Montag, 31. August 2015

Auf Wiedersehen, August!

Er war ein richtiger Sommermonat.


Zum Abschied zeige ich euch ein paar Ostseebilder...



... von meinem Ahrenshooper Lieblingsstrand...




... und wünsche euch einen guten Start in den September.



Sonntag, 30. August 2015

Azurblauer Hingucker

Herr Schwanenweiß hatte im Frühjahr spontan eine Kübelpflanze geordert.


Noch war und sie recht zart im Wuchs, aber in der letzten Woche hat sie ihre Blüten geöffnet.


Ist das nicht ein fantastischer Farbton.


Ein herrlich leuchtendes Azurblau (mit einem Hauch Flieder).


Plumbago auriculata (Kap-Bleiwurz) heißt die Schönheit,
die ursprünglich aus Südafrika stammt.


Bis sie noch üppiger blüht, dauert es wahrscheinlich noch ein paar Jahre. Doch darauf werden Herr Schwanenweiß und ich uns sicher freuen und sind bis dahin mit diesen Blüten sehr zufrieden.

Freitag, 28. August 2015

Sommerpost 2015 - Sommerfrüchten II

Hier präsentiere ich euch die nächsten zwei Karten der Sommerpost und widme mit damit der Frage, welche Früchtchen auf jeden Fall noch in den Sommer gehören.


Na klar, die Johannisbeere, hier kreiert von Jennifer.


Und selbstverständlich geht nichts ohne die Erdbeere.


 Man möchte in die von Kreszentia gehäkelte doch gleich hineinbeißen...

Vielen Dank euch beiden!

Und hier sind all die anderen Sommerfrüchtchen zu finden.

Donnerstag, 27. August 2015

Meeresbuch

"Stramm und wie frisch gewaschen spannte sich der Himmel über die Insel; nur in der Ferne waren ein paar weiße Wolken zu sehen, schaumig wie aufgeschlagene Sahne."


Meeresbuch nennt Nicole C. Vosseler ihren Roman "Zeit der wilden Orchideen" und führt den Leser in das Singapur des 19. Jahrhunderts. Vor der Kulisse des Südchinesischen Meeres am Rande des Pazifischen Ozeans erzählt die Autorin eine Geschichte von Liebe und Verlust...

1819 gründet Sir Thomas Stamford Raffles, seines Zeichens Handelsagent der Britischen Ostindien-Kompanie in Singapur die erste britische Niederlassung und weckt damit das sumpfige Dschungelland aus dem Dornröschenschlaf, in dem es jahrzehntelang gelegen hat. Denn zuvor lebten auf der Insel lediglich zwanzig malaiischen Fischerfamilien und ab und an ein paar Seeräuber. Bis 1824 vereinnahmt die Kompanie die gesamte Insel, nachdem sie dem Sultan von Johor abgekauft hat. Singapur dient als Handelsstützpunkt und entwickelt sich zu einem wichtigen Warenumschlagplatz. Da es zunächst kein kultiviertes Hinterland gibt, das Produkte und Lebensmittel liefern kann und zudem der Boden, die Topografie und Verteilung des Regenfalls für den Reisanbau ungünstig sind, eine Siedlung also andere Feldfrüchte anbauen oder das Meer als Nahrungsquelle nutzen müsste, wird die schwierige Ausgangssituation der Insel entschärft, indem viele Lebensmittel importiert werden. Sir Raffles führt stadtplanerische Maßnahmen durch, um einen optimalen Erfolg der Siedlung zu gewährleisten. Und 1867 wird Singapur zur britischen Kronkolonie. Bald wächst die Bedeutung von Singapur als Umschlaghafen wegen seiner geographischen Lage entlang der verkehrsträchtigen Schifffahrtswege zwischen China und Europa, nachdem 1869  der Suezkanal gebaut wird, der schnellere Überfahrten nach Europa ermöglicht. Dadurch steigen das Handelsvolumen und die Zahl der Einwohner beständig an.

Hier lebt Georgina mit ihrem Vater in einem Haus direkt am Meer. Das kleine Mädchen ist seit dem Tod der Mutter sich selbst überlassen, der Vater, ein Kaufmann, verhält sich ihr gegenüber aus unerklärlichen Gründen gleichgültig. Georgina ist sensibel und hat sich eine eigene Traumwelt geschaffen, die anderen verschlossen bleibt. Erst in dem Jungen Raharjo, einem Angehörigen der Orang Laut, der verletzt Zuflucht in ihrem Pavillon sucht, findet das kleine Mädchen einen Menschen, der sie zu verstehen scheint. An seiner Seite wird sie zu Nilam und Jahre später zur Frau...

Allerdings ist Raharjo ein Meeresmensch und wird vom Meer angezogen. Immer wieder hört er den Ruf und lässt Georgina für Wochen und Monate allein. Als sie feststellt, dass sie ein Kind erwartet, fühlt sie sich völlig hilflos. So nimmt sie das Angebot von Paul, einem Angestellten ihres Vaters, an und heiratet ihn. Am Tag der Hochzeit kehrt Raharjo zurück. Als er erkennt, dass er Nilam verloren hat, schwört er Rache...

Nicole C. Vosseler erzählt eine bewegende Geschichte vor exotischer Kulisse, die mit exakt recherchiertem Hintergrund aufwartet. Die Autorin versteht ihr Handwerk und fügt gekonnt den historischen Kontext ein, ohne den Leser zu strapazieren.

Überdies zeigt die Autorin, was sie aus der wunderbaren Sprache Deutsch komponieren kann. Denn oft liest sich der Text wie Musik.

"Eine Ahnung von Wasser lag in der Luft, wusch sie klar, füllte sie mit einem Wellenklang, der nicht zu hören, nur zu spüren war, ein Flüstern auf der Haut."

Ihre Schreibkunst ist von einer Üppigkeit und Sinnlichkeit, die insbesondere hinsichtlich der poetischen und Naturbeschreibungen hervorzuheben ist. Diese sind in ihrer bemerkenswerten Art und Weise geeignet, atmosphärische Stimmungen wiederzugeben und ein berauschendes Bild einer fremden Welt zu zeichnen.

"Die ersten Wolkenbänke fingen Feuer, und unter der Glut, die von ihren Säumen hinabtroff, färbte sich das Meer rot... Die über Nacht frisch gewaschenen Wolken... waren inzwischen verrußt. Schwerfällig drückten sie sich gegen die Insel, und der vorhin noch lichtblaue Himmel schwitzte milchiggrau."

"Wolkenschlieren maserten einen Himmel aus duftiger puderblauer Seide. Behäbig schmiegten sich ihre üppigen Schwestern an die Hügel, die sich wie weiche Moospolster an der Küste ausbreiteten."

"Das Indigo der Nacht blutete zu einem fahlen Blau aus, verlor weiter an Kraft und wich schließlich dem zarten Gold, das das Aufgehen der Sonne verkündet."

Der bildschönen Lyrik der Geschichte ist das Cover ausgezeichnet angepasst.

Doch der Autorin gelingt es daneben auch, die Schattenseiten im Paradies aufzuzeigen.

Die wachsende Wirtschaft in der Inselstadt benötigt Arbeitskräfte, zumeist sind es männliche Junggesellen, die einreisen, wodurch sich ein Ungleichgewicht von Männern und Frauen entwickelt. Wegen des geringen Frauenanteils in Singapur entstehen viele Bordelle. Prostitution ist ein florierendes Geschäft mit einem verzweigten Netzwerk nach China und Japan. Besonders bei den Chinesinnen handelt es sich in der Regel um gekaufte Frauen, die ohne Familie oder Freunde in Zeiten der Not ohne Hilfe ihr Dasein fristen müssen und kaum Geld für ihre oft erzwungenen Dienste erhalten.

Durch die facettenreiche Darstellung der historischen Örtlichkeiten und Gegebenheiten bekommt das Geschehen eine Tiefe, die sich ebenfalls in der Ausarbeitung der Protagonisten widerspiegelt. Denn die Autorin hat Figuren mit außergewöhnlicher Präsens geschaffen. Sie sind voller Leben und empfinden neben Liebe, Zuneigung und Glück, Begehren, Mitleid, Bedauern auch Schmerz, Hass, Stolz, Rache, Wut, Schuld, Reue, Trauer... Ihre Gestaltung ist im höchsten Maße überzeugend.

Im Mittelpunkt steht vor allem Georgina. Sie ist wie ein Diamant, hart und unbeugsam und so scharfkantig, dass man sich daran bis auf die Knochen hinunter blutig ritzen kann. Frauen wie sie sind selten, und sie sind kostbar. Man ist ein reicher Mann, wenn man das Glück einer solchen Frau erleben darf. Da lohnt es sich, Geduld zu haben. Zu kämpfen. Und doch ist dies nicht leicht, wie Paul erfahren muss. Denn irgendetwas im Wesen von Georgina trübt ihre Sicht auf das Naheliegende, Greifbare. Oftmals ist sie blind für die Wirklichkeit, lebt in einer Traumwelt, wie sie sie als Kind gesehen hat.

Paul dagegen ist ein stiller Held. Einer, der zur Stelle ist, als er gebraucht wird und die Chance ergreift, die Frau, die er begehrt, zu heiraten. Einer, der nicht frei von Fehlern durchaus auch die eine oder andere falsche Entscheidungen trifft. Einer, der sich in seiner weitherzigen Art aufrichtig, beständig und beharrlich um die Liebe von Georgina bemüht.

Im Gegensatz dazu ist Raharjo zwiegespalten. Bereits bei der ersten Begegnung knüpfen er und Nilam ein inneres Band, das lange, vielleicht sogar das ganze Leben halten wird. Ein Band, das nicht immer von Liebe geprägt ist. Denn obwohl die beiden sich behutsam einander nähern, ihre Gefühle füreinander vertiefen und dann sehr vertraut miteinander umgehen und ihre Wesen zu ergründen versuchen, ändert sich alles, als Raharjo Nilam verloren glaubt. Es kommt für eine lange Zeit Raharjos dunkle Seite zum Vorschein, die hart und ungerecht ist und hassen und verletzen und positive Gefühle nicht mehr zulassen will. Diese Wandlung ist nachvollziehbar geschildert.

Mit beeindruckender Sicherheit ist der Autorin außerdem die Charakterisierung sämtlicher Nebenfiguren gelungen. Sie alle beleben den Roman in einer Weise, die die Geschichte zu einem einzigartigen Leseerlebnis macht.

Mittwoch, 26. August 2015

Pflaumenstrudel

Mitte August wurde im schwanenweißen Haus und Garten Schwiegermutters Geburtstag gefeiert. Anlass für mich, ein neues Rezept auszuprobieren. Und zwar habe ich einem Pflaumenstrudel gebacken. Den Teig dafür habe ich selbst hergestellt, auch wenn das ein wenig Aufwand bedeutete.


Doch seht einmal, wie glatt er geworden ist. Ich konnte ihn wirklich hauchdünn ausrollen.


Auf den "ausgezogenen" Teig kommen in Margarine angebräunte Semmelbrösel...


... und Pflaumenmus.


Dann eine Mischung aus frischen Pflaumen, Mandelsplittern und Zucker.


Aufrollen, mit flüssiger Butter-Margarine-Mischung bestreichen und ab in den Ofen.


Ein kleines Probestück nebenbei gebacken.


Den Strudel mit Puderzucker bestäuben...


... anschneiden...


... und essen.


Mmmm, köstlich!

Edit: Der Strudelteig ist kein Hefeteig, weil keine Hefe, sondern saure Sahne verwandt wird. Allerdings ist er auch kein Blätterteig, wie ich angenommen habe, obwohl er diesem ähnlich und auch etwas aufwendiger in der Herstellung ist.

Dienstag, 25. August 2015

Neues vom Pferdehof - Jede Menge Schnuten

Mit ein paar Pferdeschnuten melde ich mich zurück aus dem Urlaub. Denn nicht nur Zuckerschnute Resada sah mich dort des Öfteren, sondern auch die anderen Vierbeiner freuten sich über Besuche. Bei herrlichem Sonnenschein konnte ich die freie Zeit genießen, wenngleich mein Rücken letzte Woche signalisierte, dass ich bitte von sitzenden Tätigkeiten wie am PC bloggen Abstand nehmen solle. Daher kam die mir selbst verordnete Bewegung vor allem Resada zugute, die wegen eines Abzesses in einem hinteren Huf lahmte und nach der Selbstöffnung (Sedierung bei so alten Pferden ist leider keine Alternative) Zuwendung benötigte. Jedenfalls ist nach jedem Spaziergang ihre Insichgekehrtheit verschwunden gewesen, und ich konnte mit einem ruhigen Gewissen in die Arbeitswoche starten.


Resada



Sabrina



Hermine



Oakley



Hermann


Dienstag, 11. August 2015

Grauwacht

Was würdest du tun, wenn du an einem Punkt angelangt bist, an dem du entscheiden musst, ob du Macht ausspielst oder zurücknimmst, um eine Entwicklung zuzulassen, die viel mühsamer, aber gleichwohl lehrreicher und lebensechter ist?

So faszinierend die Welt von Bisola auch sein mag, sie ist eine extremer Gegensätze. Tag und Nacht. Doch löse dich von deinen Vorstellungen des üblichen Zeitmaßes. Sechzig Doppelmonde dauert die Nacht, der im gleichen Rhythmus der Tag folgt. Während der Tag trocken ist und unter der Sonne brennt, dass selbst die Meere kochen, weist die Nacht eisige, klirrende Kälte auf.

Die Nacht ist Heimat der Menschen, und nur in dicke Pelze gehüllt sind sie in der Lage, sich ins Freie zu begeben. Wenn sie Glück haben, bewohnen sie Hütten in Refugios und leisten ihren Beitrag zum Fortbestand einer Communidad, oder sie leben unter einem Schutzschild in Häusern in Metropolen, können dort eventuell als Sabos in einem Astrovatorio Monde und Sterne beobachten oder in einer Bilteca Bücher lesen. Überall müssen sie sich allerdings festen Regeln unterwerfen. Als umherziehende Nomaden sind Menschen oft auf eine Unterkunft in natürlichen Höhlen angewiesen. Insgesamt ist es ein harter Alltag, der immer wieder vom Kampf ums Überleben bestimmt wird.

Der Tag ist den Sasseks vorbehalten. Amphibien, die mit ihrer äußeren schuppigen Hülle der Hitze trotzen. Sie sind empfindsame und fähige Wesen, die ihr Geschlecht mehrfach wechseln und nur im hohen Alter geschlechtslos leben.  

Sobald der Tag naht, ist es für die Menschen Zeit, ihr jeweiliges Zuhause aufzugeben und mit der Nacht weiter zu ziehen. So will es der Pakt, der einst zwischen Menschen und Sasseks geschlossen wurde und ein friedliches Leben beider Völker ermöglicht. Damit dies so bleibt, gibt es die Grauwacht und ihre Krieger mit überragenden Fähigkeiten, die, wenn sie mit Nabo ausgestattet sind, äußerst langlebig mit verstärkten Sinnen, Kräften und Geschick handeln können. Dafür müssen sie andererseits auf eine eigene Familie und damit persönliche Bindungen verzichten, um neutral ihre Aufgabe, die Überwachung des Paktes, umzusetzen.

Bislang ist das stets gelungen. Plötzlich jedoch verändern sich in der Welt von Bisola nicht nur die zwei Monde Dya und Mezza, als sich ein grünes Band auf ihre gelbe Wölbung legt, das weiter wandert und zunehmend blaues Licht hinter sich herzieht. Sondern hinzu kommt, dass der Tag nicht weicht und ein ungewöhnliches blaues Licht erscheint. Überall zeigt sich das Blau, es ist ausgerechnet die Farbe, die unter den Sasseks als verflucht gilt und die Amphibien deshalb in große Unruhe versetzt. Und nicht nur sie. Die bekannte Ordnung droht, umgestoßen zu werden, und das verunsichert Angehörige beider Völker.

Was steht Bisola noch bevor, wenn schon die Monde ihr Angesicht wechseln? Und geschieht dies alles zum ersten Mal? Oder gibt es eine Gefahr, die sowohl Menschen als auch Sasseks vergessen haben, die aber für beide bedrohlich ist?


"Grauwacht" von Robert Corvus besticht durch seinen intelligenten Plot, den der Autor mit einem gradlinigen, klaren Schreibstil hervorragend in Szene setzt. Er baut eine fantastische Welt auf, die er erfreulicherweise neben den Menschen nicht mit Wesen wie Elben, Trollen, Zwergen usw. besiedelt ist, sondern mit einer reizvollen Spezies wie den Sasseks.

Hast du zunächst das Gefühl, auf Bisola mittelalterliche Strukturen zu finden, zeigen sich im Verlauf der Handlung Elemente, die eher dem Gebiet der Science Fiction zuzuordnen sind. Diese Mischung bildet einen originellen Reiz, der dadurch, dass du dich mit Menschen und Sasseks einem zu lösenden Rätsel gegenüber siehst, noch erhöht wird. Während das Geschehen, das in vier Teile aufgeteilt und durch Interludien ergänzt wird, anfänglich in ruhigen Bahnen zu verlaufen scheint, beschleunigt der Autor nach und nach das Tempo, wirft Hinweise ein und fesselt dich mehr und mehr bis zum Höhepunkt und der Lösung des Rätsels. Bis dahin wird nicht nur die Nacht ein Grund sein, dass es dich das eine oder andere Mal fröstelt oder sogar gruselt...

Einen bemerkenswerten Beitrag leisten die hervorragend ausgearbeiteten Charaktere. Sie agieren zum Teil unabhängig voneinander und arbeiten mit dir zusammen an der Aufklärung der geheimnisvollen Vorgänge.

Zunächst lernst du Remon kennen. Er ist ein abtrünniger Guardista der Grauwacht. Denn entgegen den Geboten der Grauwacht, nicht mit einem normalen Menschen zusammen zu sein, hat er eine Familie gegründet und auf diese Weise seinen Eid gebrochen. Als Kind wurde Remon von Sasseks aufgezogen, so dass er wie ein Sassek denken kann. Er ist ein einzigartiger Mensch, der seine Frau Nata und seine Tochter Enna liebt und versucht, sich nie in den Vordergrund zu drängen. Als er entdeckt wird, bedeutet es das Ende des Glücks und möglicherweise sogar den Tod. Trotzdem strebt Remon ständig danach, die auffallenden merkwürdigen Veränderungen Bisolas zu ergründen, wobei sich die Zugehörigkeit zur Grauwacht als Vorteil erweist.

Wenn dir Nata begegnet, wirst du Remons Liebe verstehen. Nata ist nicht nur warmherzig und fürsorglich, sondern darüber hinaus selbstbewusst, klug und mutig. Sie gehört nicht zu den Menschen, die Gegebenheiten akzeptieren, ohne sie zu hinterfragen. Denn es ist vorstellbar, dass Dinge ergründet und neu gestaltet werden können. Sie macht sich Gedanken und Sorgen um die Zukunft, gibt nicht so schnell auf und handelt zielstrebig auf der Suche nach Wissen. Dabei werden ihr indes Steine in den Weg gelegt. Sabos, die Gelehrten der Menschen, erwecken den Eindruck, dass sie nicht erkennen - oder sie vermögen und wollen es nicht -, dass Ungemach für beide Völker droht und Nichthandeln oder eine falsche Reaktion dies nicht verhindern kann.

Auch auf Seiten der Sasseks gibt es außergewöhnliche Figuren. Ssarronn wird dir gefallen. Er befindet sich in der späten männlichen Phase, ist intelligent und wissbegierig, die Menschen interessieren ihn besonders. Bei der Begegnung mit Nata spürt er sofort eine geistige Verwandtschaft.

Seiner ruhigen Wesensart steht Kress gegenüber. Die weibliche impulsive, ja zeitweise aggressive Sassek wird dich vermutlich oft verzweifeln lassen. Lass dich überraschen, ob ihr glühender Hass gegen alles, was blau ist, sie ins Verderben stößt oder ob Hoffnung besteht.

Die Geschichte ist in ihrer Entwicklung und mit den detailliert gestalteten Protagonisten uneingeschränkt bis zum Ende überzeugend, spannungsreich und mit Tiefgang versehen. Zudem enthält sie durchaus Botschaften, die zur eigenen Reflexion anregen. Sie wird dir ein unterhaltsames, niveauvolles Lese- und Ratevergnügen bescheren und (hoffentlich) letztendlich begeistern.

Montag, 10. August 2015

Tierische Begegnungen: Auf unsrer Wiese gehet was


Es ist unschwer zu erkennen, wer hier auf Futtersuche ist. Herr Storch oder Frau Störchin war nicht allein unterwegs, sondern in Begleitung zweier Artgenossen.


Übrigens ist für mich gerade Heimaturlaub angesagt. Deshalb sind meine Besuche auf euren Blogs (wieder einmal) etwas spärlich...

Donnerstag, 6. August 2015

Farbenspiel

Noch grün.


Es wird.


Immer mehr.


Rot.


Ziel erreicht.


Erntereif.


Voller Geschmack.


Nur noch pflücken.


Mittwoch, 5. August 2015

Zwischenbericht der Detektei S.

***Bitte vor dem Weiterlesen die Fußnote beachten!***

Derzeit ergibt sich nach meinem Wissen folgendes Bild:

Die Gruppe, bestehend aus Basti Schranner, Luzie Schultheis und Valentin Becker, hat nach ihrem Ausflug in die Berge Finstermoos erreicht. Da Valentin Becker verletzt ist, befindet er sich zusammen mit seinem Vater, Philipp Becker, im Krankenhaus.

Nachdem Mascha Lindemann und Nic Schranner in eine Gletscherspalte gerieten, entdeckten sie dort eine mumifizierte Leiche. Dabei wurde festgestellt, dass diese große Ähnlichkeit mit Mascha Lindemann aufweist. Ein paar Jahre muss diese dort bereits gelegen haben, und es ist zu vermuten, dass sie sich nicht allein in ihrem kühlen Grab befand. Selbst mir - das sei am Rande bemerkt - bereitet dieser Fund Gänsehaut. Zudem wurde bei näherer Untersuchung ein Foto aufgespürt, so dass mit höchster Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass es sich bei der Mumie um die Großmutter von Mascha Lindemann, handelt.

Es kann wie folgt geschlussfolgert werden: Die Gletscherleiche ist erfreulicherweise nicht die vermisste Armina Lindemann. Bedauerlicherweise gibt es jedoch keine dienlichen Hinweise auf ihren Verbleib. Als sicher gilt bislang, dass sie sich auf den Spuren ihrer Familiengeschichte befindet, auf die sie durch den Fund der Babyleiche in der Baugrube des Unternehmers Philipp Becker gestoßen ist.

Ich erlaube mir die Anmerkung, dass sich die Suche nach Mascha Lindemann und Nic Schranner aus zwei Gründen schwierig gestaltete: einerseits fiel die Wärmebildkamera des Hubschraubers der Bergwacht aus, anderseits wurde der Ausstieg aus der Gletscherspalte von einer noch unbekannten Person verhindert. Nur dem unkomplizierten Einsatz - und das nicht nur hierbei - des bislang als grantig und schroff geltenden Försters Christopher Schultheis ist es zu verdanken, dass beide ohne nennenswerten Schäden den Ort verlassen konnten und nach Finstermoos zurückkehrten.

Momentan halten sie sich in Berlin auf. Wie mir allerdings mein Partner vor Ort mitteilte, kam es dort zu einigen weiteren unschönen Ereignissen, die meinerseits noch der Prüfung bedürfen. 

Es ist davon auszugehen, dass alle Ereignisse in Finstermoos erst mit Erscheinen von Armina und vor allem Mascha Lindemann in Gang gesetzt wurden. Letztere Vermutung liegt wegen der großen Ähnlichkeit von Mascha Lindemann und ihrer Großmutter nahe. Damit erklärt sich auch das Erschrecken des Hotelbesitzers Krailinger. Hubert Krailinger, der von manchen im Dorf als "König von Finstermoos" bezeichnet wird, muss von mir in den nächsten Tagen genauer "untersucht" werden, damit Verdachtsmomente ausgeschlossen oder bestätigt werden können.

Eine Herausforderung stellt nach wie vor das Wandbild in den Bergen dar. Eine hinsichtlich einer abgebildeten schwangeren jungen Frau aufgestellte Mutmaßung wurde bestätigt. Weitere Deutungsmöglichkeiten können erst zu gegebener Zeit manifestiert werden. Angesichts der derzeit durchaus als unheimlich zu betrachtenden Lage halte ich Spekulationen für unangemessen.

Die Schilderungen der Jugendlichen sind beunruhigend, doch glaubhaft und spannungsgeladen, wenn auch sehr emotional geprägt von eigenen Befindlichkeiten. Neben Mascha Lindemann scheint besonders Basti Schranner in den Mittelpunkt der Ereignisse zu rücken. Unbestätigten Ermittlungen zufolge ist seine Herkunft nicht eindeutig. Aufgefundene Fotos lassen eine andere Interpretation als die bisher bekannte zu. Es ist daher zu klären, ob ein Einbruch in das Haus der Schranners im Zusammenhang dazu steht. Und was die Familie Mosbichl mit allem zu tun hat.

Ich werde weiter berichten.

***Der Text könnte Spoiler für Leser enthalten, die die Ereignisse in Band 1 und Band 2 der Finstermoos-Reihe nicht verfolgt haben.***