Posts mit dem Label Wissenswertes werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Wissenswertes werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 3. September 2025

Blogtour - Bocksbeutel-Verschwörung: Würzburg

 
Heute starten wir bei mir mit einer bunten Blogtour zum neuen Kriminalroman von Susanne Beck, und ich stelle euch mit Würzburg den Ort des Geschehens vor.

Die Frage, warum Susanne ihre dritte kriminelle Geschichte in der unterfränkischen Stadt angesiedelt hat, lässt sich gut mit einem Blick in ihre Biografie beantworten. Diese offenbart nämlich deutlich ihre Verbindung: Susanne hat an der Julius-Maximilians-Universität, der ältesten Universität Bayerns, studiert und gearbeitet.
 
Ich habe weitere Würzberger Informationen für euch zusammengetragen.
 
Die kreisfreie Stadt Würzburg ist mit über 100.000 Einwohnern nach Nürnberg die zweitgrößte Stadt in Franken.

Würzburg liegt umgeben von Spessart, Rhön und Steigerwald im sogenannten Maindreieck im mittleren Maintal. Der Main selbst fließt durch den westlichen Teil der Stadt.
 
Begünstigt durch die Hanglage und die klimatischen Verhältnisse zeigt sich das Gebiet um Würzburg bestens geeignet für den Weinanbau.
 
 

Eine typische Form der Abfüllung des Frankenweins ist seit mindestens 250 Jahren der Bocksbeutel, der das Cover von Susannes Buch gleich dreifach ziert. Deshalb spare ich mir ein weiteres Bild.
 
Auf einer Anhöhe, dem Marienberg, steht die Festung gleichen Namens, eines der berühmten Wahrzeichens der Stadt.
 
 
 
Als Befestigungsanlage „Virteburh“ findet die urkundliche Erwähnung dieses Fleckens Erde im Jahr 704 erstmals statt. Sie entwickelt sich bereits im Mittelalter zu einem bedeutenden wirtschaftlichen, geistlichen und hoheitlichen Zentrum. Vermutlich wegen der Lage an vielen Verkehrswegen wie eben dem Main, wird Würzburg 741 Bischofssitz, und Ludwig der Fromme verleiht den Würzburger Bischöfen um 820 ein Zollprivileg. Markt- und Münzrecht gibt es allerdings erst seit 1030.
 
Nicht vergessen werden soll, dass 1127 das erste Ritterturnier auf deutschem Boden in der Stadt ausgetragen wird. Um 1130 erfolgt der Bau der steinernen Mainbrücke, eine technische Meisterleistung seiner Zeit.

Am 17. Juni 1156 heiratet Friedrich I. Barbarossa in Würzburg in zweiter Ehe die noch sehr junge Beatrix von Burgund.
 
1402 wird die Hohe Schule zu Würzburg als Vorläuferin der späteren Julius-Maximilians-Universität gegründet. Daneben bieten heute aber auch die Technische Hochschule und die Hochschule für Musik verschiedene Studiengänge an, wodurch Würzburg zu den klassischen deutschen Universitätsstädten zählt.

Bedeutung für die Würzburger Geschichte erlangt der Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn. Positiv sind die Stiftung des Juliusspitals, die Neugründung Universität und der Ausbau der Festung auf dem Marienberg als Renaissanceschloss. Jedoch ist er ebenso weit über Würzburg hinaus bekannt und berüchtigt als Gegenreformator und Hexenverfolger.
 
 

In den Jahren 1631 bis 1634 hat Würzburg unter den Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges zu leiden, denn die Schweden besetzen die Stadt. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 wird unter anderem durch Errichtung neuer Festungs- und Stadttore, der barocke, sternförmige Ausbau der Befestigung Würzburgs geschaffen.

Von 1802 bis 1814 wechseln die Würzburger viermal ihre Staatszugehörigkeit, seit Juni 1814 sind sie endgültig bayerisch.
 
Noch bis zur Industriellen Revolution Anfang des 19. Jahrhunderts kann die Stadt auf eine hohe überregionale Bedeutung verweisen.


1823 wird der Pegel Würzburg in Betrieb genommen, er ist damit der älteste noch betriebene Pegel am Main. 1892 eröffnet die Straßenbahnlinie als Pferdebahn, bereits acht Jahre später fährt in Würzburg die erste elektrische Straßenbahn.

Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt 1895 im Physikalischen Institut der Universität Würzburg die nach ihm benannte Röntgenstrahlung  und erhält dafür 1901 den (ersten) Nobelpreis für Physik.

1934 wird Würzburg Großstadt. Die Nationalsozialisten verbieten nach ihrer Machtergreifung Aktivitäten der SPD, Würzburgs und Deutschlands älteste demokratische politische Partei. Auch hier werden in den Jahren 1941 bis 1943 jüdische Bürger deportiert.

Unter der Regierung der Nationalsozialisten spielt die Stadt eine wichtige und unrühmliche Rolle bei der sogenannten "Aktion T4", bei der in Deutschland mehr als 100.000 Psychiatrie-Patienten und behinderte Menschen durch SS-Ärzte und -Pflegekräfte systematisch ermordet werden.
 
Das eindrucksvolles Stadtbild von Würzburg wird bedauerlicherweise im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. Die ersten Bombenangriffe treffen 1942 vor allem der Südbahnhof. Am Ende liegen 80 Prozent des Stadtkerns in Trümmern.
 
Leider werden beim Wiederaufbau zwar bedeutende Einzeldenkmäler – beispielsweise die meisten Kirchen in der Altstadt – rekonstruiert, aber nur wenige, das einstige Stadtbild prägende Bürgerhäuser.


Hingegen wird die Würzburger Residenz mit Hofgarten und Residenzplatz umfangreich restauriert. Sie ist das Hauptwerk des süddeutschen Barock und außerdem eines der bedeutendsten Schlösser Europas.


Von der UNESCO wird sie deshalb bereits 1981 – als drittes Bauwerk in Deutschland – in die Liste der zum Welterbe gehörenden Objekte aufgenommen.
 
Ich hoffe, ich konnte euch zu einer Reise nach Würzburg einladen. 
 
*Werbung*
 
Rauschend feiert die Würzburger Prominenz den 60. Geburtstag von Professor Wulffen, bekannter Denker und selbsternannter Weinpapst, im Weinkeller der Residenz. Bis eine Katastrophe das Fest erschüttert: Einer der Anwesenden überlebt die Party nicht. Bei ihren Ermittlungen stößt die toughe Kommissarin Ines Frank schon bald auf Widerstände, sogar innerhalb der Polizei. Trotzdem macht sie sich mit Unterstützung von Dr. Assmuth, einem technikaffinen Philosophen, auf die Suche nach der Wahrheit. Ob sie im Wein zu finden ist? (Quelle: Verlag) 

Alle Fotos: Pixabay
  

Samstag, 3. Mai 2025

Blogtour - Schatten über der Sagrada Familia: Barcelonas Geschichte

Willkommen zum heutigen Blogtour-Halt zu Susanne Becks „Schatten über der Sagrada Familia“.


Ich erzähle euch etwas über die Geschichte Barcelonas, der Stadt in Katalonien, in welcher das von Susanne Beck erdachte Mutter-Tochter-Gespann Anneliese und Clara ermittelt.


Die reichhaltige Geschichte Barcelonas ist geprägt von verschiedenen politischen Bewegungen und dem Bestreben nach Unabhängigkeit sowie der Wahrung einer einzigartigen kulturellen Identität. Sie spiegelt sich in der Architektur, den Traditionen und dem lebendigen Stadtleben wieder, was die Stadt zu einem einzigartigen Beispiel für den Dialog zwischen Vergangenheit und modernem, urbanem Leben macht.

Zahlreiche Ausgrabungen belegen, dass bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. unter Kaiser Augustus die Colonia Iulia Augusta Paterna Faventia Barcino, das heutige Barcelona, entsteht, eine der größten bekannten römischen Siedlung außerhalb Roms.


Nach dem Zerfall des Römischen Reiches wird Barcelona Heimat der Westgoten und zur Hauptstadt. Doch auch dieses Reich zerbricht, und es beginnt im 8. Jahrhundert die Zeit der Eroberungen verschiedener Völker. Erst sind es die Mauren, auch wenn deren Einfluss in Katalonien nicht so groß ist wie im südlichen Spanien. Ihnen folgen die Franken, die Barcelona 801 besetzen. Kaiser Karl der Große macht Barcelona zur Hauptstadt der Spanischen Mark, wodurch sie zur Verteidigung des Frankenreichs gegen das von den Arabern besetzt restliche Spanien dient.

988 beginnt die Unabhängigkeit Kataloniens vom Frankenreich, als Borell II. die Grafschaft Barcelona für autonom erklärt. Nachdem der katalanische Graf Berenguer IV. von Barcelona die Thronerbin von Aragon, Petronilla, heiratet, entsteht die katalanisch-aragonesische Föderation, die ihren Machtbereich bis Neapel und Sardinien ausdehnen kann.

Unter Regentschaft von Jaume I. gelingt in der Zeit von 1213 bis 1276 nicht nur eine erfolgreiche wirtschaftliche Expansion, sondern es werden von den Mauren auch die Balearischen Inseln, Valencia, Menorca und Mallorca zurückerobert.

1347 beginnt der Bau der Kathedrale von Barcelona, wobei niemand ahnt, dass dieser über 400 Jahre dauern wird.


In den Jahre 1469 bis 1492 erfolgt die Vereinigung zweier christlicher Reiche, als Fernando II. von Aragón und Isabella von Kastilien heiraten. Grenada, die letzte maurische Bastion auf der iberischen Halbinsel fällt 1492. Aber der Einfluss Barcelonas schwindet.

Weitere Kämpfe und kriegerische Auseinandersetzungen schwächen Katalonien und Barcelona.

Da sind zum einen die Revolte der Bauern und Erntearbeiter, die sogenannte Schnitter-Revolte, die mit der Ermordung des Vizekönigs am Fronleichnams-Tag am 7. Juni 1640 ihren Anfang nimmt, über das Ende des Dreißigjährigen Krieges (1648) hinaus bis 1659 andauert und in deren Verlauf es zu einer Teilung Kataloniens kommt.

Ebenso beuteln die Spanischen Erbfolgekriege 1701 bis 1714 das Land und die Bevölkerung. An deren Ende kapitulieren die Katalanen, die die Habsburger unterstützt haben, und verlieren nicht nur die Selbstverwaltung, sondern auch viele Sonderrechte. Der 11. September 1714 ist heute Nationalfeiertag.

Auch Napoleons Truppen machen keinen Bogen um Barcelona. Im Spanischen Unabhängigkeitskrieg 1808 bis 1814 werden große Teile der Stadt zerstört.


Im 19. Jahrhundert wird durch die kulturelle und politische Bewegung, die Renaixença, das katalanische Nationalbewusstsein wiederbelebt, was zur Renaissance der katalanischen Sprache und Kultur führt. Außerdem entwickelt sich Barcelona in dieser Zeit zur bedeutendsten Industriestadt Spaniens.

In der Epoche des Modernisme, einer der bedeutendsten Perioden in der Kunst- und Architekturgeschichte in Katalonien, entstehen in den Jahren von von 1878 bis 1920 viele Sehenswürdigkeiten, die noch heute zu besichtigen sind. 1888 findet die erste Weltausstellung in Barcelona statt, 1929 die zweite.

Die 1914 ausgerufene Provinzregierung wird durch die Militärdiktatur 1925 wieder abgeschafft, und auch der 1932 Katalonien eingeräumte Autonomiestatus endet 1936 im bis 1939 andauernden Spanischen Bürgerkrieg. Unter Diktator Franco wird die katalanische Lebensweise und Sprache fortan bis zu dessen Tod 1975 brutal unterdrückt.

Spanien tritt 1986 der Europäischen Union bei. 1992 und damit im Jahr des 500. Jubiläums der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus begrüßt Barcelona während der XXV. Olympischen Sommerspiele die Sportler der Welt. Dies gibt der Stadtentwicklung positive und sichtbare Impulse.


2010 leben in Barcelona 1,6 Millionen Einwohnern, und die Stadt fördert vermehrt den Tourismus und die internationale Kultur. Neue Verkehrsberuhigungsmaßnahmen reduzieren den Autoverkehr in Wohnvierteln und geben Fußgängern und Radfahrern mehr Raum.

Außerdem werden die Corrida, der traditionelle spanische Stierkampf, in Katalonien verboten und die einzige Stierkampfarena in Barcelona geschlossen. Papst Benedikt XVI. weiht die Sagrada Familia zur Basilika.

Viele Menschen wünschen sich die katalanische Unabhängigkeit. 2012 demonstrieren dafür ca. 1,5 Millionen, und auch nach dem Referendum am 1. Oktober 2017 kommt es zu Massenprotesten und Großdemonstrationen in Barcelona, die eine schwere politischen Krise in Spanien verursachen.

Der Ausbruch der weltweiten COVID-19-Pandemie trifft auch Barcelona schwer, und die Stadt verhängt strenge Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Danach beginnt Barcelona mit der Verwirklichung eines nachhaltigen und umweltfreundlichen Tourismus und verstärkt die Bemühungen zur Förderung nachhaltiger Mobilität mittels Einrichtung von mehr Fahrradwegen und weiteren autofreien Zonen ...


*Werbung*

Nach einem Streit mit ihrem Lebensgefährten entschließt sich Clara, ihre Mutter Anneliese in Barcelona zu besuchen, die dort gerade bei ihrer Freundin Maria wohnt. Maria ist eine erfolgreiche Food-Bloggerin und gefeierte Instagram-Ikone der älteren Generation und bietet ihren Freundinnen die perfekte Ablenkung. Sogar auf die schillerndste Party der Gastronomie-Szene werden sie eingeladen!
Doch das Fest endet in einer Katastrophe: Eine junge Frau ist tot, und Maria gerät unter Verdacht. Von der Unschuld ihrer Freundin überzeugt, sind Clara und Anneliese schon zum zweiten Mal gezwungen, auf eigene Faust zu ermitteln ... (Quelle: Verlag)

Alle Fotos: Pixabay


Montag, 3. März 2025

Drei Tage bei den Kelten - Tag 2: Hallstattzeit und Orte des Geschehens

Mit ihrem historischen Roman „Die Tochter der Kelten“ führt uns Heidrun Hurst in die Hallstattzeit, womit die ältere Eisenzeit von 750 bis 450 v. Chr. bezeichnet wird, die mit ziemlicher Sicherheit den Kelten zugewiesen werden kann, die sich in dieser Zeit im mitteleuropäischen Raum angesiedelt hatten.

Namengebend für die ältere Eisenzeit war ein in der Nähe des Hallstätter See im Salzkammergut in Österreich befindlichen Gräberfeldes mit ersten Funden aus dieser Epoche. In der Mitte des 19. Jahrhundert wurden hier etwa 1.000 Gräber freigelegt.
 
In der Hallstattkultur erlangt Eisen immer größere Bedeutung und verdrängt damit die Bronze. Während das neue und wertvolle Material zunächst lediglich für Schmucksachen und Verzierungen verwendet wird, folgen bald Gegenstände des täglichen Bedarfs und Waffen, die eine hochentwickelte Metallverarbeitung belegen.


In der Hallsteinzeit bildet sich eine erkennbare Oberschicht heraus, deren Hang zu Luxusgütern sich in reich ausgestatteten Hügelgräbern widerspiegelt.
  
Auch die hochgelegenen und somit weit sichtbaren „Fürstensitze“ lassen erkennen, dass die Aristokratie sich über das einfache Volk erhebt.

Von einem dieser Fürstensitze aus regiert der Rig, der keltischen Bezeichnung für König bzw. auch Herrscher kleinerer Gebiete.
 
In „Die Tochter der Kelten“ ist ein solcher Fürstensitz beispielsweise „Pyrene“, der erste Schauplatz ihrer Geschichte, den die Autorin Heidrun Hurst wie folgt beschreibt.
 
Gemeint ist die Heuneburg. Der Name „Pyrene“ stützt sich auf ein Zitat des griechischen Geschichtsschreibers Herodot, der im 5. Jahrhundert vor Christus folgendes schreibt:


Der Istros (Donau) entspringt bei den Kelten und der Stadt Pyrene und strömt mitten durch Europa.
 
Sollte die Heuneburg das antike Pyrene sein, so wäre die keltische Höhensiedlung die älteste genannte Stadt außerhalb des mediterranen Raums. Etwa 14 km von Sigmaringen entfernt liegt sie hoch über der Donau und ist ein beeindruckendes Zeugnis der Hallstattzeit.


Der sogenannte Fürstensitz entstand im 7. Jh. vor Chr. Er umfasste ein riesiges Gebiet mit Außensiedlungen und mächtigen Hügelgräbern, während hoch oben der Rigs (Fürst) herrschte. Geschützt hinter einer weißen Lehmziegelmauer nach südlichem Vorbild gab es dort Werkstätten, Wohnhäuser und Speichergebäude. Weitreichende Handelskontakte machten die Siedlung reich.

Noch ist die Forschung nicht beendet. Erst vor Kurzem wurde 8 km von der Heuneburg entfernt ein weiteres Keltengrab entdeckt, das über 2500 Jahre in der Erde lag.
 
 Als zweiten Schauplatz hat Heidrun Hurst „Opia“ gwählt.
 

 
Auch der Ipf bei Bopfingen, am westlichen Rand des Nördlinger Ries wird zu den keltischen Fürstensitzen gerechnet.


Der antike Name des Ipf ist aller Wahrscheinlichkeit nach Opia und dürfte letztlich auf das Keltische zurückgehen. Der kegelförmige Berg weist noch heute Wall- und Grabensysteme auf, die auf eine imposante Höhenbefestigung in der keltischen Hallstatt- und der darauf folgenden Latènezeit schließen lassen. Außensiedlungen und Hügelgräber, sowie importierte Luxusartikel aus dem Süden lassen auf eine ähnliche Siedlung wie die Heuneburg schließen.
 

 
Schauplatz von „Die Tochter der Kelten“ führt uns nach Apiacum. Hier hat sich die Autorin einen kleinen Kunstgriff erlaubt und sich ein wenig an den heutigen Namen angelehnt.
 
Gemeint ist der Hohenasperg, für dessen keltischen Namen es leider keine Belege gibt.


Auf dem Plateau des Hohenasperg wird ein keltischer Fürstensitz vermutet. Da im Mittelalter dort eine Festung entstand, die heute als Gefängnis genutzt wird, kann nicht gezielt danach gesucht werden. Doch es gibt sogenannte Lesefunde, die ohne Grabung an die Oberfläche gelangen. Anhand von ihnen, der exponierten Lage und den Grabhügeln der Umgebung, die so ausgerichtet sind, dass freie Sicht auf den Hohenasperg besteht, kann man davon ausgehen, dass auch hier ein Fürstensitz bestand.

Einer der Großgrabhügel wurde im nahe gelegenen Hochdorf gefunden. Das von Räubern verschont gebliebene und zudem gut erhaltene Grab, gewährte faszinierende Einblicke in die keltische Welt der Hallstattzeit.


Die Heuneburg, 550 vor Christus. »Deine Tochter wird das Verlangen der Männer wecken und Unrecht wird über jene hereinbrechen, die sie begehren.« So lautet die Prophezeiung des Druiden Triquetos über die noch ungeborene Tochter des Fürsten Cedrych. Die unheilvolle Vorhersage treibt den Fürsten zum Äußersten: Er will das Kind töten lassen, sobald es geboren ist. Doch der Druide hält das für einen Frevel an den Göttern und versteckt das Mädchen. Verborgen vor den Augen der Welt wächst Alenja im Waldhaus der alten Moja auf – bis ihr Vater davon erfährt und sein grausamer Zorn Alenja alles kostet, was sie liebt. Zwar bleibt sie am Leben, aber Cedrych schmiedet bereits Pläne, sie an einen anderen Fürstenhof zu verheiraten. Alenja steht eine gefahrvolle Reise bevor … (Quelle: Verlag)

*Werbung*
Erschienen ist der Roman bei dotbooks. Ich danke der Autorin für die Vermittlung und die Bereitstellung der Fotos und des Textes.
 

Sonntag, 2. März 2025

Drei Tage bei den Kelten - Tag 1: Interview mit der Autorin


Liebe Heidrun, ich freue mich, dass du dir anlässlich des Erscheinens deines neuen Buches "Die Tochter der Kelten", das bereits das zwölfte aus deiner Feder ist, Zeit für ein Interview genommen hast, mit dem wir auch sogleich starten ...

Wer oder was hat dich inspiriert, einen historischen Roman zu schreiben, der in der Hallstattzeit und damit einer eher unbekannten Epoche angesiedelt ist?

Zum einen waren es die Kelten selbst, die mir bei einem Besuch im Keltenmuseum Hochdorf/Enz zum ersten Mal auf diese Weise begegnet sind. Zum anderen war es die Tatsache, dass noch wenig über sie geschrieben wurde. Auch als Leserin lasse ich mich gerne in neue unbekanntere Epochen unserer Vergangenheit entführen. Es hat mir großen Spaß gemacht das Wissen über die Hallstattzeit zusammenzutragen und eine Erzählung über eine Zeit zu kreieren, die viele noch nicht kennen.

Wie lange hat es von der ersten Idee bis zum fertigen Ergebnis gedauert?

Tatsächlich einige Jahre. Meine Kinder waren noch recht jung, als wir in das Keltenmuseum im schwäbischen Hochdorf aufbrachen. Nun sind sie erwachsen. Es gab noch so viel anderes zu schreiben, was zuvor erledigt werden musste. Vergessen habe ich dieses Thema allerdings nie. Vor zwei Jahren fragte mich dann meine Agentin, ob ich mir einen Plot für einen Keltenroman vorstellen könnte. Natürlich konnte ich das. Ich war sofort Feuer und Flamme. Und so nahm die Gestaltung der Geschichte ihren Lauf.  

Wie hast du dir die Zeit und Orte der Ereignisse erschlossen? Und gibt es etwas, das dich bei deinem Recherchen besonders überrascht hat?

Zunächst habe ich die Handlungsorte besucht, um mir ein Bild von der Örtlichkeit zu verschaffen. Hinzu kamen Museumsbesuche und jede Menge Fachliteratur. Ich habe alles gelesen, was mir in die Hände fiel: Forschungsergebnisse über Glaubensvorstellungen, die Druiden, keltische Sprachforschung, archäologische Abhandlungen bis hin zur Herstellung keltischer Kleidung durch die experimentelle Archäologie. Darüber hinaus stand mir Prof. Dr. Knopf vom Keltenmuseum Hochdorf bei offenen Fragen hilfreich zur Seite.  

Überrascht hat mich die feinsinnige Kunstfertigkeit der Kelten, die in krassem Gegensatz zu ihrem Umgang mit dem menschlichen Leben steht, das man nicht immer als „fein“ bezeichnen kann.

Hattest du ein klares Konzept für die Handlung und Personenführung? Und ist es dir gelungen, dieses einzuhalten, oder gab es während des Schreibens Abweichungen? 

Bevor ich mit einem Roman beginne, habe ich in der Regel ein klares Konzept für das Handeln der Protagonisten. Manchmal entwickeln sie aber auch ein Eigenleben, das meist geringfügige Abweichungen bewirkt. Das liegt daran, dass man die Protagonisten während des Schreibens immer besser kennenlernt. Auch bei den Kelten war es so. Im Großen und Ganzen stimmt die Handlung jedoch mit dem Exposé überein.

Welchen Part (es können auch mehrere sein) beim Schreiben der Geschichte mochtest du und welchen gar nicht?

Da gibt es keinen spezifischen. Am liebsten schreibe ich Texte, bei denen es zur Sache geht. Übergänge, die eine gewissen Zeit überbrücken, um die Ereignisse noch einmal zusammenzufassen oder auf etwas Neues vorzubereiten, mag ich nicht so wirklich.

Da ich davon ausgehe, dass du dich jeder deiner Figuren mit Hingabe widmest, interessiert mich, welche sich leichter entwerfen und darstellen lasse: die "Guten" oder die "Bösen"? Warum, glaubst du, ist das so?

Ich sehe da keinen so großen Unterschied. Da ich mich den Figuren tatsächlich mit Hingabe widme fällt mir beides nicht schwer. Ich suche oft nach einer psychologischen Erklärung, weshalb diese oder jene Figur gut oder böse geworden sein könnte. Was hat sie in der Vergangenheit erlebt und zu dem geformt, was sie heute ausmacht? Das trifft sowohl auf Alenja, als auch auf Airell zu, der sich für die negative Seite entschieden hat.

Bleiben wir noch bei den Protagonisten: Was magst du an deiner Hauptfigur, und welche Eigenschaften stören dich? Wen hast du daneben ins Herz geschlossen?

An Alenja mag ich, dass sie eine Kämpferin ist, die sich trotz schwerer Schicksalsschläge nicht so leicht unterkriegen lässt. Ihre Schönheit ist der große Stolperstein in ihrem Leben, was mich besonders für diese Thema begeistert hat, da die Schönheit in unserer Gesellschaft als großes Ideal gilt. Was ich nicht an ihr mag, ist, dass sie manchmal vielleicht etwas hochnäsig rüberkommt.

Aber ich mag auch Muria mit ihrer kritischen, etwas eigenwilligen Art sehr. Sie beobachtet Alenja mit Vorsicht. Ihr ist mehr am Wohl der Siedlung gelegen, als an einer einzigen Person. Daneben gibt es eine ganze Reihe weiterer sympathischer Charaktere, die mir ans Herz gewachsen sind und auch im 2. Teil der Kelten – Saga eine Rolle spielen werden. Mehr wird nicht verraten. 😊

Dann würde ich gern erfahren, ob du sehr kritisch mit deinen eigenen Werken bist? Wo ordnest du das neue in deinem persönlichen Ranking deiner Bücher ein? Warum?

Ich bin sehr kritisch mit dem, was ich selbst erschaffe. Aber auch wenn man sich große Mühe gibt, ist nicht gesagt, ob die Mischung aus Unterhaltung und Wissensvermittlung geglückt ist und die Leser damit zufrieden sind. Das überwiegend positive Feedback hat mich sicherer gemacht. Inzwischen habe ich meinen eigenen Stil entwickelt und kann auch mit einer negativen Rückmeldung umgehen. Nicht jedem kann meine Art zu schreiben gefallen.

Was das persönliche Ranking meiner Bücher betrifft, so würde ich sagen, dass es immer das neueste Werk ist, das mir am besten gefällt. Das liegt daran, dass mir nach der langen Zeit, in der ich mich mit der Geschichte beschäftigt habe, die Charaktere einfach ans Herz gewachsen sind.

Zu guter Letzt ... Weshalb sollten deiner Meinung nach auch heute noch historische Romane geschrieben und gelesen werden?

Weil man aus der Vergangenheit eine Menge lernen kann. Wer sich mit der Geschichte beschäftigt, kann Zusammenhänge besser verstehen und könnte Wiederholungsfehler vermeiden. Zumindest habe ich diese Hoffnung noch nicht aufgegeben.
 
Liebe Heidrun, nochmals Danke schön für die Beantwortung der Fragen.
 
 
Die Heuneburg, 550 vor Christus. »Deine Tochter wird das Verlangen der Männer wecken und Unrecht wird über jene hereinbrechen, die sie begehren.« So lautet die Prophezeiung des Druiden Triquetos über die noch ungeborene Tochter des Fürsten Cedrych. Die unheilvolle Vorhersage treibt den Fürsten zum Äußersten: Er will das Kind töten lassen, sobald es geboren ist. Doch der Druide hält das für einen Frevel an den Göttern und versteckt das Mädchen. Verborgen vor den Augen der Welt wächst Alenja im Waldhaus der alten Moja auf – bis ihr Vater davon erfährt und sein grausamer Zorn Alenja alles kostet, was sie liebt. Zwar bleibt sie am Leben, aber Cedrych schmiedet bereits Pläne, sie an einen anderen Fürstenhof zu verheiraten. Alenja steht eine gefahrvolle Reise bevor … (Quelle: Verlag)

*Werbung*
Erschienen ist der Roman bei dotbooks. Ich danke der Autorin für die Vermittlung.