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Dienstag, 13. Oktober 2026

Blogtour zur Woche der seelischen Gesundheit - Was ist Legasthenie?

Wer beim Lesen stockt oder beim Schreiben Buchstaben vertauscht, gilt im Schulalltag oft fälschlicherweise als unkonzentriert oder gar faul. Doch hinter diesen anhaltenden Mustern steckt häufig eine Legasthenie, eine angeborene Lese- und Rechtschreibstörung, die völlig unabhängig von der allgemeinen Intelligenz auftritt.
Bei einer Legasthenie handelt es sich um eine neurologisch bedingte Teilleistungsstörung. Das bedeutet, dass das Gehirn von Betroffenen Gehörtes und Gesehenes beim Lesen und Schreiben einfach anders verarbeitet.
Buchstaben "tanzen" visuell auf der Seite oder die Verknüpfung von einem geschriebenen Buchstaben zu seinem Laut fällt extrem schwer.
Wichtig zu wissen ist hierbei, dass Legasthenie keine Krankheit ist und rein gar nichts darüber aussagt, wie klug oder kreativ ein Mensch ist. Berühmte Persönlichkeiten wie Leonardo da Vinci, Albert Einstein oder Agatha Christie hatten ebenfalls eine solche Störung und haben dennoch Großes erreicht.
Die Anzeichen zeigen sich meistens in den ersten Grundschuljahren. Beim Lesen fällt dann ein sehr langsames, stockendes Vorlesen auf, ebenso wie das Auslassen von Wörtern oder das Verlieren der Zeile im Text. Beim Schreiben kommt es zu einer hohen Fehlerzahl bei Diktaten und Abschreibtexten, einer häufigen Verwechslung von ähnlichen Buchstaben wie "b" und "d" oder einer sehr unleserlichen Handschrift.
Da eine Legasthenie meist genetisch bedingt ist, verschwindet sie nicht einfach von selbst. Mit den richtigen Strategien lässt sie sich aber hervorragend bewältigen. Ein standardisierter Test bei spezialisierten Psychiatern bringt frühzeitig Klarheit und nimmt den Betroffenen oft eine enorme emotionale Last.
Klassische Nachhilfe hilft hier allerdings selten, weshalb eine professionelle, multisensorische Lerntherapie direkt an den individuellen Schwachstellen ansetzen sollte.
Zudem gibt es in der Schule gesetzliche Ansprüche auf einen Nachteilsausgleich, wie etwa mehr Zeit bei Klassenarbeiten, oder einen Notenschutz, bei dem die Rechtschreibung nicht in die Note einfließt.
Der Schlüssel liegt letztlich im Verständnis. Wenn wir aufhören, Legasthenie als Defizit zu sehen, und stattdessen die individuellen Stärken der Betroffenen fördern, ebnen wir ihnen den Weg für eine erfolgreiche Zukunft.

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Steven Elijah Neuhaus erzählt in seiner Autobiografie die Geschichte eines Jungen, der früh spürte, dass er anders ist – und eines jungen Mannes, der lernte, aus dieser Andersartigkeit Kraft zu schöpfen. 

"Anderssein ist eine Superkraft" ist ein Buch über das Ringen mit dem eigenen Selbstbild, über kreative Kraft inmitten gesellschaftlicher Enge – und über den Mut, sich nicht unterkriegen zu lassen. (Quelle: Verlag)

Donnerstag, 3. September 2026

Blogger für HOMER 2026 - Ottokar II. Přemysl gegen Rudolf I. von Habsburg


Im späten 13. Jahrhundert steckt Mitteleuropa in einer tiefen Krise, als das sogenannte Interregnum - die kaiserlose und oft rechtlose Zeit - das Heilige Römische Reich zerreißt.

Bild: Wikipedia

1273 prallen zwei Männer aufeinander, deren erbitterte Rivalität die Landkarte Europas für die nächsten 650 Jahre grundlegend prägen wird:

Ottokar II. Přemysl und Rudolf I. von Habsburg

Es beginnt ein gigantisches politisches Kräftemessen, das schließlich in einer der größten Ritterschlachten des Mittelalters gipfelt und zwei völlig ungleiche Ausgangspositionen offenbart.

Auf der einen Seite steht mit Ottokar II. Přemysl, König von Böhmen, der maßgebliche Mann Mitteleuropas. Zeitgenossen nennen ihn den "Goldenen König" wegen seines unermesslichen Vermögens oder den "Eisernen König" auf Grund seiner militärischen Härte. Geschickt hat er sich das Erbe der Babenberger einverleibt und ist Herr über ein gewaltiges Territorium, das Böhmen bis zur Adria, Österreich, die Steiermark sowie Kärnten umfasst.

Bild: Wikipedia


Auf der Gegenseite befindet sich Rudolf von Habsburg, der aus Sicht des böhmischen Königs harmlos und ein "armer Graf" aus dem Südwesten des Reiches ist. Doch Rudolf besitzt zwei Eigenschaften, die Ottokar fatal unterschätzt: ein extremes diplomatisches Geschick und einen unbändigen Willen, seiner eigenen Familie den Weg zur Macht zu ebnen.


Bild: Wikipedia


Als 1273 die Kurfürsten zusammenkommen, um einen neuen König zu wählen, markiert dies den entscheidenden Wendepunkt. Da sie vor allem einen zu dominanten Herrscher verhindern wollen, wird Ottokar, der berechtigte Hoffnungen auf die Krone hegt, bewusst übergangen. Die Wahl fällt stattdessen auf den vermeintlich schwachen und lenkbaren Alternativkandidaten Rudolf von Habsburg.


Ein folgenschwerer Irrtum. Schnell ist klar, dass Ottokar dem neuen König die Anerkennung verweigert und Rudolf seinen Widersacher in die Schranken weisen muss, um seine eigene königliche Autorität überhaupt erst zu sichern.

In dem darauffolgenden Konflikt setzt Rudolf auf eine meisterhafte Strategie von Recht gegen Reichtum, indem er Ottokar nicht sofort militärisch angreift, sondern das Reichsrecht als Waffe nutzt.

Er fordert die Rückgabe aller Krongüter, die seit dem Ende der Staufer-Dynastie illegal angeeignet worden sind, was ein direkter Angriff auf Ottokars Herrschaft im Alpenraum ist.

Während Ottokar stur auf seine finanzielle Überlegenheit vertraut und den örtlichen Adel in den neu erworbenen Ländern durch eine strenge Zentralisierung gegen sich aufbringt, sammelt Rudolf geschickt Verbündete, verspricht den Edelleuten deren alte Privilegien und sichert sich nebenher die Unterstützung des Papstes sowie des ungarischen Königs.

Dieser massive politische und militärische Druck führt dazu, dass Ottokar im Jahr 1276 nach einem ersten, fast mühelosen Feldzug Rudolfs kapitulieren muss und vorerst auf Österreich verzichtet.

Der Frieden ist jedoch nur von kurzer Dauer, Ottokar will sein Lebenswerk nicht ohne Widerstand aufgeben. So kommt es am 26. August 1278 auf dem Marchfeld nordöstlich von Wien zur endgültigen Entscheidung, und zehntausende Krieger stehen sich in einer der größten Schlachten des Mittelalters gegenüber, die schließlich durch eine List entschieden wird. Entgegen dem damaligen ritterlichen Ehrenkodex hält Rudolf eine taktische Reserveeinheit im Hinterhalt versteckt, die den Böhmen in die Flanke fällt und eine Panik auslöst. Ottokar II. kämpft tapfer, wird jedoch vom Pferd gerissen und noch auf dem Schlachtfeld getötet.

Das historische Fazit dieses Duells zeigt, dass Ottokar II. Přemysl letztlich am eigenen Hochmut und mangelnder Kompromissbereitschaft gegenüber dem regionalen Adel scheitert, obwohl er als zukunftsorientierter Fürst bereits versucht hat, die Zentralverwaltung straff zu etablieren.

Rudolf von Habsburg hingegen erweist sich als pragmatischer Stratege für die politischen Zweckmäßigkeiten. Mit seinem Sieg auf dem Marchfeld sichert er seiner Familie die Herzogtümer Österreich und Steiermark und begründet damit jahrhundertelange Macht des Hauses Habsburg im Donauraum fest, eine Entwicklung, die ohne diesen Erfolg kaum denkbar gewesen wäre.

Wie sich dieser dramatische Kampf und der Untergang des böhmischen Königs bis hinab zu den einfachen Knechten und Bauern angefühlt haben, steht im Zentrum des historischen Romans "Der Fall des Eisernen Königs" von Ana Pawlik, der in diesem Jahr für den GOLDENEN HOMER nominiert wurde. Warum dies eine gute Entscheidung war, könnt ihr in meiner Rezension nachlesen, die im Rahmen der Vorstellung der Shortlist für den Literaturpreis am 21. September 2026 erscheint …

Donnerstag, 30. Juli 2026

Drei Tage im Havelland - Tag 2: Interview mit der Autorin

Liebe Britta, ich freue mich sehr, dass du dir Zeit für ein Interview genommen und mir ein paar Fragen beantwortet hast …

Du bist im Havelland Zuhause. Was macht für dich die Faszination dieses Landstrichs aus? Und gibt es etwas, das dich bei deinem Recherchen trotz all deines Wissens überrascht hat?


Liebe Anke, zunächst freue ich mich sehr über dein Interesse an meiner schönen Heimat.


Was mich am Havelland fasziniert, ist die Schönheit, der Wasserreichtum mit seinen vielen Seen und die Havel selbst natürlich. Es gibt so viele Plätze, an denen man sich ausruhen und entschleunigen kann, wo die Zeit von einem abfällt, die geheimnisvoll wirken, weil sie so still und so magisch daliegen. Wie von selbst werden mir da Geschichten zugeflüstert, die ich dann zu Romanen plotte.


Das ist das Wunderbare, dass ich bei der Recherche immer wieder überrascht werde. Besonders wenn es um Heimatgeschichte geht, um Ereignisse, wie die Landung eines Zeppelins im Jahre 1914 in Rathenow. Mir haben es auch Gebäude angetan, die so viel über sich preisgeben könnten. Spontan fällt mir da das Apollo Theater in Rathenow ein, das leider im zweiten Weltkrieg vernichtet wurde. Das ist so tragisch, denn alte Fotos belegen, wie großartig der Theatersaal aussah. Es war das größte Haus im Brandenburger Land und dort fanden etliche Uraufführungen statt. Kino, Theaterstücke, Opern und Operetten – es muss herrlich gewesen sein.


Welchen Part (es können auch mehrere sein) beim Schreiben deiner Geschichten magst du und welchen gar nicht?


Ich liebe es Figuren und Schauplätze zu erschaffen. Außerdem schreibe ich leidenschaftlich gerne Dialoge - am liebsten solche, wo Stimmungen umschlagen und Emotionen spürbar werden.


Was ich nicht mag: Exposés zu schreiben. Zwar fällt es mir heute ungleich leichter, aber es ist immer noch Schwerstarbeit. Am allerschlimmsten finde ich jedoch, einen Pitch zu verfassen. Meine Geschichte in maximal drei Sätzen auf den Punkt zu bringen, als Verkaufsargument, ist immer wieder furchtbar. Wenn es nach mir ginge, sollten das getrost die Agenturen übernehmen, die ja die eigentlichen Verkäufer der Ideen an die Verlage sind.


Wie gehst du beim Schreiben vor? Hast du ein klares Konzept für die Handlung und Personenführung? Wenn ja, gelingt es dir, dieses einzuhalten, oder gibt es während des Schreibens des Öfteren Abweichungen?


Ja, ich schaffe die Figuren, mit ihren Lebensläufen und Stammbäumen und den oder die Schauplätze und arbeite dann den Plot nach dem Modell der Heldenreise aus. Die meisten Details davon bringe ich tatsächlich auch im Manuskript unter. Aus dem Handlungsverlauf ergeben sich aber immer auch überraschende Szenen, die so nicht bedacht oder geplant worden waren. Aber diese kleinen Abweichungen mag ich sehr, sie machen die Handlung oft runder, authentischer. Für mich soll ein Roman so wirken, als wäre er in der Realität

passiert.


Die Gestaltung und Entwicklung der Figuren ist ja ein wesentlicher Bestandteil eines Romans. Ist es für dich wichtig, dass deine Leser mit den Protagonisten mitfühlen können und/oder Entscheidungen von ihnen mittragen? Gibt es in "Der alte Hof im Havelland. Ein Zuhause für die Liebe" Personen, die du sehr gemocht oder bei deren Ausarbeitung du dir die "Haare gerauft" hast, weil sie schwierig waren oder gar ein Eigenleben entwickelten?


Es hat meiner Meinung nach sogar oberste Priorität, dass Leserinnen und Leser alle Emotionen meiner Figuren fühlen, sich in sie hineinversetzen oder deren Entscheidungen mittragen können. Meine Figuren sollten echt wirken. Nur so wollen die Leser doch Seite für Seite weiterblättern und mitfiebern.


Oh ja, meine Lieblingsfigur ist hier eindeutig Jakob. Dicht gefolgt von Tina – natürlich. Wer mich aber zum Haare raufen gebracht hat, ist eine Nebenfigur, die ich eigentlich gar nicht geplant hatte. Cosima. Im Verlauf des Schreibens ist sie mir aber so sehr ans Herz gewachsen, dass sie eine eigene Geschichte bekam. Das ist auch so eine Kuriosität, du planst einen Roman und wie von Geisterhand entsteht daraus eine Buch Reihe.


Bist du sehr kritisch mit deinen eigenen Werken?


Ja, bin ich. Besonders hinsichtlich Authentizität, Glaubwürdigkeit und vor allem will ich keine langweiligen Geschichten schreiben. Ich werde zum Glück nicht von Selbstzweifeln zerfressen, denn ich erzähle die Geschichten so, wie ich sie selbst gern lesen möchte. Ich liebe meine Romane. Das halte ich auch für wichtig. Ich muss an sie glauben, wie will ich sonst eine Agentur oder einen Verlag überzeugen.


Zu guter Letzt würde ich gern noch Folgendes wissen: Jeder kennt sie, die Tage, an denen nichts läuft. Gerade in dieser angespannten Zeit ... Wie motivierst du dich, wenn dich die Schreibunlust überfällt?


Nun, da gibt es genug andere Arbeiten zu erledigen; recherchieren, eine neue Idee plotten oder einfach mal die Seele baumeln lassen und NICHTS tun. Alles sacken lassen, spazieren gehen in der Natur, schwimmen, Fahrrad fahren, mit Freundinnen quatschen – das Leben genießen mit dem Wissen: Alles kommt zur rechten Zeit zu dir.


Liebe Britta, danke nochmals für diese wunderbare Interview.



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Wie schafft man sich ein Zuhause – und eine Familie?

Schon lange träumt Tina von einem Mehrgenerationenhof auf dem Land. Wie schön es wäre, den Lärm der Stadt hinter sich zu lassen und sich als Alleinerziehende von drei Kindern nicht ständig Sorgen machen zu müssen! Bei einem Ausflug nach Bützer, einem hübschen kleinen Ort an der Havel, entdeckt sie einen alten Bauernhof, der zum Verkauf angeboten wird. Doch allein kann sie den Preis nicht stemmen – Mitbewohner müssen her, die genauso viel Lust auf Landleben haben wie sie. Auch ihre Kinder sind noch lange nicht überzeugt. Und dann ist da noch der Vorbesitzer Jakob, der nicht wegziehen möchte und Tina mit seinem finsteren Blick und seiner Art wahnsinnig macht … Kann sie trotz aller Hindernisse ihr Glück finden? (Quelle: Verlag)

Erschienen ist der Roman bei dotbooks.


Dienstag, 28. Juli 2026

Drei Tage im Havelland - Tag 1: Der Ort des Geschehens

Habt ihr schon einmal vom Havelland gehört oder gelesen? Vielleicht kann ich euch heute mit ein paar wissenswerten Informationen neugierig machen.


Von Devil m25, CC BY-SA 3.0
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7038652

Das südlich von Prignitz und Ruppiner Land in Brandenburg gelegene Havelland ist geografisch gesehen das U-förmig von der Havel umflossene Gebiet zwischen Oranienburg im Nordosten und Rhinow im Nordwesten. Den nördlichen Abschluss des Havellandes bilden der Fluss Rhin und der Rhinkanal.

Das Havelland gilt als historische Landschaft. Hierbei handelt es sich um einen Fachbegriff aus der Geschichtswissenschaft, der eine natürliche Region, deren menschliche Besiedlung untersucht wird, bezeichnet. Das Besondere daran ist, dass sich die Menschen in diesem Gebiet historisch eng miteinander verbunden fühlen. Dieses Gemeinschaftsgefühl bleibt auch dann bestehen, wenn sich politische Grenzen oder die Wirtschaft im Laufe der Zeit verändern.

Ein wunderbares Beispiel für dieses Identitätsgefühl ist die literarische Prägung der Region. Theodor Fontane setzte dem Havelland – wie auch vielen anderen brandenburgischen Gebieten – ein bleibendes Denkmal. Besonders seine berühmte Ballade HERR VON RIBBECK AUF RIBBECK IM HAVELLAND machte die Gegend weltbekannt. Zudem ließ er seine Romanfigur Effi Briest dort aufwachsen und widmete der Region einen eigenen Band seiner WANDERUNGEN DURCH DIE MARK BRANDENBURG.


Foto: Pixabay

Das Bild des Havellandes wird vor allem durch seine ausgedehnten Urstromtäler geprägt. Aus diesen tiefen Niederungen ragen inselartig riesige Hochflächen empor. Diese sogenannten Platten tragen meist Grundmoränen aus den eiszeitlichen Epochen, doch auch markante Endmoränen der Saale- und Weichseleiszeit formen die Region. Auf den sandigen, trockenen Platten erstrecken sich heute neben weiten Äckern auch dichte Wälder. Die größte von ihnen ist die Nauener Platte, nördlich gefolgt von kleineren Erhebungen, den “Ländchen”. Westlich des großen Havelbogens schließt sich zudem das Land Schollene an.

Foto: Pixabay
Abseits der Havel breiten sich in den Tälern spektakuläre Moorlandschaften aus. Nördlich der Nauener Platte liegen das Havelländische Luch und das Rhinluch – landschaftlich getrennt durch die Ländchen. Südlich davon erstreckt sich die Osthavelniederung. Sie ist durchzogen von kleineren Moränenhügeln und einer traumhaften Kette aus zahlreichen Havelseen. Dass diese Regionen heute so gut nutzbar sind, verdanken sie menschlicher Hand. Vom frühen 18. Jahrhundert bis in die 1950er-Jahre wurde vor allem der Norden des Havellandes durch ein riesiges Kanalnetz aufwändig entwässert.
Heute findet allerdings ein Umdenken statt. Das Land Brandenburg verabschiedete 2023 zur Stabilität des Wasserhaushaltes und der Bindung von Kohlendioxid ein Moorschutzprogramm, um trockengelegte Moore gezielt wieder zu bewässern. 
Der westliche Teil der Region zwischen Rhinow und Pritzerbe gehört zum Naturpark Westhavelland. Hier liegt mit der Unteren Havelniederung das größte zusammenhängende Feuchtgebiet im westeuropäischen Binnenland.
Das Havelland ist recht dünn besiedelt, wobei sich größere Städte wie Potsdam, Brandenburg an der Havel und Rathenow sowie das historische Spandau an den Havelübergängen entwickelten. Als wichtiges Zentrum im Berliner Umland verzeichnet zudem Falkensee ein starkes Wachstum.

Fotos: Britta Orlowski
Wirtschaftlich prägen weitläufiger Ackerbau und die Viehhaltung das Bild, während die Region um Werder für ihren intensiven Obst- und Gemüseanbau samt Weiterverarbeitung bekannt ist. Auch die traditionelle Fischerei auf den Havelseen sichert bis heute Arbeitsplätze.
Als Naherholungsgebiet für die Metropole Berlin gewinnt der Tourismus zunehmend an Bedeutung.
Eine zentrale Herausforderung bleibt jedoch die Verkehrserschließung. Die Havel ist zwar eine wichtige Wasserstraße, die weiten Seen und Feuchtgebiete erschweren allerdings den Ausbau von Straßen- und Eisenbahnnetzen.
Für Radbegeisterte ist das Havelland wegen seiner flachen Strecken und der gut ausgebauten Infrastruktur absolut empfehlenswert. Die Region lässt sich ideal auf dem Havelland-Radweg von Osten nach Westen oder auf dem naturnahen Havelradweg direkt am Wasser erkunden. Die Themenroute Fontane.Rad sei hingegen Kultur- und Geschichtsliebhaber empfohlen.
Wer sich für den naturnahen Havelradweg entscheidet, rollt direkt in eine kleine Oase der Ruhe, die nicht nur Ausflügler, sondern auch Literaten inspiriert: die Gemeinde Bützer. In dieser malerischen Kulisse und ihrer Umgebung sind auch die Romane der beliebten Havelland-Reihe von Britta Orlowski angesiedelt, die das Lebensgefühl der Region wunderbar einfangen.



Fotos: Britta Orlowski

Dieses alte slawische Fischer- und Bauerndorf blickt auf eine beeindruckende Geschichte zurück. Wahrscheinlich wurde der Ort, dessen Feldmark als “Krietz” bezeichnet wird, schon im Jahr 946 von Otto dem Großen unter dem Namen “Podesal” dem Bistum Havelberg übereignet. Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1368.

Heute schätzen sowohl die Einwohner als auch die bereits erwähnten Radtouristen die idyllische Lage direkt an der Havel. Entlang des Ufers laden gemütliche Bänke und Sonnenliegen dazu ein, das Fahrrad kurz beiseitezustellen, die Beine auszustrecken und den Blick über das glitzernde Wasser schweifen zu lassen.


Foto: Britta Orlowski

Auch Kulturliebhaber kommen bei diesem Zwischenstopp auf ihre Kosten. Die spätromanische Dorfkirche wurde bereits Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut. Im 19. Jahrhundert kamen der Vorraum und der markante dreigeschossige Turm hinzu, bevor das historische Bauwerk 1982 unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Neben der sakralen Architektur hat Bützer zudem das Antlitz großer Metropolen geprägt. Bis nach Berlin und Hamburg ist der Ort für seine roten Backsteinziegel bekannt. Anfang des 19. Jahrhunderts produzierten hier gleich vier Ziegeleien das begehrte Baumaterial, die letzte von ihnen stellte erst im Jahr 1966 ihren Betrieb ein.

Als stolzes Denkmal dieser industriellen Vergangenheit ragt noch heute ein weithin sichtbarer Schornstein in den Himmel und weist schon von Weitem den Weg.


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Wie schafft man sich ein Zuhause – und eine Familie?

Schon lange träumt Tina von einem Mehrgenerationenhof auf dem Land. Wie schön es wäre, den Lärm der Stadt hinter sich zu lassen und sich als Alleinerziehende von drei Kindern nicht ständig Sorgen machen zu müssen! Bei einem Ausflug nach Bützer, einem hübschen kleinen Ort an der Havel, entdeckt sie einen alten Bauernhof, der zum Verkauf angeboten wird. Doch allein kann sie den Preis nicht stemmen – Mitbewohner müssen her, die genauso viel Lust auf Landleben haben wie sie. Auch ihre Kinder sind noch lange nicht überzeugt. Und dann ist da noch der Vorbesitzer Jakob, der nicht wegziehen möchte und Tina mit seinem finsteren Blick und seiner Art wahnsinnig macht … Kann sie trotz aller Hindernisse ihr Glück finden? (Quelle: Verlag)

Erschienen ist der Roman bei dotbooks.


Samstag, 25. Juli 2026

Blogtour - Aus der Asche: Thriller

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Eine  Botschaft aus dem Jenseits? Svenja Paulus zweifelt an ihrem Verstand, als ihr ehemaliger Freund sich bei ihr meldet. Als Polizistin weiß sie, was sie mit ihren eigenen Augen sah: der Mann ist seit Jahren tot! Er verlor sein Leben in einem Inferno, dem Svenja selbst nur knapp entkam. Deshalb beginnt sie das zu tun, wovor der Tote sie eindringlich warnt: sie forscht nach.

Je tiefer sie jedoch in die Vergangenheit eintaucht, desto mehr zerbricht Svenjas Wirklichkeit. Menschen schneiden sie, Erinnerungen verschwimmen und unerklärliches Unheil geschieht. Treibt jemand ein grausames Spiel mit ihr, oder hat sie die Wahrheit über ihre Vergangenheit schlicht verdrängt? War sie bei dem Brand mehr als eine Zeugin? 


Arne M. Boehler hat einen psychologischen Thriller über Manipulation und Schuld, Wahrheit und Selbsttäuschung, Trauma und Erinnerung geschrieben. Ich erzähle euch heute im Rahmen der Blogtour ein paar wissenswerte Fakten über das literarische Genre THRILLER.

Das Wort “Thriller” stammt vom englischen Begriff thrill ab, was übersetzt so viel wie Schauer, Nervenkitzel oder Erregung bedeutet. Und genau darum geht es, denn diese Gattung lebt von einer permanenten Achterbahnfahrt der Gefühle, wobei die Spannung hier fast nie pausiert – oder dies zumindest nicht sollte.

Ein Thriller, der seinen Namen verdient, ist ein konstantes, psychologisches Spiel zwischen extremem Druck und kurzer Erleichterung, das sich durch die gesamte Handlung zieht. Um diesen Zustand zu erreichen, schöpfen Autoren aus dem Vollen und nutzen weite Spannungsbögen, fiese Cliffhanger und falsche Fährten (sogenannte Red Herrings), die uns bewusst in die Irre führen.

Obwohl sich Thriller, Mystery und klassische Krimis oft überschneiden, wird der ausschlaggebende Unterschied durch die Dynamik bestimmt.

Im typischen Kriminalroman steht die logische Ermittlung im Vordergrund. Höhepunkt ist die Aufklärung des Falls. Ein Thriller hingegen zielt direkt auf das Überleben ab. Die Helden müssen sich permanent gegen massive psychische oder physische Gewalt ihres Gegenspielers wehren. Das Finale ist kein klassisches Verhör, sondern in der Regel der meist haarscharf erreichte, finale Sieg über den Schurken, um sich selbst oder gar die ganze Welt zu retten.

Während Standard-Thriller stark auf Action und äußere Handlung setzen, dringt der Psychothriller tief in den Verstand der Figuren ein. Dabei steht nicht die Verfolgungsjagd im Fokus, sondern ein emotionaler, vielfach toxischer Konflikt zwischen den Charakteren oder der Kampf einer Figur mit den eigenen inneren Dämonen und Traumata.

Um diesen psychologischen Schrecken spürbar zu machen, nutzen Autoren bestimmte Techniken wie den Bewusstseinsstrom, bei dem wir ungefiltert die häufig wirren Gedanken einer Figur miterleben. Wiederholt kommen auch unzuverlässige Erzähler oder eine tiefgehende Aufarbeitung der Vorgeschichte zum Einsatz. Anders als beim klassischen Suspense, bei dem das Publikum einen Wissensvorsprung vor den Figuren hat, wissen wir im Psychothriller genauso wenig wie die Protagonisten. Dadurch entsteht eine extrem starke Identifikation, und wir tappen gemeinsam mit ihnen im Dunkeln.

Ganz andere Saiten zieht der Politthriller auf. Er bricht aus dem persönlichen Überlebenskampf aus und hebt die Bedrohung auf die staatliche Ebene. So bestimmen Spionage, Terroranschläge und kriminelle Verschwörungen in den oberen Machtetagen das Geschehen. Autoren jagen ihre Figuren durch ein Netz aus Korruption und Staatsaffären, das sich in realen oder fiktiven Ländern entfaltet. Die Storys gewinnen ihre erschütternde Intensität dadurch, dass sie fiktive Szenarien mit echten historischen Ereignissen verweben, wodurch die Grenze zwischen Fiktion und Realität gefährlich verschwimmt.

Technothriller bewegen sich oft im Grenzbereich zur Science-Fiction. Kennzeichnend sind die tragende Rolle technischer Innovationen sowie ein von Fachjargon geprägter Stil. Die Abgrenzung zur Science-Fiction erfolgt dadurch, dass die Handlung in der Gegenwart spielt und die gesellschaftlichen Auswirkungen der Technologie ausgeblendet werden. Steht bei einer solchen technologischen Bedrohung direkt das globale Schicksal auf dem Spiel, wird auch von einem epischen Thriller gesprochen.

Ökothriller etablierten sich in den 1980er Jahren. Im Zentrum der Handlung steht hierbei der dramatische Konflikt zwischen ökologischen Interessen und ökonomischen Profitgelüsten.

Ein weiterer Bereich sind Erotikthriller, die die klassische Hochspannung mit expliziten erotischen Elementen und psychologischen Machtspielen verknüpfen. Kippt die Bedrohung hingegen ins Übernatürliche oder Monströse, ist die Rede von Horrorthrillern, die den Nervenkitzel des Genres mit purem Grauen und Schockmomenten anreichern.

Mittwoch, 3. September 2025

Blogtour - Bocksbeutel-Verschwörung: Würzburg

 
Heute starten wir bei mir mit einer bunten Blogtour zum neuen Kriminalroman von Susanne Beck, und ich stelle euch mit Würzburg den Ort des Geschehens vor.

Die Frage, warum Susanne ihre dritte kriminelle Geschichte in der unterfränkischen Stadt angesiedelt hat, lässt sich gut mit einem Blick in ihre Biografie beantworten. Diese offenbart nämlich deutlich ihre Verbindung: Susanne hat an der Julius-Maximilians-Universität, der ältesten Universität Bayerns, studiert und gearbeitet.
 
Ich habe weitere Würzberger Informationen für euch zusammengetragen.
 
Die kreisfreie Stadt Würzburg ist mit über 100.000 Einwohnern nach Nürnberg die zweitgrößte Stadt in Franken.

Würzburg liegt umgeben von Spessart, Rhön und Steigerwald im sogenannten Maindreieck im mittleren Maintal. Der Main selbst fließt durch den westlichen Teil der Stadt.
 
Begünstigt durch die Hanglage und die klimatischen Verhältnisse zeigt sich das Gebiet um Würzburg bestens geeignet für den Weinanbau.
 
 

Eine typische Form der Abfüllung des Frankenweins ist seit mindestens 250 Jahren der Bocksbeutel, der das Cover von Susannes Buch gleich dreifach ziert. Deshalb spare ich mir ein weiteres Bild.
 
Auf einer Anhöhe, dem Marienberg, steht die Festung gleichen Namens, eines der berühmten Wahrzeichens der Stadt.
 
 
 
Als Befestigungsanlage „Virteburh“ findet die urkundliche Erwähnung dieses Fleckens Erde im Jahr 704 erstmals statt. Sie entwickelt sich bereits im Mittelalter zu einem bedeutenden wirtschaftlichen, geistlichen und hoheitlichen Zentrum. Vermutlich wegen der Lage an vielen Verkehrswegen wie eben dem Main, wird Würzburg 741 Bischofssitz, und Ludwig der Fromme verleiht den Würzburger Bischöfen um 820 ein Zollprivileg. Markt- und Münzrecht gibt es allerdings erst seit 1030.
 
Nicht vergessen werden soll, dass 1127 das erste Ritterturnier auf deutschem Boden in der Stadt ausgetragen wird. Um 1130 erfolgt der Bau der steinernen Mainbrücke, eine technische Meisterleistung seiner Zeit.

Am 17. Juni 1156 heiratet Friedrich I. Barbarossa in Würzburg in zweiter Ehe die noch sehr junge Beatrix von Burgund.
 
1402 wird die Hohe Schule zu Würzburg als Vorläuferin der späteren Julius-Maximilians-Universität gegründet. Daneben bieten heute aber auch die Technische Hochschule und die Hochschule für Musik verschiedene Studiengänge an, wodurch Würzburg zu den klassischen deutschen Universitätsstädten zählt.

Bedeutung für die Würzburger Geschichte erlangt der Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn. Positiv sind die Stiftung des Juliusspitals, die Neugründung Universität und der Ausbau der Festung auf dem Marienberg als Renaissanceschloss. Jedoch ist er ebenso weit über Würzburg hinaus bekannt und berüchtigt als Gegenreformator und Hexenverfolger.
 
 

In den Jahren 1631 bis 1634 hat Würzburg unter den Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges zu leiden, denn die Schweden besetzen die Stadt. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 wird unter anderem durch Errichtung neuer Festungs- und Stadttore, der barocke, sternförmige Ausbau der Befestigung Würzburgs geschaffen.

Von 1802 bis 1814 wechseln die Würzburger viermal ihre Staatszugehörigkeit, seit Juni 1814 sind sie endgültig bayerisch.
 
Noch bis zur Industriellen Revolution Anfang des 19. Jahrhunderts kann die Stadt auf eine hohe überregionale Bedeutung verweisen.


1823 wird der Pegel Würzburg in Betrieb genommen, er ist damit der älteste noch betriebene Pegel am Main. 1892 eröffnet die Straßenbahnlinie als Pferdebahn, bereits acht Jahre später fährt in Würzburg die erste elektrische Straßenbahn.

Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt 1895 im Physikalischen Institut der Universität Würzburg die nach ihm benannte Röntgenstrahlung  und erhält dafür 1901 den (ersten) Nobelpreis für Physik.

1934 wird Würzburg Großstadt. Die Nationalsozialisten verbieten nach ihrer Machtergreifung Aktivitäten der SPD, Würzburgs und Deutschlands älteste demokratische politische Partei. Auch hier werden in den Jahren 1941 bis 1943 jüdische Bürger deportiert.

Unter der Regierung der Nationalsozialisten spielt die Stadt eine wichtige und unrühmliche Rolle bei der sogenannten "Aktion T4", bei der in Deutschland mehr als 100.000 Psychiatrie-Patienten und behinderte Menschen durch SS-Ärzte und -Pflegekräfte systematisch ermordet werden.
 
Das eindrucksvolles Stadtbild von Würzburg wird bedauerlicherweise im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. Die ersten Bombenangriffe treffen 1942 vor allem der Südbahnhof. Am Ende liegen 80 Prozent des Stadtkerns in Trümmern.
 
Leider werden beim Wiederaufbau zwar bedeutende Einzeldenkmäler – beispielsweise die meisten Kirchen in der Altstadt – rekonstruiert, aber nur wenige, das einstige Stadtbild prägende Bürgerhäuser.


Hingegen wird die Würzburger Residenz mit Hofgarten und Residenzplatz umfangreich restauriert. Sie ist das Hauptwerk des süddeutschen Barock und außerdem eines der bedeutendsten Schlösser Europas.


Von der UNESCO wird sie deshalb bereits 1981 – als drittes Bauwerk in Deutschland – in die Liste der zum Welterbe gehörenden Objekte aufgenommen.
 
Ich hoffe, ich konnte euch zu einer Reise nach Würzburg einladen. 
 
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Rauschend feiert die Würzburger Prominenz den 60. Geburtstag von Professor Wulffen, bekannter Denker und selbsternannter Weinpapst, im Weinkeller der Residenz. Bis eine Katastrophe das Fest erschüttert: Einer der Anwesenden überlebt die Party nicht. Bei ihren Ermittlungen stößt die toughe Kommissarin Ines Frank schon bald auf Widerstände, sogar innerhalb der Polizei. Trotzdem macht sie sich mit Unterstützung von Dr. Assmuth, einem technikaffinen Philosophen, auf die Suche nach der Wahrheit. Ob sie im Wein zu finden ist? (Quelle: Verlag) 

Alle Fotos: Pixabay
  

Samstag, 3. Mai 2025

Blogtour - Schatten über der Sagrada Familia: Barcelonas Geschichte

Willkommen zum heutigen Blogtour-Halt zu Susanne Becks „Schatten über der Sagrada Familia“.


Ich erzähle euch etwas über die Geschichte Barcelonas, der Stadt in Katalonien, in welcher das von Susanne Beck erdachte Mutter-Tochter-Gespann Anneliese und Clara ermittelt.


Die reichhaltige Geschichte Barcelonas ist geprägt von verschiedenen politischen Bewegungen und dem Bestreben nach Unabhängigkeit sowie der Wahrung einer einzigartigen kulturellen Identität. Sie spiegelt sich in der Architektur, den Traditionen und dem lebendigen Stadtleben wieder, was die Stadt zu einem einzigartigen Beispiel für den Dialog zwischen Vergangenheit und modernem, urbanem Leben macht.

Zahlreiche Ausgrabungen belegen, dass bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. unter Kaiser Augustus die Colonia Iulia Augusta Paterna Faventia Barcino, das heutige Barcelona, entsteht, eine der größten bekannten römischen Siedlung außerhalb Roms.


Nach dem Zerfall des Römischen Reiches wird Barcelona Heimat der Westgoten und zur Hauptstadt. Doch auch dieses Reich zerbricht, und es beginnt im 8. Jahrhundert die Zeit der Eroberungen verschiedener Völker. Erst sind es die Mauren, auch wenn deren Einfluss in Katalonien nicht so groß ist wie im südlichen Spanien. Ihnen folgen die Franken, die Barcelona 801 besetzen. Kaiser Karl der Große macht Barcelona zur Hauptstadt der Spanischen Mark, wodurch sie zur Verteidigung des Frankenreichs gegen das von den Arabern besetzt restliche Spanien dient.

988 beginnt die Unabhängigkeit Kataloniens vom Frankenreich, als Borell II. die Grafschaft Barcelona für autonom erklärt. Nachdem der katalanische Graf Berenguer IV. von Barcelona die Thronerbin von Aragon, Petronilla, heiratet, entsteht die katalanisch-aragonesische Föderation, die ihren Machtbereich bis Neapel und Sardinien ausdehnen kann.

Unter Regentschaft von Jaume I. gelingt in der Zeit von 1213 bis 1276 nicht nur eine erfolgreiche wirtschaftliche Expansion, sondern es werden von den Mauren auch die Balearischen Inseln, Valencia, Menorca und Mallorca zurückerobert.

1347 beginnt der Bau der Kathedrale von Barcelona, wobei niemand ahnt, dass dieser über 400 Jahre dauern wird.


In den Jahre 1469 bis 1492 erfolgt die Vereinigung zweier christlicher Reiche, als Fernando II. von Aragón und Isabella von Kastilien heiraten. Grenada, die letzte maurische Bastion auf der iberischen Halbinsel fällt 1492. Aber der Einfluss Barcelonas schwindet.

Weitere Kämpfe und kriegerische Auseinandersetzungen schwächen Katalonien und Barcelona.

Da sind zum einen die Revolte der Bauern und Erntearbeiter, die sogenannte Schnitter-Revolte, die mit der Ermordung des Vizekönigs am Fronleichnams-Tag am 7. Juni 1640 ihren Anfang nimmt, über das Ende des Dreißigjährigen Krieges (1648) hinaus bis 1659 andauert und in deren Verlauf es zu einer Teilung Kataloniens kommt.

Ebenso beuteln die Spanischen Erbfolgekriege 1701 bis 1714 das Land und die Bevölkerung. An deren Ende kapitulieren die Katalanen, die die Habsburger unterstützt haben, und verlieren nicht nur die Selbstverwaltung, sondern auch viele Sonderrechte. Der 11. September 1714 ist heute Nationalfeiertag.

Auch Napoleons Truppen machen keinen Bogen um Barcelona. Im Spanischen Unabhängigkeitskrieg 1808 bis 1814 werden große Teile der Stadt zerstört.


Im 19. Jahrhundert wird durch die kulturelle und politische Bewegung, die Renaixença, das katalanische Nationalbewusstsein wiederbelebt, was zur Renaissance der katalanischen Sprache und Kultur führt. Außerdem entwickelt sich Barcelona in dieser Zeit zur bedeutendsten Industriestadt Spaniens.

In der Epoche des Modernisme, einer der bedeutendsten Perioden in der Kunst- und Architekturgeschichte in Katalonien, entstehen in den Jahren von von 1878 bis 1920 viele Sehenswürdigkeiten, die noch heute zu besichtigen sind. 1888 findet die erste Weltausstellung in Barcelona statt, 1929 die zweite.

Die 1914 ausgerufene Provinzregierung wird durch die Militärdiktatur 1925 wieder abgeschafft, und auch der 1932 Katalonien eingeräumte Autonomiestatus endet 1936 im bis 1939 andauernden Spanischen Bürgerkrieg. Unter Diktator Franco wird die katalanische Lebensweise und Sprache fortan bis zu dessen Tod 1975 brutal unterdrückt.

Spanien tritt 1986 der Europäischen Union bei. 1992 und damit im Jahr des 500. Jubiläums der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus begrüßt Barcelona während der XXV. Olympischen Sommerspiele die Sportler der Welt. Dies gibt der Stadtentwicklung positive und sichtbare Impulse.


2010 leben in Barcelona 1,6 Millionen Einwohnern, und die Stadt fördert vermehrt den Tourismus und die internationale Kultur. Neue Verkehrsberuhigungsmaßnahmen reduzieren den Autoverkehr in Wohnvierteln und geben Fußgängern und Radfahrern mehr Raum.

Außerdem werden die Corrida, der traditionelle spanische Stierkampf, in Katalonien verboten und die einzige Stierkampfarena in Barcelona geschlossen. Papst Benedikt XVI. weiht die Sagrada Familia zur Basilika.

Viele Menschen wünschen sich die katalanische Unabhängigkeit. 2012 demonstrieren dafür ca. 1,5 Millionen, und auch nach dem Referendum am 1. Oktober 2017 kommt es zu Massenprotesten und Großdemonstrationen in Barcelona, die eine schwere politischen Krise in Spanien verursachen.

Der Ausbruch der weltweiten COVID-19-Pandemie trifft auch Barcelona schwer, und die Stadt verhängt strenge Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Danach beginnt Barcelona mit der Verwirklichung eines nachhaltigen und umweltfreundlichen Tourismus und verstärkt die Bemühungen zur Förderung nachhaltiger Mobilität mittels Einrichtung von mehr Fahrradwegen und weiteren autofreien Zonen ...


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Nach einem Streit mit ihrem Lebensgefährten entschließt sich Clara, ihre Mutter Anneliese in Barcelona zu besuchen, die dort gerade bei ihrer Freundin Maria wohnt. Maria ist eine erfolgreiche Food-Bloggerin und gefeierte Instagram-Ikone der älteren Generation und bietet ihren Freundinnen die perfekte Ablenkung. Sogar auf die schillerndste Party der Gastronomie-Szene werden sie eingeladen!
Doch das Fest endet in einer Katastrophe: Eine junge Frau ist tot, und Maria gerät unter Verdacht. Von der Unschuld ihrer Freundin überzeugt, sind Clara und Anneliese schon zum zweiten Mal gezwungen, auf eigene Faust zu ermitteln ... (Quelle: Verlag)

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