Samstag, 5. August 2017

Lavendel


Der Lavendel im schwanenweißen Garten ist nun für dieses Jahr auch wieder Geschichte, aber ein paar Bilder von der inzwischen vergangenen Pracht möchte ich euch zeigen. Denn immer noch schauen Bienen vorbei, ob sich nicht doch eine vergessene Blüte finden lässt...










Mittwoch, 2. August 2017

Claire vom Meereslicht

 

Mit ihrem Roman „Kein anderes Meer“ nimmt Edwidge Danticat uns mit auf eine Reise in ihre Heimat Haiti und lässt uns nicht nur teilhaben an haitischem Dasein und haitischer Kultur, sondern bietet einen tiefgründigen Einblick in das Leben der Menschen. Die von ihr geschaffenen Charaktere geben in ihrer Vielfalt ein Bild der fiktiven Stadt zwischen Meer und Bergen wider: Ville Rose – ein Name wie Musik, und doch befindet er sich im krassen Gegensatz zu seinen Bewohnern, die aus einer kleinen Minderheit von Mittel- und Oberschicht sowie der großen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze bestehen, die um das tägliche Überleben kämpfen. Ein Ort unermesslicher Schönheit und außerordentlichen Elends.

Im Mittelpunkt steht auf den ersten Blick Claire Limyè Lanmè, was Claire vom Meereslicht heißt - "Claire of the Sea Light" ist der Originaltitel des Romans. Er beginnt mit Claires siebtem Geburtstag. An diesem Tag versenkt eine drei oder vier hohe Monsterwelle den Fischer Caleb mitsamt seinem Kutter. Claire lebt mit ihrem Vater Nozias, ebenfalls Fischer, in einer winzigen Hütte. Ihre Mutter ist bei ihrer Geburt gestorben, und so sind ihre Geburtstage jedes Jahr nicht nur glückliche Tage, sondern auch immer solche der Trauer. Die ersten drei Jahre wird Claire von Verwandten ihrer Mutter großgezogen. Dann holt Nozias seine Tochter wieder zu sich, um sich selbst der Herausforderung zu stellen, sein Kind von seinem dürftigen Einkommen zu versorgen. Und obwohl es ihm nicht an elterlicher Liebe oder Verantwortung und gutem Willen fehlt, erkennt er die Hoffnungslosigkeit seines Unterfangens, Claire eine sorgenfreie Existenz bieten zu können. Aus diesem Grund entscheidet er sich, Gaëlle, die Besitzerin des Stoffladens, zu überzeugen, Claire zu adoptieren. Denn aus seiner Sicht ist es das Beste, ein neues Elternteil zu finden, dem er vertraut, sich um Claire zu kümmern. Er selbst will auf der Suche nach einer besser bezahlten Arbeit fortgehen.

An diesem siebten Geburtstag stimmt Gaëlle zu, Claire zu sich zu nehmen; am Abend verschwindet Claire, und erst im letzten Kapitel erfahren wir, was mit ihr passiert. Bis dahin porträtiert die Autorin andere Bewohner der Stadt, und im Verlaufe dessen wird deutlich, dass im Grunde Ville Rose in ihrer menschlichen Vielfalt, brutalen Realität und miteinander kollidierenden Schicksalen die eigentliche Protagonistin des Romans darstellt.

Da ist die Stoffhändlerin Gaëlle, die als Spiegel für Nozias wirkt. Auch ihr Leben ist von Verlusten geprägt. Am Tag, an dem sie ihre Tochter Rose auf die Welt bringt, wird ihr Mann Laurent ermordet. Sieben Jahre später – es ist der vierte Geburtstag von Claire – stirbt Rose bei einem Autounfall.

Bernhard Dorien, der in Cité Pendue, einem armen, gefährlichen Außenbezirk von Ville Rose, dem „ersten Höllenkreis“, zu Hause ist und dessen Idealismus und die Verbindung zu Tiye, dem berüchtigten Anführer der Bande Baz Benin, schreckliche Konsequenzen für sein Leben und das von Gaëlle haben.

Bernards enger Freund Max Ardin Junior, ein wohlhabender junger Mann, der vor zehn Jahren ein Kind zeugte, von seinem Vater Max Senior nach Miami geschickt wurde, nun nach Haiti zurückkehrt und mit seiner Schuld konfrontiert wird.

Louise George, eine bekannte und beliebte Radiomoderatorin, Lehrerin von Claire in der Schule von Max Ardin Senior und zeitweise desssen Geliebte, mit dem sie eine Rechnung offen hat. Sie ermöglicht es Bürgern von Ville Rose, in ihrer populären Radiosendung die eigene Geschichte zu schildern...

Edwidge Danticats Protagonisten sind fehlerhaft, aber menschlich, handeln auf einem schmalen Grad zwischen richtig und falsch. Während Nozias sich beispielsweise gezwungen sieht, seine Tochter aufzugeben, obwohl er sie eigentlich nicht verlieren möchte, muss Claire als Vertreterin vieler Kinder mit der Entscheidung leben, die andere Menschen für ihre Zukunft treffen.

Durch die verschiedenen Geschichten zeigt die Autorin eine Stadt, die von Gewalt, Leid und Tod, Korruption, Klassenunterschieden und sozialen Tabus geprägt ist, in der es jedoch durchaus auch Hoffnung, Träume, Liebe und Versöhnung und gute Absichten gibt.

Insgesamt ist der Tod - einerlei, ob er natürlichen, zufälligen oder kriminellen Ursprungs ist - in Ville Rose eine konstante und alltägliche Größe. Er taucht immer wieder in den Geschichten auf und verknüpft sie zum Teil miteinander. Leben und Tod stehen sich kontinuierlich gegenüber, wodurch die Autorin gleichzeitig die Fragilität des Lebens im Angesicht des Todes hervorhebt.

Danticats Roman ist geprägt von einem ruhigen Erzähltempo, ihre Sprache zeigt sich schnörkellos und klar, gleichwohl kraftvoll, poetisch und von enormer Tiefe. Sie verwendet sie, um komplizierte Verbindungen zu knüpfen, wenn sie sowohl Schönheit als auch Schrecken beschreibt. Die Einflechtung kreolischer Redewendungen und Worte schaffen den Reiz einer fremden Welt, erschweren allerdings zugleich das eine oder andere Mal das Lesen und Verständnis.

In ihrer Weise des Erzählens fordert uns die Autorin. Es erfolgt keine chronologische Abfolge. Vielmehr bewegt sich die Handlung von der Gegenwart bis zur nahen Vergangenheit, geht in die ferne Vergangenheit, um wieder in die Gegenwart zurückzukehren. So beginnt und endet die Geschichte mit Claires Geburtstag und damit nicht nur dem Todestag ihrer Mutter.

Am Schluss ihres eindrucksvollen und komplexen Romans erlaubt die Autorin ein wenig Zuversicht, unsicher zwar, aber vorhanden. Und daran möchten wir festhalten.

4,5 Sterne


Erschienen ist das Taschenbuch im Aufbau Verlag. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.
 

Montag, 31. Juli 2017

Regen im Anmarsch

Als ich am Freitag vom Reiterhof losfuhr, sah es schon verdächtig nach Regen aus.
Es ist schon großartig, wie sich der Himmel verändert...
















...und wie schnell alles wieder im Abklingen sein kann.

Montag, 17. Juli 2017

Suche

Wo ist denn meine Wiese hin?


Denn das hier kann sie ja wohl nicht sein.


Frisch und sattgrün war sie die letzten Jahre...


... und ich habe recht gutes Futter gefunden.


Wenn ich das richtig deute, bauen die Menschen hier ihre neuen "Nester".


Nun muss ich wohl woanders suchen...

Sonntag, 16. Juli 2017

Rote Köstlichkeiten

Die diesjährige Ausbeute vom Erdbeerfeld:


7.370 Gramm.


Und Herr Schwanenweiß hat fleißig mitgepflückt.


Vier Kilogramm habe ich zu Marmelade verarbeitet.


Es wurden 20 große und kleine Gläser.


Der Vorrat ist also - nicht nur für den Winter - gesichert.


Montag, 10. Juli 2017

Kurzer Besuch

Muss doch mal schauen, was es im schwanenweißen Garten Neues gibt.


Mist, ich wurde entdeckt.


Jetzt aber schnell. Mensch, aus dem Weg!


Ja, da guckst du!


Ich kann auch... anders!


Freitag, 16. Juni 2017

16. Juni 2006

Alle Jahre wieder kaufen Herr Schwanenweiß und ich uns aus gegebenem Anlass eine neue Rose.


Heute zieht diese zartgelbe Schönheit in den schwanenweißen Garten.


Winter Sun ist ihr Name, und ich finde, das passt zu ihr.


Mittwoch, 14. Juni 2017

Besuch


Na, wer hat es sich denn da gemütlich gemacht?


Ein weißer Besucher im schwanenweißen Garten?


Allerdings kein Unbekannter.


Es ist ein "Nachbar".


Darf ich vorstellen:


BOMMEL






Der kleine Geselle schaut öfter einmal vorbei.


Im schwanenweißen Garten gibt es viel zu entdecken.


Und reichlich Ecken, die untersucht werden wollen.


Tschüss, bis zum nächsten Mal.