Montag, 26. September 2016

Neues vom Pferdehof - Abhängen

Leute, genießt ihr auch die (vermutlich) letzten Sonnenstrahlen im September?









Also, ich kann mich herrlich entspannen und mir geht es sooo gut dabei...

Sonntag, 25. September 2016

Dein perfektes Jahr

Jonathan N. Grief gehört zu den Menschen, die wir anderen als pedantisch empfinden. Während wir im Verborgenen über Missstände meckern - wie beispielsweise die Überbleibsel von Böllern, Raketen und Chinakrachern an Silvester, vollen Mülltonnen und nicht zuletzt die Hinterlassenschaften unserer vierbeinigen Freunde, greift Jonathan entweder zu Papier und Stift, um seinem Unmut Luft zu machen oder zur Tüte, um den den "Nachlass" der Hunde in den Abfallbehälter zu verfrachten.

Jonathan also handelt, er nimmt die Zustände nicht als gegeben hin, auch wenn er im Gegenzug als besonders aufdringlich ordnungsliebend gilt. Und natürlich nervt er mit diesem Verhalten. Denn sind wir ehrlich: Wir Menschen sind es nicht gewohnt, oder wir mögen es nicht besonders, wenn uns vor Augen geführt wird, was so alles im Argen liegt, und seien es nur (vermeintliche) Kleinigkeiten.

Zugegeben, ein Charmebolzen ist Jonathan zu Beginn der Geschichte nicht, für den Preis für Beliebtheit auf den ersten Blick würde er nicht nominiert werden.

Jonathan N. Grief, seines Zeichens Inhaber des renommierten Verlages "Griefson & Books" gehört zu den privilegierten Menschen, die Zeit haben, sich mit wichtigen Dingen zu beschäftigen, er führt ein bis ins kleinste Detail strukturiertes, sorgenfreies Leben ohne Verpflichtungen, dafür aber mit festen Abläufen und Ritualen. Allerdings damit auch ein vorhersehbares und langweiliges, in dem Jonathan mittlerweile lediglich funktioniert.

Erst der Fund eines Kalenders, den jemand an sein Fahrrad gehängt hat und der gefüllt ist mit täglichen Eintragungen für ein "perfektes Jahr", lässt ihn sein bisheriges Dasein überdenken. Nicht nur die Lektüre und das Befolgen der im Kalender enthaltenen Tipps und Anweisungen, sondern ebenfalls die Begegnung mit Leopold, einem Obdachlosen, setzt eine Entwicklung in Gang, die einerseits die Beschäftigung mit seinen eingefahrenen Mustern, der Vergangenheit und der Gegenwart beinhaltet, andererseits auch eine Veränderung in der Persönlichkeit des gestandenen Mannes bewirkt.

Als Gegenstück zu Jonathan gehört Hannah Marx zu den Sympathieträgern, mit denen wir uns gerne umgeben. Die Kindergärtnerin, die zusammen mit Freundin Lisa ihr eigenes Unternehmen, die "Rasselbande" - eine etwas andere Kinderbetreuung gegründet - hat, zeichnet ein unerschütterlicher Optimismus aus. Sie lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und sieht in allem das Gute, will das Hier und Jetzt genießen, spontan sein, steckt voller Energie und Lebensfreude und verfügt über eine Euphorie, die ansteckend ist. Bisher ist sie mit ihrer Alles-ist-für-irgendwas-gut-Einstellung stets klargekommen. Hannahs Überzeugungen: 'Schließt sich eine Tür, öffnet sich eine Tür, oftmals sogar eine bessere.' und 'Im Leben können nur Dinge bereut werden, die ausprobiert wurden.' haben bislang ebenso funktioniert.

Doch auch für Hannah kommt der Moment, in dem das Schicksal sie zwingt, die Welt mit anderen Augen zu betrachten.

Denn da ist noch ihr Freund Simon, kein schlechter Kerl, aber das völlige Gegenteil von Hannah. Im Laufe ihrer gemeinsamen Zeit sind ihm zum Leidwesen von Hannah neben dem Elan auch die Leidenschaft und der Enthusiasmus abhanden gekommen. Und als Hannah trotz mancher Differenzen glaubt, dass Simon ihr einen Heiratsantrag macht, eröffnet er ihr, dass er sterbenskrank ist und deshalb ihre Beziehung beendet. Zunächst ist Hannah erschüttert, um sogleich wieder zu ihrer positiven Einstellung zurückzufinden. Ein Aufgeben gibt es für sie nicht, sie richtet den Blick nach vorn und will Simon mitreißen. Und so kauft sie für Simon den Kalender, um damit den Lebensmut von Simon neu zu entfachen. Es ist jener Kalender, den Jonathan entdeckt...


Charlotte Lucas gelingt es, mit "Dein perfektes Jahr" von Beginn an, uns in das Geschehen zu integrieren, indem wir die im Mittelpunkt stehenden Protagonisten Jonathan und Hannah zunächst in ihrer eigenen Umgebung kennenlernen. Dabei entwirft sie nicht bloß Bilder von Menschen mit Vorzügen und Schwächen, sondern erzählt schnörkellos und kurzweilig und sprachlich ausgereift eine Geschichte, in der der dieser inne wohnende Humor auch mit ernsten Tönen verknüpft wird. Die Autorin schafft dies in einer ausgewogenen Balance und einer wohltuenden Art und Weise, so dass zu keinem Zeitpunkt das Gefühl aufkommt, dass hier eine schnulzige Liebesgeschichte stattfindet.

Insgesamt hat Charlotte Lucas ihre Figuren umfassend gestaltet. Nicht nur Jonathan und Hannah werden im Verlauf der Handlung immer greifbarer, ihre Entwicklung ist anschaulich, intensiv und nachvollziehbar dargestellt, auch wenn beispielsweise die Optimisten Hannah auf den Tod ihres Freundes Simon etwas heftig reagiert.

Daneben erhalten Nebencharaktere wie Simon und Lisa gleichermaßen einen Hintergrund, der sich beim Lesen erschließt. Besonders aber wächst einem Leopold ans Herz, der Jonathan so viele Denkanstöße gibt. Zum Beispiel, "dass man nur die Dinge tun sollte, für die man brennt. Alles andere ist Murks, niemand sollte gegen sein Herz und gegen seine Überzeugung handeln." (Seite 269)

Dass die Autorin die Gelegenheit nutzt, mittels des Kalenders einige kluge Weisheiten einfließen zu lassen, die auch für uns Leser das Leben bunter und schöner machen (können), rundet die gelungene Lektüre ab.

"Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben - aber den Tagen mehr Leben." (Chinesische Weisheit, Seite 42)

Charlotte Lucas zeigt, dass in uns Menschen doch mehr steckt, als wir vermuten und das Leben die erstaunlichsten Geschichten schreibt. Diese hier ist es wert, gelesen zu werden.

Sonntag, 11. September 2016

Naturfarben

Was für eine Mischung:


Ein blauer Himmel, weiße Wolkenschleier, sattes Grün.


Die Natur von ihrer schönen Seite.


Was will man mehr...

Dienstag, 30. August 2016

Tierische Begegnungen: Nachmittagspause

Irgendwo im Boddenhinterland...


Immerzu fressen ist auf Dauer anstrengend,
darum ist jetzt erst einmal ein Päuschen (zum Wiederkäuen) angesagt.


Doch halt wer kommt da?


Fortsetzung folgt...

Sonntag, 28. August 2016

Wechselbad der Gefühle

Callie ist auf dem Weg nach Hause, um dort den Sommer gemeinsam mit ihrer Schwester Holly und ihrer Stiefmutter Stella zu verbringen, als sie ihrem Stiefbruder auf dem Flughafen begegnet. Sieben Jahre hat sie ihn nicht gesehen, und sie erkennt ihn nicht. Nach dem Unfall ihres Vaters, bei dem dieser ums Leben kam, hatte die damals Dreizehnjährige Keith die Schuld zugewiesen und ihm nie verziehen, dass er die Familie ohne Erklärung verlassen hatte.

Nach wie vor leidet Callie unter dem Verlust des Vaters und straft Keith mit Ablehnung und Hass. Und doch entwickeln sich hinter der Wut und Feindseligkeit andere - verbotene - Gefühle, die so gar nicht zu denen passen wollen, die Callie sich in der Vergangenheit zugelegt zu haben glaubt. Aber kann sie sich darauf einlassen, und will sie dies überhaupt?


Was auch immer geschieht von [Iosivoni, Bianca]


Wer hinsichtlich der Geschichte von Callie und Keith in "Was auch immer geschieht" mit einer ausführlichen Beziehung zwischen Stiefgeschwistern rechnet, wird möglicherweise enttäuscht sein. Denn der Konflikt der "(Stief)Geschwisterliebe" wird von Bianca Iosivoni zwar thematisiert, steht jedoch nicht im Vordergrund und spielt erst gegen Ende überhaupt eine größere Rolle.

Vielmehr beschäftigt sich die Autorin ausführlich mit der Gefühlswelt ihrer Protagonistin, und dies gelingt ihr insbesondere durch die Darstellung des Geschehens aus Callies Ich-Position heraus.

"Ich schrieb meine Gefühle aus mir heraus, brüllte sie aufs Papier, atmete sie aus und verbannte sie in diese Textzeilen." (69)

Daneben bleiben die Empfindungen der anderen Figuren zurück, wenngleich sie auf Grund der geschilderten Begebenheiten, Reaktionen und Gespräche nachvollzieh- und spürbar werden.

Insgesamt gelingt der Autorin mit ihrer Art des Schreibens, die mit bildhafter und ausgewogener Sprache die Vorgänge in Szene setzt, im Großen und Ganzen eine gute Zeichnung der Figuren.

Callie macht zunächst den Eindruck, mit beiden Beinen fest im Leben zu stehen, sie wartet mit Charme und Humor auf. Es kristallisiert sich jedoch schnell heraus, dass sie einen wunden Punkt hat, der ihre unversöhnliche Seite zeigt. Nach dem Unfall, den sie und Keith überlebten, ihr Vater jedoch nicht, gibt sie ihrem Stiefbruder die Schuld und geht nach dem Wiedersehen sofort auf Konfrontationskurs. Entgegen all ihrer Bemühungen hat sie den Tod ihres Vaters weder verarbeitet noch überwunden und klammert sich an ihre negativen Gefühle wie Hass und Verzweiflung. Dabei entsteht manchmal der Eindruck, dass Callie sich in der Wiederholungsschleife befindet, weil sie sich immer und immer wieder mit ähnlichen Überlegungen beschäftigt, ohne vorwärts zu gelangen. Folglich tritt der Leser zeitweise gleichermaßen auf der Stelle und ist bemüht, Callie einen Schubs zu geben. Denn sie ist so in ihrem Trauma gefangen, dass sie darüber vergisst, dass auch andere einen Verlust erlitten haben.

Keith ist ein junger Mann, für den sich schnell Sympathie entwickelt lässt, obwohl er eine durchaus provozierende Art an den Tag legt, vor allem im Umgang mit Callie. Seine kleinen Bemerkungen fordern Callie heraus, bringen sie aus der Fassung und lassen sie die Beherrschung verlieren, aber verletzend sind sie nicht wirklich. Und sie setzen ein Denken und Nachdenken in Gang, das für Callie in letzter Zeit ohne Bedeutung war. Von Anfang an spricht vieles dafür, dass er nicht die Person ist, für die Callie ihn hält und das mehr hinter seinem Verhalten steckt, als der Leser zu diesem Zeitpunkt begreift. Immer mehr entpuppt sich Keith als feinfühliger junger Mann, der für Callie da ist und sie festhält, als sie ihn braucht, um ihr inneres Gleichgewicht und Ruhe zu finden. Das ist es, was ihr nach dem Unfall gefehlt hat. 

Die widerstreitenden Gefühle werden begreifbar geschildert, beide spüren die gegenseitige Anziehung, sträuben sich aber dagegen. Der Zwiespalt, in dem sie sich befinden, wird deutlich. Es ist verständlich, dass es besonders für Callie beunruhigend ist, wie sich ihre negative Einstellung plötzlich verändert und anderen Empfindungen Platz machen.

Die anderen Figuren fügen sich harmonisch ins Geschehen ein. Hierbei fallen nicht nur Callies Schwester Holly mit ihrer erfrischenden Art und Stiefmutter Stella, die mit Warm- und Offenherzigkeit punktet, positiv ins Gewicht, sondern auch ihre Freunde Faye und Parker, die ihre eigene Geschichte haben. Offen bleibt, wie es beispielsweise mit ihnen weitergeht, was Spielraum für die eigene Fantasie lässt. Möglicherweise gibt es mit ihnen ein Wiedersehen.

Insgesamt schafft es die Autorin, das Wechselbad der Gefühle zwischen Callie und Keith so zu verdeutlichen, dass es eine Freude ist, sie zu begleiten, "Was auch immer geschieht".

Montag, 22. August 2016

Späte Überraschung

Das ist eine Sauerkirschblüte.


Und sie blüht jetzt im August.
Eine späte Überraschung, aber eine erfreuliche.


Erfreulich deshalb, weil das Bäumchen ein selbst gezogenes ist,
und nach gärtnerischer Aussage sollte es (mangels Veredelung) niemals Früchte bekommen. 




Trotz dieser Aussicht durfte es im schwanenweißen Garten bleiben.
Und hat seine Chance genutzt.


Klar, mit Früchten wird es dieses Jahr nichts mehr
doch vielleicht klappt es im nächsten...

Dienstag, 2. August 2016

"Einladung"

Also, Leute, ich genieße hier jeden Tag nicht nur die Aussicht...


Auch wenn der Wind mal etwas kräftiger bläst und die Wellen tanzen lässt...


... trübt das nicht die Stimmung, denn die Ostsee ist wohl temperiert.


Kommt doch mal vorbei, vielleicht sehen wir uns.









Sonntag, 31. Juli 2016

Piraten ahoi!

Endlich Ferien! Ein paar Wochen keine Schule und nur das tun, wozu man Lust hat. Familientreffen gehören nach Ansicht von Luis definitiv nicht dazu. Deshalb ist er nicht begeistert, als er mit seiner Mutter zum Haus seines Großvaters fährt, um dort einen ganzen Sommer lang zu bleiben. Und zwar mit einer Menge Verwandter, die er kaum kennt. Dafür soll er seine Spielekonsole liegen lassen? Wenigstens ist Razz dabei, und wenigstens die kleine Mischung aus Terrier und entflohenem Irren (O-Ton Luis) scheint voller Vorfreude zu sein.

Als Luis Jade trifft und sich die beiden auf Anhieb gut verstehen - nicht nur, weil ihnen die ältere, rechthaberische Cousine Sina gleichermaßen auf die Nerven geht - verspricht der Sommer doch nicht langweilig zu werden. Mit Razz erkunden sie das Gelände und vor allem das alte Herrenhaus. Auf dem Dachboden stöbern sie in einem alten Koffer und entdecken darin unter anderem eine Glasflasche, in dem ein altmodisches Modellschiff steckt. Und dann stehen sie plötzlich vor einem seltsamen Spiegel, in sie so ganz anders aussehen. Genauso altmodisch wie das Flaschenschiff. Und ehe sie begreifen können, was geschieht, befinden sie und Razz sich schon mitten im 17. Jahrhundert auf dem Schiff des berühmt-berüchtigten Piraten Henry Morgan und erleben ein spannendes Abenteuer in einer anderen Zeit...


"Piraten ahoi!" ist der Auftakt der Kinderserie "Der Magische Spiegel" von Nicolas Campbell, in der junge Leser Luis, Jade und Razz auf ihren fantastischen Reisen in die Vergangenheit begleiten können.


Bei ihrem ersten Abenteuer werden die Kinder und ihr Hund Razz auf ein Piratenschiff katapultiert und müssen beweisen, was in ihnen steckt. Das Geschehen schreitet zügig und ohne Längen voran, wobei der Erzählton altersgerecht und verständlich ist, gleichwohl hinsichtlich von Bezeichnungen und Namen durchaus Aufmerksamkeit erfordert. Die im Mittelpunkt stehenden Kinder - Luis und Jade - erhalten eine ansprechende Charakterisierung und lassen sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen eine Identifizierung zu, und mit Razz kommen ebenso die Hundefreunde auf ihren Kosten. Werte wie Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt bei der Lösung von schwierigen Situationen werden thematisiert, ohne aufdringlich zu sein.


Die Idee, mittels eines Artefakten, Zeitreisen zu unternehmen, ist vielleicht nicht neu, wird in diesem Fall aber auf angenehme Weise umgesetzt.  Hierbei fügen sich auch die Illustrationen von Folko Streese sehr harmonisch ein und machen das Buch zu einem Erlebnis für die jüngeren Lesefreunde.

3,5 Sterne


Erschienen ist das Buch bei ars edition. Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Donnerstag, 7. Juli 2016

Gymnastik?

Ihr braucht gar nicht so erstaunt zu gucken.


Diese Körpereleganz liegt mir im Blut.


Und wenn ich erst einmal "festklebe"...


... stört mich nicht einmal der Wind...


... wenn ich meine Gymnastik absolviere.