Sonntag, 30. Mai 2021
Sonntag, 23. Mai 2021
Welt-Schildkröten-Tag
Dienstag, 18. Mai 2021
Sehnsucht in Aquamarin
Als kleine Kinder waren die Schwestern Jette und Polly an einem regnerischen Aprilmorgen von ihrer Mutter verlassen und vom Vater und der Stiefmutter aufgezogen worden. Polly – damals zweieinhalbjährig – hat zwar keinerlei Erinnerungen an das Zusammensein, aber Jette – zu der Zeit fünf Jahre alt – erinnert sich lebhaft und gut an die Mutter, weswegen sie deren Verschwinden nach wie vor sehr bedrückt und sie Nachforschungen über deren Verbleib anstellt.
In Maine angekommen, lernt Polly Liam und dessen Tochter Izyy kennen, die wie sie ohne ihre leibliche Mutter aufwächst. Und nicht nur diese beiden bringen sie dazu, ihr Dasein mit anderen Augen zu betrachten und ihre Ansichten zu hinterfragen. Doch wird sie sich je von ihren Ängsten lösen können und Liam gegenüber öffnen können?
Miriam Covis „Sehnsucht in Aquamarin“ ist ein Liebesroman, der trotz Vorhersehbarkeit hinsichtlich des erwarteten Ausgangs von seinen mit Stärken und Schwächen versehenen Figuren, wortgewandten Dialogen, einer mit Überraschungsmomenten bestückten Handlung und der detaillierten Darstellung des Geschehens profitiert. Einzelbilder von der einprägsamen Landschaft fügen sich zu einem ansprechenden Gemälde, das im „Betrachter“ selbst Sehnsucht entstehen lässt, an den Ort der Ereignisse reisen zu wollen.
Dabei beweist die Autorin, dass eine Geschichte mit durchaus ernsten Themen auch mit Witz, Humor und Augenzwinkern erzählt werden kann, weil sie Tiefen und Höhen mit feinspürigem Geschick ausbalanciert.
Miriam Covi bringt einem ihre Protagonisten sehr nahe und ermöglicht so die intensive Teilnahme an deren Schicksal. Ihr gelingt es, die Vielschichtigkeit ihrer Charaktere auszuloten, die ihnen innewohnenden Emotionen nachvollziehbar zu formulieren. Dies betrifft nicht allein die aus ihrer Sicht federführende Hauptfigur Polly, sondern ebenso die anderen mehr oder weniger im Mittelpunkt befindlichen Personen.
Polly hat sich in ihrem Leben eingerichtet, hängt sehr an ihren Ritualen. Spontan in ein fremdes Land zu fliegen, um eine Person zu suchen, die sie seit fast drei Jahrzehnten nicht gesehen hat, sieht ihr nicht ähnlich, diese Vorstellung macht ihr sogar Angst. Sie fährt eigentlich gar nicht gern in den Urlaub und bleibt lieber in ihrem Zuhause und ihrem vertrauten, sicheren Umfeld.
Die junge Frau lässt sich lediglich auf kurze Affären ein, möchte keine richtige Beziehung oder sich – im schlimmsten Fall – verlieben. Seit Jahren praktiziert sie dies so, ohne darüber nachzudenken warum das so ist. Zugleich versteckt sie ihr Innerstes vor ihrer Umgebung, schottet ihre Empfindungen ab. Niemand soll sehen, wie verletzbar, traurig und ratlos sie manchmal ist. Denn wie sollte sie jemals von jemandem geliebt werden, wenn die eigene Mutter dies nicht konnte? Jedenfalls nicht genug, um zu bleiben.
Bis sie am fast dunklen Atlantikufer einen Wildfremden küsst und Schmetterlinge im Bauch hat. Auch wenn sie die dummen Viecher gar nicht spüren will. Schließlich mag sie keine Insekten.
Aber die Schmetterlinge bleiben, denn Polly trifft Liam, jenen Fremden, wieder. Er ist Ranger im Acadia National Park und arbeitet gemeinsam mit der Mutter von Jette und Polly, Eve Moore. Außerdem erzieht er allein die achtjährige Izzy, die einfach zauberhaft ist und mit ihren oft scharfsinnigen Aussagen, Argumenten und ihrem niedlichen Charme alle um den Finger wickelt und für sich einnimmt. Ein heimlicher kleiner Star der Geschichte.
Liam ist ein attraktiver Mann mit Sex-Appeal. Er ruht in sich, ist verantwortungsbewusst und fürsorglich gleichermaßen. Mit Rücksicht auf seine Tochter will er allerdings keine flüchtigen Bettgeschichte, sondern eine feste Beziehung mit allem Drum und Dran. Ein Dilemma. Für Polly. Oder vielleicht doch nicht. Weil „wenn man sich so ansieht, kann man auch heiraten.“ Ob Izzy Recht hat?
4,5 Sterne
Sonntag, 25. April 2021
Frühling am See
Immer wieder schön, schaut euch diesen Himmel an.
Und bei "meinem" Schwanenpaar herrschen bestimmt auch schon Frühlingsgefühle.
Sonntag, 4. April 2021
Die Insel der Wünsche. Stürme des Lebens
Tine wohnt mit ihrer Familie über einem Barbierladen im Hamburger Gängeviertel. Es ist das Jahr 1887, und die Tiedkens und ihre zehn Kinder existieren am Rande der Gesellschaft in bitterster Armut, seit der Vater sein Bein verlor und nicht mehr arbeiten kann. So muss auch Tine zum Auskommen beitragen, indem sie selbst gepflückte Blumensträuße verkauft. Dabei trifft sie auf Menschen verschiedener Herkunft, von denen es vielen besser geht. Tine träumt von einer lebenswerteren Zukunft. Nach einer Begegnung mit einem jungen Hotelier, der ihr eine Chance als Zimmermädchen in seinem Hotel bietet, sieht Tine einen Lichtstreifen am Horizont. Doch wie soll sie auf die Insel Helgoland gelangen?
Mit Hilfe erreicht sie tatsächlich ihr Ziel. Allerdings erfüllen sich Tines Hoffnungen keineswegs. In Henry Heesters Hotel wird sie nicht erwartet, und das Schicksal scheint ihr anfangs erneut Steine in den Weg zu werfen. Tine lernt indes, damit nicht zu hadern. Sie will nicht aufgeben und allen Hindernissen trotzen, um mit Fleiß, Eifer und Zielstrebigkeit ihr Glück zu finden...
In „Die Insel der Wünsche. Stürme des Lebens“ begleiten wir für einen Zeitraum von zwei Jahren das Blumenmädchen Tine Tiedkens. Zunächst führt uns Anna Jessen in die laute Hafenstadt Hamburg, bevor wir auf die malerische Nordseeinsel Helgoland reisen. Hier gelingt der Wechsel vom grauen Alltag in der Stadt zur lichtdurchfluteten Insel, auf der andererseits nicht bloß Sonnenschein herrscht. Mit diesen unterschiedlichen Handlungsorten treffen nicht nur zwei Welten aufeinander. Es sind ebenso Menschen, die ungleichen gesellschaftlichen Schichten entstammen.
Die Autorin erzählt mit vielfältiger Intensität und stimmungsvoller Zuwendung, manchmal etwas zu abundanter Detailverliebtheit, die zudem in einigen Szenen eine sehr verträumte Wirkung entfaltet. Außerdem sei ihr der vorhandene Anteil an Sentimentalität verziehen, da dieser in Maßen zu einer ergriffenen und emotionalen Geschichte dazugehört. Daneben ist ihre ruhige, anschauliche und dadurch oft eindringliche Betrachtungsweise des Beispiels ihrer jungen Heldin und ihrer Familie – einfache Menschen, die jeden Tag um ihre Existenz kämpfen – ansprechend. Die Einbindung der historischen Zusammenhänge, durch die sich die damalige Realität der gesellschaftlichen und politischen Ereignisse erschließt, kann ebenfalls als gelungen bezeichnet werden.
Anna Jessen hat eine Schar vielfältiger Figuren gestaltet, die in divergierendem Umfang Gefühle beim Lesen hervorrufen. Die im Mittelpunkt stehende Tine ist von ihrer Anlage her bedauerlicherweise etwas zu positiv geraten. Denn ihre Jugend und Naivität können ihr nicht wirklich als Fehler ausgelegt werden, ebenso wenig, dass sie jede Beschwerlichkeit, die andere verzweifeln lassen würden, mit Zurückhaltung, ja sogar Demut hinnimmt, obwohl es in ihrem Inneren brodelt. Tine zeigt sich einfach sympathisch, energisch und mit Herzblut ausgestattet, großmütig, verzeihend, und sie entwickelt ihr Selbstbewusstsein im Verlauf des Geschehens spürbar. Trotzdem hätten einzelne Schwächen ihre Darstellung abgerundet.
„Die Insel der Wünsche. Stürme des Lebens“ erfüllt zwar nicht alle Wünsche, besteht aber im Sturm der Unterhaltung mit einer freundlichen und teilnahmsvollen Lektüre.
3,5 Sterne
Sonntag, 21. März 2021
Sonntag, 7. März 2021
Sonntag, 28. Februar 2021
BÜCHERSONNTAG: Carlsen Challenge 2021 - Februar: Nordlichtglanz und Rentierglück
Sechs Wochen vor Weihnachten, der für sie schönsten Zeit des Jahres, wird Zoey Hartford ans Ende der Welt verfrachtet. Und das allein deshalb, weil ihr Vater sich mit den falschen Leuten angelegt hat. Nach der Aufnahme ins Zeugenschutzprogramm heißt sie nun Cora Bryce.
In Null Komma Nichts aus dem feinen New Jersey ab ins eisige Finnland. Und vor allem: Willkommen in der Realität. Denn hier kann sich die Neunzehnjährige nicht auf die faule Haut legen, den halben Tag verschlafen und erwarten, von vorne bis hinten bedient zu werden. Das wird ihr ziemlich schnell klar (gemacht).
Zugegeben Glitzer gibt es hier auch: aus Schnee. Und heiße Typen ebenfalls. Wenn der nicht nur den Cousin mimen müsste und zudem ständig darauf pochen würde, dass Cora arbeitet und hilft, die Tiere zu versorgen. Denn die Gute ist auf der größten finnischen Rentierfarm gelandet. Und „Cousin“ Shane weiß sehr genau, wie er mit dem Prinzesschen umzugehen hat...
„Nordlichtglanz und Rentierglück“ von Ana Woods ist keine tiefgründige Geschichte, sondern unterhält mit frischen, leicht flapsigem Charme, bei der der Kopf frei wird. Sie versprüht genügend knisternde Winter- und Weihnachtszauber samt Rentieren, Polarlicht und Santa Claus, ohne dabei zu kitschig zu sein (ein wenig ist ja erlaubt).
Eingebunden in eine wunderschöne Schneelandschaft schafft es die Autorin, auf unkomplizierte Weise Bilder und Momente hervorzubringen und mit offensichtlichem Vergnügen Romantik und Krimielemente mit einer Prise Humor zu mischen, kurzweilig darzustellen und Wohlbefinden zu verbreiten.
Bei ihrem entzückenden Paar ist natürlich von Anfang an klar, wohin die Reise geht. Aber es macht Spaß, die Entwicklung der recht streitbaren, wiederum empathischen, begeisterungsfähigen und letztlich liebenswürdigen Zoey zu beobachten, genauso wie Shane mit einem zupackenden Wesen überzeugt. Der junge Mann ist zwar gerade heraus, jedoch auch feinfühlig und in der Lage, Cora aus ihrem Schneckenhaus zu locken. Im Gegenzug hütet der Zwanzigjährige allerdings seine Vergangenheit, was wiederum die junge Frau anstachelt, diese zu ergründen.
So kabbeln sich die beiden, und fast unbemerkt stellt sich (nicht nur) bei Zoey Zuneigung ein. Für das Land, die Menschen. Für Shane. Nicht zu vergessen für die Mumins...
BÜCHERSONNTAG: Krone der Welt - Vorstellung

„Krone der Welt“ aus der Feder von Sabine Weiß ist ein opulenter historischer Roman, der am Beispiel von Amsterdam den Aufstieg einer Metropole im Spiegel der Geschichte erzählt und das Schicksal einer Familie zwischen Glaubenskämpfen und Machtspielen, Gewalt und Intrigen einbindet.
Dabei greift die Autorin wie in jedem ihrer Romane auf hervorragend recherchiertes Hintergrundwissen zurück. Historische Ereignisse und Gegebenheit werden gekonnt mit einem fiktiven Geschehen verknüpft und in Szene gesetzt, so dass es gelingt, Empfindungen jeglicher Couleur beim Lesern zu wecken.

