Dienstag, 2. August 2016

"Einladung"

Also, Leute, ich genieße hier jeden Tag nicht nur die Aussicht...


Auch wenn der Wind mal etwas kräftiger bläst und die Wellen tanzen lässt...


... trübt das nicht die Stimmung, denn die Ostsee ist wohl temperiert.


Kommt doch mal vorbei, vielleicht sehen wir uns.









Sonntag, 31. Juli 2016

Piraten ahoi!

Endlich Ferien! Ein paar Wochen keine Schule und nur das tun, wozu man Lust hat. Familientreffen gehören nach Ansicht von Luis definitiv nicht dazu. Deshalb ist er nicht begeistert, als er mit seiner Mutter zum Haus seines Großvaters fährt, um dort einen ganzen Sommer lang zu bleiben. Und zwar mit einer Menge Verwandter, die er kaum kennt. Dafür soll er seine Spielekonsole liegen lassen? Wenigstens ist Razz dabei, und wenigstens die kleine Mischung aus Terrier und entflohenem Irren (O-Ton Luis) scheint voller Vorfreude zu sein.

Als Luis Jade trifft und sich die beiden auf Anhieb gut verstehen - nicht nur, weil ihnen die ältere, rechthaberische Cousine Sina gleichermaßen auf die Nerven geht - verspricht der Sommer doch nicht langweilig zu werden. Mit Razz erkunden sie das Gelände und vor allem das alte Herrenhaus. Auf dem Dachboden stöbern sie in einem alten Koffer und entdecken darin unter anderem eine Glasflasche, in dem ein altmodisches Modellschiff steckt. Und dann stehen sie plötzlich vor einem seltsamen Spiegel, in sie so ganz anders aussehen. Genauso altmodisch wie das Flaschenschiff. Und ehe sie begreifen können, was geschieht, befinden sie und Razz sich schon mitten im 17. Jahrhundert auf dem Schiff des berühmt-berüchtigten Piraten Henry Morgan und erleben ein spannendes Abenteuer in einer anderen Zeit...


"Piraten ahoi!" ist der Auftakt der Kinderserie "Der Magische Spiegel" von Nicolas Campbell, in der junge Leser Luis, Jade und Razz auf ihren fantastischen Reisen in die Vergangenheit begleiten können.


Bei ihrem ersten Abenteuer werden die Kinder und ihr Hund Razz auf ein Piratenschiff katapultiert und müssen beweisen, was in ihnen steckt. Das Geschehen schreitet zügig und ohne Längen voran, wobei der Erzählton altersgerecht und verständlich ist, gleichwohl hinsichtlich von Bezeichnungen und Namen durchaus Aufmerksamkeit erfordert. Die im Mittelpunkt stehenden Kinder - Luis und Jade - erhalten eine ansprechende Charakterisierung und lassen sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen eine Identifizierung zu, und mit Razz kommen ebenso die Hundefreunde auf ihren Kosten. Werte wie Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt bei der Lösung von schwierigen Situationen werden thematisiert, ohne aufdringlich zu sein.


Die Idee, mittels eines Artefakten, Zeitreisen zu unternehmen, ist vielleicht nicht neu, wird in diesem Fall aber auf angenehme Weise umgesetzt.  Hierbei fügen sich auch die Illustrationen von Folko Streese sehr harmonisch ein und machen das Buch zu einem Erlebnis für die jüngeren Lesefreunde.

3,5 Sterne


Erschienen ist das Buch bei ars edition. Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Donnerstag, 7. Juli 2016

Gymnastik?

Ihr braucht gar nicht so erstaunt zu gucken.


Diese Körpereleganz liegt mir im Blut.


Und wenn ich erst einmal "festklebe"...


... stört mich nicht einmal der Wind...


... wenn ich meine Gymnastik absolviere.

Donnerstag, 16. Juni 2016

Rosen(hoch)zeit


Nun stehen die Rosen in Blüte,
Da wirft die Liebe ihr Netzlein aus,
Du schwanker, loser Falter,
Du hilfst dir nimmer heraus.

Paul von Heyse 












Freitag, 10. Juni 2016

Inselfeuer

September 2007. Ruhe und Frieden sind wieder eingekehrt auf Öland. Der Sommer ist vorbei, die Touristen haben die kleine schwedische Insel verlassen. Die Öländer sind unter sich auf ihrem Eiland, dessen spröde, stille Schönheit sich einem Fremden kaum erschließt.

Nun lodern jenseits der Idylle des schwedischen Urlaubsparadieses die Flammen auf. Ein Feuerteufel ist am Werk. Und die Bewohner des kleinen Örtchens Ormöga glauben, den Verursacher auch sofort ausmachen zu können.

Schon vor zehn Jahren hatte nämlich Jorma Brolin unter Verdacht gestanden, einen der ihren getötet und anschließend dessen Haus in Brand gesetzt zu haben. Und da Jorma schon auf Grund seiner voluminösen Statur nicht wie ein Unschuldslamm wirkt, sind sich die Öländer sicher, dass der unbeholfene 47-Jährige der Übeltäter ist. Jorma - nach dem Verlust seiner weißblonden dünnen Haare kahl geworden - ist zudem eine blasse, farblose Erscheinung und für viele nicht vertrauenserweckend. Die Menschen fürchten sich vor ihm. Die, die ihm das erste Mal begegnen, aber auch die, die ihn schon immer kennen. Leider trägt Jormas Verhalten nicht dazu bei, diesen Eindruck zu entkräften. Im Grunde ist er selbst zutiefst unsicher, schwach und geprägt von der Angst, dass seine Frau Yvonne ihn verlässt. Ohne sie kann er nicht leben. Dieser Furcht opfert er vieles und fügt sich immer wieder ihren Wünschen.

Doch ist er der Täter? 

Sylvia B. Lindström kennt sich aus auf Öland. Seit vielen Jahren lebt sie dort. Mit Ormöga hingegen hat sie einen fiktiven Ort geschaffen. Übersetzt ins Deutsche heißt Ormöga Vergissmeinnicht. Ein Schelm, der Böses bei diesem Namen denkt.

Denn es geht nicht nur um eine Gemeinschaft, die nicht vergisst. Menschen, die den Eigensinn und Störrigkeit ihrer Insel in sich tragen, einander gewogen sind, helfen oder auch nicht, die einen festen Bund bilden, in den allerdings nicht jeder Aufnahme findet. Als Öländer wird man geboren. Öländer ist man oder man ist es nicht. Und wer es einmal mit den Öländern verscherzt, hat es schwer, nochmals Gnade vor ihren Augen zu finden. Nicht unbedingt vorteilhaft.

Es ist offensichtlich, dass in der Geschichte von Sylvia Lindström weniger die Kriminalhandlung, sondern vielmehr die Figuren im Mittelpunkt stehen: Jorma Brolin, die Anwältin Alasca Rosengren, ihre Großmutter Borghild, Stellan Qvist...

Die Brände als solches - und ebenso die Tötungsdelikte - geschehen eher am Rande und bilden den "Aufhänger" für einige Protagonisten, sich mit ihrer (vergessenen?) Vergangenheit zu beschäftigen und ihr Verhalten und ihre Gefühle in der Gegenwart auf den Prüfstand zu stellen.

Besonderes Augenmerk erhalten hierbei die unterschiedlichen Mutter-Sohn-Beziehungen, unter anderem die von Jorma und seiner Mutter. Borghild und Karl, Alasca und Kristian, Themen wie Vernachlässigung und Missbrauch.

Insgesamt gesehen sind die Figuren zum Teil recht unbequem und eigensinnig, verschlossen und ablehnend, verbittert und kühl. Sie müssen sich Sympathiepunkte beim Leser im Verlauf des Geschehens erarbeiten.

Es ist beispielsweise lobenswert, dass die Autorin mit Alasca keine Frau geschaffen hat, die unfehlbar und über jeden Zweifel erhaben ist. Der Umgang mit ihrem Sohn Kristian wird nicht als heile Welt suggeriert. Vielmehr vernachlässigt Alasca ihren Sohn, nicht willentlich, eher aus Unvermögen und Zerstreuung heraus. Schließlich ist sie in ihrem Beruf als Opferanwältin sehr eingespannt, so dass sie die kostbaren gemeinsamen Stunden mit ihrem Sohn allzu oft vergeudet.

Dabei ist Kristian ein kluges fantasievolles Kind und besitzt die Gabe, sich in andere Menschen einzufühlen. Er ist der geborene Optimist, der stets die Möglichkeiten, nicht die Schwierigkeiten sieht. Doch er verändert sich, und obwohl Alasca dies bemerkt, scheint sie nicht in der Lage zu sein, eine Änderung herbeizuführen. Sind daran die Erlebnisse in ihrer eigenen Kindheit schuld?

Hingegen zeigt sich Kristians Beziehung zu seiner Urgroßmutter Borghild, die er Mormor - Großmutter - nennt, inniger, zumal sie nur seinetwegen noch am Leben festhält.

Und welche Rolle spielt Stellan Qvist, der aus sogenannten einfachen Verhältnissen stammt und inzwischen zu den renommierten und wohlhabenden Öländern gehört? Hinter einer Fassade geschmeidiger Verbindlichkeit verbirgt er ein eher schüchternes Wesen, gilt als gutherzig, wenngleich er selten völlig selbstlos agiert und gute Taten mit für ihm Nützlichen verbindet. Als Anwalt wird er für schlau und durchtrieben gehalten, ist ein Meister der leisen Töne, nähert sich spitzfindig, eloquent und beharrlich seinem Ziel. 

Außerdem zeigt sich, dass die Beziehungsstörungen selbst vor den Tieren nicht Halt machen. Mit Sir Noir fügt die Autorin einen tierischen Protagonisten in das Geschehen ein, der sein eigenes Päckchen zu tragen hat, das dem der Menschen durchaus ähnelt, so dass Parallelen gezogen werden können. Da das Pferd nicht in einer Herde aufgewachsen ist, versteht es die dort herrschenden Regeln nicht, so dass er von seinen Artgenossen gemobbt und unterdrückt wird. Zwar ist er das schwächste Tier in der Herde und ein Störenfried, gegenüber den Menschen aber spielt er sich auf und lehrt sie das Fürchten.

Diesbezüglich beweist die Autorin ihr Verständnis für Pferde, ihre Beobachtungsgabe und ihr Können im Umgang mit den Tieren und die daraus folgende Deutung des Verhaltens.

Das Geschichte ist vom Erzähltempo her sehr entschleunigt und liest sich manchmal etwas zäh. Zudem sind die vielen Szenenwechsel recht sprunghaft und irritierend. Es erschwert den Aufbau einer Verbindung zum Geschehen, das zwar düster, wiederum auch spannungsarm ist. Hier wäre in der Fortsetzung ein paar packende Momente wünschenswert.

Sylvia Lindström legt einen Roman vor, der hinsichtlich der Charakterstudie von Mensch und Tier mit wenigen Abstrichen überzeugen kann, hinsichtlich der Handlungsabläufe jedoch ausbaufähig ist.

Mittwoch, 8. Juni 2016

Junimohn


Ist es nicht herrlich, wie er leuchtet, der Junimohn. Überall sticht er einem gleich ins Auge, und so in geballter Form ist sein Anblick besonders einprägsam. Genießt es und habt eine gute Zeit.

 










Montag, 6. Juni 2016

Abschied

Wieder einmal ist es eine lange Weile ruhig hier gewesen. Es gibt einige Veränderungen, über die ich euch an anderer Stelle erzählen möchte.

Heute heißt es zunächst Abschied nehmen (aber nicht vom Bloggen)...

Meine Schwiegermutter ist am Vormittag für immer eingeschlafen. Es war eine Erlösung für sie, denn sie wollte nicht mehr leben. Mit 96 Jahren darf man einen solchen Wunsch auch hegen, meine ich, wenn das Leben gelebt ist. Als ich sie gestern noch einmal besucht habe, wurde sie wach, und wir sahen uns für einen langen Moment in die Augen - allerdings weiß ich nicht, ob sie mich erkannt hat. Ich habe sie gestreichelt und geküsst und ihr gesagt, dass alles in Ordnung ist und sie gehen kann.

Das hat sie nun getan.

Sonntag, 5. Juni 2016

Das Kostbarste, was es gibt

"In einem Märchen ist immer alles einfach und klar. Man weiß, was das Gute und was das Böse ist. Wer richtig und wer falsch handelt."

Ist nicht eine Liebesgeschichte wie ein schönes Märchen? Wenn zwei sich finden und lieben und zusammen leben, glücklich und zufrieden, bis an ihre Ende...

Die Zwei, die sich gefunden haben, sind Alexander und Aysel. Jung sind sie, verliebt sind sie. Klingt großartig. Auf den ersten Blick. Allerdings wäre unsere Geschichte ja schon zu Ende, wenn es so einfach wäre. Ist es jedoch nicht. Denn Alexander ist Deutscher und Christ. Und Aysel trägt Kopftuch, sie ist Türkin und Muslima. Das muss an sich auch nicht problematisch sein. Aber Aysel lebt in einer traditionellen Familie, und dort wählen die Eltern die zukünftigen Partner für ihre Kinder aus. Spätestens jetzt dürfte jedem klar sein, dass ein Ehemann Partner auf keinen Fall Alexander heißen wird.

Verkompliziert wird die Sache von Aysels Bruder. Ilhan. Er steht ihr besonders nahe, die beiden sind Zwillinge, geben sich gegenseitig Halt. Er kann ihr nicht wehtun, sie verurteilen oder verdammen. Weil es seine Aufgabe ist, für die Einhaltung der unbefleckten Ehre seiner Schwester und damit der Familie zu sorgen, ist der Konflikt unausweichlich.

Nicht nur, dass es die eigenen Vorstellungen Alexander und Aysel nicht einfach machen, zueinander zu finden und beieinander zu bleiben. Der Weg ist zudem mit Stolpersteinen übersät, die von Aysels Familie gesetzt sind. Und Aysel, die sich sicher ist, dass ihre Eltern mit ihrer Lebenserfahrung das Beste wollen und im Sinne ihrer Kinder entscheiden, beugt sich de Willen der Familie und entsagt der Liebe. Denn würde sie sich anders entscheiden, würde eine Tür für immer und ewig zufallen. Und dann könnte sie diese Welt, in der ihre Familie lebt, nicht mehr betreten.

Damit wären wir also weit entfernt von einem Märchen...

Es ist keine neue Geschichte, die uns Nur Öneren und Wolfgang Schnellbächer in "Unser wildes Blut" erzählen. Aber sie tun es auf erfrischend ehrliche Art und Weise. Einfühlsam, offen und mit Sympathie für beide Seiten.

Die Autoren lassen ihre Protagonisten mit viel Leidenschaft und Feuer für ihre Einstellungen eintreten und emotional agieren. Dabei decken sie Vorurteile und Missstände auf, legen Für und Wider dar, finden die richtigen Worte, ohne Partei zu ergreifen. Sie verdeutlichen den Zwiespalt zwischen Tradition und Moderne und zeigen auf, wie schwer es ist, sich von Prägungen zu lösen, ohne anerzogene Werte zu verleugnen und in einer Welt größter Versuchungen zu bestehen, in der es keine Regeln gibt, die Kummer und Verzweiflung zwischen den Menschen verhindern, wo jeder jeden betrügen und in den verzweifelten Wahnsinn treiben kann, ohne, dass irgendwer nur aufschaut. Ein schmaler Grad, einer, der nicht ohne Verletzungen von Gefühlen möglich ist.

Auf diesem schmalen Grad wandelt Aysel nicht allein, auch Ilhan ist hin und hergerissen. Da ist einerseits die Tatsache, dass er Emilie, ein deutsches Mädchen für seine Zwecke "benutzt", zu der er sich gleichzeitig hingezogen fühlt, Sehnsucht verspürt. Anderseits ist er bereit, den Wünschen seiner Familie zu folgen und später eine muslimische Frau zu heiraten, eingedenk der Tatsache, dass er den leisen Schmerz bei den Gedanken an Emilie in eine kleine Nische seines Herzens verbannen muss.

Obwohl die Autoren das Geschehen aus dem Blickwinkel von Ilhan und Alexander schildern, kommen die Ansichten von Aysel gut zum Ausdruck, wenngleich die Entwicklung ihrer Zuneigung zu Alexander etwas zu kurz geraten ist. In E-Mails und Briefen vermag sie es, Alexander und damit uns als Leser ihren Standpunkt näher zu bringen. So können wir nachvollziehbar, warum sie zweifelt und ihre Entscheidungen trifft.

Zu guter Letzt ist hervorzuheben, dass es den Autoren mittels poetischer Sprache und anrührender Worten gelingt, die Geschichte von Alexander und Aysel zu einem Märchen zu machen, bei dem wir immer hoffen, dass es gut ausgeht.

"Am Ende, dessen sind wir uns sicher, ist die Liebe das Kostbarste, was es gibt."

Samstag, 23. April 2016

Majestätisch...

... schauen sie aus, weswegen ihr Name ja auch passend ist:


Kaiserkrone Fritillaria imperialis


Im schwanenweißen Garten blühen dieses Jahr drei orangefarbene...


... und...


... drei gelbe Kaiserkronen, als ob sie sich abgesprochen hätten.


Auf jeden Fall ist es ein majestätischer Anblick.

Mittwoch, 20. April 2016

Ein elfenhaftes Abenteuer

Sira ist Waise und lebt bei ihrer Tante Juna und ihrem Onkel Jan. Ihr Vater starb, als Sira erst zwei Jahre alt war, und ihre Mutter Lena nahm sich nach Siras dreizehntem Geburtstag das Leben.

Die 17-Jährige hat blasse Haut, eine schmale Nase, blondes schulterlanges Haar, dichte Wimpern, die verwaschen schimmernde hellblaue Augen umrahmen. Sie ist einsam, auch unter vielen Menschen fühlt sie sich allein und schuldig für etwas, das sie nicht benennen kann. Bisher ist Sira mit dieser Situation klargekommen, denn sie hat gelernt, sich zu verstellen und anzupassen, vor allem um an der Schule beliebt zu sein.

Doch von einem Tag auf den anderen verändert sie sich. Nicht nur, dass sie ihren Farbstil wechselt: nach schrillem Bordeauxrot und grellem Giftgrün trägt sie nun unauffälliges Schwarz. Und tritt dadurch erst recht in Erscheinung.

Daneben macht sie auch körperlich eine Verwandlung durch. Plötzlich schauen sie aus dem Spiegel zwei dunkelbraun glänzende, fast schwarz wirkende Augen an, die sich in einem markanten, ausdrucksstarken Gesicht befinden und mit denen sie gestochen scharf sieht. Ihre Haare werden länger und dunkler, als ob sie sich ihrem Kleiderstil anpassen wollen. Zu guter Letzt verliert ihr Blut seine ursprüngliche rote Farbe und nimmt einen matt schimmernden Silberton an.

Ob diese Verwandlung mit dem Fremden zu tun hat, dessen Gesicht sie im Eis entdeckte und der sie im Traum ruft? Was hat sie zu verlieren, wenn sie seinem Ruf folgt? Zumal ein Blick dieses unverschämt gut aussehenden Typen genügt, damit Sira die lang ersehnte Geborgenheit, Zuversicht, Hoffnung und Vollständigkeit fühlt.

Die Überraschung folgt auf dem Fuße, als Sira den Schritt tatsächlich wagt. Der Fremde ist ein Elf, genauer ein Schneeelf. Und nicht nur das. Ein Prinz ist er obendrein noch. Als wäre das nicht schon genug für ein großartiges Abenteuer, offenbaren sich die Gründe für die Veränderung der 17-Jährigen. Und so beginnt für Sira ein eigenes elfenhaftes Märchen, obwohl dies auch nicht frei von Auseinandersetzungen ist und durchaus sehr menschliche Seiten aufweist...


Sanja Schwarz legt mit ihrem Debüt "Schnee Elfen Herz" eine ausdrucksstarke, ja durchaus poetische Geschichte in einem bemerkenswert frischen Stil vor. Sie verwendet modernes, jugendliches Vokabular, entwickelt das Geschehen rasch und ohne Längen und kommt so zügig ans Ziel. Leider etwas zu schnell. Hier wären eine umfassendere und tiefer gehende Schilderung der Elfenwelt und intensivere Beschäftigung mit den Figuren - angesichts der wenigen Protagonisten - von Vorteil gewesen. Manche bleiben in Gänze auf der Strecke.

Ansonsten sind die Charaktere der Hauptfiguren Sira und Turak gut gelungen, und der jungen Autorin gelingt es in ansprechender Weise, deren Gefühle bis zum Leser zu transportieren. Auch wenn Sira mit so vielen hervorstechenden Fähigkeiten ausgestattet wurde, dass sie im Ergebnis ein wenig aufgesetzt wirken, um glaubhaft zu sein, verhindert dies keineswegs die Freude beim Lesen der fantastischen Geschichte. Wer hat schließlich nicht bereits davon geträumt, Superheld(in) zu sein?