Donnerstag, 3. September 2026

Blogger für HOMER 2026 - Ottokar II. Přemysl gegen Rudolf I. von Habsburg


Im späten 13. Jahrhundert steckt Mitteleuropa in einer tiefen Krise, als das sogenannte Interregnum - die kaiserlose und oft rechtlose Zeit - das Heilige Römische Reich zerreißt.

Bild: Wikipedia

1273 prallen zwei Männer aufeinander, deren erbitterte Rivalität die Landkarte Europas für die nächsten 650 Jahre grundlegend prägen wird:

Ottokar II. Přemysl und Rudolf I. von Habsburg

Es beginnt ein gigantisches politisches Kräftemessen, das schließlich in einer der größten Ritterschlachten des Mittelalters gipfelt und zwei völlig ungleiche Ausgangspositionen offenbart.

Auf der einen Seite steht mit Ottokar II. Přemysl, König von Böhmen, der maßgebliche Mann Mitteleuropas. Zeitgenossen nennen ihn den "Goldenen König" wegen seines unermesslichen Vermögens oder den "Eisernen König" auf Grund seiner militärischen Härte. Geschickt hat er sich das Erbe der Babenberger einverleibt und ist Herr über ein gewaltiges Territorium, das Böhmen bis zur Adria, Österreich, die Steiermark sowie Kärnten umfasst.

Bild: Wikipedia


Auf der Gegenseite befindet sich Rudolf von Habsburg, der aus Sicht des böhmischen Königs harmlos und ein "armer Graf" aus dem Südwesten des Reiches ist. Doch Rudolf besitzt zwei Eigenschaften, die Ottokar fatal unterschätzt: ein extremes diplomatisches Geschick und einen unbändigen Willen, seiner eigenen Familie den Weg zur Macht zu ebnen.


Bild: Wikipedia


Als 1273 die Kurfürsten zusammenkommen, um einen neuen König zu wählen, markiert dies den entscheidenden Wendepunkt. Da sie vor allem einen zu dominanten Herrscher verhindern wollen, wird Ottokar, der berechtigte Hoffnungen auf die Krone hegt, bewusst übergangen. Die Wahl fällt stattdessen auf den vermeintlich schwachen und lenkbaren Alternativkandidaten Rudolf von Habsburg.


Ein folgenschwerer Irrtum. Schnell ist klar, dass Ottokar dem neuen König die Anerkennung verweigert und Rudolf seinen Widersacher in die Schranken weisen muss, um seine eigene königliche Autorität überhaupt erst zu sichern.

In dem darauffolgenden Konflikt setzt Rudolf auf eine meisterhafte Strategie von Recht gegen Reichtum, indem er Ottokar nicht sofort militärisch angreift, sondern das Reichsrecht als Waffe nutzt.

Er fordert die Rückgabe aller Krongüter, die seit dem Ende der Staufer-Dynastie illegal angeeignet worden sind, was ein direkter Angriff auf Ottokars Herrschaft im Alpenraum ist.

Während Ottokar stur auf seine finanzielle Überlegenheit vertraut und den örtlichen Adel in den neu erworbenen Ländern durch eine strenge Zentralisierung gegen sich aufbringt, sammelt Rudolf geschickt Verbündete, verspricht den Edelleuten deren alte Privilegien und sichert sich nebenher die Unterstützung des Papstes sowie des ungarischen Königs.

Dieser massive politische und militärische Druck führt dazu, dass Ottokar im Jahr 1276 nach einem ersten, fast mühelosen Feldzug Rudolfs kapitulieren muss und vorerst auf Österreich verzichtet.

Der Frieden ist jedoch nur von kurzer Dauer, Ottokar will sein Lebenswerk nicht ohne Widerstand aufgeben. So kommt es am 26. August 1278 auf dem Marchfeld nordöstlich von Wien zur endgültigen Entscheidung, und zehntausende Krieger stehen sich in einer der größten Schlachten des Mittelalters gegenüber, die schließlich durch eine List entschieden wird. Entgegen dem damaligen ritterlichen Ehrenkodex hält Rudolf eine taktische Reserveeinheit im Hinterhalt versteckt, die den Böhmen in die Flanke fällt und eine Panik auslöst. Ottokar II. kämpft tapfer, wird jedoch vom Pferd gerissen und noch auf dem Schlachtfeld getötet.

Das historische Fazit dieses Duells zeigt, dass Ottokar II. Přemysl letztlich am eigenen Hochmut und mangelnder Kompromissbereitschaft gegenüber dem regionalen Adel scheitert, obwohl er als zukunftsorientierter Fürst bereits versucht hat, die Zentralverwaltung straff zu etablieren.

Rudolf von Habsburg hingegen erweist sich als pragmatischer Stratege für die politischen Zweckmäßigkeiten. Mit seinem Sieg auf dem Marchfeld sichert er seiner Familie die Herzogtümer Österreich und Steiermark und begründet damit jahrhundertelange Macht des Hauses Habsburg im Donauraum fest, eine Entwicklung, die ohne diesen Erfolg kaum denkbar gewesen wäre.

Wie sich dieser dramatische Kampf und der Untergang des böhmischen Königs bis hinab zu den einfachen Knechten und Bauern angefühlt haben, steht im Zentrum des historischen Romans "Der Fall des Eisernen Königs" von Ana Pawlik, der in diesem Jahr für den GOLDENEN HOMER nominiert wurde. Warum dies eine gute Entscheidung war, könnt ihr in meiner Rezension nachlesen, die im Rahmen der Vorstellung der Shortlist für den Literaturpreis am 21. September 2026 erscheint …

Mittwoch, 2. September 2026

Spätsommerlauf


Heute war das ideale Laufwetter ...


... und ich habe eine neue Strecke getestet.


Mittwoch, 12. August 2026

Blogger für HOMER 2026 - Einladung


Es ist wieder soweit.
 
Nach der Lektüre von gut 100 Büchern hat
die Jury für den HOMER Literaturpreis 2026
die besten historischen Romane des Vorjahres herausgefiltert.

Wir HOMER-Blogger
stellen euch in den nächsten Wochen die Shortlistkandidaten vor,
die die Chance haben, auf der diesjährigen Gala
 
am 3. Oktober 2026 in Erfurt
 
mit dem
 
GOLDENEN, SILBERNEN und BRONZENEN HOMER
 
 ausgezeichnet zu werden.

Oliver Pötzsch - Der Totengräber und die Pratermorde
Ana Pawlik - Der Fall des Eisernen Königs
Marco Hasenkopf - Sündflut 1784
Eva-Maria Silber und Kirsten Wilczek - Der Blutmensch zu Köln
Maria Nikolai - Little Germany. Der Duft der Neuen Welt
Eliza und James Elizas Bücherparadies
Michael Römling - TANKRED. Banner und Sturm
 Cleo Sternberg - Die an den Tod nicht glauben
Patricia NICHTOHNEBUCH
 Anja Marschall - Der Tote an der Alster
 Rebecca Gablé - Rabenthron
Beate Maly - Gold aus Wiener Werkstätte
Verena Kapitel 11
Inés Keerl - Die Frauen vom Tafelberg
 
 
Wir freuen uns auf euch und danken für euer Interesse
an der Vielfältigkeit der historischen Romane.
 

Mittwoch, 5. August 2026

Abschied

 

Liebe Resada,

vor einer Woche haben wir dich gehen lassen.

Ich bin dankbar, dass ich dich in den letzten 17 einhalb Jahren bis zum heutigen Tag begleiten durfte. In dieser Zeit bist zu zu meinem Herzenspferd geworden, das Teil meiner Familie gewesen ist, das mir das Vertrauen geschenkt hat und mit dem ich gemeinsam sehr viel gelernt habe.

Wenn ich an dich denke, realisiere ich nur langsam, dass es unsere gemeinsamen Stunden nicht mehr geben wird.

Ich vermisse dich, du wirst immer in meinen Gedanken sein. Es war schön, dass wir - Ines, du und ich - heute noch diese wunderbaren Momente hatten, als du neben uns standest, ohne darüber empört zu sein, dass wir miteinander sprachen. Du, die du nie ein Kuschelpferd warst, hast das sehr genossen. Vielleicht hast du gespürt, dass wir Abschied nehmen.

Gegen halb elf Uhr am 29. Juli 2026 hat dein kraftvolles Herz aufgehört zu schlagen …

Montag, 3. August 2026

Drei Tage im Havelland - Tag 3: Der alte Hof im Havelland. Ein Zuhause für die Liebe


Tina will sich endlich ihren Traum von einem Mehrgenerationenhof auf dem Land erfüllen und den Lärm der Stadt hinter sich lassen. Als sie in Bützer, einem gemütlichen Dorf im Havelland, einen alten Bauernhof entdeckt, scheint ihr Ziel in greifbare Nähe gerückt. Doch wer gibt einer alleinerziehenden Mutter von drei Kindern Kredit? Die Banken schon einmal nicht. Tina ist nicht auf den Kopf gefallen. Es müssen Mitbewohner her, die genauso begeistert von einer Gemeinschaft und Landleben sind wie sie. Die rührige Pflegekraft findet wirklich die ersten Interessenten. Doch da ist noch der misslaunige Eigentümer Jakob, der auf dem Hof eine Wohnung hat und diese auch nicht aufgeben will. Hinzu kommt, dass Tinas Teenager-Kinder Feli und Tom überhaupt nicht begeistert von den Aussichten sind, in der vermeintlichen Einöde zukünftig auf die Annehmlichkeiten der Stadt und ihre Freunde verzichten zu müssen.

Es bleiben Tina also genug Stolpersteine auf dem Weg zum neuen Zuhause und ins Glück …


Und genau diese Stolpersteine machen den Roman zu einem echten Lesevergnügen. Britta Orlowski versteht es hervorragend, die Hürden des Landlebens darzustellen und ihrer Heimat einen hohen Stellenwert einzuräumen.

DER ALTE HOF IM HAVELLAND ist - wie der Name verrät - im Brandenburgischen Landstrich angesiedelt, und das Mehrgenerationenhaus, das im Mittelpunkt von inzwischen vier Geschichten steht, befindet sich in Bützer, einer kleinen Oase der Ruhe direkt an der Havel. Das alte slawische Fischer- und Bauerndorf fängt das Lebensgefühl der Region ein und bietet damit die perfekte malerische Kulisse für EIN ZUHAUSE FÜR DIE LIEBE.

Ob es den alten Hof auf dem sehr schönen Cover tatsächlich gibt, ist im Grunde nicht wichtig. Denn der Autorin gelingt es, ein beachtenswertes Bild von den Örtlichkeiten zu zeichnen, das sehr einladend auf die Leserschaft wirkt. Dazu tragen auch eine schwungvolle Erzählweise mit Krimi-Elementen und ein angenehmer, heiterer Schreibstil bei. Dies alles wird durch einige Überraschungen und Wendungen gestärkt. Bei der Schilderung legt Britta Orlowski Augenmerk auf das Leben auf einem Mehrgenerationenhof mit all seinen Facetten in unterschiedlichen Situationen und verdeutlicht auf charmante Art, dass nicht nur Freundschaft und Zusammenhalt die Grundlage zum Glück sein können, sondern natürlich auch die Liebe.

Auf dem Havellandhof treffen Persönlichkeiten gemischten Alters und Geschlechts aufeinander, werden ernste Themen angesprochen, die Sorge um das Geld fokussiert, das Augenmerk auf eigensinnige Kinder und einen griesgrämigen Nachbarn gelegt, ohne dass es zu einer Überladung kommt. Bei allem begegnet einem Tina, die trotz der Widrigkeiten optimistisch bleibt, weiter kämpft und sich ihren Traum nicht vermiesen lässt.

Ihre überwiegend sympathischen Protagonisten agieren mit Herz und Gefühl und sorgen für jede Menge emotionaler Erlebnisse. Auch wenn manche Lösung am Ende etwas zu glatt oder vorhersehbar wirkt, tut das dem Lesespaß keinen Abbruch.

EIN ZUHAUSE FÜR DIE LIEBE ist ein warmherziges Gute-Laune-Buch, das auch bei ein paar Wolken am Himmel für ausreichend Sonnenschein sorgt.

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Erschienen ist der Roman bei dotbooks. Ich danke für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Donnerstag, 30. Juli 2026

Drei Tage im Havelland - Tag 2: Interview mit der Autorin

Liebe Britta, ich freue mich sehr, dass du dir Zeit für ein Interview genommen und mir ein paar Fragen beantwortet hast …

Du bist im Havelland Zuhause. Was macht für dich die Faszination dieses Landstrichs aus? Und gibt es etwas, das dich bei deinem Recherchen trotz all deines Wissens überrascht hat?


Liebe Anke, zunächst freue ich mich sehr über dein Interesse an meiner schönen Heimat.


Was mich am Havelland fasziniert, ist die Schönheit, der Wasserreichtum mit seinen vielen Seen und die Havel selbst natürlich. Es gibt so viele Plätze, an denen man sich ausruhen und entschleunigen kann, wo die Zeit von einem abfällt, die geheimnisvoll wirken, weil sie so still und so magisch daliegen. Wie von selbst werden mir da Geschichten zugeflüstert, die ich dann zu Romanen plotte.


Das ist das Wunderbare, dass ich bei der Recherche immer wieder überrascht werde. Besonders wenn es um Heimatgeschichte geht, um Ereignisse, wie die Landung eines Zeppelins im Jahre 1914 in Rathenow. Mir haben es auch Gebäude angetan, die so viel über sich preisgeben könnten. Spontan fällt mir da das Apollo Theater in Rathenow ein, das leider im zweiten Weltkrieg vernichtet wurde. Das ist so tragisch, denn alte Fotos belegen, wie großartig der Theatersaal aussah. Es war das größte Haus im Brandenburger Land und dort fanden etliche Uraufführungen statt. Kino, Theaterstücke, Opern und Operetten – es muss herrlich gewesen sein.


Welchen Part (es können auch mehrere sein) beim Schreiben deiner Geschichten magst du und welchen gar nicht?


Ich liebe es Figuren und Schauplätze zu erschaffen. Außerdem schreibe ich leidenschaftlich gerne Dialoge - am liebsten solche, wo Stimmungen umschlagen und Emotionen spürbar werden.


Was ich nicht mag: Exposés zu schreiben. Zwar fällt es mir heute ungleich leichter, aber es ist immer noch Schwerstarbeit. Am allerschlimmsten finde ich jedoch, einen Pitch zu verfassen. Meine Geschichte in maximal drei Sätzen auf den Punkt zu bringen, als Verkaufsargument, ist immer wieder furchtbar. Wenn es nach mir ginge, sollten das getrost die Agenturen übernehmen, die ja die eigentlichen Verkäufer der Ideen an die Verlage sind.


Wie gehst du beim Schreiben vor? Hast du ein klares Konzept für die Handlung und Personenführung? Wenn ja, gelingt es dir, dieses einzuhalten, oder gibt es während des Schreibens des Öfteren Abweichungen?


Ja, ich schaffe die Figuren, mit ihren Lebensläufen und Stammbäumen und den oder die Schauplätze und arbeite dann den Plot nach dem Modell der Heldenreise aus. Die meisten Details davon bringe ich tatsächlich auch im Manuskript unter. Aus dem Handlungsverlauf ergeben sich aber immer auch überraschende Szenen, die so nicht bedacht oder geplant worden waren. Aber diese kleinen Abweichungen mag ich sehr, sie machen die Handlung oft runder, authentischer. Für mich soll ein Roman so wirken, als wäre er in der Realität

passiert.


Die Gestaltung und Entwicklung der Figuren ist ja ein wesentlicher Bestandteil eines Romans. Ist es für dich wichtig, dass deine Leser mit den Protagonisten mitfühlen können und/oder Entscheidungen von ihnen mittragen? Gibt es in "Der alte Hof im Havelland. Ein Zuhause für die Liebe" Personen, die du sehr gemocht oder bei deren Ausarbeitung du dir die "Haare gerauft" hast, weil sie schwierig waren oder gar ein Eigenleben entwickelten?


Es hat meiner Meinung nach sogar oberste Priorität, dass Leserinnen und Leser alle Emotionen meiner Figuren fühlen, sich in sie hineinversetzen oder deren Entscheidungen mittragen können. Meine Figuren sollten echt wirken. Nur so wollen die Leser doch Seite für Seite weiterblättern und mitfiebern.


Oh ja, meine Lieblingsfigur ist hier eindeutig Jakob. Dicht gefolgt von Tina – natürlich. Wer mich aber zum Haare raufen gebracht hat, ist eine Nebenfigur, die ich eigentlich gar nicht geplant hatte. Cosima. Im Verlauf des Schreibens ist sie mir aber so sehr ans Herz gewachsen, dass sie eine eigene Geschichte bekam. Das ist auch so eine Kuriosität, du planst einen Roman und wie von Geisterhand entsteht daraus eine Buch Reihe.


Bist du sehr kritisch mit deinen eigenen Werken?


Ja, bin ich. Besonders hinsichtlich Authentizität, Glaubwürdigkeit und vor allem will ich keine langweiligen Geschichten schreiben. Ich werde zum Glück nicht von Selbstzweifeln zerfressen, denn ich erzähle die Geschichten so, wie ich sie selbst gern lesen möchte. Ich liebe meine Romane. Das halte ich auch für wichtig. Ich muss an sie glauben, wie will ich sonst eine Agentur oder einen Verlag überzeugen.


Zu guter Letzt würde ich gern noch Folgendes wissen: Jeder kennt sie, die Tage, an denen nichts läuft. Gerade in dieser angespannten Zeit ... Wie motivierst du dich, wenn dich die Schreibunlust überfällt?


Nun, da gibt es genug andere Arbeiten zu erledigen; recherchieren, eine neue Idee plotten oder einfach mal die Seele baumeln lassen und NICHTS tun. Alles sacken lassen, spazieren gehen in der Natur, schwimmen, Fahrrad fahren, mit Freundinnen quatschen – das Leben genießen mit dem Wissen: Alles kommt zur rechten Zeit zu dir.


Liebe Britta, danke nochmals für diese wunderbare Interview.



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Wie schafft man sich ein Zuhause – und eine Familie?

Schon lange träumt Tina von einem Mehrgenerationenhof auf dem Land. Wie schön es wäre, den Lärm der Stadt hinter sich zu lassen und sich als Alleinerziehende von drei Kindern nicht ständig Sorgen machen zu müssen! Bei einem Ausflug nach Bützer, einem hübschen kleinen Ort an der Havel, entdeckt sie einen alten Bauernhof, der zum Verkauf angeboten wird. Doch allein kann sie den Preis nicht stemmen – Mitbewohner müssen her, die genauso viel Lust auf Landleben haben wie sie. Auch ihre Kinder sind noch lange nicht überzeugt. Und dann ist da noch der Vorbesitzer Jakob, der nicht wegziehen möchte und Tina mit seinem finsteren Blick und seiner Art wahnsinnig macht … Kann sie trotz aller Hindernisse ihr Glück finden? (Quelle: Verlag)

Erschienen ist der Roman bei dotbooks.


Dienstag, 28. Juli 2026

Drei Tage im Havelland - Tag 1: Der Ort des Geschehens

Habt ihr schon einmal vom Havelland gehört oder gelesen? Vielleicht kann ich euch heute mit ein paar wissenswerten Informationen neugierig machen.


Von Devil m25, CC BY-SA 3.0
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7038652

Das südlich von Prignitz und Ruppiner Land in Brandenburg gelegene Havelland ist geografisch gesehen das U-förmig von der Havel umflossene Gebiet zwischen Oranienburg im Nordosten und Rhinow im Nordwesten. Den nördlichen Abschluss des Havellandes bilden der Fluss Rhin und der Rhinkanal.

Das Havelland gilt als historische Landschaft. Hierbei handelt es sich um einen Fachbegriff aus der Geschichtswissenschaft, der eine natürliche Region, deren menschliche Besiedlung untersucht wird, bezeichnet. Das Besondere daran ist, dass sich die Menschen in diesem Gebiet historisch eng miteinander verbunden fühlen. Dieses Gemeinschaftsgefühl bleibt auch dann bestehen, wenn sich politische Grenzen oder die Wirtschaft im Laufe der Zeit verändern.

Ein wunderbares Beispiel für dieses Identitätsgefühl ist die literarische Prägung der Region. Theodor Fontane setzte dem Havelland – wie auch vielen anderen brandenburgischen Gebieten – ein bleibendes Denkmal. Besonders seine berühmte Ballade HERR VON RIBBECK AUF RIBBECK IM HAVELLAND machte die Gegend weltbekannt. Zudem ließ er seine Romanfigur Effi Briest dort aufwachsen und widmete der Region einen eigenen Band seiner WANDERUNGEN DURCH DIE MARK BRANDENBURG.


Foto: Pixabay

Das Bild des Havellandes wird vor allem durch seine ausgedehnten Urstromtäler geprägt. Aus diesen tiefen Niederungen ragen inselartig riesige Hochflächen empor. Diese sogenannten Platten tragen meist Grundmoränen aus den eiszeitlichen Epochen, doch auch markante Endmoränen der Saale- und Weichseleiszeit formen die Region. Auf den sandigen, trockenen Platten erstrecken sich heute neben weiten Äckern auch dichte Wälder. Die größte von ihnen ist die Nauener Platte, nördlich gefolgt von kleineren Erhebungen, den “Ländchen”. Westlich des großen Havelbogens schließt sich zudem das Land Schollene an.

Foto: Pixabay
Abseits der Havel breiten sich in den Tälern spektakuläre Moorlandschaften aus. Nördlich der Nauener Platte liegen das Havelländische Luch und das Rhinluch – landschaftlich getrennt durch die Ländchen. Südlich davon erstreckt sich die Osthavelniederung. Sie ist durchzogen von kleineren Moränenhügeln und einer traumhaften Kette aus zahlreichen Havelseen. Dass diese Regionen heute so gut nutzbar sind, verdanken sie menschlicher Hand. Vom frühen 18. Jahrhundert bis in die 1950er-Jahre wurde vor allem der Norden des Havellandes durch ein riesiges Kanalnetz aufwändig entwässert.
Heute findet allerdings ein Umdenken statt. Das Land Brandenburg verabschiedete 2023 zur Stabilität des Wasserhaushaltes und der Bindung von Kohlendioxid ein Moorschutzprogramm, um trockengelegte Moore gezielt wieder zu bewässern. 
Der westliche Teil der Region zwischen Rhinow und Pritzerbe gehört zum Naturpark Westhavelland. Hier liegt mit der Unteren Havelniederung das größte zusammenhängende Feuchtgebiet im westeuropäischen Binnenland.
Das Havelland ist recht dünn besiedelt, wobei sich größere Städte wie Potsdam, Brandenburg an der Havel und Rathenow sowie das historische Spandau an den Havelübergängen entwickelten. Als wichtiges Zentrum im Berliner Umland verzeichnet zudem Falkensee ein starkes Wachstum.

Fotos: Britta Orlowski
Wirtschaftlich prägen weitläufiger Ackerbau und die Viehhaltung das Bild, während die Region um Werder für ihren intensiven Obst- und Gemüseanbau samt Weiterverarbeitung bekannt ist. Auch die traditionelle Fischerei auf den Havelseen sichert bis heute Arbeitsplätze.
Als Naherholungsgebiet für die Metropole Berlin gewinnt der Tourismus zunehmend an Bedeutung.
Eine zentrale Herausforderung bleibt jedoch die Verkehrserschließung. Die Havel ist zwar eine wichtige Wasserstraße, die weiten Seen und Feuchtgebiete erschweren allerdings den Ausbau von Straßen- und Eisenbahnnetzen.
Für Radbegeisterte ist das Havelland wegen seiner flachen Strecken und der gut ausgebauten Infrastruktur absolut empfehlenswert. Die Region lässt sich ideal auf dem Havelland-Radweg von Osten nach Westen oder auf dem naturnahen Havelradweg direkt am Wasser erkunden. Die Themenroute Fontane.Rad sei hingegen Kultur- und Geschichtsliebhaber empfohlen.
Wer sich für den naturnahen Havelradweg entscheidet, rollt direkt in eine kleine Oase der Ruhe, die nicht nur Ausflügler, sondern auch Literaten inspiriert: die Gemeinde Bützer. In dieser malerischen Kulisse und ihrer Umgebung sind auch die Romane der beliebten Havelland-Reihe von Britta Orlowski angesiedelt, die das Lebensgefühl der Region wunderbar einfangen.



Fotos: Britta Orlowski

Dieses alte slawische Fischer- und Bauerndorf blickt auf eine beeindruckende Geschichte zurück. Wahrscheinlich wurde der Ort, dessen Feldmark als “Krietz” bezeichnet wird, schon im Jahr 946 von Otto dem Großen unter dem Namen “Podesal” dem Bistum Havelberg übereignet. Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1368.

Heute schätzen sowohl die Einwohner als auch die bereits erwähnten Radtouristen die idyllische Lage direkt an der Havel. Entlang des Ufers laden gemütliche Bänke und Sonnenliegen dazu ein, das Fahrrad kurz beiseitezustellen, die Beine auszustrecken und den Blick über das glitzernde Wasser schweifen zu lassen.


Foto: Britta Orlowski

Auch Kulturliebhaber kommen bei diesem Zwischenstopp auf ihre Kosten. Die spätromanische Dorfkirche wurde bereits Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut. Im 19. Jahrhundert kamen der Vorraum und der markante dreigeschossige Turm hinzu, bevor das historische Bauwerk 1982 unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Neben der sakralen Architektur hat Bützer zudem das Antlitz großer Metropolen geprägt. Bis nach Berlin und Hamburg ist der Ort für seine roten Backsteinziegel bekannt. Anfang des 19. Jahrhunderts produzierten hier gleich vier Ziegeleien das begehrte Baumaterial, die letzte von ihnen stellte erst im Jahr 1966 ihren Betrieb ein.

Als stolzes Denkmal dieser industriellen Vergangenheit ragt noch heute ein weithin sichtbarer Schornstein in den Himmel und weist schon von Weitem den Weg.


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Wie schafft man sich ein Zuhause – und eine Familie?

Schon lange träumt Tina von einem Mehrgenerationenhof auf dem Land. Wie schön es wäre, den Lärm der Stadt hinter sich zu lassen und sich als Alleinerziehende von drei Kindern nicht ständig Sorgen machen zu müssen! Bei einem Ausflug nach Bützer, einem hübschen kleinen Ort an der Havel, entdeckt sie einen alten Bauernhof, der zum Verkauf angeboten wird. Doch allein kann sie den Preis nicht stemmen – Mitbewohner müssen her, die genauso viel Lust auf Landleben haben wie sie. Auch ihre Kinder sind noch lange nicht überzeugt. Und dann ist da noch der Vorbesitzer Jakob, der nicht wegziehen möchte und Tina mit seinem finsteren Blick und seiner Art wahnsinnig macht … Kann sie trotz aller Hindernisse ihr Glück finden? (Quelle: Verlag)

Erschienen ist der Roman bei dotbooks.


Samstag, 25. Juli 2026

Blogtour - Aus der Asche: Thriller

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Eine  Botschaft aus dem Jenseits? Svenja Paulus zweifelt an ihrem Verstand, als ihr ehemaliger Freund sich bei ihr meldet. Als Polizistin weiß sie, was sie mit ihren eigenen Augen sah: der Mann ist seit Jahren tot! Er verlor sein Leben in einem Inferno, dem Svenja selbst nur knapp entkam. Deshalb beginnt sie das zu tun, wovor der Tote sie eindringlich warnt: sie forscht nach.

Je tiefer sie jedoch in die Vergangenheit eintaucht, desto mehr zerbricht Svenjas Wirklichkeit. Menschen schneiden sie, Erinnerungen verschwimmen und unerklärliches Unheil geschieht. Treibt jemand ein grausames Spiel mit ihr, oder hat sie die Wahrheit über ihre Vergangenheit schlicht verdrängt? War sie bei dem Brand mehr als eine Zeugin? 


Arne M. Boehler hat einen psychologischen Thriller über Manipulation und Schuld, Wahrheit und Selbsttäuschung, Trauma und Erinnerung geschrieben. Ich erzähle euch heute im Rahmen der Blogtour ein paar wissenswerte Fakten über das literarische Genre THRILLER.

Das Wort “Thriller” stammt vom englischen Begriff thrill ab, was übersetzt so viel wie Schauer, Nervenkitzel oder Erregung bedeutet. Und genau darum geht es, denn diese Gattung lebt von einer permanenten Achterbahnfahrt der Gefühle, wobei die Spannung hier fast nie pausiert – oder dies zumindest nicht sollte.

Ein Thriller, der seinen Namen verdient, ist ein konstantes, psychologisches Spiel zwischen extremem Druck und kurzer Erleichterung, das sich durch die gesamte Handlung zieht. Um diesen Zustand zu erreichen, schöpfen Autoren aus dem Vollen und nutzen weite Spannungsbögen, fiese Cliffhanger und falsche Fährten (sogenannte Red Herrings), die uns bewusst in die Irre führen.

Obwohl sich Thriller, Mystery und klassische Krimis oft überschneiden, wird der ausschlaggebende Unterschied durch die Dynamik bestimmt.

Im typischen Kriminalroman steht die logische Ermittlung im Vordergrund. Höhepunkt ist die Aufklärung des Falls. Ein Thriller hingegen zielt direkt auf das Überleben ab. Die Helden müssen sich permanent gegen massive psychische oder physische Gewalt ihres Gegenspielers wehren. Das Finale ist kein klassisches Verhör, sondern in der Regel der meist haarscharf erreichte, finale Sieg über den Schurken, um sich selbst oder gar die ganze Welt zu retten.

Während Standard-Thriller stark auf Action und äußere Handlung setzen, dringt der Psychothriller tief in den Verstand der Figuren ein. Dabei steht nicht die Verfolgungsjagd im Fokus, sondern ein emotionaler, vielfach toxischer Konflikt zwischen den Charakteren oder der Kampf einer Figur mit den eigenen inneren Dämonen und Traumata.

Um diesen psychologischen Schrecken spürbar zu machen, nutzen Autoren bestimmte Techniken wie den Bewusstseinsstrom, bei dem wir ungefiltert die häufig wirren Gedanken einer Figur miterleben. Wiederholt kommen auch unzuverlässige Erzähler oder eine tiefgehende Aufarbeitung der Vorgeschichte zum Einsatz. Anders als beim klassischen Suspense, bei dem das Publikum einen Wissensvorsprung vor den Figuren hat, wissen wir im Psychothriller genauso wenig wie die Protagonisten. Dadurch entsteht eine extrem starke Identifikation, und wir tappen gemeinsam mit ihnen im Dunkeln.

Ganz andere Saiten zieht der Politthriller auf. Er bricht aus dem persönlichen Überlebenskampf aus und hebt die Bedrohung auf die staatliche Ebene. So bestimmen Spionage, Terroranschläge und kriminelle Verschwörungen in den oberen Machtetagen das Geschehen. Autoren jagen ihre Figuren durch ein Netz aus Korruption und Staatsaffären, das sich in realen oder fiktiven Ländern entfaltet. Die Storys gewinnen ihre erschütternde Intensität dadurch, dass sie fiktive Szenarien mit echten historischen Ereignissen verweben, wodurch die Grenze zwischen Fiktion und Realität gefährlich verschwimmt.

Technothriller bewegen sich oft im Grenzbereich zur Science-Fiction. Kennzeichnend sind die tragende Rolle technischer Innovationen sowie ein von Fachjargon geprägter Stil. Die Abgrenzung zur Science-Fiction erfolgt dadurch, dass die Handlung in der Gegenwart spielt und die gesellschaftlichen Auswirkungen der Technologie ausgeblendet werden. Steht bei einer solchen technologischen Bedrohung direkt das globale Schicksal auf dem Spiel, wird auch von einem epischen Thriller gesprochen.

Ökothriller etablierten sich in den 1980er Jahren. Im Zentrum der Handlung steht hierbei der dramatische Konflikt zwischen ökologischen Interessen und ökonomischen Profitgelüsten.

Ein weiterer Bereich sind Erotikthriller, die die klassische Hochspannung mit expliziten erotischen Elementen und psychologischen Machtspielen verknüpfen. Kippt die Bedrohung hingegen ins Übernatürliche oder Monströse, ist die Rede von Horrorthrillern, die den Nervenkitzel des Genres mit purem Grauen und Schockmomenten anreichern.

Dienstag, 12. Mai 2026

Selfpublishing Buchpreis 2025/26 - Die Siegertitel

Nun liegt die Leipziger Buchmesse bereits geraume Zeit hinter mir, ich möchte aber noch gern die Siegertitel des Selfpublishing Buchpreises bekanntgeben.

In der Kategorie Belletristik hat Susanne Mesterharm für VOGEL MIT LICHT das Goldtreppchen erklommen.


Berit wacht eines Morgens auf – und vier Monate ihres Lebens sind spurlos verschwunden. Fremde Möbel. Unbekannte Kleidung. Stimmen im Kopf.

Was wie ein Albtraum klingt, ist ihre Realität. Langsam fügt sich das Bild: In ihrem Körper leben viele. Jeder Teil trägt Erinnerungen, Schmerz, Überlebensstrategien – und gemeinsam erzählen sie Berits wahre Geschichte.

Zwischen innerem Chaos und äußeren Herausforderungen kämpft sie um Selbstbestimmung. Und um Liebe – zu sich selbst, und zu Martha. „Vogel mit Licht“ ist ein eindrucksvoller Roman über Identität, Trauma und Heilung. Mit literarischer Tiefe und psychologischem Feingefühl eröffnet er Einblicke in eine zersplitterte Seele, die sich neu zusammensetzt. Eine Geschichte über das Unsichtbare in uns – und die Kraft, daraus etwas Ganzes zu machen ...

In der Kategorie Kinder- und Jugendbuch erhielten Judith Spörl (Text) und Arabell Watzlawik (Illustrationen) für EINE TÜR FÜR DEN POMPS die begehrte Auszeichnung.


In der Kinderbuchwerkstatt gibt es Schreiblinge, Farbklecksis und jede Menge Kinderbuchfiguren. Pompsi gehört weder zu den einen noch zu den anderen. Er wurde von Marie aus einem Plakat gemalt.
Um sich nicht aufzulösen, braucht er dringend eine eigene Geschichte. Denn wie alle wissen: Kinderbuchfiguren sind unvergänglich!
Aber keiner hat Zeit, Pompsi eine Geschichte zu schreiben.
Und Marie traut sich nicht. Sie hat nämlich ein Geheimnis.
Nicht einmal Kater Kapitän Krümel, Küchendrache Schmauchi und Bücherschnurm Schnorbert wissen davon. Ob Pompsi ihr helfen kann – und Marie ihm?

In der Kategorie Sachbuch/Essayistik konnte sich Marc A. Hoffmann für SCHOTTLANDS MALT-WHISKYS. EINE REISE ZU DEN DESTILLERIEN über den 1. Preis freuen.


Erlebe Schottland wie nie zuvor! Tauche ein in die faszinierende Welt der aktiven Whisky-Brennereien und entdecke die Vielfalt der exquisiten Single-Malt-Whiskys.

Dieser Bildband zieht dich mit atemberaubenden Fotos, packenden Geschichten und einem Blick hinter die Kulissen der Whisky-Herstellung in seinen Bann.

Marc A. Hoffmann, begeistert von Schottland und seinen herzlichen Menschen, nimmt dich mit auf eine unvergessliche Entdeckungsreise. Hier wird das Kultgetränk Whisky seit Generationen gefeiert, und die Geschichten der Brennereien sowie die Gastfreundschaft der Bewohner lassen jeden Besuch zu einem besonderen Erlebnis werden ...

Meine herzliche Gratulation!