Sonntag, 4. Mai 2014

Der verbotene Fluss


Als Charlotte Pauly sich im Jahre 1890 auf den Weg von Deutschland nach England macht, um dort Gouvernante in einem angesehenen Haus zu werden, verändert sich ihr Leben. Wie sehr ahnt sie jedoch noch nicht.

Mit viel Einfühlungsvermögen nähert sie sich ihrem neuen Schützling Emily. Die Achtjährige hat ihre Mutter verloren. Doch statt die Erinnerung an die Frau, die ihrer Tochter eine zärtliche Mutter gewesen war und die Emily aufopferungsvoll pflegte, wenn diese krank wurde, darf im Haus nicht über sie geredet werden. Ja, sogar jeder Gedanke an Lady Ellen scheint verboten zu sein. Emilys Vater - Sir Andrew - steht als Abgeordneter in der Öffentlichkeit, reagiert oft sehr streng und scheint zunächst wenig Verständnis für die seelischen Bedürfnisse seiner Tochter zu haben. Denn zwar ist Emily ein aufgeschlossenes, lernwilliges Mädchen. Doch des Nachts wird sie von Albträumen gequält, in denen sie ihre Mutter sieht. Da sie über den Verlust nicht sprechen kann, ist sie verunsichert, fasst aber sehr schnell Vertrauen zu ihrer neuen Gouvernante. Charlotte möchte dieses Vertrauen nicht enttäuschen und Emily eine Verarbeitung des Todes ihrer Mutter ermöglichen. Deshalb zieht sie Erkundigungen über Lady Ellen ein. Nach und nach setzt sie ein Puzzlestück nach dem anderen zusammen.

Charlotte ist sehr jung, und nicht jedem jungen Menschen traut man zu, sich Kindern so zuzuwenden zu können, wie es ihr gegenüber Emily gelingt. Sie findet damit nicht nur bei dem Mädchen einen Platz im Herzen, sondern auch beim Leser. Wohltuend dabei ist, dass die Autorin mit Charlotte zwar eine sympathische, sich dem Leben des ausgehenden 19. Jahrhunderts stellende Frau geschaffen hat, die ihren Werdegang realistisch einzuschätzen vermag, mutig Fragen stellt und sich von ablehnendem Verhalten und Äußerungen nicht abschrecken lässt. Gleichwohl tritt sie nicht zu forsch auf und ist sich insbesondere ihrer Stellung im herrschaftlichen Haus und damit in der Gesellschaft bewusst. Und obwohl sie in der Hierarchie beispielsweise dem Kindermädchen Nora gegenüber eine höhere Stufe einnimmt, legt sie eine bescheidene Zurückhaltung an den Tag und vermag so, auf deren Befindlichkeiten - Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes - angemessen zu reagieren. Obwohl Nora und auch die übrigen Bediensteten im Haus keinerlei Hilfestellung bei der Lösung der Probleme geben.

Unterstützung dagegen erhält sie jedoch durch Thomas Ashdown. Ein zweiter Handlungsstrang, der zeitlich etwas früher, nämlich 1888 einsetzt, führt den geradlinigen und mitfühlenden Mann in das Geschehen ein. Tom hat wie Sir Andrew ebenfalls seine Frau verloren, der er in Liebe zugetan war und die er schmerzlich vermisst. Er arbeitet als Theaterkritiker äußerst erfolgreich und weiß geschickt mit Worten umzugehen. Durch eine intensive Beobachtungsgabe fallen ihm Dinge auf, die anderen verborgen bleiben. Aus diesem Grund hat ihn die Society of Psychical Research, die es im Übrigen tatsächlich heute noch gibt, gebeten, sich bestimmter übernatürlicher Phänomene anzunehmen und diese aus der Sicht eines klar denkenden Menschen zu beurteilen. Und als endlich auch Emilys Vater, nachdem die Ereignisse sich zuspitzen und geistige Gesundheit des Mädchens in Gefahr zu sein scheint, mit der Bitte um Beistand der Gesellschaft offenbart, dass ihm doch etwas am Wohl seiner Tochter liegt, entsendet diese Tom als ihren Vertreter.

Tom und Charlotte verstehen sich von Anfang an. Beide sind aufrichtig darauf bedacht, die Ursache für Emilys Verhalten herauszufinden. Während sich die Lage zuspitzt, entwickeln sie zarte Gefühle füreinander. Dies geschieht dezent, ist angenehm zurückhaltend und wird nicht in den Vordergrund gerückt.

So liegt der Blick weiterhin auf dem Hauptthema das Romans, das Geheimnis um Lady Ellen zu ergründen. Die Handlung kommt in einem ansprechenden flüssigen und unterhaltenden Stil daher. Man fühlt sich in das England des 19. Jahrhunderts versetzt. Es gibt überraschende Momente, die auch ein wenig Spannung zu erzeugen vermögen. Die Hauptfiguren sind sorgsam ausgearbeitet worden. Lediglich Sir Andrew hätte - vor allem hinsichtlich seiner wahren Gefühle - ein wenig mehr Tiefe vertragen. Doch ein Hindernis für ein kurzweiliges Lesevergnügen ist dies nicht.

Donnerstag, 1. Mai 2014

Willkommen Wonnemonat Mai









 










Gibt es etwas Schöneres, als den Mai mit einem blühenden Rapsfeld zu begrüßen?!
(Die oberen Bilder sind vom letzten Freitag, die unteren von heute Vormittag.)

Hier im Norden hatten wir Glück:
Trotz inzwischen kühlerer Temperaturen (11 Grad) schien die Sonne,
und die Wolken spielten am Himmel.

So habe ich mit der Zuckerschnute ein gemütliches Stündchen zu zweit verbracht.




Ich wünsche euch allen einen guten Start in den Mai.

Dienstag, 29. April 2014

Neues vom Pferdehof - Wohlfühlmomente

Freitagnachmittag, nach der Reitstunde:

Wollt ihr mal sehen, was ein Pferdewohlfühlmoment ist?


Ich nehme ein Sandbad.


Ist das herrlich!


Und ihr müsst ja wohl zugeben...


... ich habe mir im Alter meine Eleganz bewahrt!


So, jetzt hole ich mir noch meine Leckerlis ab.


Was für ein Feierabend!

Montag, 28. April 2014

Neues vom Pferdehof

Freitagnachmittag, vor der Reitstunde:


Nach zwei Wochen war Zuckerschnute Resada...


... beim Wiedersehen erst ein wenig schüchtern.


Lantan ahnte allerdings schon...


... dass er sie für ein Stündchen "hergeben" musste.


Bei Oakley dagegen  ist von Zurückhaltung keine Spur.


Er schiebt sich gern ins Rampenlicht.


Raufbold Hermann hat sich gebessert und ein paar Ungezogenheiten abgelegt.


Inzwischen ist er wieder in der "großen" Herde und...


... lässt meist auch die vom ihm anfangs gepiesackte Sabrina in Ruhe.

Fortsetzung folgt...

Dienstag, 22. April 2014

Lebenszeichen


Endlich melde ich mich zurück. Ich bin seit Karfreitag wieder im Lande, habe die Blogpause aber noch etwas ausgedehnt. Hoffentlich hattet ihr alle wunderbare und erholsame Osterfeiertage. So nach und nach werde ich bei euch vorbeischauen.

Ein paar tolle Bilder habe ich euch auch mitgebracht...








P. S. Fotografiert habe ich mit einer geborgten Kamera. Die Qualität der Fotos ist sehr gut. Allerdings habe ich leider zu spät bemerkt, dass das Datum stets zu sehen ist. Hat jemand einen Tipp, ob und wenn ja, wie ich es nachträglich "entfernen" kann?

Freitag, 11. April 2014

Urlaubsreif

Ja, das bin ich wirklich. Nachdem ich gestern früh meinen Chef mit "Ciao! Ciao!" begrüßte (zur Entschuldigung sei aber gesagt, dass ich gerade Herrn Schwanenweiß am Telefon verabschiedete und noch so im "Schwung" war). Dann jedoch bin ich nach 13.00 Uhr bei meinem Lieblings-Vietnamesen mit den Worten "Guten Morgen" angekommen...

Muss ich noch Weiteres sagen?

Nicht nur deshalb verabschiede ich mich in eine wohlverdiente Auszeit und hole meinen bereits für Januar geplanten Reiterurlaub in Polen nach. Das bedeutet, dass ich mich die kommende Zeit kaum oder nur sporadisch (eine Rezension steht bereits in den Startlöchern) in der Bloggerwelt "sehen" lassen werde.

Da Osterferien sind, treffe ich im Nachbarland viele liebe FreundInnen und freue mich auf anregende Gespräche und gemütliche Stunden neben der Reiterei. Gefeiert wird auch. Ein junger Mann wurde gestern 10, und da einige Kinder auf dem Reiterhof sein werden, gibt es am Sonnabend eine kleine nachträgliche Geburtstagsparty mit georgischem Schaschlik vom Lagerfeuergrill.


Und für wen heute auch noch FREUTAG ist, seht ihr hier.

Donnerstag, 10. April 2014

Vom Froschkönig und anderen Pilzen

Ich finde ja nicht nur Moose äußerst interessant,
sondern auch Pilze, Baumpilze im Besonderen.


So ein Buchenstamm bekommt doch gleich eine andere Note,
wenn eine Pilzkolonie ihn schmückt.


Zumal man auch hier seine Fantasie spielen lassen kann...


... was die Figürlichkeiten betrifft.


Das hier ist - meiner Meinung nach - ein ganz feines Exemplar.


Darf ich vorstellen: DER FROSCHKÖNIG
(leider ohne Krone).


Irgendjemand hat irgendwem ein Ohr abgekaut...


Jetzt spielen wir eine Runde Schach:
Bitte das Pferd von H3 auf G5.


Und selbst wenn der Baum nicht mehr steht, geben Pilze nicht auf.


Sie wechseln einfach die Farbe und passen sich der (grünen) Moosumgebung an.