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Montag, 22. Oktober 2012

Noch etwas Goldenes

Wer es noch nicht wusste, dem sei es es einmal gesagt:

Ich bin eine Prinzessin.

Nun ja, nicht wirklich, aber mein Blog ist der einer Prinzessin.

(Zum Nachlesen des Märchens klickt auf den Namen.)

Seit kurzem darf ich ihn auch mit einer Krone schmücken.


Die wurde mir von Silke verlieren und dort könnt ihr auch den Initiator des Awards kennenlernen.

Ich bedanke mich für die mir erwiesene Ehre und habe jetzt das Problem, weitere fünf Blogs auszuwählen, die zu den besten gehören. Derer gibt es so viele, dass ich mich gar nicht entscheiden könnte. Und es auch nicht tue.

Es gibt nur einen Blog, dem ich heute eine Krone aufsetzen möchte:

Liebe Dana, diese Krone ist für dich und deinen Blog "Pünktchenglück". Ich habe nur am Rande mitbekommen, welch unqualifizierten Worte du an einem der vergangenen Tage lesen musstest. Möge dich die mit der Krone verbundene Wertschätzung meinerseits aufmuntern und (pünktchen)glücklich machen.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Wie heiratet man einen König?

Gestern hat sich die pünktchenglückliche Dana wieder als Märchentante geoutet. Da muss ich aber auch ganz laut "Hier!" rufen, denn seit ich lesen kann, bin ich fasziniert von Märchen. Nicht umsonst hat mein Blog einen märchenhaften Namen (Svanvithes Geschichte zum Nachlesen).

Begeistert bin ich gleichfalls von den Märchenfilmen, vor allem aus alter Ost-Zeit. Wie ihr schaue ich jedes Jahr mit ganz viel Herzblut und Textsicherheit "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" an (Bald ist es wieder soweit!).

Aber zum eigentlichen Thema:

Ein paar Jahre vor "Aschenbrödel" wurde nach dem Grimm'schen Märchen "Die kluge Bauerstochter" der Film gedreht, den ich gerade letztens wieder gesehen und mich wunderbar amüsiert habe.


Der film-dienst bezeichnete "Wie heiratet man einen König?" als „stilistisch eine eigenwillige, höchst unterhaltsame und intelligente Mischung aus Realismus und äußerst bizarren Manierismen, inhaltlich ein witziges Lehrstück, das dem Zuschauer seine Weisheit nicht aufzwingt".

Die Chemie in diesem Films stimmt einfach. Das liegt zum einen an den Hauptdarstellern, denn König und Bauerstochter waren zum damaligen Zeitpunkt auch in realen Leben ein Paar und zum anderen an allen weiteren Mitwirkenden, die mit wahrer Lebens- und Spielfreude agieren. Ein bisschen davon könnt ihr hier mitbekommen.

Der Vorspann ist recht lang. Lasst euch davon nicht abschrecken, denn die Crew wurde mit Mann und Maus aufgeführt.

"sowie:
Die Esel GIDEON und Samba,
die Pferde Paul, Hanka, Peter,
Irita, Cherie u. a., 1 STECKEN-
PFERD, die Ziege
THUSNELDA II.,
1 Kaninchen, 1 Käfer, 11 Hunde
+ 1 Köter, mehrere Fische,
Tauben, Regenwürmer (†),
Schmetterlinge, 2 Ochsen
+ 1 OCHSE AM SPIESS,
1 Schwein, 4 Wellensittiche,
1 Igel, die Kuh Berta,
der Wunderdoktoresel,
1 Fohlen, 1 Gans, 5 Kücken,
der Hahn
MARC ANTONIUS"

Dagegen ist so ein Hollywood-Schinken-Abspann doch gar nichts.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Die letzte Perle

Bei der Rosenmaerchenfee Moni
habe ich diese zauberhafte Perlenkette gewonnen.


Deshalb erzähle ich euch heute gern ein Märchen:

Das war ein reiches Haus, ein glückliches Haus. Alles darin, Herrschaften wie Dienende und gleichzeitig auch ihre Freunde waren glückselig und fröhlich; heute war ein Erbe geboren, ein Sohn, und Mutter und Kind befanden sich wohl.

Die Lampe in dem behaglichen Schlafzimmer war halb überdeckt; schwere seidene Gardinen von kostbaren Stoffen hingen fest zugezogen vor den Fenstern. Der Teppich war dick und weich wie Moos; alles war wie geschaffen zum Schlummer, zum Schlafe, zum köstlichen Ruhen, und dem gab sich auch die Pflegerin hin, sie schlief, und das konnte sie mit ruhigem Gewissen; denn alles war gut und in seiner Ordnung. Des Hauses Schutzgeist stand am Kopfende des Bettes; über das Kind an der Mutter Brust hin breitete es sich reich, gleichsam wie ein Netz funkelnder Sterne aus, jeder Stern war eine Perle des Glückes. Des Lebens gute Feen, alle hatten sie dem Neugeborenen ihre Gaben gebracht. Hier funkelten Gesundheit, Reichtum, Glück und Liebe, kurz alles, was Menschen sich auf dieser Erde nur wünschen können.

"Alles ist nun gebracht und geschenkt!" sagte der Schutzgeist.

"Nein" ertönte eine Stimme dicht daneben; das war des Kindes guter Engel. "Eine Fee hat ihre Gabe noch nicht gebracht, aber sie bringt sie, bringt sie einmal, ob auch Jahre darüber vergehen werden. Die letzte Perle fehlt."

"Fehlt? Hier darf nichts fehlen, und ist es wirklich so, so lass uns gehen und sie suchen, die mächtige Fee, lass uns zu ihr gehen."

"Sie kommt, sie kommt einmal. Ihre Perle muss dabei sein, um den Kranz zusammenzubinden."

"Wo wohnt sie? Wo ist ihre Heimat? Sage es mir ich gehe und hole die Perle."

"Du willst es" sagte des Kindes guter Engel. "Ich führe Dich zu ihr, wo sie auch zu treffen sein mag. Sie hat keine bleibende Stätte, sie kommt zu des Kaisers Schloss und zu dem ärmsten Bauer, an keinem Menschen geht sie spurlos vorüber, allen bringt sie ihre Gabe, sei sie eine Welt oder ein Spielzeug. Auch diesem Kinde wird sie begegnen. Du denkst, die Zeit ist gleich lang, aber nicht gleich nützlich. Nun wohl, lass uns gehen, die Perle zu holen, die letzte Perle zu diesem Reichtum."

Und Hand in Hand schwebten sie zu der Stätte, die zu dieser Stunde die Heimat der Fee war.

Es war ein großes Haus mit düsteren Gängen, leeren Zimmern und seltsam stille; eine Reihe von Fenstern stand offen, damit die raue Luft recht herein dringen könne; die langen weißen, niederhängenden Gardinen bewegten sich im Luftzuge.

Mitten auf dem Fußboden stand ein offener Sarg und in diesem ruhte die Leiche einer Frau in den besten Jahren. Die herrlichsten frischen Rosen lagen über sie hingebreitet, so dass nur die gefalteten feinen Hände sichtbar waren und das im Tode verklärte, edle Antlitz mit der Weihe hohen, edlen Ernstes vor Gott.

Am Sarge standen Mann und Kinder, eine ganze Schar war es; das kleinste saß auf dem Arme des Vaters, sie brachten ihr das letzte Lebewohl dar. Der Mann küsste ihre Hand, die Hand, die nun wie welkes Laub war, und die sie alle vorher mit Kraft und Liebe gehegt und gepflegt hatte. Schwere, bittere Tränen fielen in großen Tropfen zu Boden; aber nicht ein Wort wurde gesprochen. Das Schweigen hier barg eine Welt von Schmerz in sich. Und stille schluchzend gingen sie fort.

Ein Licht stand da, die Flamme bewegte sich im Windzuge, der ausgebrannte Docht ragte lang und rotglühend empor. Fremde Leute traten ein; sie legten den Deckel über die Tote, sie schlugen die Nägel fest und dumpf dröhnten die Hammerschläge durch des Hauses Stuben und Gänge, dröhnten durch die blutenden Herzen.

"Wohin führst Du mich?" fragte der Schutzgeist. "Hier wohnt keine Fee, deren Perle zu den besten Gaben des Lebens gehört!"

"An dieser Stätte wohnt sie, hier in dieser heiligen Stunde," sagte der Schutzengel und zeigte in eine Ecke, und dort, wo in den Tagen ihres Lebens die Mutter zwischen Blumen und Bildern gesessen hatte, wo sie als des Hauses gütige Fee liebevoll dem Manne, den Kindern und den Freunden zugenickt hatte, wo sie als des Hauses Sonnenstrahl Freude verbreitete und des Ganzen Herz und Stütze war, da saß nun eine fremde Frau in langen seidenen Kleidern. Die Trauer war es, Herrscherin nun und Mutter an der Toten statt. Eine brennende Träne rollte in ihren Schoß

nieder und verwandelte sich in eine Perle; sie funkelte in allen Farben des Regenbogens, und der Engel nahm sie, und die Perle leuchtete wie ein Stern in siebenfarbigem Glanze.

"Die Perle der Trauer, die letzte, die nicht fehlen darf. Durch sie erhöht sich der anderen Glanz und Macht. Siehst Du den Schein des Regenbogens hier, des Bogens Schein, der Himmel und Erde miteinander verbindet? Für jedes unserer Lieben, das uns stirbt, haben wir im Himmel einen Freund mehr, nach dem wir uns sehnen. In der Erdennacht blicken wir zu den Sternen empor, der Vollendung entgegen! Betrachte die Perle der Trauer, in ihr liegen die Schwingen der Seele, die uns von hinnen tragen.

(Hans Christian Andersen)

Mittwoch, 4. August 2010

Zum Todestag von Hans Christian Andersen

Die Schnecke und der Rosenstock
Rings um den Garten zog sich eine Hecke von Haselbüschen, außerhalb derselben war Feld und Wiese mit Kühen und Schafen, aber mitten in dem Garten stand ein blühender Rosenstock; unter diesem saß eine Schnecke, die hatte vieles in sich, sie hatte sich selbst.
"Wartet nur bis meine Zeit kommt!" sagte sie, "Ich werde mehr ausrichten, als Rosen ansetzen, Nüsse tragen oder Milch geben wie Kühe und Schafe!"
"Ich erwarte sehr viel von Ihr!" sagte der Rosenstock. "Darf ich fragen: wann wird es zum Vorschein kommen?"
"Ich lasse mir Zeit!" sagte die Schnecke. "Sie haben nun solche Eile! Das spannt die Erwartungen nicht!"
Im darauffolgenden Jahr lag die Schnecke ungefähr auf derselben Stelle im Sonnenschein unter dem Rosenstock, der wieder Knospen trieb und Rosen entfaltete, immer frische, immer neue. Und die Schnecke kroch halb aus ihrem Haus heraus, steckte die Fühlhörner aus und zog sie wieder ein.
"Alles sieht aus wie im vorigen Jahr! Gar keinen Fortschritt; der Rosenstock bleibt bei den Rosen, weiter kommt er nicht!"
Der Sommer, der Herbst verstrich, der Rosenstock trug Rosen und Knospen, bis der Schnee fiel, bis das Wetter rau und nass wurde; der Rosenstock beugte sich zur Erde, die Schnecke kroch in die Erde.
Es begann ein neues Jahr; die Rosen kamen zum Vorschein, die Schnecke kam zum Vorschein.
"Sie sind jetzt ein alter Rosenstock!" sagte die Schnecke. "Sie müssen machen, dass Sie bald eingehen. Sie haben der Welt alles gegeben, was Sie in sich gehabt haben, ob es von Belang war, das ist eine Frage, über die nachzudenken ich keine Zeit gehabt habe; so viel ist aber klar und deutlich, dass Sie nicht das Geringste für Ihre innere Entwicklung getan haben, sonst wäre wohl etwas anderes aus Ihnen hervorgegangen. Können Sie das verantworten? Sie werden jetzt bald ganz und gar nur Stock sein! Begreifen Sie, was ich sage?"
"Sie erschrecken mich!" sagte der Rosenstock. "Darüber habe ich noch nicht nachgedacht."
"Nein, Sie haben sich wohl überhaupt nie mit Denken abgegeben! Haben Sie sich jemals Rechenschaft gegeben, weshalb Sie blühen, und wie der Hergang beim Blühen ist; wie und warum nicht anders?"
"Nein!" sagte der Rosenstock. "Ich blühte in Freude, weil ich nicht anders konnte. Die Sonne schien und wärmte, die Luft erfrischte, ich trank den klaren Tau und den kräftigen Regen; ich atmete, ich lebte! Aus der Erde stieg eine Kraft in mich hinauf, von oben kam eine Kraft, und deshalb musste ich immer blühen; das war mein Leben, ich konnte nicht anders!"
"Sie haben ein sehr gemächliches und angenehmes Leben geführt!" sagte die Schnecke.
"Gewiss! Alles wurde mir gegeben!" sagte der Rosenstock. "Doch Ihnen wurde noch mehr gegeben! Sie sind eine dieser denkenden, tiefsinnigen Naturen, eine dieser Hochbegabten, welche die Welt in Erstaunen setzen werden!"
"Das fällt mir nicht im entferntesten ein!" sagte die Schnecke. "Die Welt geht mich nichts an! Was habe ich mit der Welt zu schaffen? Ich habe genug mit mir selbst und genug in mir selbst!"
"Aber müssen wir alle hier auf Erden nicht unser bestes Teil den anderen geben, das darbringen, was wir eben vermögen? Freilich, ich habe nur Rosen gegeben! Doch Sie? Sie, die so reich begabt sind, was schenken Sie der Welt? Was werden Sie geben?"
"Was ich gab? Was ich gebe? - Ich spucke sie an! Sie taugt nichts! Sie geht mich nichts an. Setzen Sie Rosen an, meinetwegen, Sie können es nicht weiterbringen! Mag die Haselstaude Nüsse tragen, die Kühe und Schafe Milch geben, die haben jedes ihr Publikum, ich habe das meine in mir selbst! Ich gehe in mich selbst hinein, und dort bleibe ich. Die Welt geht mich nichts an!"
Und damit begab die Schnecke sich in ihr Haus hinein und verkittete dasselbe.
"Das ist recht traurig!" sagte der Rosenstock. "Ich kann mit dem besten Willen nicht hineinkriechen, ich muss immer heraus, immer Rosen ausschlagen. Die entblättern nun gar, verwehen im Winde! Doch ich sah, wie eine Rose in das Gesangbuch der Hausfrau gelegt wurde, eine meiner Rosen bekam ein Plätzchen an dem Busen eines jungen schönen Mädchens, und eine ward geküsst von den Lippen eines Kindes in lebensfroher Freude. Das tat mir so wohl, das war ein wahrer Segen. Das ist meine Erinnerung, mein Leben!"
Und der Rosenstock blühte in Unschuld, und die Schnecke lag und faulenzte in ihrem Haus. Die Welt ging sie nichts an.
Und Jahre verstrichen.
Die Schnecke war Erde in der Erde, der Rosenstock war Erde in der Erde; auch die Erinnerungsrose in dem Gesangbuch war verwelkt - aber im Garten blühten neue Rosenstöcke, im Garten wuchsen neue Schnecken; sie krochen in ihre Häuser hinein, spuckten aus - die Welt ging sie nichts an.
Ob wir die Geschichte wieder von vorne zu lesen anfangen? - Sie wird doch nicht anders.

Wissenswertes über Hans Christian Andersen findet ihr in den Kunstschätzen.

Montag, 21. Juni 2010

Prinzessin Svanvithe

Vor langer Zeit lebte in Bergen ein König von Rügen, "der hatte eine wunderschöne Tochter, die hieß Svanvithe; und sie war die schönste Prinzessin weit und breit."
(Hier könnt ihr die ganze Sage nachlesen.)

Kenner wissen, wer diese zauberhafte Prinzessin geschaffen hat.
In Cornelias Zwergenwelt wurde sie geboren.


Und die blaue Truppe hat spontan beschlossen, ihr Hofstaat zu werden.

Ihr Verhältnis unter einander ist ausgesprochen liebevoll.

Seht wie dicht sie zusammenrücken.