Dienstag, 5. November 2019

Blogtour: St. Kilda


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"An dem Tag, an dem die Welt der kleinen Annie McViccar zerbrach, schien die Sonne von einem wolkenlosen Himmel." (Sehnsucht nach St. Kilda, Seite 11)

Es ist der 29. August 1930, und achtjährige Annie verlässt gemeinsam mit den letzten 35 Bewohnern ihre Heimat, die Inselgruppe St. Kilda. Ein Archipel vulkanischen Ursprungs westlich der Äußeren Hebriden, wild und auf besondere Art einzigartig, aber eben mitten im Atlantik und weit weg von Schottland. Einsam und isoliert.

Foto: Isabel Morland

Bereits seit der Bronzezeit vor 2000 Jahren lebten Menschen auf St. Kilda. Leicht war nie, dem Land Nahrung abzutrotzen, Vorräte für den Winter anzulegen, Wolle für Kleidung und Torf zum Heizen zu beschaffen.

Foto: Isabel Morland

Doch obwohl sich die Bewohner von St. Kilda mit ihren Inseln Hirta, Borearay, Soay, Dùn und Felsnadeln Stac an Armin, Stac Lee, Stac Levenish seit Ewigkeiten selbst versorgten, begann mit der Kontaktzunahme zur Außenwelt in der Mitte des 19. Jahrhunderts der Verlust dieser Unabhängigkeit. Zwar produzierten die Insulaner Waren wie Schaffelle, Tweeds, Strickhandschuhe, Strümpfe, Schals, um sie an die Touristen zu verkaufen, im Gegenzug verließen sie sich allerdings mehr und mehr auf die Einfuhr von Lebensmitteln, Brenn- und Baustoffen sowie Einrichtungsgegenständen für ihre Häuser. Der Bevölkerungsrückgang setzte mit der Auswanderung von 36 Menschen nach Australien ein. Darüber hinaus fühlten sich die Insulaner wegen der mangelnden regelmäßigen Kommunikation von der Außenwelt abgesondert. Nahrungsmittelknappheit und der Ausbruch der Influenza und die zunehmende Abwanderung von jungen Insulanern brachten weitere Verluste und führten zu einem Zusammenbruch der Inselwirtschaft. Schließlich war die Evakuierung die einzige Alternative, die die Inselbewohner selbst treffen konnten.

Foto: Isabel Morland

Heute befindet sich St. Kilda in der Obhut des National Trust for Scotland und ist zweifaches Weltkulturerbe der UNESCO. Vor allem Boreray, Stac Lee und Stac Armin sind Vogelparadiese, brüten dort doch jährlich schätzungsweise 30.000 Basstölpelpaare, was St. Kilda weltweit zur Inselgruppe mit den meisten Basstölpeln macht. Zudem haben neben Papageientauchern auch Wellenläufer und Eissturmvögel optimale Brutbedingungen.

Foto: Isabel Morland

Die Inselgruppe kann auf einer Tagestour besucht werden, und dann gibt es Gelegenheit, ehemalige Häuser, weitläufige Ruinen von Feldmauern und Cleitean besichtigen, den nur auf St. Kilda beheimateten Soay-Schafen zu begegnen und die baumlose Landschaft zu betrachten. Außer den Angehörigen einer kleinen Militärbasis leben zeitweilig Freiwillige auf der größten Insel Hirta. Im Sommer arbeiten sie hier, um das Erbe zumindest zum Teil vor dem Verfall zu bewahren, der dem Archipel durch die unablässig tosenden Winde und die schweren Winter droht. Diesen Aspekt greift auch Isabel Morland in ihrem Roman auf: So begleitet ihre Heldin Rachel, deren Großmutter die eingangs erwähnten Annie ist, als Köchin die Teilnehmer eines vierwöchigen Workshops, während dessen Dauer ein Beitrag für den Erhalt der geschichtsträchtigen Gebäude geleistet werden soll...


Als die 83-jährige Annie McViccar am Strand einen Sluagh sieht – einen Vogelschwarm, der nach altem Glauben aus den Seelen Verstorbener besteht –, weiß sie, dass es an der Zeit ist, einen Schwur einzulösen. Denn vor beinahe 90 Jahren – am Tag der Evakuierung St. Kildas, als sie ihre Heimat für immer verlassen mussten – hat sie einem Jungen ein Versprechen gegeben …
Wenig später erreicht Annie eine Nachricht ihrer Enkelin Rachel: Nach drei schweren Schicksalsschlägen bittet Rachel darum, mit ihrem Sohn Sam zu Annie ziehen zu dürfen. Sam ist fasziniert von seiner Urgroßmutter und will alles über das Leben auf St. Kilda wissen. Für Rachel dagegen ist die Insel nur ein abweisender Fels im Meer, der nur noch von Vögeln bewohnt wird.
Bis Annie ihr für einige Wochen einen Job bei der Verwaltung St. Kildas besorgt. Zusammen mit einigen Helfern soll Rachel für den National Trust Gebäude instandsetzen. Nach und nach nehmen die schroffe Schönheit der Insel und ihre bewegende Geschichte Rachels Herz gefangen. Und sie ist nicht die Einzige, die in den hellen Nächten keinen Schlaf findet und dem Lied St. Kildas lauscht: Da ist auch noch der weltbekannte Fotograf Ailic, der hinter seiner Maske einen tiefen Schmerz verbirgt… (Quelle: Verlag)




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Erschienen ist der Roman bei Knaur Taschenbuch Verlag. Die Blogtour wurde organisiert von der Netzwerkagentur Bookmark. Weitere lesenswerte Artikel findet ihr hier.

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