Montag, 16. Mai 2022

Ab in den (Frühlings)Wald - Teil 2

Wie schnell sich die Natur innerhalb von Tagen verändert ...











Dienstag, 3. Mai 2022

Blogtour HOMER Historische Literatur 2022 - Krone des Himmels

 

Im Jahr 1187 ruft Papst Gregor VIII. die christlichen Gläubigen auf, das Heilige Land zurückzugewinnen. Mit dem Sieg Saladins über das Königreich Jerusalem war nämlich auch die Stadt Jerusalem verloren gegangen.

So beginnt 1189 der Dritte Kreuzzug unter der Führung von Friedrich Barbarossa, Kaiser des römisch-deutschen Reiches. Daneben brechen auch die Heere von Philipp II. von Frankreich und Richard Löwenherz, König von England, auf. Ein buntes Gemisch aus Kreuzfahrern und Soldaten Christi sowie Pilgern nimmt am Kriegszug im Streit der Religionen teil.

Unter ihnen befinden sich die Handwerkstochter Aveline aus Oberlothringen und Étienne d'Arembour, der in der Grafschaft Tonnerre auf einem Rittergut zu Hause ist. Beide vereint, dass das Schicksal bisher keineswegs freundlich zu ihnen war.

Aveline pilgert nach Jerusalem, um durch das Gebet am Grab Jesu Christi Erlösung von einer schweren Schuld zu erbitten. Am Beginn ihres Weges ist sie eine wehr- und rechtlose Frau. Bereits einmal hat sie dies zu spüren bekommen, als sie von einem Ritter geschändet und geschwängert wurde. Auf ihrer Reise sieht sie sich nach anfänglich gutem Verlauf in der Gemeinschaft von Pilgern, in der sie seit Langem so etwas wie Geborgenheit entdeckt, bald unterschiedlichen Gefahren ausgesetzt und ist nach dramatischen Ereignissen gezwungen, als Bogenschütze Avery in Männerkleider gehüllt Aufnahme im Kreuzfahrerheer von Kaiser Friedrich Barbarossa zu suchen.

Étienne, dritter Sohn aus adligem Hause, leidet unter der angeborenen Missbildung seines Fußes. Die Verkrüppelung ist Grund für die Ablehnung durch den Vater, obwohl Ètienne sich ständig um dessen Wohlwollen bemüht. Der junge Mann trägt schwer an der Last des Ausgestoßenseins und der damit verbundenen Erwartungslosigkeit. Auf ein Erbe braucht der Neunzehnjährige nicht zu hoffen. Wird er tatsächlich immer auf die Barmherzigkeit von Menschen angewiesen sein, die ihn verachten?

Für Ètienne soll es nicht allein das sein, was das Leben ihm bietet. Deshalb macht er sich mit einem gestohlenen Pferd, ein paar Vorräten und Decken auf den Weg, stets mit der Furcht im Nacken, von seinem Vater oder den älteren Brüdern zurück in sein „Gefängnis“ geschleift zu werden. Stattdessen wird er überfallen, und es ist nur dem Wundarzt Caspar zu verdanken, dass er überlebt.

Vor Akkon, dem Tor zum Heiligen Land, treffen Étienne und Aveline aufeinander. Nach einer Verletzung offenbart sich dem angehenden jungen Wundarzt das Geheimnis von Aveline. Sie nähern sich an, und in ihrem Ringen um Würde, Aufrichtigkeit und Anerkennung erfahren sie beim jeweils anderen Zuspruch und Liebe. Im Verlauf des Geschehens wachsen ihre Gefühle, die sich indes immer wieder bewähren müssen, während die Belagerung von Akkon andauert. Denn es ist nicht nur die Angst vor der Entdeckung, die ihren Tod bedeuten würde, sondern auch Zweifel an der Loyalität, die ihre Empfindungen in Zwiespalt geraten lassen ...


Es ist ein hehres Ziel, das sich die Kreuzfahrer des Dritten Kreuzzuges gestellt haben: Jerusalem soll den Händen der heidnischen Sarazenen entrissen werden. Tausende Ritter nehmen unter Führung ihrer jeweiligen Herrscher das Kreuz und ziehen mit ihren Männern ins Heilige Land. Doch der charismatische Kaiser Barbarossa stirbt bereits auf der Reise, und Phillip II. Und Richard Löwenherz sind wegen familiärer Verwicklung – wie es scheint – heillos zerstritten.

Die Last der Kämpfe und des Krieges ruht sowieso auf den Schultern jener Menschen des Heeres, zu denen unter anderem Aveline/Avery und Étienne gehören. Deren Schicksal setzt Juliane Stadler mit „Krone des Himmels“ ein beachtliches und meisterhaftes Denkmal.

Sorgfältige Recherche zeichnet den Roman aus, der in seiner detaillierten Fülle hinsichtlich der Schilderung von Krieg, Gewalt und Grausamkeit, Leid, Schmerz und Verlust, indes ebenso Mut, Freundschaft und Hoffnung, Mitgefühl, Toleranz, den Umgang mit Andersgläubigen und letztlich auch Liebe, Fürsorge und Wärme überwältigend, jedoch nicht überfordernd wirkt. Er zieht seine Kraft aus den Momentaufnahmen, dem bewegten und bewegenden Blick auf eine anschauliche und mitreißende Szenerie in das Leben, Leiden, Lieben und Sterben im 12. Jahrhundert. Dabei legt die Autorin Augenmerk auf das Dasein ihrer Figuren, die an historischen Schauplätzen in unterschiedlichen Situationen an der Seite einst realer Persönlichkeiten agieren.

Die Kombination aus tatsächlicher Geschichte und Fiktion ist herausragend und beeindruckt besonders, weil es sich bei „Krone des Himmels“ um den Debütroman von Juliane Stadler handelt, um so mehr.

Die Autorin vermittelt erfolgreich die politischen und Hintergründe für den Kreuzzug und beschreibt mit Eloquenz, Glaubwürdigkeit und opulenter Fabulierfreude im Wechsel der Perspektiven das Geschehen um ihre Protagonisten. So ermöglicht sie den Zugang zur Gedankenwelt der handelnden Menschen.

Mit ausgesprochener Kunstfertigkeit hat die Autorin die Ausarbeitung der Charaktere vorgenommen, deren Stärken und Schwächen facettenreich und authentisch geformt. Sie geht achtsam mit ihren Figuren um und gibt ihnen reichlich Raum zur Entfaltung. Einige von ihnen sind zwar in der Bösartigkeit zu einseitig dargestellt, aber das sei der Autorin verziehen, weil die Ablehnung auch auf Seiten der Leserschaft ist.

Eines beweist Juliane Stadler mit ihrer prachtvollen „Krone des Himmels“, das als Hardcover mit Lesebändchen außerdem mit Landkarten, einem Nachwort mit den historischen Fakten und den hiervon vorgenommenen Abweichungen, einem Personen- und Ortsnamensverzeichnis sowie Glossar ausgestattet ist:
 
Wenn du es willst, kannst du dein Leben selbst in die Hand nehmen.“ (Seite 150)
 

Freitag, 22. April 2022

Blogtour HOMER Historische Literatur 2022 - Vorstellung und Einladung

 

Jedes Jahr werden von HOMER Historische Literatur die besten historischen Romane gekürt. Aus der Fülle der 2021 erschienenen Werke hat die HOMER Jury nach fleißiger Lektüre die ihrer Meinung nach zwölf Besten herausgefiltert.

Eine Gemeinschaft von Bloggern wird euch in den nächsten Wochen die Nominierten der Shortlist für den HOMER Literaturpreis 2022 vorstellen. Beginn unserer Blogtour ist am 26. April 2022.

26. April 2022
Maria W. Peter - Verrat in Colonia von Maria - https://angeliquesleseecke.blogspot.com

28. April 2022
Mac P. Lorne - Sie nannten ihn Cid - https://carmensbuecherkabinett.de/

30. April 2022
Ulf Schiewe - Die Mission des Kreuzritters - https://kunterbuntebuecherreisen.wordpress.com/

3. Mai 2022
Juliane Stadler - Krone des Himmels - https://svanvithe.blogspot.de/

5. Mai 2022
Ana Pawlik - In den Klauen der Macht - https://nichtohnebuch.blogspot.com/

7. Mai 2022
Petra Schier - Die Rache des Lombarden - https://ullasleseecke.blog/

10. Mai 2022
Johanna von Wild - Der Pfeiler der Gerechtigkeit - https://fraugoetheliest.wordpress.com/

12. Mai 2022
Birgit Hermann - Die Aschenbrennerin - https://www.buecherheike.de/

14. Mai 2022

17. Mai 2022
Silke Böschen - Träume von Freiheit. Ferner Horizont - http://www.buchtempel.net/

19. Mai 2022
René Anour - Die Totenärztin. Goldene Rache - https://www.richteronweb.de/

21. Mai 2022
René Anour - Die Totenärztin. Wiener Blut - https://www.richteronweb.de/

Die Preisverleihung findet am 1. Oktober 2022 im Ingolstädter Altstadttheater statt. Bis dahin werden wir für euch die Bücher und ihre Autoren auf unseren Blogs, bei Facebook, Instagram usw. noch näher "beleuchten".

Ich würde mich freuen, wenn ihr uns dabei begleitet 
und wie ich Freude an der Vielfältigkeit der historischen Romane habt.

„Literatur ist, was gelesen wird“

Dienstag, 19. April 2022

Ab in den (Frühlings)Wald - Teil 1

Ich hoffe, ihr genießt die sonnigen Frühlingstage genauso wie ich. Bei uns ist es zwar noch etwas frisch, aber das ist kein Hinderungsgrund, sich an der erblühenden Natur zu erfreuen ...









Sonntag, 13. März 2022

Neues vom Pferdehof - Störenfried


Harry, Schatz, Resada und ich wollen hier arbeiten.


Harry, ich rede mit dir!


Würdest du bitte dein Sonnenbad beenden.


Also die Reaktion ist jetzt aber nicht nett!


Nein, ich komme dich jetzt nicht streicheln ...


Wir fangen dann einfach mal an.


Schließlich belebt die Sonne alle "Geister" ...


Freitag, 11. März 2022

Die Birken der Freiheit - Interview mit der Autorin


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Ich grüße dich, Christine, und freue mich, dass du anlässlich des Erscheinens deines neuen Buches "Die Birken der Freiheit" Zeit für ein Interview gefunden hast.

Danke! Und ich bin gespannt auf Deine Fragen

Zum zweiten Mal nimmst du uns nach Estland, wie wir es heute kennen. Was macht für dich die Faszination dieser baltischen Republik aus?

In den „Birken der Freiheit“ ist es – zumindest was die politische und gesellschaftliche Ordnung angeht – noch nicht das Estland, wie wir es heute kennen. Ich entführe die Leser ja in die Vergangenheit und lasse sie teilhaben an historischen Entwicklungen und Wendepunkten, die Voraussetzungen dafür waren, dass diese baltische Republik heute unabhängig ist und selbstbewusst ihre Traditionen, Kultur und Besonderheiten hochhält.

Dabei finde ich – insbesondere beim Strang, der 1914 einsetzt – die enge Verflechtung mit der deutschen Geschichte faszinierend. Vor allem aber hat es mich tief beeindruckt, wie unerschrocken dieses Volk sich immer wieder gegen übermächtige Gegner zur Wehr gesetzt hat und sich auch in finsteren Zeiten der Unterdrückung seine Identität nicht hat nehmen lassen.

Da Estland zu 50 Prozent bewaldet und der häufigste Laubbaum in den dortigen Wäldern die Birke ist, finde ich den Titel (erneut) passend gewählt. War es deine Idee, diesem Baum, der nicht nur viel besungenes Motiv vieler Lieder und Volksdichtungen und ein nationales Symbol des Landes ist, so ein kleines "Denkmal" zu widmen?

Ja, dass Birken eine Rolle spielen, war mir wichtig. Nicht zuletzt, weil ich diese Bäume liebe. Sie sind anmutig und zugleich zäh und widerstandsfähig.

Du schreibst mit enormer Detailverliebtheit, so dass es hervorragend möglich ist, sich in die Gegebenheiten vor Ort hineinzuversetzen. Stell dir vor, wir würden dieses wunderschöne Fleckchen Erde gemeinsam erkunden, welche Route würden wir nehmen?

Da Estland kein sehr großes Land ist, könnten wir in relativ überschaubarer Zeit eine schöne Rundreise machen und dabei einen umfassenden Eindruck der abwechslungsreichen Landschaft sowie der kulturellen Highlights und Baudenkmäler gewinnen.


Als Ausgangspunkt würde ich die Hauptstadt Tallinn wählen. Nach der Besichtigung der Stadt und einem Ausflug nach Kadriorg (Schloss Katharinental) und vielleicht noch nach Keila-Joa (Schloss Fall) mit seinen Wasserfällen, würden wir per Schiff zu den Inseln schippern (auf jeden Fall natürlich nach Hiiumaa (Dagö), wo ich den Birkenhof verortet habe). Anschließend würden wir auf dem Festland vom Seebad Pärnu aus eine große Runde drehen: über das im hügeligen Süden gelegene Otepää hinauf zur Universitätsstadt Tartu (Dorpat) und nach Osten zum Peipussee an der russischen Grenze und weiter gen Norden durch einsame Wälder und Moorlandschaften nach Narwa. Von dort würden wir an der Ostseeküste entlang zurück nach Tallinn fahren, vielleicht mit Abstechern nach Rakvere (Wesenberg) sowie zu einigen alten Gutshöfen und mindestens einem der Naturschutzgebiete.

Deine Romane sind stets auf zwei Zeitebenen angesiedelt. Dieses Mal begeben wir uns in die Jahre 1914 und 1989. Welches Jahr hast du bei der Recherche als intensiver für dich empfunden?

Emotional hat mich das Eintauchen in die späten 1980er Jahre mehr berührt, die ja auch für uns Deutsche (Stichwort Fall der Mauer) einen bedeutsamen Wandel brachten. Bei der Recherche bin ich oft über eigene Erinnerungen „gestolpert“ und tief in „meine“ Zeit damals abgetaucht.

Aber auch die Zeit vor und im 1. Weltkrieg fand ich spannend, vor allem die Geschehnisse im Osten, die ich zuvor nicht so auf dem Schirm hatte. Da habe ich viele interessante Zeitzeugenberichte gelesen, die mich sehr berührt haben.

Die Handlungsstränge und Personenführung bedürfen sicher eines klaren Konzepts. Wie gelingt es dir, dies einzuhalten? Gab es im Verlauf des Schaffungsprozesses von "Die Birken der Freiheit" Abweichungen?

Ja. Kleinere Änderungen sind eigentlich immer dabei und bei so komplexen und umfangreichen Manuskripten (zumindest bei mir) nicht zu vermeiden. Es kommt aber auch zu größeren Abweichungen, dieses Mal konkret bei Merikes Geschichte. Da hatte ich nämlich die kleine Enna und ihren Bruder Tarmo und auch die Punkerin Lenja im Konzept gar nicht vorgesehen, die tauchten „einfach“ auf und wollten mitspielen.

Außerdem hatte ich ursprünglich vor, die Jahre des Freiheitskampfes nach dem 1. Weltkrieg noch mehr zu thematisieren, das hätte dann aber doch den Rahmen gesprengt.

Wie wichtig ist dir die Gestaltung und Entwicklung deiner Figuren? Gibt es eine, die du im Roman besonders ins Herz geschlossen hast?

Mit den Figuren – allen voran natürlich den Protagonistinnen – steht und fällt für mich die Handlung, weil ich diese ja vor allem aus deren Perspektive verfolge. Beiden, also Merike und Luise, bin ich dabei sehr nahegekommen und kann nicht sagen, welche ich lieber habe.

 
Bei den Nebenfiguren war es bei diesem Buch vor allem die kleine Enna, die mir besonders ans Herz gewachsen ist.

In der Geschichte tauchen einige estnische Gerichte bei den Mahlzeiten auf. Mir ist das Brot sepik in Erinnerung geblieben. Hast du vielleicht das ein oder andere Rezept selbst ausprobiert, um ein persönliches Geschmackserlebnis zu haben, damit du es uns besser vermitteln kannst?

Ich habe kama ausprobiert, das sich in Estland beim Frühstück oder auch bei Desserts als wichtige Zutat großer Beliebtheit erfreut. Es ist ein Gemisch aus geröstetem Gersten-, Roggen-, Hafer- und Erbsenmehl, das z.B. mit Dickmilch, Quark verrührt oder als Creme mit Beeren gereicht wird.

Und estnische Milchkekse habe ich gebacken, die sind auch köstlich!

Als Pferdeliebhaberin freut es mich immer, wenn Pferde - wenn auch - kleine Rollen in Geschichten spielen. Wie ist deine Beziehung zu diesen wunderschönen Tieren, und dürfen wir im (hoffentlich) nächsten Buch ein wenig mehr über die Toris und ihre Freunde erfahren?

Pferde habe ich schon als Kind sehr geliebt und mir nichts sehnlicher gewünscht, als ein eigenes zu besitzen. Dieser Traum hat sich leider nie erfüllt, aber die Faszination ist geblieben.


Ich hätte gern ein drittes Buch geschrieben, in dem der Birkenhof und die Tori-Zucht eine größere Rolle spielen sollten. Der Verlag fand das zwar grundsätzlich interessant, hat jedoch andere Pläne; dort ist man nämlich der Ansicht, dass Estland den Lesern wohl zu unbekannt ist und nicht "zugkräftig" genug. Ich finde das sehr schade, denn ich hätte da noch einige interessante Ideen gehabt …

Das ist wirklich schade. Ich finde, dass es wichtig ist, den auch weniger bekannte Länder in den Mittelpunkt von Geschichten zu stellen.

Zu guter Letzt würde ich gern noch Folgendes wissen: Jeder kennt sie, die Tage, an denen nichts läuft. Gerade in dieser angespannten Zeit ... Wie motivierst du dich, wenn dich die Schreibunlust überfällt?

Von Schreibunlust würde ich weniger sprechen. Ich habe an Tagen, an denen „nichts geht“, eher das Gefühl, festzustecken. Manchmal hilft schon ein Spaziergang, um wieder klarer zu sehen und weiterschreiben zu können. In anderen Situationen bringt mich weitere Recherche auf die zündende Idee, die zuvor gefehlt hatte. Und manchmal brauche ich einfach eine kleine Auszeit, um Abstand zu gewinnen.


Aber natürlich lassen mich äußere Ereignisse wie jetzt der Krieg in der Ukraine und andere beunruhigende und bedrohliche Verwerfungen nicht kalt. Da fällt es mir dann schon zuweilen sehr schwer, das auszublenden und konzentriert zu arbeiten. Ich vermute jedoch, dass das derzeit leider vielen von uns so geht.

Da stimme ich dir auf jeden Fall zu und danke dir dafür, dass du dir Zeit für die Beantwortung meiner Fragen genommen hast.



Oldenburg, 1914: Luise reist nach Estland, wo die adelige Wilhelmine einen jungen deutschbaltischen Baron heiraten soll. Nicht wissend, dass es sich um den Zukünftigen ihrer Herrin handelt, trifft Luise auf Julius und verliebt sich in ihn. Die beiden Frauen fassen einen verwegenen Plan, aber ihr Glück steht auf Messers Schneide, denn schon bald bricht der Erste Weltkrieg aus.

Estland, 1989: Bislang hat sich Merike stets ihrem tyrannischen Großvater gefügt, doch jetzt schließt sie sich gegen seinen Willen nicht nur der Unabhängigkeitsbewegung an, sondern kommt auch hinter streng gehütete Geheimnisse der Familie – und entdeckt ihre deutschen Wurzeln. 

Vor der wildromantischen Kulisse Estlands beschreiten drei Frauen neue Wege auf der Suche nach Freiheit und Liebe (Quelle: Verlag)



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Erschienen ist der Roman im Aufbau Verlag. Dieser Beitrag ist Teil einer Aktion, die von prointernet bookmark organisiert wurde.

Mittwoch, 23. Februar 2022

Handbuch der angewandten Vampirpsychologie - Vorstellung

„Als Inanna von ihrem langjährigen Partner Janus verlassen wird, kann sie den Schlussstrich nicht akzeptieren und setzt alles daran, die Beziehung zu retten. Mit übersinnlichen Tricks und Hexenwerk findet sie einen Weg, die Zeit zurückzudrehen, doch neue ungeahnte Herausforderungen warten schon auf sie. Zwischen nebulösen Zeitsprüngen und erotischen Bisswunden ringt Inanna darum, die magische Welt in ihrer ungeheuren Alltäglichkeit zu meistern.

Der psychologische Roman mit fantastischen Elementen zieht den Lesenden in die Gefühlswelten und inneren Landschaften der Hauptfigur Inanna hinein und lässt ihn die Abenteuer einer jungen Frau mit übersinnlichen Fähigkeiten hautnah miterleben.“
 

Es ist ein bemerkenswertes Romandebüt, das Kristina Schippling vorlegt. Bereits der Titel „Handbuch der Angewandten Vampirpsychologie Band I“ und das außergewöhnliche Cover lassen darauf schließen.

Kristina Schippling, Jahrgang 1983, lebt in Berlin und ist als Filmregisseurin und Schriftstellerin aktiv. Sie hat ihr Rüstzeug für ihre Werke während ihres Studiums der Germanistik, Philosophie, Pädagogik, Psychologie und des Darstellendes Spiels, absolviert an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und der Universität der Künste Berlin, und auch während ihrer Promotion erworben.

Vor dem „Handbuch der Angewandten Vampirpsychologie Band I“ publizierte sie Kurzgeschichten in Anthologien und Zeitschriften, die Novelle „Drei Gesichter“ und eine Sammlung von Kurztexten in „Meine Wut ist weiß und rein“. Im März 2022 wird ihre Regie- und Kameraarbeit für den ersten Dokumentarlangfilm „The Sound of Cologne“ gezeigt.

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Zwei Fragen hat mir die Autorin dankenswerter Weise beantwortet:

Was war die besondere Herausforderung beim Schreiben einer Geschichte, die eine reale Thematik philosophisch hinterfragt und zugleich in einen "fantastischen" Rahmen setzt?

Wie die Frage schon impliziert, war die besondere Herausforderung für mich, philosophische und psychologische Aspekte mit dem Vampir-Thema zu verbinden. Ich habe vor allem versucht, das Vampirmotiv und die Psychologie wie zwei verschiedene Welten, die sich miteinander verbinden, zu behandeln. Dabei habe ich die psychologische Seite des Vampirs besonders in den Innenansichten und dem Erleben der Hauptfigur etabliert, aber auch in der äußeren Handlung versucht, einzubringen, indem vor allem die Bindungen und ihre Problematik im Vordergrund stehen. So habe ich drei verschiedene Bindungsmuster in der äußeren Handlung durchgespielt und diese wiederum durch die Hauptfigur tiefenpsychologisch erleben lassen. Ich wollte die Psychologie sowohl mit der inneren als auch mit der äußeren Handlung verknüpfen. Auch habe ich das Vampirmotiv psychologisch untersucht bezüglich des Herausfallens aus dem sozialen Netz, der damit verbundenen Einsamkeit, aber auch in der Handlung habe ich den Blutdurst psychologisch als Drogenrausch umgedeutet, die Unsterblichkeit des Vampirs mit Zeitreise, Zeitschleife, Spiel mit der Zeit und auch der Metapher des Zeitnebels stärker ausdifferenziert und auch mit den Bewusstseinsreisen/Rauschzuständen verknüpft. 

Ich denke, das Anspruchsvollste war, diese psychologischen Entsprechungen und Anknüpfungspunkte an das Vampirmotiv zu finden und inhaltlich detailliert auszuarbeiten, den Vampir psychologisch und möglichst aktuell auszudeuten.

Gegenwärtig haben die Menschen das Wort "Freiheit" wieder schnell im Mund, wobei es mir oft vorkommt, dass sie eigentliche Bedeutung nicht hinterfragen. Wie siehst du das?

Das sehe ich genauso. Diesen Freiheitsbegriff sollte man gründlich durchleuchten. Tatsächlich arbeite ich gerade noch an einem weiteren Buchprojekt gemeinsam mit einem Künstler Peter Kees, bei dem es ums freie Denken geht.

Freiheit ist in vielerlei Hinsicht zu interpretieren. Viele empfinden aktuell das Impfen als einen Eingriff in ihre Freiheitsrechte, fühlen sich ausgeschlossen, wenn sie nur mit Impfpass ein Restaurant betreten können. Sie bedenken dabei nicht die Gefahr einer Corona-Infektion für sich selbst, aber auch – und was ich moralisch diskutabel finde, für andere. Ist Freiheit also nur auf Impfpflicht und Urlaubsreisen zu beschränken? Auf keinen Fall. Das wäre eine viel zu verkürzte Sicht auf den Freiheitsbegriff. Und wenn jemand gern seine Freiheit zum möglichen gesundheitlichen Schaden eines anderen ausleben will, dann finde ich das wirklich bedenklich.