Ich sehe sie schon: große Fragezeichen auf eurer Stirn angesichts des Titels dieses Posts. Bald schon werdet ihr erkennen, was es genau damit auf sich hat. Ihr müsst allerdings geduldig mitlesen.
Am Sonnabend hatten wir hier herrlichen Sonnenschein - heute leider nicht. Darum war ich mit dem Fahrrad unterwegs. Geplant waren zwei Stunden. Um es gleich vorweg zu sagen. "Verschollen" war ich drei. Herr Schwanenweiß wollte schon einen Suchtrupp losschicken (Dabei hätte er doch nur anrufen müssen! Handys machen es möglich!). Wie es dazu kam?
Ich fuhr dieses Mal nicht, Dörfer und Felder der Umgebung erkunden, sondern in den Wald. Außer mir waren viele andere Menschen unterwegs, Pilze sammeln. Ich weiß nicht, wie deren Ausbeute war. Ich jedenfalls war nicht auf der Suche nach essbaren, sondern nur nach Fotoobjekten, wurde aber trotzdem fündig.
Zugegeben, kleine Exemplare. Doch wartet ab...
Mein Plan war, durch den Wald zum nächsten Dorf - Altheide - zu radeln und von dort in einem größeren Bogen Richtung Stadt zurückzukehren. Eine Karte hatte ich dabei, schließlich ist Frau da vorbereitet. Nun ist das so eine Sache mit einem Wald. Im Altheider Holz, in dem ich unterwegs war, haben sogar einige Wege Namen. Das ist wirklich prima. Und dann gibt es noch Schneisen, die auch wohlklingen. Das passt nur nicht, wenn man den gesuchten Weg NICHT findet. Oder einen Weg, dessen Name zwar ausgeschildert ist, jedoch nicht in der Karte steht.
Klingt das kompliziert? Ihr ahnt es vielleicht. Ich fuhr munter vor mich hin und nahm diesen und jenen Weg...
... in der irrsinnigen Hoffnung, DEN RICHTIGEN bald zu erreichen.
Irgendwann wurden die Wege immer grüner.
Bis zum bitteren Ende.
Das hieß Bahngleise, und daneben befand sich die Bundesstraße 105 (wohl die berühmte Ferienstraße im Norden). Zumindest wusste ich nun, wo ich war, und ich entdeckte am Waldrand auch einen Weg. Mutig beschritt ich diesen. Denn an Fahren war nicht zu denken. Hier war sicher seit Jahren keiner entlang gelaufen, gefahren, gekrochen oder was weiß ich...
Das hatte aber sein Gutes. Denn schaut einmal, was mir da am Weg begegnet ist.
Familie Maronenröhrling (
wenn meine Recherchen richtig sind), wobei Vadder Marone einen stolzen Hutdurchmesser von über 15 Zentimeter herzeigte.
Sie standen einträchtig beieinander, dass ich sie gar nicht trennen mochte.
Doch dann bot sich dieses Exemplar an, mich auf dem Heimweg zu begleiten.
Man könne ja sonst viel erzählen...
Einen kurzen Moment überlegte ich noch, ob dies vielleicht ein Steinpilz wäre. Jedoch muss sich da wirklich ein Pilzkenner zu Wort melden...
Nach dieser Begegnung und mit dem kolossalen Begleiter im Fahrradkorb schob ich frohen Mutes weiter. Ich hatte wohl 500 Meter zurückgelegt (
gefühlt waren es auf jeden Fall mehr), da sah ich "Licht am Ende des Tunnels". Ja, ein Tunnel war es schon. Aber einer, in dem Wasser gesammelt wurde. Eine Überquerung des Wasserlaufs kam nicht in Frage. Ende! Den ganzen weichen hügeligen Weg zurück? Das kam für mich nicht in Frage.
Ich bin dann wieder rein in Wald.
Und traf diese leuchtend gelben Gesellen.
Und nach der Begegnung mit dem Wald(Glücks)Klee fasste ich mir ein Herz...
... und schob und ächzte mich quer durch den Wald. Gut, dass mich keiner gesehen hat, und ich erzähle euch das hier auch ganz im Vertrauen. Ich gebe zu, in diesen Momenten habe ich mir sehnlichst ein Pferd gewünscht...
Nun kommen wir langsam zum guten Ende der Geschichte. Denn als hoffnungsvolle Optimistin habe ich sämtliche Hürde überwunden. Mit einem Mal befand ich mich auf einem Pfad, nahm instiktiv die korrekte Richtung und befand mich - oh Wunder - plötzlich auf dem von mir zum Beginn meiner Tour gesuchten Weg. So einen Fahrradblitz wie mich habt ihr noch nie gesehen. Im Eiltempo verließ ich das (noch recht) grüne Gehölz und eilte auf dem Radweg nach Hause, wo mich Herr Schwanenweiß in Empfang nahm. Den Rest kennt ihr.
Was lernen wir aus der Geschichte? Wenn Gretel (ich) und Hänsel (Fahrrad) in den Wald fahren und sich "verlaufen", finden sie mit frohem Mut und Glück doch noch nach Hause.