vollständige Übersicht.


“Der Fall des Eisernen Königs” fesselt von der ersten Szene an und hält das Niveau bis zum Schluss. Ana Pawlik ist mit diesem historischen Roman eine würdige Kandidatin für den GOLDENEN HOMER, weil sie zeigt, wie Geschichte zu einer packenden Literatur wird.


Donnerstag, 10. September 2026

Neues vom Pferdehof - Wind im Haar

Bei uns weht ja des Öfteren eine steife Brise. Hermann und ich haben uns trotzdem zu einem Spaziergang hinausgewagt, da die Temperaturen perfekt waren - nicht zu heiß und nicht zu kalt.


Wie ihr seht, sitzt die Frisur und hat sich der Windrichtung angepasst ;-) ...

Donnerstag, 3. September 2026

Blogger für HOMER 2026 - Ottokar II. Přemysl gegen Rudolf I. von Habsburg


Im späten 13. Jahrhundert steckt Mitteleuropa in einer tiefen Krise, als das sogenannte Interregnum - die kaiserlose und oft rechtlose Zeit - das Heilige Römische Reich zerreißt.

Bild: Wikipedia

1273 prallen zwei Männer aufeinander, deren erbitterte Rivalität die Landkarte Europas für die nächsten 650 Jahre grundlegend prägen wird:

Ottokar II. Přemysl und Rudolf I. von Habsburg

Es beginnt ein gigantisches politisches Kräftemessen, das schließlich in einer der größten Ritterschlachten des Mittelalters gipfelt und zwei völlig ungleiche Ausgangspositionen offenbart.

Auf der einen Seite steht mit Ottokar II. Přemysl, König von Böhmen, der maßgebliche Mann Mitteleuropas. Zeitgenossen nennen ihn den "Goldenen König" wegen seines unermesslichen Vermögens oder den "Eisernen König" auf Grund seiner militärischen Härte. Geschickt hat er sich das Erbe der Babenberger einverleibt und ist Herr über ein gewaltiges Territorium, das Böhmen bis zur Adria, Österreich, die Steiermark sowie Kärnten umfasst.

Bild: Wikipedia


Auf der Gegenseite befindet sich Rudolf von Habsburg, der aus Sicht des böhmischen Königs harmlos und ein "armer Graf" aus dem Südwesten des Reiches ist. Doch Rudolf besitzt zwei Eigenschaften, die Ottokar fatal unterschätzt: ein extremes diplomatisches Geschick und einen unbändigen Willen, seiner eigenen Familie den Weg zur Macht zu ebnen.


Bild: Wikipedia


Als 1273 die Kurfürsten zusammenkommen, um einen neuen König zu wählen, markiert dies den entscheidenden Wendepunkt. Da sie vor allem einen zu dominanten Herrscher verhindern wollen, wird Ottokar, der berechtigte Hoffnungen auf die Krone hegt, bewusst übergangen. Die Wahl fällt stattdessen auf den vermeintlich schwachen und lenkbaren Alternativkandidaten Rudolf von Habsburg.


Ein folgenschwerer Irrtum. Schnell ist klar, dass Ottokar dem neuen König die Anerkennung verweigert und Rudolf seinen Widersacher in die Schranken weisen muss, um seine eigene königliche Autorität überhaupt erst zu sichern.

In dem darauffolgenden Konflikt setzt Rudolf auf eine meisterhafte Strategie von Recht gegen Reichtum, indem er Ottokar nicht sofort militärisch angreift, sondern das Reichsrecht als Waffe nutzt.

Er fordert die Rückgabe aller Krongüter, die seit dem Ende der Staufer-Dynastie illegal angeeignet worden sind, was ein direkter Angriff auf Ottokars Herrschaft im Alpenraum ist.

Während Ottokar stur auf seine finanzielle Überlegenheit vertraut und den örtlichen Adel in den neu erworbenen Ländern durch eine strenge Zentralisierung gegen sich aufbringt, sammelt Rudolf geschickt Verbündete, verspricht den Edelleuten deren alte Privilegien und sichert sich nebenher die Unterstützung des Papstes sowie des ungarischen Königs.

Dieser massive politische und militärische Druck führt dazu, dass Ottokar im Jahr 1276 nach einem ersten, fast mühelosen Feldzug Rudolfs kapitulieren muss und vorerst auf Österreich verzichtet.

Der Frieden ist jedoch nur von kurzer Dauer, Ottokar will sein Lebenswerk nicht ohne Widerstand aufgeben. So kommt es am 26. August 1278 auf dem Marchfeld nordöstlich von Wien zur endgültigen Entscheidung, und zehntausende Krieger stehen sich in einer der größten Schlachten des Mittelalters gegenüber, die schließlich durch eine List entschieden wird. Entgegen dem damaligen ritterlichen Ehrenkodex hält Rudolf eine taktische Reserveeinheit im Hinterhalt versteckt, die den Böhmen in die Flanke fällt und eine Panik auslöst. Ottokar II. kämpft tapfer, wird jedoch vom Pferd gerissen und noch auf dem Schlachtfeld getötet.

Das historische Fazit dieses Duells zeigt, dass Ottokar II. Přemysl letztlich am eigenen Hochmut und mangelnder Kompromissbereitschaft gegenüber dem regionalen Adel scheitert, obwohl er als zukunftsorientierter Fürst bereits versucht hat, die Zentralverwaltung straff zu etablieren.

Rudolf von Habsburg hingegen erweist sich als pragmatischer Stratege für die politischen Zweckmäßigkeiten. Mit seinem Sieg auf dem Marchfeld sichert er seiner Familie die Herzogtümer Österreich und Steiermark und begründet damit jahrhundertelange Macht des Hauses Habsburg im Donauraum fest, eine Entwicklung, die ohne diesen Erfolg kaum denkbar gewesen wäre.

Wie sich dieser dramatische Kampf und der Untergang des böhmischen Königs bis hinab zu den einfachen Knechten und Bauern angefühlt haben, steht im Zentrum des historischen Romans "Der Fall des Eisernen Königs" von Ana Pawlik, der in diesem Jahr für den GOLDENEN HOMER nominiert wurde. Warum dies eine gute Entscheidung war, könnt ihr in meiner Rezension nachlesen, die im Rahmen der Vorstellung der Shortlist für den Literaturpreis am 21. September 2026 erscheint …

Mittwoch, 2. September 2026

Spätsommerlauf


Heute war das ideale Laufwetter ...


... und ich habe eine neue Strecke getestet.


Mittwoch, 12. August 2026

Blogger für HOMER 2026 - Einladung


Es ist wieder soweit.
 
Nach der Lektüre von gut 100 Büchern hat
die Jury für den HOMER Literaturpreis 2026
die besten historischen Romane des Vorjahres herausgefiltert.

Wir HOMER-Blogger
stellen euch in den nächsten Wochen die Shortlistkandidaten vor,
die die Chance haben, auf der diesjährigen Gala
 
am 3. Oktober 2026 in Erfurt
 
mit dem
 
GOLDENEN, SILBERNEN und BRONZENEN HOMER
 
 ausgezeichnet zu werden.

Oliver Pötzsch - Der Totengräber und die Pratermorde
Ana Pawlik - Der Fall des Eisernen Königs
Marco Hasenkopf - Sündflut 1784
Eva-Maria Silber und Kirsten Wilczek - Der Blutmensch zu Köln
Maria Nikolai - Little Germany. Der Duft der Neuen Welt
Eliza und James Elizas Bücherparadies
Michael Römling - TANKRED. Banner und Sturm
 Cleo Sternberg - Die an den Tod nicht glauben
Patricia NICHTOHNEBUCH
 Anja Marschall - Der Tote an der Alster
 Rebecca Gablé - Rabenthron
Beate Maly - Gold aus Wiener Werkstätte
Verena Kapitel 11
Inés Keerl - Die Frauen vom Tafelberg
 
 
Wir freuen uns auf euch und danken für euer Interesse
an der Vielfältigkeit der historischen Romane.
 

Mittwoch, 5. August 2026

Abschied

 

Liebe Resada,

vor einer Woche haben wir dich gehen lassen.

Ich bin dankbar, dass ich dich in den letzten 17 einhalb Jahren bis zum heutigen Tag begleiten durfte. In dieser Zeit bist zu zu meinem Herzenspferd geworden, das Teil meiner Familie gewesen ist, das mir das Vertrauen geschenkt hat und mit dem ich gemeinsam sehr viel gelernt habe.

Wenn ich an dich denke, realisiere ich nur langsam, dass es unsere gemeinsamen Stunden nicht mehr geben wird.

Ich vermisse dich, du wirst immer in meinen Gedanken sein. Es war schön, dass wir - Ines, du und ich - heute noch diese wunderbaren Momente hatten, als du neben uns standest, ohne darüber empört zu sein, dass wir miteinander sprachen. Du, die du nie ein Kuschelpferd warst, hast das sehr genossen. Vielleicht hast du gespürt, dass wir Abschied nehmen.

Gegen halb elf Uhr am 29. Juli 2026 hat dein kraftvolles Herz aufgehört zu schlagen …

Montag, 3. August 2026

Drei Tage im Havelland - Tag 3: Der alte Hof im Havelland. Ein Zuhause für die Liebe


Tina will sich endlich ihren Traum von einem Mehrgenerationenhof auf dem Land erfüllen und den Lärm der Stadt hinter sich lassen. Als sie in Bützer, einem gemütlichen Dorf im Havelland, einen alten Bauernhof entdeckt, scheint ihr Ziel in greifbare Nähe gerückt. Doch wer gibt einer alleinerziehenden Mutter von drei Kindern Kredit? Die Banken schon einmal nicht. Tina ist nicht auf den Kopf gefallen. Es müssen Mitbewohner her, die genauso begeistert von einer Gemeinschaft und Landleben sind wie sie. Die rührige Pflegekraft findet wirklich die ersten Interessenten. Doch da ist noch der misslaunige Eigentümer Jakob, der auf dem Hof eine Wohnung hat und diese auch nicht aufgeben will. Hinzu kommt, dass Tinas Teenager-Kinder Feli und Tom überhaupt nicht begeistert von den Aussichten sind, in der vermeintlichen Einöde zukünftig auf die Annehmlichkeiten der Stadt und ihre Freunde verzichten zu müssen.

Es bleiben Tina also genug Stolpersteine auf dem Weg zum neuen Zuhause und ins Glück …


Und genau diese Stolpersteine machen den Roman zu einem echten Lesevergnügen. Britta Orlowski versteht es hervorragend, die Hürden des Landlebens darzustellen und ihrer Heimat einen hohen Stellenwert einzuräumen.

DER ALTE HOF IM HAVELLAND ist - wie der Name verrät - im Brandenburgischen Landstrich angesiedelt, und das Mehrgenerationenhaus, das im Mittelpunkt von inzwischen vier Geschichten steht, befindet sich in Bützer, einer kleinen Oase der Ruhe direkt an der Havel. Das alte slawische Fischer- und Bauerndorf fängt das Lebensgefühl der Region ein und bietet damit die perfekte malerische Kulisse für EIN ZUHAUSE FÜR DIE LIEBE.

Ob es den alten Hof auf dem sehr schönen Cover tatsächlich gibt, ist im Grunde nicht wichtig. Denn der Autorin gelingt es, ein beachtenswertes Bild von den Örtlichkeiten zu zeichnen, das sehr einladend auf die Leserschaft wirkt. Dazu tragen auch eine schwungvolle Erzählweise mit Krimi-Elementen und ein angenehmer, heiterer Schreibstil bei. Dies alles wird durch einige Überraschungen und Wendungen gestärkt. Bei der Schilderung legt Britta Orlowski Augenmerk auf das Leben auf einem Mehrgenerationenhof mit all seinen Facetten in unterschiedlichen Situationen und verdeutlicht auf charmante Art, dass nicht nur Freundschaft und Zusammenhalt die Grundlage zum Glück sein können, sondern natürlich auch die Liebe.

Auf dem Havellandhof treffen Persönlichkeiten gemischten Alters und Geschlechts aufeinander, werden ernste Themen angesprochen, die Sorge um das Geld fokussiert, das Augenmerk auf eigensinnige Kinder und einen griesgrämigen Nachbarn gelegt, ohne dass es zu einer Überladung kommt. Bei allem begegnet einem Tina, die trotz der Widrigkeiten optimistisch bleibt, weiter kämpft und sich ihren Traum nicht vermiesen lässt.

Ihre überwiegend sympathischen Protagonisten agieren mit Herz und Gefühl und sorgen für jede Menge emotionaler Erlebnisse. Auch wenn manche Lösung am Ende etwas zu glatt oder vorhersehbar wirkt, tut das dem Lesespaß keinen Abbruch.

EIN ZUHAUSE FÜR DIE LIEBE ist ein warmherziges Gute-Laune-Buch, das auch bei ein paar Wolken am Himmel für ausreichend Sonnenschein sorgt.

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Erschienen ist der Roman bei dotbooks. Ich danke für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Donnerstag, 30. Juli 2026

Drei Tage im Havelland - Tag 2: Interview mit der Autorin

Liebe Britta, ich freue mich sehr, dass du dir Zeit für ein Interview genommen und mir ein paar Fragen beantwortet hast …

Du bist im Havelland Zuhause. Was macht für dich die Faszination dieses Landstrichs aus? Und gibt es etwas, das dich bei deinem Recherchen trotz all deines Wissens überrascht hat?


Liebe Anke, zunächst freue ich mich sehr über dein Interesse an meiner schönen Heimat.


Was mich am Havelland fasziniert, ist die Schönheit, der Wasserreichtum mit seinen vielen Seen und die Havel selbst natürlich. Es gibt so viele Plätze, an denen man sich ausruhen und entschleunigen kann, wo die Zeit von einem abfällt, die geheimnisvoll wirken, weil sie so still und so magisch daliegen. Wie von selbst werden mir da Geschichten zugeflüstert, die ich dann zu Romanen plotte.


Das ist das Wunderbare, dass ich bei der Recherche immer wieder überrascht werde. Besonders wenn es um Heimatgeschichte geht, um Ereignisse, wie die Landung eines Zeppelins im Jahre 1914 in Rathenow. Mir haben es auch Gebäude angetan, die so viel über sich preisgeben könnten. Spontan fällt mir da das Apollo Theater in Rathenow ein, das leider im zweiten Weltkrieg vernichtet wurde. Das ist so tragisch, denn alte Fotos belegen, wie großartig der Theatersaal aussah. Es war das größte Haus im Brandenburger Land und dort fanden etliche Uraufführungen statt. Kino, Theaterstücke, Opern und Operetten – es muss herrlich gewesen sein.


Welchen Part (es können auch mehrere sein) beim Schreiben deiner Geschichten magst du und welchen gar nicht?


Ich liebe es Figuren und Schauplätze zu erschaffen. Außerdem schreibe ich leidenschaftlich gerne Dialoge - am liebsten solche, wo Stimmungen umschlagen und Emotionen spürbar werden.


Was ich nicht mag: Exposés zu schreiben. Zwar fällt es mir heute ungleich leichter, aber es ist immer noch Schwerstarbeit. Am allerschlimmsten finde ich jedoch, einen Pitch zu verfassen. Meine Geschichte in maximal drei Sätzen auf den Punkt zu bringen, als Verkaufsargument, ist immer wieder furchtbar. Wenn es nach mir ginge, sollten das getrost die Agenturen übernehmen, die ja die eigentlichen Verkäufer der Ideen an die Verlage sind.


Wie gehst du beim Schreiben vor? Hast du ein klares Konzept für die Handlung und Personenführung? Wenn ja, gelingt es dir, dieses einzuhalten, oder gibt es während des Schreibens des Öfteren Abweichungen?


Ja, ich schaffe die Figuren, mit ihren Lebensläufen und Stammbäumen und den oder die Schauplätze und arbeite dann den Plot nach dem Modell der Heldenreise aus. Die meisten Details davon bringe ich tatsächlich auch im Manuskript unter. Aus dem Handlungsverlauf ergeben sich aber immer auch überraschende Szenen, die so nicht bedacht oder geplant worden waren. Aber diese kleinen Abweichungen mag ich sehr, sie machen die Handlung oft runder, authentischer. Für mich soll ein Roman so wirken, als wäre er in der Realität

passiert.


Die Gestaltung und Entwicklung der Figuren ist ja ein wesentlicher Bestandteil eines Romans. Ist es für dich wichtig, dass deine Leser mit den Protagonisten mitfühlen können und/oder Entscheidungen von ihnen mittragen? Gibt es in "Der alte Hof im Havelland. Ein Zuhause für die Liebe" Personen, die du sehr gemocht oder bei deren Ausarbeitung du dir die "Haare gerauft" hast, weil sie schwierig waren oder gar ein Eigenleben entwickelten?


Es hat meiner Meinung nach sogar oberste Priorität, dass Leserinnen und Leser alle Emotionen meiner Figuren fühlen, sich in sie hineinversetzen oder deren Entscheidungen mittragen können. Meine Figuren sollten echt wirken. Nur so wollen die Leser doch Seite für Seite weiterblättern und mitfiebern.


Oh ja, meine Lieblingsfigur ist hier eindeutig Jakob. Dicht gefolgt von Tina – natürlich. Wer mich aber zum Haare raufen gebracht hat, ist eine Nebenfigur, die ich eigentlich gar nicht geplant hatte. Cosima. Im Verlauf des Schreibens ist sie mir aber so sehr ans Herz gewachsen, dass sie eine eigene Geschichte bekam. Das ist auch so eine Kuriosität, du planst einen Roman und wie von Geisterhand entsteht daraus eine Buch Reihe.


Bist du sehr kritisch mit deinen eigenen Werken?


Ja, bin ich. Besonders hinsichtlich Authentizität, Glaubwürdigkeit und vor allem will ich keine langweiligen Geschichten schreiben. Ich werde zum Glück nicht von Selbstzweifeln zerfressen, denn ich erzähle die Geschichten so, wie ich sie selbst gern lesen möchte. Ich liebe meine Romane. Das halte ich auch für wichtig. Ich muss an sie glauben, wie will ich sonst eine Agentur oder einen Verlag überzeugen.


Zu guter Letzt würde ich gern noch Folgendes wissen: Jeder kennt sie, die Tage, an denen nichts läuft. Gerade in dieser angespannten Zeit ... Wie motivierst du dich, wenn dich die Schreibunlust überfällt?


Nun, da gibt es genug andere Arbeiten zu erledigen; recherchieren, eine neue Idee plotten oder einfach mal die Seele baumeln lassen und NICHTS tun. Alles sacken lassen, spazieren gehen in der Natur, schwimmen, Fahrrad fahren, mit Freundinnen quatschen – das Leben genießen mit dem Wissen: Alles kommt zur rechten Zeit zu dir.


Liebe Britta, danke nochmals für diese wunderbare Interview.



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Wie schafft man sich ein Zuhause – und eine Familie?

Schon lange träumt Tina von einem Mehrgenerationenhof auf dem Land. Wie schön es wäre, den Lärm der Stadt hinter sich zu lassen und sich als Alleinerziehende von drei Kindern nicht ständig Sorgen machen zu müssen! Bei einem Ausflug nach Bützer, einem hübschen kleinen Ort an der Havel, entdeckt sie einen alten Bauernhof, der zum Verkauf angeboten wird. Doch allein kann sie den Preis nicht stemmen – Mitbewohner müssen her, die genauso viel Lust auf Landleben haben wie sie. Auch ihre Kinder sind noch lange nicht überzeugt. Und dann ist da noch der Vorbesitzer Jakob, der nicht wegziehen möchte und Tina mit seinem finsteren Blick und seiner Art wahnsinnig macht … Kann sie trotz aller Hindernisse ihr Glück finden? (Quelle: Verlag)

Erschienen ist der Roman bei dotbooks.