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Dienstag, 28. Juli 2026

Drei Tage im Havelland - Tag 1: Der Ort des Geschehens

Habt ihr schon einmal vom Havelland gehört oder gelesen? Vielleicht kann ich euch heute mit ein paar wissenswerten Informationen neugierig machen.


Von Devil m25, CC BY-SA 3.0
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7038652

Das südlich von Prignitz und Ruppiner Land in Brandenburg gelegene Havelland ist geografisch gesehen das U-förmig von der Havel umflossene Gebiet zwischen Oranienburg im Nordosten und Rhinow im Nordwesten. Den nördlichen Abschluss des Havellandes bilden der Fluss Rhin und der Rhinkanal.

Das Havelland gilt als historische Landschaft. Hierbei handelt es sich um einen Fachbegriff aus der Geschichtswissenschaft, der eine natürliche Region, deren menschliche Besiedlung untersucht wird, bezeichnet. Das Besondere daran ist, dass sich die Menschen in diesem Gebiet historisch eng miteinander verbunden fühlen. Dieses Gemeinschaftsgefühl bleibt auch dann bestehen, wenn sich politische Grenzen oder die Wirtschaft im Laufe der Zeit verändern.

Ein wunderbares Beispiel für dieses Identitätsgefühl ist die literarische Prägung der Region. Theodor Fontane setzte dem Havelland – wie auch vielen anderen brandenburgischen Gebieten – ein bleibendes Denkmal. Besonders seine berühmte Ballade HERR VON RIBBECK AUF RIBBECK IM HAVELLAND machte die Gegend weltbekannt. Zudem ließ er seine Romanfigur Effi Briest dort aufwachsen und widmete der Region einen eigenen Band seiner WANDERUNGEN DURCH DIE MARK BRANDENBURG.


Foto: Pixabay

Das Bild des Havellandes wird vor allem durch seine ausgedehnten Urstromtäler geprägt. Aus diesen tiefen Niederungen ragen inselartig riesige Hochflächen empor. Diese sogenannten Platten tragen meist Grundmoränen aus den eiszeitlichen Epochen, doch auch markante Endmoränen der Saale- und Weichseleiszeit formen die Region. Auf den sandigen, trockenen Platten erstrecken sich heute neben weiten Äckern auch dichte Wälder. Die größte von ihnen ist die Nauener Platte, nördlich gefolgt von kleineren Erhebungen, den “Ländchen”. Westlich des großen Havelbogens schließt sich zudem das Land Schollene an.

Foto: Pixabay
Abseits der Havel breiten sich in den Tälern spektakuläre Moorlandschaften aus. Nördlich der Nauener Platte liegen das Havelländische Luch und das Rhinluch – landschaftlich getrennt durch die Ländchen. Südlich davon erstreckt sich die Osthavelniederung. Sie ist durchzogen von kleineren Moränenhügeln und einer traumhaften Kette aus zahlreichen Havelseen. Dass diese Regionen heute so gut nutzbar sind, verdanken sie menschlicher Hand. Vom frühen 18. Jahrhundert bis in die 1950er-Jahre wurde vor allem der Norden des Havellandes durch ein riesiges Kanalnetz aufwändig entwässert.
Heute findet allerdings ein Umdenken statt. Das Land Brandenburg verabschiedete 2023 zur Stabilität des Wasserhaushaltes und der Bindung von Kohlendioxid ein Moorschutzprogramm, um trockengelegte Moore gezielt wieder zu bewässern. 
Der westliche Teil der Region zwischen Rhinow und Pritzerbe gehört zum Naturpark Westhavelland. Hier liegt mit der Unteren Havelniederung das größte zusammenhängende Feuchtgebiet im westeuropäischen Binnenland.
Das Havelland ist recht dünn besiedelt, wobei sich größere Städte wie Potsdam, Brandenburg an der Havel und Rathenow sowie das historische Spandau an den Havelübergängen entwickelten. Als wichtiges Zentrum im Berliner Umland verzeichnet zudem Falkensee ein starkes Wachstum.

Fotos: Britta Orlowski
Wirtschaftlich prägen weitläufiger Ackerbau und die Viehhaltung das Bild, während die Region um Werder für ihren intensiven Obst- und Gemüseanbau samt Weiterverarbeitung bekannt ist. Auch die traditionelle Fischerei auf den Havelseen sichert bis heute Arbeitsplätze.
Als Naherholungsgebiet für die Metropole Berlin gewinnt der Tourismus zunehmend an Bedeutung.
Eine zentrale Herausforderung bleibt jedoch die Verkehrserschließung. Die Havel ist zwar eine wichtige Wasserstraße, die weiten Seen und Feuchtgebiete erschweren allerdings den Ausbau von Straßen- und Eisenbahnnetzen.
Für Radbegeisterte ist das Havelland wegen seiner flachen Strecken und der gut ausgebauten Infrastruktur absolut empfehlenswert. Die Region lässt sich ideal auf dem Havelland-Radweg von Osten nach Westen oder auf dem naturnahen Havelradweg direkt am Wasser erkunden. Die Themenroute Fontane.Rad sei hingegen Kultur- und Geschichtsliebhaber empfohlen.
Wer sich für den naturnahen Havelradweg entscheidet, rollt direkt in eine kleine Oase der Ruhe, die nicht nur Ausflügler, sondern auch Literaten inspiriert: die Gemeinde Bützer. In dieser malerischen Kulisse und ihrer Umgebung sind auch die Romane der beliebten Havelland-Reihe von Britta Orlowski angesiedelt, die das Lebensgefühl der Region wunderbar einfangen.



Fotos: Britta Orlowski

Dieses alte slawische Fischer- und Bauerndorf blickt auf eine beeindruckende Geschichte zurück. Wahrscheinlich wurde der Ort, dessen Feldmark als “Krietz” bezeichnet wird, schon im Jahr 946 von Otto dem Großen unter dem Namen “Podesal” dem Bistum Havelberg übereignet. Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1368.

Heute schätzen sowohl die Einwohner als auch die bereits erwähnten Radtouristen die idyllische Lage direkt an der Havel. Entlang des Ufers laden gemütliche Bänke und Sonnenliegen dazu ein, das Fahrrad kurz beiseitezustellen, die Beine auszustrecken und den Blick über das glitzernde Wasser schweifen zu lassen.


Foto: Britta Orlowski

Auch Kulturliebhaber kommen bei diesem Zwischenstopp auf ihre Kosten. Die spätromanische Dorfkirche wurde bereits Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut. Im 19. Jahrhundert kamen der Vorraum und der markante dreigeschossige Turm hinzu, bevor das historische Bauwerk 1982 unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Neben der sakralen Architektur hat Bützer zudem das Antlitz großer Metropolen geprägt. Bis nach Berlin und Hamburg ist der Ort für seine roten Backsteinziegel bekannt. Anfang des 19. Jahrhunderts produzierten hier gleich vier Ziegeleien das begehrte Baumaterial, die letzte von ihnen stellte erst im Jahr 1966 ihren Betrieb ein.

Als stolzes Denkmal dieser industriellen Vergangenheit ragt noch heute ein weithin sichtbarer Schornstein in den Himmel und weist schon von Weitem den Weg.


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Wie schafft man sich ein Zuhause – und eine Familie?

Schon lange träumt Tina von einem Mehrgenerationenhof auf dem Land. Wie schön es wäre, den Lärm der Stadt hinter sich zu lassen und sich als Alleinerziehende von drei Kindern nicht ständig Sorgen machen zu müssen! Bei einem Ausflug nach Bützer, einem hübschen kleinen Ort an der Havel, entdeckt sie einen alten Bauernhof, der zum Verkauf angeboten wird. Doch allein kann sie den Preis nicht stemmen – Mitbewohner müssen her, die genauso viel Lust auf Landleben haben wie sie. Auch ihre Kinder sind noch lange nicht überzeugt. Und dann ist da noch der Vorbesitzer Jakob, der nicht wegziehen möchte und Tina mit seinem finsteren Blick und seiner Art wahnsinnig macht … Kann sie trotz aller Hindernisse ihr Glück finden? (Quelle: Verlag)

Erschienen ist der Roman bei dotbooks.


Donnerstag, 13. November 2025

Herbst am See

 Wenn sich der Herbst so zeigt, ist er wunderschön.
 




Mittwoch, 3. September 2025

Blogtour - Bocksbeutel-Verschwörung: Würzburg

 
Heute starten wir bei mir mit einer bunten Blogtour zum neuen Kriminalroman von Susanne Beck, und ich stelle euch mit Würzburg den Ort des Geschehens vor.

Die Frage, warum Susanne ihre dritte kriminelle Geschichte in der unterfränkischen Stadt angesiedelt hat, lässt sich gut mit einem Blick in ihre Biografie beantworten. Diese offenbart nämlich deutlich ihre Verbindung: Susanne hat an der Julius-Maximilians-Universität, der ältesten Universität Bayerns, studiert und gearbeitet.
 
Ich habe weitere Würzberger Informationen für euch zusammengetragen.
 
Die kreisfreie Stadt Würzburg ist mit über 100.000 Einwohnern nach Nürnberg die zweitgrößte Stadt in Franken.

Würzburg liegt umgeben von Spessart, Rhön und Steigerwald im sogenannten Maindreieck im mittleren Maintal. Der Main selbst fließt durch den westlichen Teil der Stadt.
 
Begünstigt durch die Hanglage und die klimatischen Verhältnisse zeigt sich das Gebiet um Würzburg bestens geeignet für den Weinanbau.
 
 

Eine typische Form der Abfüllung des Frankenweins ist seit mindestens 250 Jahren der Bocksbeutel, der das Cover von Susannes Buch gleich dreifach ziert. Deshalb spare ich mir ein weiteres Bild.
 
Auf einer Anhöhe, dem Marienberg, steht die Festung gleichen Namens, eines der berühmten Wahrzeichens der Stadt.
 
 
 
Als Befestigungsanlage „Virteburh“ findet die urkundliche Erwähnung dieses Fleckens Erde im Jahr 704 erstmals statt. Sie entwickelt sich bereits im Mittelalter zu einem bedeutenden wirtschaftlichen, geistlichen und hoheitlichen Zentrum. Vermutlich wegen der Lage an vielen Verkehrswegen wie eben dem Main, wird Würzburg 741 Bischofssitz, und Ludwig der Fromme verleiht den Würzburger Bischöfen um 820 ein Zollprivileg. Markt- und Münzrecht gibt es allerdings erst seit 1030.
 
Nicht vergessen werden soll, dass 1127 das erste Ritterturnier auf deutschem Boden in der Stadt ausgetragen wird. Um 1130 erfolgt der Bau der steinernen Mainbrücke, eine technische Meisterleistung seiner Zeit.

Am 17. Juni 1156 heiratet Friedrich I. Barbarossa in Würzburg in zweiter Ehe die noch sehr junge Beatrix von Burgund.
 
1402 wird die Hohe Schule zu Würzburg als Vorläuferin der späteren Julius-Maximilians-Universität gegründet. Daneben bieten heute aber auch die Technische Hochschule und die Hochschule für Musik verschiedene Studiengänge an, wodurch Würzburg zu den klassischen deutschen Universitätsstädten zählt.

Bedeutung für die Würzburger Geschichte erlangt der Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn. Positiv sind die Stiftung des Juliusspitals, die Neugründung Universität und der Ausbau der Festung auf dem Marienberg als Renaissanceschloss. Jedoch ist er ebenso weit über Würzburg hinaus bekannt und berüchtigt als Gegenreformator und Hexenverfolger.
 
 

In den Jahren 1631 bis 1634 hat Würzburg unter den Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges zu leiden, denn die Schweden besetzen die Stadt. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 wird unter anderem durch Errichtung neuer Festungs- und Stadttore, der barocke, sternförmige Ausbau der Befestigung Würzburgs geschaffen.

Von 1802 bis 1814 wechseln die Würzburger viermal ihre Staatszugehörigkeit, seit Juni 1814 sind sie endgültig bayerisch.
 
Noch bis zur Industriellen Revolution Anfang des 19. Jahrhunderts kann die Stadt auf eine hohe überregionale Bedeutung verweisen.


1823 wird der Pegel Würzburg in Betrieb genommen, er ist damit der älteste noch betriebene Pegel am Main. 1892 eröffnet die Straßenbahnlinie als Pferdebahn, bereits acht Jahre später fährt in Würzburg die erste elektrische Straßenbahn.

Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt 1895 im Physikalischen Institut der Universität Würzburg die nach ihm benannte Röntgenstrahlung  und erhält dafür 1901 den (ersten) Nobelpreis für Physik.

1934 wird Würzburg Großstadt. Die Nationalsozialisten verbieten nach ihrer Machtergreifung Aktivitäten der SPD, Würzburgs und Deutschlands älteste demokratische politische Partei. Auch hier werden in den Jahren 1941 bis 1943 jüdische Bürger deportiert.

Unter der Regierung der Nationalsozialisten spielt die Stadt eine wichtige und unrühmliche Rolle bei der sogenannten "Aktion T4", bei der in Deutschland mehr als 100.000 Psychiatrie-Patienten und behinderte Menschen durch SS-Ärzte und -Pflegekräfte systematisch ermordet werden.
 
Das eindrucksvolles Stadtbild von Würzburg wird bedauerlicherweise im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. Die ersten Bombenangriffe treffen 1942 vor allem der Südbahnhof. Am Ende liegen 80 Prozent des Stadtkerns in Trümmern.
 
Leider werden beim Wiederaufbau zwar bedeutende Einzeldenkmäler – beispielsweise die meisten Kirchen in der Altstadt – rekonstruiert, aber nur wenige, das einstige Stadtbild prägende Bürgerhäuser.


Hingegen wird die Würzburger Residenz mit Hofgarten und Residenzplatz umfangreich restauriert. Sie ist das Hauptwerk des süddeutschen Barock und außerdem eines der bedeutendsten Schlösser Europas.


Von der UNESCO wird sie deshalb bereits 1981 – als drittes Bauwerk in Deutschland – in die Liste der zum Welterbe gehörenden Objekte aufgenommen.
 
Ich hoffe, ich konnte euch zu einer Reise nach Würzburg einladen. 
 
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Rauschend feiert die Würzburger Prominenz den 60. Geburtstag von Professor Wulffen, bekannter Denker und selbsternannter Weinpapst, im Weinkeller der Residenz. Bis eine Katastrophe das Fest erschüttert: Einer der Anwesenden überlebt die Party nicht. Bei ihren Ermittlungen stößt die toughe Kommissarin Ines Frank schon bald auf Widerstände, sogar innerhalb der Polizei. Trotzdem macht sie sich mit Unterstützung von Dr. Assmuth, einem technikaffinen Philosophen, auf die Suche nach der Wahrheit. Ob sie im Wein zu finden ist? (Quelle: Verlag) 

Alle Fotos: Pixabay
  

Samstag, 26. Juli 2025

Kleines Fotorätsel am Sonnabend


Zu welcher Pflanze gehöre ich?

Donnerstag, 26. Juni 2025

Mohnblumenzeit ...

... auf Rügen, kurz bevor man die Insel verlässt. Ich konnte gar nicht aufhören, Fotos zu machen. Was für ein grandioser Ausblick auf das leuchtende Rot.


    

Montag, 28. April 2025

Blütenreigen ...

... in der Natur ...
 
  

... und im Garten.



Montag, 11. November 2024

Haiku am Montag

Manch Novembertag
ist nass und liegt im Nebel -
aber mit Lichtblicken.
 
Svanvithe


Mittwoch, 1. Mai 2024

Frühling in Gelb


 Der Frühling in Gelb -
Raps blüht auf den Feldern.
Was für ein Anblick.

Svanvithe